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Thema: Flashback # 4: Review und Analyse zu WrestleMania III

  1. #1
    Avatar von Silentpfluecker
    Silentpfluecker ist offline Pseudo-Wrestlingphilosoph und AndiTaker Hall of Famer
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    Standard Flashback # 4: Review und Analyse zu WrestleMania III


    Wie immer: Morgen erst auf der Startseite, heute schon die Sneak-Preview für die Boarduser. Hope you'll have fun!


    Wrestlemania III


    Am 29. März 1987 erreichte der Rock´N´Wrestling-Boom der 80er Jahre im Silverdome zu Pontiac, Michigan, (wer weiß, ob Hulk Hogan nach den Ereignissen bei Wrestlemenia 30 nicht mittlerweile so verwirrt ist, dass er jetzt vom Superdome sprechen würde?) seinen absoluten Höhepunkt. Denn Wrestlemania III, die (wenn man Hogan glauben darf) legendäre, die sagenumwogene, die fast schon unwirkliche Wrestlemania der Superlative fand tatsächlich statt.
    Nach Angaben der WWE lag die Zuschauerzahl bei 93.173 – auch wenn sich um diese Zahl diverse Legenden gebildet haben, so dass sie nach wie vor nicht unumstritten ist. Diese Zahl bedeutete über viele Jahre einen Rekord in Sachen In-Door-Events, der erst am 14.Februar 2010 gebrochen wurde, als 108.713 Zuschauer dem NBA-All-Star-Game im Cowboys Stadium in Dallas beiwohnten.
    Wie auch bei den Wrestlemanias zuvor setzte man auch bei Wrestlemania III sowohl auf einen Monate im Vorfeld einsetzenden Hype um das eigentliche Ereignis, als auch auf Starpower aus der Musikbranche. So wurde „America the beautiful“ von Aretha Franklin vorgetragen. Der seinerzeit mehr oder weniger angesagte Star aus dem Mainstream Bereich war Alice Cooper (auch wenn er schon damals nicht mehr die Jüngste war und seine Alben aus den Jahren 1986 und 1987 beide die US-Top 50 verfehlten).
    Wrestlemania III war – um das kurz vorwegzunehmen – ein voller Erfolg! Darüber besteht aus heutiger Sicht kein Zweifel. Alleine über die Ticketverkäufe wurden 1,6 Millionen Dollar eingenommen. Die Anzahl der Menschen, die über PPV zuschauten, soll gar bei mehreren Millionen gelegen haben. Es war rückblickend also genau das bunte Feuerwerk im Stile der 80er Jahre, das der Wrestling-Boom in seinem Zenit auch verdiente.

    Das Event selbst begann mit einem typischen 80er Jahre Einspielungssegment, welches stark an die Fernsehsendungen aus dieser Zeit erinnert. Es folgte die Begrüßung der Zuschauer in der Halle durch keinen geringeren als seine Vincigkeit, König Vince McMahon höchstpersönlich. Dieser offenbarte dem hingebungsvoll lauschenden Publikum spirituelle Fähigkeiten und führte aus, dass er Wrestlemania III selbst eröffnen musste, da er den Geist seines Vaters gespürt hatte, der drei Jahre zuvor gestorben war. Aha…
    Nach diesem kurzen Willkommens-Hallo gab er an Aretha Franklin ab, die ihrerseits nicht lange fackelte und das obligatorische „America the beautiful“ zum Besten gab. Und nachdem schließlich auch die Kommentatoren Gorilla Monsoon und Jesse „The Body“ Ventura mit ihren Sidekicks Bob „Mr. Baseball“ Uecker (seines Zeichens ehemaliger Profi-Baseballspieler in der MLB, Schauspieler und bekannter Sportreporter) und Mary Hart (langjährige Moderatorin der Unterhaltungsshow „Entertainment Tonight“) ihre einleitenden Worte gesprochen hatten, begannen auch die Matches.


    1. Match
    Singles Match
    The Can-Am Connection (Rick Martel and Tom Zenk) gewannen gegen Bob Orton and The Magnificent Muraco (with Mr. Fuji) via Pin

    Den Eröffnungskampf bestritten die bekannten Heels Bob Orton und Muraco gegen die Can-Am Connection, bestehend aus Tom Zenk und Rick Martel, die damit beide ihr Wrestlemania-Debüt gaben. Während Rick Martel später mit Tito Santana als „Strike Fore“ durchstarten sollte und als „The Model“ auch ein weitläufig bekannter Midcarder wurde, verschwand Zenk wieder sehr schnell jedenfalls aus dem Mainstream-Spotlight (die Can-Am Connection war zwar durchaus beliebt bei Fans und Offiziellen, aber Zenk verließ gleichwohl die WWF aufgrund von Unstimmigkeiten bei den Vertragsverlängerungsgesprächen, um danach in der AWA und Anfang der 90er in der WCW zu wrestlen. Die ganz großen Erfolge blieben dabei freilich aus).
    Das Match war durchaus flott, mit einigen technisch ansprechenden Aktionen bestückt und bestach stellenweise mit einem für die damalige Zeit hohen Tempo. Die Can-Am Connection präsentierte sich damit genau so, wie man sich ein junges aufstrebendes Tag-Team eben wünscht und vorstellt: mit vielen Double-Team-Moves und jugendlicher Euphorie. Der routinierte Orton dagegen zeigte Sellerqualitäten und auch Muraco machte sein Ding ordentlich – beide waren eben absolut grundsolide und klischeehafte Heels, die es verstanden, die jungen Talente durch einige fiese Aktionen und ordentliche Showeinlagen entsprechend in Szene zu setzen. Da auch das Publikum voll drin war – gerade bei den Hot-Tags – stand am Ende ein Opener, der durchaus schlechter hätte sein können und am Ende nach meinem Dafürhalten eines der besseren Matches bei Wrestlemania III war.


