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Thema: Flashback # 8: Review und Analyse zum Royal Rumble 1989

  1. #1
    Avatar von Silentpfluecker
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    Standard Flashback # 8: Review und Analyse zum Royal Rumble 1989

    Und wieder steht eine weitere Etappe auf unserer Reise durch die WWE-Vergangenheit an. Und passend zum diesen Sonntag stattfinden Royal Rumble 2015 soll heute - gewissermaßen zur Einstimmung - auch ein Royal Rumble behandelt werden: Der 26 Jahre zuvor stattfindende zweite Rumble aus dem Jahr 1989 ist an der Reihe. Heute schon im Board, morgen erst auf der Startseite...

    Zur Vorgeschichte gibt es nicht allzu viel zu vermelden: Im November 1988 ging zwar die aus der Jim Crockett Promotions entstandene Mid-Atlantic Championship Wrestling Promotion in den Besitz eines gewissen Ted Turners über, der unter dem Banner von National Wrestling Alliance die Shows der neuen World Championship Wrestling austrug. Zum Bruch von Turners WCW mit der National Wrestling Alliance kam es aber erst im Jahre 1991. Somit war zu der Zeit des hier beleuchteten Royal Rumbles aus dem Jahr 1989 noch kein wirklich ernsthafter Konkurrent für das Format der WWF auf der Bildfläche erschienen, so dass die Vince McMahons Promotion gewissermaßen in erster Linie um sich selber kreiste.
    In Sachen Storyline ging es in der WWF im Zeitraum zwischen SummerSlam 1988 und Royal Rumble 1989 wie folgt weiter: Die Mega Powers bestehend aus Hulk Hogan und Randy Savage durchpflügten und zerpflückten das Roster der WWE konsequent! So waren sie bei der Survivor Series die einzigen „Überlebenden“ ihres Teams. Neben diesen beiden Superstars blieb dementsprechend wenig Raum für andere Talente, um sich ins rechte Licht zu rücken. Die Ausnahme bildete der Ultimate Warrior, der in der Gunst der Fans weiterhin rasant stieg. In Sachen Heels hingegen war es schwer, ein entsprechendes (und vor allem halbwegs glaubhaftes) Gegengewicht zu diesen strahlenden Helden zu etablieren. André the Giant wurde immer mehr zum Schatten seiner selbst, Rick Rude war noch sehr jung, der Honky Tonk Man hatte nicht das Starappeal für die allerhöchsten Cardregionen und Ted Dibiase konnte nicht alles alleine machen. So entschloss sich die WWE, die One Man Gang, die seit der Niederlage bei Wrestlemania IV nur noch in der Undercard herumdümpelte, im September mit neuem Gimmick als einen seine afrikanischen Wurzeln entdeckt habenden Akeem generalüberholt zurückzubringen und zusammen mit dem Big Boss Man als die Twin Towers als Gegenspieler für Hogan und Savage aufzubauen (das erste Aufeinandertreffen entschieden die Babyfaces bei der Survivor Series 1988 für sich).
    Ach ja, zum Rumble 1989 kam auch Big John Studd nach zweijähriger Auszeit zurück – dieses Mal als Face (als ob man davon neben Hogan, Savage und dem War-rior noch nicht genug hatte!), nachdem sich der große John bei seiner Rückkehr im Rahmen der Brother Love Show medienwirksam von seinem bisherigen Manager Bobby Heenen trennte.
    Das war in etwa die Ausgangssituation für den Royal Rumble 1989. Vor der eigentlichen PPV-Übertragung gab es noch zwei Dark Matches für die Fans in der Halle, die ich zu Ehren der beteiligten Worker an dieser Stelle wenigstens kurz erwähnen möchte: Jim Powers gewann gegen Barry Horowitz und Sam Houston besiegte wohl einen der bekanntesten und unter Fans wie Workern vielleicht beliebtesten Jobber aller Zeiten, nämlich Steve Lombardi (den späteren Brooklyn Brawler).
    Die eigentliche Übertragung begann mit der aus dem Off kommenden prägnanten Stimme von Vince McMahon, der es sich nicht nehmen ließ, höchstpersönlich in der für die ausklingenden 80er Jahre typischen marktschreierischen Kapitalisten-Stimmlage jeden Wrestler heraufzubeschwören, der am bevorstehenden Royal Rumble Match teilnehmen sollte. Im unmittelbaren Anschluss daran kam die obligatorische Begrüßung von Gorilla Monsson und Jesse Ventura, die in gewohnter Weise die Matches auf der Card durchgingen (dieses Mal waren es nicht wirklich viele, was natürlich wie immer dem langen Rumble Match geschuldet war). Danach ging es erfreulicherweise ohne weiteres Vorgeplänkel zum ersten Match.