    2. Match
    Singles Match
    Billy Jack Haynes gegen Hercules (with Bobby Heenan) endete in einem Double-Countout

    Es folgte die sogenannte “Full Nelson Challenge” zwischen Hercules und Billy Jack Heyes. Letzterer war ein ebensolches Powerhouse wie Hercules, erreichte aber nicht dessen Bekanntheitsgrad in der WWF, so dass er die Promotion im Jahr 1988 wieder verließ und durch kleinere Ligen tingelte. In Bezug auf die WWF hörte man erst wieder in den frühen 90er Jahren etwas von ihm, als er während des Steroidmissbrauchsskandals Vince McMahon als einen rücksichtslosen Vorgesetzten bezeichnete und ferner beklagte, dass die seinerzeit vorherrschenden Arbeitsbedingen bei der WWF katastrophal gewesen seien (also war wohl damals doch schon vieles wie heute…).
    Das Match wurde deswegen als „Full Nelson Challenge“ aufgebaut, weil beide diesen Move als Finisher hatten. Bobby Heenen als Hercules‘ Manager behauptete natürlich öffentlich, dass sein Klient den besseren Full Nelson ins Feld führen würde. Und nach einer Attacke von Hercules gegen Haynes im Vorfeld von Wrestlemania III sollte nunmehr die endgültige Entscheidung in der „Full-Nelson-Frage“ bei Wrestlemania fallen.
    Haynes kam mit einer goldenen Glitzerjacke und gewagtem Hut zum Ring und bestach darüber hinaus mit eher wenig Hals und umso mehr Wuschelhaar. Körperlich nahmen sich beide nicht viel (jeder war in glänzender Verfassung), und auch im Match zeigten beide Powerhouses viel Impact. Technische Finessen waren da natürlich nicht zu erwarten, aber – wie gesagt – körperlich intensive Aktionen konnte man dafür einige bewundern. Am Ende gab es nach intensiven Schlägen, Clothelines und ähnlichem ein Full-Nelson-Festival ohnegleichen zu sehen. Erst setzte Hercules einen gegen Haynes an (aus dem Haynes unter großem Jubel des Publikums herauskommen konnte), dann setzte Haynes seinen Full Nelson gegen Hercules an (der auch nicht zum Sieg reichen sollte). Nachdem beide im weiteren Verlauf des Matches aus dem Ring purzelten, ging es auch draußen mit dem Full Nelson gegen Hercules weiter – bis schließlich beide ausgezählt wurden.
    Nachdem das Match auf diese Weise zu Ende gegangen war, wurde Bobby Heenen von Haynes um den Ring gejagt, bis diese Jagd von Hercules unterbrochen wurde und stattdessen Haynes von Hercules mit dessen Eisenkette blutig geschlagen wurde. Zum krönenden Abschluss zeigte dann wieder Hercules seinen Full Nelson am angeschlagenen Haynes und feierte sich danach selbst.
    Wie gesagt, das Match war sicher kein Überflieger, aber wer zwei Powerhouses und Impact sehen will, der könnte hier nicht ganz falsch liegen.


    3. Match
    Mixed Tag Team Match
    Hillbilly Jim, Haiti Kid and Little Beaver gewannen gegen King Kong Bundy, Little Tokyo and Lord Littlebrook nach Disqualifikation