    1. Match

    Two out of three falls Tag Team Match
    The Hart Foundation (Bret Hart und Jim Neidhart) und Jim Duggan gewannen gegen The Fabulous Rougeaus (Jacques und Raymond Rougeau) und Dino Bravo (with Frenchy Martin und Jimmy Hart) via Pin mit 2:1

    Als Opener wurde den Fans ein Two out of three falls 6 Man Tag Team Match geboten: Die Faces Bret Hart, Jim Neidhart und Jim Duggan (die alle unglaublich over waren) traten gegen die Rougeaus und Dino Bravo an.
    Schon vor dem eigentlichen Match fiel auf, dass sich in der WWF in Sachen Präsentation gegenüber dem ersten Royal Rumble doch einiges getan hatte: Die ganze Darstellung und Optik des Rings (und um den Ring herum) war wesentlich professioneller und entsprach dem Entertainment-Standard, der auch in den Folgejahren maßgebend sein sollte. Das Event war nicht nur (wie die folgenden Stunden zeigen sollten) gut durchdacht und aufgebaut, sondern auch dem Niveau eines Marktführers entsprechend in Szene gesetzt. Die Liebe zum Detail, die jede große Show auszeichnet, hatte zum zweiten Royal Rumble endgültig Einzug gehalten.
    Patriotisch, wie eine WWE-Veranstaltung nun einmal zu sein hat, salutierten vor dem Match alle Faces vor der amerikanischen Flagge (was - wie immer - ziemlich dusselig aussah, vor allem, wenn man bedenkt, dass Bret Hart ein lupenreiner Kanadier ist! Ich kann nur erahnen, wie sehr dies dem Hitman innerlich gegen den Strich gegangen sein muss).
    Neidhart trat zu beginn gegen Bravo an – und die beiden Powerhouses machten das, was man von ihnen erwarten konnte (Shoulderblocks, Elbows etc.). Danach wurde Duggan eingewechselt und zog die für ihn typische Show ab (die unglaublich gut ankam und mir einen kleinen Schauer über den Rücken laufen ließ – das war Jim Duggan auf dem Höhepunkt seiner Popularität!). Mit Bret Hart kam später dann auch das technische Können dazu, so dass sich ein flottes Match entwickelte, was nicht zuletzt auch der Tatsache, dass die Crowd jede Sekunde im Match drin war, zu verdanken war. Dass gerade die Rougeaus technisch beschlagene und auch noch charismatische Heels waren, rundete das Ganze ab – ohne sie hätte der Opener ganz sicher nicht diesen Unterhaltungswert gehabt. Die eine oder andere interessante Aktion gab es auch noch on top (Anvil setzte seinen Rammbock in die Ringecke gegen alle drei Heels gemeinsam an), und die Faces hatten alles unter Kontrolle – bis nach einer heeligen Aktion (Raymond zog nach einem Whip-In von Bret Hart ein Seil herunter) die Heels wieder ins Match fanden und die Oberhand gewannen. Bravo setzte daraufhin seinen Side Suplex an, die Rougeaus ließen ihren sehenswerten Finisher (die „Le Bombe de Rougeaux“) folgen – und schon stand es nach 5 1/2 Minuten 1:0 für Heels. Das ging ja flott…
    Nachdem er gepinnt wurde, musste Bret Hart auch Runde 2 beginnen. Hierbei steckte er die meiste Zeit ein und unterstrich seine ihn auch später auszeichnenden Nehmerqualitäten. Auf der anderen Seite überzeugten die Rougeaus mit stellenweise feiner Technik. So vergingen die folgenden Minuten – und es setzte immer wieder Pinversuche, aus denen Hart freilich jedes Mal auskicken konnte. Die Crowd feuerte den Hitman dann auch mit gut gemeinten USA-Chants an, was Ventura einmal mehr in überragend schnodderigem Unterton zu der Frage veranlasste, was sich das Publikum denn davon verspreche, da Hart ja Kanadier sei (gute Frage…).
    Wie gehabt gelang Bret irgendwann der Hot Tag, der natürlich zunächst vom Referee nicht gesehen wurde. Nach einigen (für mich etwas zu häufig gezeigten) Haltegriffen der Heels gelang dann natürlich doch noch der Hot Tag mit Jim Duggan, der daraufhin im Ring aufräumte. Nach einem (verbotchten) Bodyslam zog er dann per Slingshot erst den Anvil von außerhalb des Rings auf einen geslamten Quebequer (die Aktion gelang gut), dann (was gnadenlos verbotcht wurde) den Hitman (die beide dusseligerweise ein Cover ansetzten, obwohl kein Tag gemacht wurde), um danach seinerseits einen Elbow Drop zu zeigen und das Cover zum 1:1 Ausgleich durchzuziehen (was m.E. ein ziemlich mauer Move war, um den wichtigen Ausgleich zu holen – aber naja, vielleicht war Hacksaw technisch zu nicht viel mehr in der Lage). Die Stimmung in der Halle war danach jedenfalls grandios!
    Im letzten Durchgang zerlegte Hacksaw seinen Gegner, bis er sich (dümmlich, wie Faces nun mal zu sein haben) mit den anderen beiden Heels anlegte und so von hinten angegriffen werden konnte. Dennoch konnte Hacksaw den Hitman einwechseln, der wieder die Oberhand gewann.
    Das Ende des Matches war dann fast schon Hogan-like: Der im Ring stehende Dino Bravo wurde von dem außenstehenden Duggan hinterrücks mit dem 2x4 niedergeschlagen, was der Hitman zum Sieg nutzte. Dank dieser lupenreinen Heel-Aktion gewannen die Faces ein kurzweiliges und unterhaltsames Match.
    Das letzte (und wie immer wahre) Wort zu diesem Kampf gebührte natürlich einmal mehr Jesse Ventura, der mit empörter und vor Zorn bebender Stimme nur noch Wor-te wie „illegal“ und „cheating“ krakeelte. Als Gorilla Monsoon mit erbärmlicher Argumentation versuchte, den illegalen Eingriff Hacksaws juristisch und vor allem moralisch damit zu rechtfertigen, dass die Heels sich ja vorher auch alles andere als regelkonform verhalten hätten, konterte Jesse trocken und entlarvend: „Ich bin sicher, dass sie kein 2x4 eingesetzt haben!“ Da war man kaum in der Lage, dem guten Mann zu widersprechen... Solche Kommentare sind gerade aus der heutigen Perspektive einfach traumhaft – jeder, der so etwas im Jahre des Herrn 2015 on air sagen würde, könnte sich sofort seine Papiere holen (wenn er denn überhaupt so glimpflich davonkommen würde – Gerüchten zufolge zersägt Vince McMahon solche Menschen persönlich mit einer rostigen und stumpfen Kettensäge).
    In einem mehr oder weniger belanglosen Backstage-Segment sah der geneigte Zuschauer dann Ted DiBiase, der mit Virgil versuchte, mit finanziellen Argumenten von Slick eine hohe Startnummer für den Rumble zu ergaunern, während sich andere, finanziell nicht so gut betuchte Teilnehmer wie der Honky Tonk Man, Demolition oder Bad News Brown brav ihre Startnummern zulosen lassen mussten.