    Wie schnell es abwärts gegen kann, wurde im nächsten Match deutlich: King Kong Bundy, der im Jahr davor noch im Main Event von Wrestlemania II gegen Hulk Hogan gestanden hatte, musste sich in einem Mixed-Tag-Team-Match mit insgesamt vier Midgets und Hillbilly Jim zum Löffel machen.
    Wenn man es positiv formulieren will, dann wird man mit viel Pathos sagen können, dass dieses Debüt der Kleinwüchsigen den Weg für Leute wie Hornswoggle oder El Torito geebnet hat. Ich persönlich bin kein Freund von solchen Matches, da mir die ganze Kiste immer etwas zu sehr in die Nähe einer jahrmarktlichen Zur-Schau-Stellung dieser Menschen geht (aber das ist nur meine Meinung – und das kann natürlich jeder anders sehen).
    Das Publikum ging, wie so oft, gut auf diese Comedy-Einlage ab – und die Midgets schmissen auch die Show. Da blieben natürlich solche zum Schreien komischen Aktionen wie ein Cover gegen Bundy mit allen drei Wrestlern (die Midgets hüpfen auf Hillbilly Jim) nicht aus.
    Irgendwann hatte Bundy von den Mätzchen der Midgets gegen ihn genug und setzte einen Body Slam und einen lupenreinen Elbow Drop (sehenswert!) gegen einen von ihnen an. Selbstredend folgte umgehend die Disqualifikation. Bundy als waschechter Heel wollte natürlich gleichwohl mit der „Bestrafung“ der Midgets weitermachen, aber Hillbilly Jim eilte heldenhaft zur Rettung.
    Unabhängig davon, wie man zu den Midget-Matches steht, wurde hier am Beispiel Bundys wie gesagt gnadenlos verdeutlicht, wie schnell ein Stern in der WWF damals (und erst recht heute) sinken kann: Gestern Titelherausforderer im Mainevent, heute Lachnummer. Fragt mal bei Heath Slater oder (noch krasser) Drew McIntyre nach…


    4. Match
    Loser must bow Match
    Harley Race (with Bobby Heenan and The Fabulous Moolah) gewann gegen The Junkyard Dog via Pin

    Die nächste Paarung bot das „Loser must bow“-Match (wäre für mich fast besser als „Viewer must puke“-Match zu beschreiben). Bei dieser heiteren Stipulation ging es darum, dass der Verlierer dem Gewinner huldigen und sich vor ihm verbeugen musste (ja, Wrestling war schon damals stellenweise kaum zu fassen!). Diese Stipulation schreit natürlich nach historisch lupenreiner Aufklärung. Harley Race gewann das am 14.7.1986 ausgetragene King-of-the-Ring-Turnier und zwang in der Folgezeit seine Gegner nach jedem gewonnen Match, vor ihm niederzuknien. Das gefiel dem Junkyard Dog in keiner Weise – und er beschloss in Robin-Hood-Manier heroisch gegen diese willkürliche Wrestling-Monarchie anzukämpfen.
    So weit, so platt. Das erste, was mir an Harley Race auffiel, war seine Frisur, die sogar Fips Asmussen neidisch gemacht hätte (mehr Wuschellocken waren für einen Wrestler kaum drin, so dass der optische Sieger für mich schon vor Matchbeginn feststand).
    Das Match selber war eher mau (da war allerdings auch nicht viel mehr zu erwarten). Der Dog zog wieder bemerkenswert gute Reaktionen, während Race durch gute Sellerqualitäten zu überzeugen wusste und einen ordentlichen Heel abgab. Wrestlerisch bemerkenswerte Aktionen gab es kaum. Der Dog zeigte wieder seine Krabbel-Headbuts (vorher versuchte Race seinerseits einen Headbut gegen den Dog, was natürlich nicht klappte und auch sehr amüsant aussah) und hatte wohl auch sonst etwas mehr vom Match. Am Ende gewann gleichwohl Race nach einem ordentlichen Belly-to-Belly-Suplex, nachdem Heenen den Dog abgelenkt hatte.
    Danach ging natürlich die erbärmliche Seifenoper los: Der Junkyard Dog sollte sich, wie es sich gehört, standesgemäß verbeugen – was er in bester Ballerina-Manier auch tat. Allerdings schlug er unmittelbar danach zum Jubel der Fans mit einem Stuhl zu und räumte im Ring auf (eigentlich ein glatter Vertragsbruch, den nur Heels begehen!!!). Nachdem auf diese Weise die Bösewichter vertrieben waren, ließ sich der Junkyard Dog von den Fans feiern – und stolzierte besser als jeder Hahn wie der wahre König im Ring umher. Am Ende war es also wie so oft: Der Dog war der Sieger der Herzen - aber der Verlierer der Matches…


    5. Match
    Tag Team Match
    The Dream Team (Greg Valentine and Brutus Beefcake) (with Johnny Valiant and Dino Bravo) gewannen gegen The Rougeau Brothers (Jacques and Raymond) via Pin

    Beim folgenden Match hatte ein weiterer, später zu einiger Berühmtheit kommender Wrestler, sein Wrestlemania-Debüt. Die Rede ist von Jacques Rougeau – vielen vielleicht besser bekannt als der Mountie (der später immerhin einmal Intercontinental-Champion und sogar dreimal Tag-Team-Champion werden sollte). Er gab bei Wrestlemania III mit zarten 26 Jahren sein Wrestlemaniadebüt in einem Tag-Team-Match gegen das Dream Team.
    Hierbei waren vor allem die Rugeau Brothers (die übrigens auch im wirklichen Leben Brüder sind) flott unterwegs und zeigten einige ordentliche Double-Team-Moves. Beim Dream Team war vieles wie so oft: Valentine workte mit seiner Erfahrung und seinen Sellerqualitäten das Match, Beefcake war mittendrin, aber wie gehabt selten wirklich dabei.
    Die eigentliche Geschichte des Matches war aber der Streit zwischen Valentine und Beefcake während und vor allem nach dem Match. Nachdem Valentine in einem Sleeperhold von Raymond steckte, wollte Beefcake ihn mit einem Sprung vom obersten Seil befreien, traf aber versehentlich seinen eigenen Partner mit einem Double Ax Handle. Zum Sieg reichte es für die Rougeau Brothers dennoch nicht, weil der ebenfalls am Ring stehende Dino Bravo zugunsten von Valentine eingriff, der daraufhin den Sieg einfuhr. Es folgte ein Streitgespräch zwischen Beefcake und Valentine, woraufhin letzterer mit Dino Bravo den Ring verließ – und Beefcake alleine zurückließ. Der erste Schritt in Richtung Faceturn war damit für Beefcake getan.


    6. Match
    Hair vs. Hair Match
    Roddy Piper gewann gegen Adrian Adonis (with Jimmy Hart) via Submission

    Das nächste Match hatte wieder eine Stipulation – es ging um die Haarpracht auf dem Kopfe! Der Gewinner durfte dem Verlierer den Schädel rasieren. Na dann!
    Ich weiß noch, wie begeistert ich von Adonis‘ Auftreten in dem Promovideo zu diesem Match war. Er trug ein herrliches Oma-Kleid und sah aus wie man sich eine jener Damen vorstellt, die der Schlagerschwerenöter Udo Jürgens in „Aber bitte mit Sahne“ besingt.
    Beim Einlauf war ich dann doch eher ernüchtert. Adonis war zwar wabbelig wie eh und je – aber sein feminines Gender-Image war (bis auf die großartige blassrosa Hose) im Vergleich zum Vorjahr doch deutlich runtergeschraubt. Piper hingegen war genauso wie man ihn kennt – aufgeputscht und mit schreiender Quieckstimme.
    Das Match bot leider nicht viel – eigentlich war es nur ein einziger Brawl. Anfangs schlugen die Kontrahenten wechselseitig mit einem Gürtel aufeinander ein, danach mit den Fäusten. Die folgenden Minuten bestanden dann darin, dass Piper Jimmy Hart immer wieder in irgendeiner Weise gegen Adonis schleuderte, was das Publikum natürlich frenetisch abfeierte. So verprügelte Piper den guten Adonis immer mehr - erst ein Eingriff von Jimmy Hart brachte den guten Adrian derart zurück ins Match, dass er den Sleeperhold gegen Piper ansetzen konnte. Nachdem der Arm zweimal fiel, dachte Adonis wohl, dass er gewonnen hätte (man kann sich in solchen Zahlenregionen aber auch schon mal verzählen…) und ließ sich in gewohnter Manier feiern. Währenddessen kam aber Beefcake und brachte in widerlich anbiedernder Weise Piper wieder auf die Beine. Als Adonis bemerkte, dass das Match doch noch nicht zu Ende war, war es für ihn indes schon zu spät. Piper setzte seinerseits den Sleeperhold an – und nachdem Adonis‘ Arm dreimal gefallen war, hatte Piper das Match auch gewonnen.
    Danach kam, was kommen musste: Die Rasur des Adonis! Piper hielt Jimmy Hart in Schacht, der auf einmal aufgetauchte Brutus Beefcake schleimte sich weiter erbärmlich bei Piper und den Fans ein, indem er sich als Barbier zur Verfügung stellte und Adonis mit einem Elektrorasierer rasierte (nun wisst ihr, wieso er Brutus „The Barber“ Beefcake heißt). Hätte man hier nicht am falschen Ende gespart und in einen mit scharfen Klingen ausgestatteten Rasierer investiert, hätte man sogar eine richtige Rasur erleben können. Da das Gerät aber stumpf war (oder nicht richtig funktionierte) war das Ganze eine doch eher zähe und peinliche Angelegenheit, da der Rasierer eben nicht so richtig wollte wie geplant. Am Ende war Adonis um einige Haarbüschel ärmer, floh vor seinem eigenen Spiegelbild und verließ haartechnisch immerhin erkennbar entblößt die Arena. Dennoch konnte dies alles ein aus meiner Sicht eher schwaches Match nicht wirklich kaschieren…


    7. Match
    Six Man Tag Team Match
    The Hart Foundation (Bret Hart and Jim Neidhart) and Danny Davis (with Jimmy Hart) gewannen gegen The British Bulldogs (Davey Boy Smith and Dynamite Kid) and Tito Santana via Pin