    Super Pose-Down


    Wer aber schon dieses Segment langweilig fand, der wird bei dem nun folgenden Part entweder eingeschlafen sein oder sich vor Fluchen kaum wieder unter Kontrolle bekommen haben – vielleicht stand man aber auch (wie der Verfasser dieser Kolumne) einfach nur sprachlos und mental in seinen Grundfesten erschüttert mit offenem Mund entsetzt vorm Fernseher. Denn es folgte allen Ernstes ein Pose-Down zwischen Rick Rude und dem Ultimate Warrior! Ziel der Veranstaltung war es, herauszufinden, wer nach vier (!!!) Runden Muskelpräsentation die besten Posen zu bieten hatte. Der Gewinner wurde durch den Jubel der Fans ermittelt (na, wenn das mal nicht objektive Kriterien zur Ermittlung des Siegers sind!).
    Frisurentechnisch hatte Rick Rude seine Vorbilder Paul Breitner und Wolfgang Petry mittlerweile locker in den Schatten gestellt – da war jedes Haar in eine perfekt dauergewellte Lockenpracht eingereiht. Der Warrior seinerseits kam so an den Ring, wie man ihn kennt – und versuchte dazu noch, in erbärmlichster Weise Cheap Pops bei der Bevölkerung des nördlichsten deutschen Bundeslandes zu erhaschen, da er mit in den schleswig-holsteinischen Landesfarben gehaltenen Wuselbändchen an den Armen einlief. Nicht mit mir, mein Lieber…
    Und dann ging das Drama los: In vier Runden wurden verschiedenste Muskelgruppen in bester Pose zur Schau gestellt. Genaugenommen war hier alleine Rick Rude derjenige, welcher mehr oder weniger professionelle Figuren zeigte, während sich der Warrior auf höhlenmenschenartige Gesten im Tarzanlook beschränkte, die schlicht und einfach nur großer Mist waren. Gleichwohl entschied der Warrior natürlich jede Runde mit deutlichem Jubel für sich – da half auch das professionelle und immer wieder voller Disziplin und Inbrunst zelebrierte Warmmachen von Rude vor jeder Runde mit seiner Biegefederstange nichts.
    Rick Rude nahm die Niederlage dann auch genauso sportlich hin, wie sich das für einen Heel gehört: Nachdem klar war, dass er den Pose-Down verloren hatte, zog er dem Warrior mehrfach eins mit der Biegefederstange über (großartig war hier einmal mehr Jesse Ventura, der während des Beatdowns nicht mit weiteren detaillierten Ausführungen über die Definition von Muskelgruppen geizte) und machte sich danach aus dem Staub. Der Warrior war nach dieser Aktion zunächst völlig weggetreten, rappelte sich dann aber wieder auf, schlug wild um sich und beförderte auf diese Weise alle Offiziellen gewaltsam aus dem Ring, die es eigentlich nur gut mit ihm meinten.
    An und für sich wäre die ganze Aktion rückblickend eigentlich nur ein weiteres belangloses Segment im Rahmen eines WWF-Events geblieben – wenn, ja wenn man hier nicht in deutlicher und erschütternder Weise gesehen hätte, was die spätere Todesursache der beiden Wrestler war. Auf den allerersten Blick sah man schon, was der Warrior seit Jahren in seinem Müsli hatte. Und auch bei Rude wurde ein makelloser Körper präsentiert, bei dem ebenfalls (wie Rude später selber zugab) mit besonderen Präparaten nachgeholfen wurde. Beide zahlten die Einnahme der Steroide letztlich mit ihrem Leben, der eine früher, der andere später. Und wenn man dieses Wissen hat, dann bleibt einem das Lachen über dieses Trash-Segment geradezu im Halse stecken…
    Leider wurde es nach diesem Reinfall nur bedingt besser. Denn mit dem Kampf um die WWF Women's Championship stand das zweite Match an.