    Es folgte das Six Man Tag Team Match. Hintergrund dieser Begegnung war die Tatsache, dass die British Bulldogs am 26.1.1987 den Tag-Team-Titel gegen die Hart Foundation verloren hatten. Schiedsrichter in diesem Kampf war Danny Davis, der das Match startete, obwohl Dynamite Kid laut Kayfabe so angeschlagen war, dass er kaum gehen konnte. Dass Davis auch noch illegale Aktionen der Hart Foundation zuließ, schlug dem Faß den Boden aus – bei Wrestlemania III mussten diese Vorkommnisse natürlich aufgearbeitet werden, Satisfaktion wurde gefordert! So kam Danny Davis bei Wrestlemania III zu seinem Debüt als Wrestler (mit gewagtem Outfit). Da auch Tito Santana seinen Intercontinental-Titel in einem Match an Savage verlor, welches von Davis eher parteiisch denn neutral geleitet wurde, hatte auch er allen Grund, auf Reche zu sinnen. So kam es schließlich zu diesem durchaus ansprechenden Match.
    Vor allem Bret Hart und Davey Boy Smith waren wieder einmal diejenigen, die das Tempo machten und auch technisch zu überzeugen wussten. Dynamite Kid konnte da nicht ganz mithalten – und Anvil machte auch nur das Übliche. Vom eher schmächtigen Davis gab es nicht viel zu sehen. Er kam nur ab und zu mal in den Ring, um den jeweils angeschlagenen Gegner zu schlagen und zu treten – und sich dann wieder schnell auszuwechseln. Und Santana schließlich zeigte ein paar ordentliche Aktionen, wenn er dran war.
    Nach einem ausgeglichenen Beginn dominierten zunächst die Bulldogs (es gab einige Near-Falls), danach die Hart Foundation, die sich immer wieder Dynamite Kid vornahm – bis es zum Hot-Tag kam. Daraufhin musste, unter großem Hallo des Publikums, der gute Danny Davis ordentlich einstecken. Insbesondere Davy Boy zeigte mit dem Piledriver, dem Back Suplex und seinem Power Slam gleich diverse anspruchsvoll ausgeführte Aktionen binnen kürzester Zeit.
    Am Ende gewann aber doch die Hart Foundation, da das (auf den Power Slam folgende) Cover vom Jim Neidhart unterbrochen wurde, woraufhin ein Brawl ausbrach. Dabei setzte Danny Davis ganz heelmäßig Jimmy Harts Flüstertüte gegen Davey Boy ein und pinnte ihn zum Sieg.
    Am Ende steht ein sehr ordentlichen Match, das viele schöne Aktionen hatte – und mich auch durch seinen Aufbau überzeugt hat.

    8. Match
    Singles Match
    Butch Reed (with Slick) defeated Koko B. Ware via Pin

    Das folgende Match bot zwei Wrestlemaniadebüts. Die Mid-South-Größe Butch Reed trat gegen Koko B. Ware an. Während die Zeit von Powerhouse Butch Reed in der WWF nur wenige Monate andauerte (in welcher er nicht annähernd an die Mid-South-Erfolge anknüpfen konnte), konnte sich Koko B. Ware insgesamt immerhin um die acht Jahre in der WWF halten. Zwar kam er nie über die untere Midcard hinaus, war aber stets bei den Fans beliebt und wurde wohl gerade deswegen 2009 auch in die Hall of Fame aufgenommen.
    Das Match war ein typischer Füller – und man darf zumindest darüber streiten, ob es bei einer Wrestlemania hätte stattfinden müssen. Es war eine Demonstration der Stärke Reeds, der Koko die meiste Zeit mit Schlägen und Haltegriffen auseinandernahm. Wenn dann aber doch mal Wrestlingaktionen kamen, so stammten sie von Koko. Der zeigte immerhin einen Dropkick, einen Hiptoss und einen High Cross Body – besser als nix! Nach einem Rollup (nach besagtem High Cross Body) gewann Butch Reed das ziemlich langweilige Match. Daraufhin kam Reeds Manager Slick in den Ring und attackierte Koko. Dies wiederum rief Mr. Law and Order Tito Santana auf den Plan, der den Tag rettete und Koko nicht nur vor Schlimmerem bewahrte, sondern auch noch Slicks Anzug zerstörte. Mit zwei feiernden Faces endete diese Partie, die man sich vielleicht auch hätte schenken können.


    9. Match
    WWF Intercontinental Championship
    Ricky Steamboat (with George Steele) gewann gegen Randy Savage (c) (with Miss Elizabeth) via Pin