    2. Match

    WWF Women's Championship
    Rockin' Robin (c) gewann gegen Judy Martin via Pin

    Die Championesse Rockin’ Robin (man verzeihe mir diese Ausdrucksweise, aber sie war nach meinem Dafürhalten optisch nicht so der Feger) trat gegen Judy Martin an (sie war ein Teil des Tag Teams, das im Vorjahr von den Jumping Bomb Angels geradezu vorgeführt wurde – und sie erinnerte mich immer noch an eine der Koks-Nutten aus der Simpsons-Folge, in der Homer und Ned Flanders nach Las Vegas reisen).
    Positiv war, dass Sensationell Sherry ebenfalls kurz auftrat und ein Match gegen die Gewinnerin forderte – dadurch kam immerhin etwas Glamour in die ganze Sache. Überhaupt Sherry: Diese Dame spaltete ihre ganze Karriere lang die Wrestlingwelt. Die einen waren von ihrer kreischenden Stimmlage genervt, andere sahen in ihr etwas kaum zu Benennendes und Faszinierendes. Ich tendiere eindeutig zur zweiten Kategorie und oute mich hier als Sherry-Fan (leider erlebte auch sie ihren 50. Geburtstag nicht, da sie kurz vorher das Schicksal vieler Wrestlingstars der 80’er Jahre ereilte: Sie verstarb am 15.7.2007 an einer Überdosis Drogen).
    Über das Match selber gibt es leider nicht viel zu berichten: Beide Damen wirkten stets bemüht, aber leider nur selten überzeugend. Da auch die Crowd keine Anstalten machte, ihr Desinteresse wenigstens halbwegs höflich zu verbergen, kam eine Euphorie wie auf dem Friedhof auf, so dass die ganze Sache mehr oder weniger geräuschlos und fast schon ein wenig beschämend vor sich hinplätscherte. Wer ein Match im Stile des Vorjahres erhoffte, als die Jumping Bomb Angels ein wahres Feuerwerk abbrannten, wird hier also enttäuscht werden.
    Gegen Ende des Matches gab dann aber doch noch ein paar sehenswerte Aktionen: So wurde anderem ein ziemlich ansprechender DDT gezeigt, der hier nicht unerwähnt bleiben soll. Nach einer Art Reverse Cross Body vom zweiten Seil durch Robin (zuerst angedeutet, dann auch durchgezogen) war das Match auch vorbei. Wie gesagt, letztlich war es ein weiteres Diven-Match, wie es dem Standard in Amerika gegen Ende der 80’er entsprach. Mehr muss man dazu auch nicht sagen…

    Im Anschluss daran gab der Dr. of Style Slick mit den Twin Towers ein Interview, in dem er jegliches Zusammenwirken mit dem Million Dollar Man in Bezug auf dessen Startnummer empört zurückwies und mit Nichtwissen bestritt (auch Videobeweise änderten nichts an seinen Unschuldsbeteuerungen). Der Big Boss Man wollte während dieses Interviews böse und gefährlich erscheinen, indem er immer wieder seinen Schlagstock bedrohlich in die linke Hand schnellen ließ, wirkte dabei aber doch nur wie ein lieber und übermotivierter Polizeiknuddelbär, der aus Versehen einmal zu oft am Koksschränkchen der Asservatenkammer geschnüffelt hatte. Akeem seinerseits ging in Sachen Präsentation völlig auf Nummer sicher und führte eine Art erleuchteten Wuseltanz auf, bei dem in erster Linie körperliche Schlangenlinienbewegungen zu Besten gegeben und mit dem rechten Arm entspannt und monoton durch die Gegend gewuselte wurde. Da stimmte einfach alles, das muss man gesehen haben! Danach wusste ich auf jeden Fall wieder einmal, warum ich Wrestling einst so sehr ins Herz geschlossen hatte.
    In den Katakomben stellte danach ein empörter Gene Ukerlund den bösen Rick Rude wegen dessen Attacke auf den Ultimate Warrior zur Rede. Rude reagierte weltmännisch und über den Dingen stehend diplomatisch, nannte Ukerlund einen „little man“ und legte mit bestimmender Stimme dar, dass und warum er den Pose-Down aus seiner Sicht eindeutig gewonnen hatte. Kritische Nachfragen von Ukerlund nahm er jovial hin, indem er einfach wegging und dem verdutzten Mean Gene die Tür vor der Nase zuschlug. So sehen eben moralische Sieger der Herzen aus!
    Nachdem dann auch Mr. Fuji und weitere Worker in diversen Video-Segmenten kundtaten, dass der Royal Rumble an und für sich eine ziemlich dufte Sache sei (wobei sich gerade Miss Elizabeth einmal mehr als lupenreine Vereinsmatratze mit Wanderpokal-Potential zeigte, da sie verlauten ließ, dass sie für Hogan genauso fiebern würde, wie für ihren Ehemann Randy Savage), folgte das letzte Match vor der Battle Royal.


    3. Match

    Singles Match
    King Haku (with Bobby Heenan) gewann gegen Harley Race (with Bobby Heenan) via Pin

    In diesem Kampf sollte ermittelt werden, wer sich als den wahren König der WWF bezeichnen durfte (kein Witz!!!). Der amtierende König Haku (er langweilte die Zuschauer mit einem sich ewig hinziehenden Einzug inklusive Sänfte), musste dabei gegen den ehemaligen König Harley „Fips Asmussen“ Race antreten (dieser verletzte sich während seiner Regentschaft als König, so dass Heenen die umstrittene Krone Haku übergab, von dem Race sie nun wieder zurückhaben wollte - klar soweit?). Pikantes Detail am Rande: Bobby Heenan managte zu dieser Zeit beide Wrestler. Diesen Gewissenskonflikt löste er indes elegant und ohne viel Getue: Er feuerte einfach immer denjenigen an, der während des Matches gerade im Vorteil war (genial – manche Probleme lösen sich einfach von selbst!).
    Harley Race, zu diesem Zeitpunkt bereits 45 Jahre alt und nicht mehr der frischeste Worker im Ring, machte gleich zu Beginn Nägel mit Köpfen und schmiss den noch auf seiner Sänfte das niedere Fußvolk grüßenden Haku von eben jenem hohen Sockel publikumswirksam herunter, um ihn danach außerhalb des Rings zu bearbeiten. Auch im Ring angekommen behielt Race zunächst die Oberhand. Aber im Laufe des Matches wechselte das Schlachtenglück wie erwartet hin und her. Als irgendwann Haku am Drücker war und ein paar Handkantenschläge ansetzte, zeigte Gorilla Monsoon eindrucksvoll, wieso er im Vergleich zu Ventura nichts (aber auch gar nichts!!!) zu melden hatte: Denn er nahm diese Aktionen allen Ernstes zum Anlass, Haku als Master of Martial Arts zu bezeichnen (manchmal fühle ich mich so müde…).
    Das Match selber war keinesfalls schnell, aber dennoch nicht wirklich schlecht. Zwar gab es den einen oder anderen Botch, aber gerade Race mit seiner Ringerfahrung sorgte dafür, dass der Kampf immer einen roten Faden hatte. Dazu kamen einige sauber ausgeführte Old school-Moves (diverse Arten von Suplessen) und High-Risk-Aktionen (wie ein feiner Piledriver von Race außerhalb des Rings), so dass das Match durchaus seine Qualitäten hatte, ohne dabei natürlich ein Highlight zu sein. Auch einen Big Splash vom obersten Seil daneben zu setzen (so wie es Haku zeigte und Race immerhin noch vom zweiten Seil nachmachte) musste man zu der damaligen Zeit erst einmal so hinbekommen. Negativ fällt wie gesagt ins Gewicht, dass das Wrestling teilweise doch ziemlich langsam war (gerade Race brauchte seine Pausen).
    Am Ende bekam Race nach einem Whip-In einen Reverse-Karate-Kick von Haku ins Gesicht – und das Match war gelaufen.
    Wie gesagt, eine Offenbarung war diese Ansetzung nicht, aber schlecht ist auch das falsche Wort. Beide Wrestler haben ein ordentliches Match geworked, wobei gerade Race noch einmal zu überzeugen wusste. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Danach gab es noch ein letztes Mal ein paar Einspieler der Akteure, die im anschließenden Rumble antreten sollten. Unter anderem unterstrich Brutus Beefcake seine Ambitionen (und wirkte dabei wie ein etwas zu gut über den Winter gekommener Jim Carey mit toupierter Vokuhila).