    Nach einem erbärmlichen Interview eines offenbar seit Tagen ungeduschten C-Schauspielers in Arztkittel, der Gene Okerlund und den Zuschauern versuchte, mit dussligem Gesicht einen ernsten Gesundheitszustand Steamboats vorzugaukeln, folgte der Showstealer des Abends – und nach Meinung vieler Experten eines der stärksten Matches der 80er, wenn nicht sogar der Wrestlinghistorie überhaupt. Der Intercontinental-Champion Randy Savage trat gegen Ricky Steamboat an. In der Ecke standen (bei Savage) Miss Elizabeth (die wieder ihren ewig gleichen nölig-dummen Gesichtsausdruck aufsetzte) bzw. (bei Steamboat) das freundliche Rückenhaarmonster aus der Nachbarschaft, George Steele.
    Den Hype bezog diese Paarung daraus, dass Savage im Vorfeld Steamboat mit der eisernen Ringglocke attackierte, was letzteren laut Kayfabe gesundheitlich arg beeinträchtigte (und auch der Grund für das eingangs erwähnte Arzt-Segment mit Fremdschämgarantie war).
    Das Match hatte Tempo von der ersten Sekunde an. Beide Wrestler waren auf dem Zenit ihres Könnens und zündeten ein für diese Zeit ausgesprochen farbenfrohes Feuerwerk. Da auch die Crowd sofort drin war, stimmte dazu in jeder Phase dieser Partie darüber hinaus die Atmosphäre.
    In den fünfzehn Minuten Matchzeit (für damalige Verhältnisse war das sehr lange) wurden neben diversen Moves auch ein Cover-Marathon in allen Variationen geboten. Und um es kurz zu machen: Hier fand in der Tat eines der schnellsten und technisch anspruchsvollsten Matches der 80er statt, das sogar heute noch mit manchen ordentlichen Matches mithalten könnte.
    Randy Savage zeigte natürlich seine Signatures, vor allem seinen Elbow Drop, und wollte gegen Ende sogar wieder die eiserne Ringglocke einsetzen. Hierbei wurde er indes von Steele unterbrochen, so dass Steamboat ein Small Package zeigen und den Sieg erringen konnte. Damit wechselte zum ersten Mal in der Geschichte von Wrestlemania der Intercontintal-Gürtel.
    Kritik muss man bei diesem Match mit der Lupe suchen. Von der Dramatik her wäre es vielleicht noch besser gewesen, Steamboat aus dem Finisher des Macho Mans auskicken zu lassen (so wie es Steele im Jahr zuvor gelang), aber auch so steht am Ende ein großes Match – ohne Wenn und Aber!


    10. Match
    Singles Match
    The Honky Tonk Man (with Jimmy Hart) gewann gegen Jake Roberts (with Alice Cooper) via Pin

    Das nachfolgende Match bot das Debüt einer weiteren Legende. Der Honky Tonk Man, der in seiner über 35-jährigen Karriere viel herumkam und der bis heute am längsten regierende Intercontinental-Champion ist, trat zum ersten Mal bei Wrestlemania an. Sein Gegner war der als Face auftretende Jake Roberts, der mit einem erschreckend dürren Alice Cooper auch den Hometown-Boy in seiner Ecke hatte.
    Jake legte los wie die Feuerwehr und ließ den (schlechte) Hüftschwünge vorführenden Honky Tonk Man nicht einmal seine schöne Weste ausziehen. Sehr früh setzte Jake seine Signature-Clotheline an, konnte aber den geplanten DDT nicht ins Ziel bringen, da der Honky Tonk Man floh. Dieser kam erst in der Folgezeit besser ins Match und wollte später seinerseits seinen Finisher (den Shake Rattle & Roll) ansetzen – aber Jake konnte seinerseits die Ausführung verhindern und versuchte, wieder den DDT anzusetzen. Wie so oft griff aber Jimmy Hart ein – und der Honky Tonk Man rollte Jake ein und gewann mit an den Seilen aufgestützten Beinen.
    Dennoch gab es noch die obligatorische Gaudi für die Fans: Nachdem der Honky Tonk Man durch Jake vertrieben worden war, bleib Jimmy Hart alleine im Ring zurück. Dieser wurde von Roberts in den Full Nelson genommen – und Alice Cooper (der so blass war, dass gegen ihn sogar Sheamus wie ein Latino wirkt) bearbeitete Hart mehr schlecht als recht mit der Schlange Damien.
    So steht am Ende steht ein typisches Jake-Roberts-Match, nicht wirklich schlecht, aber auch alles andere als eine wrestlerische Offenbarung.


    11. Match
    Tag Team Match
    The Iron Sheik and Nikolai Volkoff (with Slick) gewannen gegen The Killer Bees (B. Brian Blair and Jim Brunzell) (with Jim Duggan) nach Disqualifikation

    Weiter gings mit dem Match von Nikolai Volkoff und dem Iron Sheik gegen die Killer Bees. Letztere konnte man schon bei der Battle-Royal von Wrestlemania II bewundern – und sie bestachen auch bei Wrestlemania III mit herrlich gestreiften Hosen im Biene-Maya-Style und perfekten Vokuhilas. Was will man denn noch mehr?
    Ebenfalls bot dieses Match den ersten Wrestlemania-Auftritt von „Hacksaw“ Jim Duggan, der Nikolai Volkoff beim Singen der sowjetischen Hymne unterbrach und zur Freude des Publikums darauf hinwies, dass man in den USA sei, dem Land der Freien und der Heimat der Tapferen…
    Zum Match selber: Die Killer Bees gingen ein flottes Tempo, wussten auch technisch zu gefallen und zeigten einige schön ausgeführte Double-Team-Moves. Volkoff und der Sheik machten wie immer solide ihr Ding.
    Das Match endete, als der Sheik seinen Camel Clutch gegen eines der fleißigen Bienchen ansetzte – und Duggan mit seinem 2x4 eingriff, um damit dem Sheik ordentlich eins überzubraten. Es folgte die fällige DQ – und damit war das Match beendet. Schon sein erster Auftritt war typisch für Duggans spätere Karriere in der WWF: Entweder er verlor die wichtigen Matches – oder er wurde eben disqualifiziert…