    4. Match
    Royal Rumble Match
    Big John Studd gewann, indem er als letzten Gegner Ted DiBiase eliminierte

    Und dann kam endlich die lang erwartete Battle Royal. Und sie begann gleich mit einem Paukenschlag: Denn Ax (Nr. 1) von Demolition trat gegen seinen Tag Team Partner Smash (Nr. 2) an. Beide schenkten sich nichts, sondern gingen gegeneinander genau so vor, wie sie es bei jedem anderen auch getan hätten. So hatte der Rumble gleich zu Beginn mit den zwei sich gegenseitig demolierenden Demolierern ein eindrucksvolles Bild zu bieten.
    Nicht minder eindrucksvoll ging es weiter, denn André the Giant gesellte sich mit Nummer 3 zu den beiden. Ax und Smash schafften es sogar (dieses Mal wieder in Treue vereint), den körperlich immer mehr abbauenden Riesen mit einer Double Clotheline von den Beinen zu holen.
    Mit Nr. 4 gab ein Wrestler sein Flashback-Debüt, der als eine der Legenden dieses Sports bezeichnet werden darf: Mr. Perfect kam mit freiem Oberkörper und herrlich arrogantem Gesichtsausdruck zum Ring. Über diesen Mann muss man eigentlich nicht viel sagen, ich mache es dennoch kurz: Obwohl er Anfang der 90‘er "nur" zweimaliger WWF Intercontinental Champion war (was damals eben noch etwas bedeutete!), zählt er nicht von ungefähr unter den Fachleuten zu den Großen dieses Sports. Sowohl sein Charisma als auch seine technischen Fertigkeiten machten deutlich, dass langsam eine neue Generation technisch versierter Worker das Heft in die Hand zu nehmen begann. Mr. Perfect versprach somit Ende der 80‘er, was Leute wie Bret Hart und Shawn Michaels in den 90’ern hielten: Eine harmonische Mischung aus Charisma und technisch versiertem sowie temporeichem Wrestling, das dem Stil der Steroidenbomber á la Ultimate Warrior zumindest zeitweise den Rang ablaufen sollte. Leider ereilte auch Mr. Perfect ein früher Tod: Am 10.2.2003 wurde er leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Als Todesursache wurde ein Überdosis Kokain in Verbindung mit Steroiden und Schmerzmitteln angeführt. Auch Technik schützt eben doch nicht immer vor Missbrauch. Einmal mehr die alte Geschichte also...
    Doch zurück zum Rumble: Die Ehre, den ersten Gegner im Royal Rumble 1989 eli-miniert zu haben, gebührt André the Giant, der Smash aus dem Ring beförderte.
    Als Nummer 5 erschien dann ein Wrestler auf der WWF-Bühne, den ich bis dato gar nicht kannte: Ron Garvin kam zu seinem Rumble-Debüt. Mit dem Gimmick des überraschenden Teilnehmers konnte der damals bereits 43-jährige allerdings nicht wirklich punkten, sondern wurde nach nur wenigen Minuten wieder aus dem Rumble geworfen. Aber auch abgesehen von seinem Rumble-Auftritt kam Garvin nie wirklich in der WWF an – und war im Sommer 1990 nach einigen Midcard-Fehden und PPV-Auftritten auch schon wieder weg. Einmal mehr zeigte sich, dass große Erfolge bei NWA und Mid South kein Garant sind, um auch in der WWF ganz oben bestehen zu können.
    Im Rumble gesellten sich danach mit Greg Valentine, Jake Roberts und Ron Bass ausgebuffte Profis dazu, so dass sich langsam auch das so typische Rumble-Massenkeilerei-Feeling einstellte. Nur hatte leider der allseits beliebte Schlangenmann wenig davon: Nur zwei Minuten nach seinem Eintritt in den Rumble schmiss André den guten Jake Roberts schon wieder aus dem Ring. Doch ein wahrer Reptilienbändiger hat genau wie Triple H immer einen Plan B in der Hinterhand – doch dazu später mehr.
    Zunächst rastete die Crowd vor Begeisterung komplett aus, denn einer der größten Wrestler aller Zeiten feierte sein Rumble- und Flashback-Debüt. Von Heartbreak Kid oder gar Mr. Wrestlemania war 1989 zwar noch nichts zu sehen, vielmehr erschien ein vokuhilatragender 23-jähriger 80’er Popper auf der Bildfläche – aber dieser Wicht sorgte schon damals dafür, dass das Publikum richtig steil ging (er bekam m.E. sogar die besten Reaktionen des Abends, da hatten auch Hogan und Savage nicht mehr zu bieten). Die Erfolge von Shawn Michaels aufzuzählen, wäre müßig, weswegen an dieser Stelle auch darauf verzichtet werden soll. Damals war er noch ein Teil der Rockers, aber man konnte schon erahnen, dass da die Zukunft der WWF antrat (auch wenn die Rockers, trotz unglaublicher Beliebtheit bei den Fans, kaum über Midcard-Status hinauskamen). So kam Michaels in den Ring, brachte Tempo und Technik in den Rumble und sorgte so für richtiges Wrestling (was sonst im Royal Rumble eher selten zu sehen ist) und den einen oder anderen Spot.
    Da ging das Flashback-Debüt einer weiteren Tag-Team-Legende fast unter: Als Nr. 10 betrat Butch von den Bushwhackers den Rumble. Obwohl diese freundlichen und intellektuell immer charmant-beschränkt wirkenden Schafhirten in der WWF nie auch nur irgendetwas gewinnen konnten, kenne ich keinen, der die Bushwhackers nicht irgendwie ins Herz geschlossen hat. Sie waren damals in ihren Mitt-Vierzigern, sahen aber dennoch aus wie immer – also so um die 60. Technisch anspruchsvolles Wrestling war von ihnen nie zu erwarten, aber dafür hatte Vince sie auch nicht in die WWF geholt. Sie waren einfach liebenswerte Comedy-Wrestler – und diese Rolle spielten sie immer klasse.
    Im Rumble tat sich dann wieder einiges, denn Jake Roberts zeigte, warum auch Schlangendompteure Rache als ein Gericht ansehen, das man am besten kalt servieren muss. Denn er wusste um eine offenbar allen Wrestling-Riesen anhaftende Reptilienphobie und erschien deswegen mit Schlange Damien am Ring, um André zu zeigen, was eine Harke ist. Dieser zögerte keine Sekunde, floh über das oberste Seil (wodurch er sich selbst eliminierte) und suchte das Weite. Ob dieses Angle eher gut oder schlecht war, das muss jeder selber wissen. Auf jeden Fall löste man so das Problem, den körperlich schwer gezeichneten Riesen der Gefahr einer Eliminierung über das oberste Seil auszusetzen, mehr oder weniger elegant.
    Danach passierte das, was im Rumble eben so passiert: Wrestler kamen, Wrestler gingen. Mit dem Honky Tonk Man, Tito Santana und Bad News Brown kamen erfahrene Worker und füllten den Ring. Ausdrücklich nicht untergehen lassen möchte ich das Flashback-Debüt von Marty Jannetty. Der zweite Rocker, der seine ganze Karriere über immer im Schatten von Shawn Michaels stand, kam als Nummer 14 in den Rumble – und die Reaktionen der Crowd waren in etwa auf dem Level von Michaels (das wollte ich an dieser Stelle einfach mal erwähnt haben!). Die vereinten Rockers zeigten auch gleich eine feine Double-Team-Aktion, indem sie Ron Bass mit einem Double-Drop-Kick aus dem Rumble beförderten.
    Die Nummer 15 war kein geringerer als der amtierende WWF-Champion: Der Macho Man Randy Savage gab sich unter großem Hallo der zahlenden Zuschauer die Ehre.
    Dass der Royal Rumble 1989 ein Fest für alle Fans der Tag Team Historie ist, wurde bei den Nummern 16 und 17 deutlich: Mit Arn Anderson und Tully Blanchard traten die Brain Buters auf die Bühne (die zusammen auch gleich Marty Jannetty eliminierten). In der WWF waren die beiden zwar einmal Tag Team Champions, legendär wurden sie aber mit dem sagenumwobenen Stable The Four Horsemen.
    Und dann kam er, der Mann, dessen Namen jeder Wrestlingfan mit Ehrfurcht auszusprechen hat: Seine Brotherigkeit Hulk Hogan betrat als Nummer 18 den Rumble – und räumte auch erstmal superheldenmäßig im Ring auf.
    Soweit, so vorhersehbar also. Interessant ist aber, dass auch Superhelden mal in Bedrängnis geraten können: Hogan musste sich einige Male gegen das drohende Ausscheiden wehren – und sein Mega-Power-Partner Randy Savage wagte es, ihm nicht zu helfen. So was vergisst ein Hogan selbstredend nicht…
    Das Highlight des Rumbles war für mich übrigens die heldenhafte Attacke des als Nummer 20 in den Rumble gekommenen Bushwhacker Luke, der entweder das Skript für die Battle Royal nicht richtig gelesen hatte oder sich schlicht und einfach einen Spaß machen wollte (oder Hogan einfach nicht mochte). Auf jeden Fall kam er in den Ring – und prügelte sofort auf Hogan ein (wobei er sogar die Oberhand behielt!). Herrlich…
    Dem als Nr. 21 antretenden Warlord kam dann die Ehre zu, für lange Zeit den Rekord für die kürzeste Rumble-Teilnahme zu halten: Kaum hatte er den Ring betreten, als er postwendend von Hogan wieder eliminiert wurde.