    12. Match
    WWF Championship
    Hulk Hogan (c) gewann gegen André the Giant (with Bobby Heenan) via Pin

    Dann kam es also, das sagenumwogene Match des Hulksters gegen Andre the Giant. Mit dem „Slam heard around the world“, dem großartigsten aller Wrestlemaniamomente – so jedenfalls nach Hogans eigenen Worten (verschwiegen wird hierbei freilich immer gerne, dass dies genaugenommen Hogans einziger wirklicher Wrestlemaniamoment war).
    So groß der Hype um dieses Match im Vorfeld auch war und so sehr es (und vor allem der Slam) in den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten durch eine fast schon ans Fantastische grenzende Mythenbildung verklärt wurde (in erster Linie durch Hogan selber): Die Wahrheit sah freilich ernüchternder aus. Auch wenn die Hysterie um dieses Match so groß war wie wohl nie zuvor, konnte dies alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich im Ring ein Muskelpaket mit begrenzten wrestlerischen Fähigkeiten und eine großwüchsiger Wrestler, der sich körperlich in ausgesprochen schlechter Verfassung befand, gegenüberstanden.
    Diesem Umstand war wohl der einfach nur langweilige Matchaufbau geschuldet, der auch noch ziemlich zeitlupenmäßig umgesetzt wurde (ich habe mir das Match allen ernstes noch einmal im Schnelldurchlauf angeschaut – und ohne Witz: Häufig war der Unterschied zwischen normaler Geschwindigkeit und Schnelldurchlauf wirklich nicht zu erkennen).
    Sehr schnell nach Matchbeginn wollte Hogan den Body Slam ansetzen. Dies ging daneben, André plumpste auf ihn drauf – und hätte fast das Cover durchgezogen. In der Folgezeit dominierte André, der in langsamster Geschwindigkeit Schläge, Tritte und Bearhugs ansetzte, ohne dass von Hogan viel gekommen wäre. So zog sich dieses Match wie Kaugummi. Als es schien, dass Hogan das Blatt würde wenden können, lief er aber in den Big Boot (oder auch: das hohe Bein) von André – und weiter ging das zähe Bearhug-Festival.
    Nachdem man sich dann auch außerhalb des Rings ein wenig herumgeschlagen hatte kam endlich Hogans berühmte zweite Luft. Er konnte DEN Bodyslam ansetzen, ließ seinen Legdrop folgen – und durfte sich nach dem Cover von den Fans ausgiebig feiern lassen.
    Dass es sich hierbei freilich um ein wirklich schlechtes Match handelte, wurde dadurch wie gesagt indes nicht einmal im Ansatz überdeckt – Hype hin oder her…

    So bleibt am Ende eine Wrestlemania, die (trotz aller Legendenbildung und äußerst professionellem Aufbau beim Drum und Dran – hier stimmte alles) wrestlerisch nach meinem Dafürhalten über weite Strecken doch eher mau war. Der Fokus lag eindeutig auf den Showelementen und den die Matches aufbauenden Storylines – und natürlich auf Hogans Slam gegen André.
    Gleichwohl stellte Wrestlemania III den Höhepunkt des 80er-Jahre-Wrestlingbooms dar. In den folgenden Jahren ließ dieser Hype um Super-Hogan nämlich langsam aber sicher immer mehr nach – und es setzte Schritt für Schritt ein Umdenken ein, welches zu einer leichten Veränderung des Konzepts führen sollte. Dazu aber mehr in den kommenden Flashbacks…

    Aber egal wie man es drehen und wenden mag: Wrestlemania III hat Geschichte geschrieben! Darüber lässt sich nicht streiten. Daher muss man als Wrestlingfan eigentlich alleine aufgrund dessen Bedeutung für die Wrestlinghistorie (und nicht zuletzt auch wegen des Matches Savage vs. Steamboat) wenigstens einmal Wrestlemania III gesehen haben.
    Geändert von Silentpfluecker (13.07.2014 um 12:34 Uhr)
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  3. #2
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    Wieder einmal spitzenmäßig! Super professionell geschrieben, ich kann deiner Meinung eigentlich immer nur zustimmen und du schaffst es, trotz des heute um viele Stufen höheren Niveaus der Wrestlingmatches, bei der Bewertung der Matches objektiv zu bleiben und nicht alles durch die 2014er-Brille zu sehen. Macht immer wieder Spaß, deine Flashbacks zu lesen


    Joe Hendry makes Things better- For IC double Me & You


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  5. #3
    The Narrator Gast

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    Du hast echt ein Talent für schreiben. Großartig.

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  7. #4
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    Ich danke euch für dieses fast schon überragende Feedback. Bin für jede Art von Feedback dankbar - wie immer. Aber so was geht natürlich runter wie Öl.
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  8. #5
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    Hatte mir nun auch mal Zeit genommen und hab dein Flashback gelesen. Sieht nach viel Arbeit aus, aber für dich sicherlich ist das "Nichts", da du ja wohl gerne schreibst. Danke, für diesen Review über Wrestlemania 3, @Silentpfluecker.
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    Sehr gut, wie immer bisher!
    Mantis 3:16 says...

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  12. #7
    Avatar von Silentpfluecker
    Silentpfluecker ist offline Pseudo-Wrestlingphilosoph und AndiTaker Hall of Famer
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    Auch an die Jungspunde Cesaro und Mantis besten Dank - cool, dass Cesaro den langen Text in Angriff genommen hat.
    Silentius Treas - Oder wie EMJ gerne sagt: Silent Hill...

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  14. #8
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    Auch ich verneige mich vor dieser grandiosen Review! Hoffentlich wirst du nicht zum männlichen Renee Young von W-I und wirst von der Konkurrenz umworben...

    Es gab wieder die richtigen Zusatzinfos zur richtigen Zeit und die bereits bei den letzten Ausgaben gelobte dezent gesetzte Meinung, die eben nicht als allwissend präsentiert wird, sondern nur deinen Eindruck widergibt. Vorbildlich! Das einzige was ich noch hinzufügen würde wären die Matchzeiten. Es ist doch interessant, dass nur zwei der zwölf Matches über die Zehn-Minuten-Marke kamen, der Rest eher zwischen drei und sechs Minuten herumeierte. Das war ja durchaus üblich, so dass es schön wäre zu sehen, welche der Matches etwas Zeit bekommen haben.

    Zum Match Piper/Adonis muss man aus heutiger Sicht sagen, dass es vom Nostalgiefaktor her sehr bedeutsam ist. Die beiden waren seit vielen Jahren allerengste Buddies und Adonis hat Piper wohl so einige Flausen ausgetrieben. So hat er Piper auch dazu gedrängt, sich endlich ein Haus zu kaufen, um endlich ruhiger zu werden. Dann kam dieses Match, um Piper einen zeitweiligen Abgang von WWF auf der "Grandest Stage of them all" zu ermöglichen, doch Adonis starb dann ein Jahr später bei einem Autounfall, was Piper bis heute nicht überwunden hat. Ich bin sicher, dass dies Pipers liebstes Match der WM-Geschichte ist. Übrigens sah Adonis ganz und gar nicht immer so aus. Er hatte nur wenige Jahre zuvor deutlich schlanker ein Rockergimmick mit schwarzer Haarpracht und Dunstkiepe. Deshalb muss man genau hinschauen, wenn man diese beiden Versionen vergleicht, sonst denkt man, es sind zwei verschiedene Typen.

    Ganz großes Lob auch an das perfekte Zusammenfassen dieser WM:
    1. Es setzte einen Meilenstein im Entertainmentbereich. Daran kann man nicht rütteln, auch wenn es heute schwer nachvollziehbar ist.
    2. Savage/Steamboat war epochal, wenn man sich den Rest anschaut. Mittlerweile sollte dieses Match immer noch in den Top 20 der besten Matches der WWF/WWE-Geschichte stehen. Es stand mal bei der ein oder anderen Umfrage in den Top 10, aber die sind schon einige Jahre alt.
    3. Geniale Aufarbeitung des Main Events: ja, dieses Match war epochal, episch und untoppbar grauenvoll schlecht!!!!!! Ja, selbst das Ablaufen lassen mit doppelter und dreifacher Geschwindigkeit half da nichts. Danke für den Selbstversuch! Mein aufrichtiges Beileid! Und dass man vor dem Hintergrund dann später ausgerechnet Savage und Hogan aufeinanderprallen ließ lässt ahnen, wie gnadenlos unterfordert Savage sein sollte. Der gute Andre übergab hier die Fackel und ließ sich kurze Zeit später sogar vom Warrior squashen(!!!). Der sanfte Riese quälte sich mit Korsett durch dieses Match und hätte es laut Ärzte gar nicht bestreiten sollen. Lustige Anekdote: angeblich wusste niemand, einschließlich Hogan und Vince, ob Andre die Absprachen wirklich einhalten würde und sich tatsächlich pinnen lassen würde. Denn wenn Andre nicht wollte, wer hätte ihn hindern sollen? Aber bei allem Respekt für Andre, dieses Match war so richtig kacke, so unterirdisch armselig, meine Frese, war das mies! Das muss auch der neutraliste Leser zugeben, der den Murks gesehen hat.

    Ich freue mich definitiv auf WM4. Diese Nostalgiestunden auf höchstem Niveau sind immer wieder große Klasse.

  15. Thanks Silentpfluecker thanked for this post
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  16. #9
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    Zitat Zitat von Silentpfluecker Beitrag anzeigen
    Auch an die Jungspunde Cesaro und Mantis besten Dank - cool, dass Cesaro den langen Text in Angriff genommen hat.
    Werde ich nach dem Text auch öfters bei dir machen.
    Chain Gang Commander des W-I Boards! JOHN CENA!!!

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  17. #10
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    Toll! Sehr interessant und ein Haufen Arbeit das so zu schreiben!

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