    Überhaupt Hogan: Der zeigte wie gesagt, aus welchem Holz Superstars und Karrierezerstörer geschnitzt zu sein haben (und in wessen Bettwäsche ein John Cena bis heute schlafen muss) – denn er räumte schlichtweg alles aus dem Weg, was störte: Die Brain Busters, den Warlord – und natürlich auch seinen Mega-Freund Randy Savage (hätte dieser Hogan vorher lieber mal geholfen. Wobei, das hätte sicher trotzdem nichts gebracht). Zwar ließ Hogan das Ausscheiden von Savage wie einen Unfall aussehen (was beim besten Willen nicht glaubhaft aussah), aber wir kennen ihn besser... Da kochten die Emotionen natürlich über, heftige Diskussionen zwischen Hogan und Savage im Ring folgten - und Miss Elizabeth war völlig entsetzt, wusste sie doch als Mega-Matratze gar nicht, wie ihr beim Streit ihrer beiden Mega-Gebieter geschah, so dass sie sich lieber auf pseudodiplomatische Schlichtungsversuche mit bratzigem Gesichtsausdruck verlegte. Letzten Endes gab es einen zähneknirschenden Handschlag inklusive angewiderter Umarmung der beiden Kampfhähne, so dass die Mega Powers vorerst vereint blieben – aber die Spannungen waren kaum mehr zu überbrücken (dazu im nächsten Flashback mehr).
    Unterdessen war der Big Boss Man als Nummer 22 in den Ring gekommen und attackierte nach diesem Burgfrieden zwischen den Mega Powers den Mega-Hulkster, wobei Hogan zunächst die Oberhand behielt und seinen obligatorischen Bodyslam gegen einen Big Guy zeigte. Aber der Boss Man kam zurück und gab einen Avalanche und sogar einen schönen Piledriver zum Besten. Hogan war gerade wieder dabei, die Kontrolle erneut zu gewinnen, als der zweite Twin Tower „Wusel“-Akeem in den Ring kam. Gegen die beiden zeigte Hogan wirklich ordentlich ausgeführte Wrestling Moves (ich muss das so deutlich sagen), wurde aber dennoch letztlich eliminiert. Ich konnte mich vor Freude kaum halten, Hogan war tatsächlich draußen!!! Außerhalb des Rings ging das Gebrawle zwischen den Twin Towers und Hogan zunächst weiter, bis kurz danach Hogans Freund, der farblose Brutus Beefcake, als Nummer 24 in den Rumble eilte, Hogan zur Hilfe kam und zu meiner Freude ebenfalls von den beiden Heels auseinandergenommen wurde.
    Aber ein Hulk Hogan schmeißt zwar alle raus, lässt sich aber selber nicht einfach so eliminieren (das sollte drei Jahre später auch Sid Justice merken!): Als der Boss Man zu einem Whip-In in die Seile ging, zog Hogan heldenhaft das Ringseil runter, so dass der Boss Man aus dem Ring purzelte und ausschied. Ventura krächzte mit tränenerstickter Stimme der anklagenden Verzweiflung nur: „Illegal!“ Recht hatte der Mann, aber es war eben Hogan…
    Ich muss es hier ganz deutlich sagen: Dieses ganze Angle war stark und von allen Beteiligten (auch von Hogan) klasse ausgeführt (nur Elizabeth war dümmlich wie immer): Erst die Spannungen zwischen den Mega Powers und dann der Stress von Hogan mit den Twin Towers, der noch von der Survivor Series 1988 nachwirkte – das war wirklich gutes Booking und sorgte für Stimmung.
    Danach standen sich Akeem und Beefcake gegenüber – und ein neuer, kleinerer Rumble begann. Nacheinander erschienen der Red Rooster (der in der WWF nie viel zu bestellen hatte, obwohl wrestlerisches Potential da gewesen wäre), der Barbarian, Big John Studd, Hercules, Rick Martel – und als Krönung der Million Dollar Man, der sich wie gezeigt ganz elegant eine hohe Startnummer erkauft hatte.
    Natürlich war die Luft nach Hogans Ende irgendwie raus, der Klimax war eindeutig überschritten. Dennoch machten die noch verbliebenen Worker ihre Sache ordentlich. Am Ende waren nur noch DiBiase und Studd im Ring. Der Million Dollar Man machte da das einzig richtige und versuchte, Studd zu kaufen (genialer Plan!). Aber auf so etwas geht ein echtes Face natürlich nicht ein! Studd plättete DiBiase mit zwei Supplessen (nicht Suplexes, wie ich gelernt habe) und machte nach einer Clotheline den Sack zu. Als Virgil die Siegesfeier von Big John stören wollte, wurde auch der noch kurzerhand abgefertigt. So stand am Ende mit Big John Studd ein etwas überraschender Sieger des zweiten Royal Rumbles in den Büchern.

    Fazit: Mir hat der zweite Rumble wirklich gefallen. Der Opener war kurzweilig, die beiden anderen Matches zwar nur durchschnittlich (das Damen-Match nicht mal das), aber der Rumble war über weite Strecken unterhaltsam und gut aufgebaut. Im Vergleich zum ersten Rumbe liegen da schon Welten zwischen. Daher mein Tipp: Schaut einfach mal rein. Beim Royal Rumble 1989 wurde angedeutet, wie in der WWF das Wrestling in den kommenden Jahren aussehen sollte.
    Silentius Treas - Oder wie EMJ gerne sagt: Silent Hill...

    Silentpflücker auf Twitter: KLICK!!!

    "You gonna be pflücked!"

    Modern Times, a new blood's pumpin' - ONLY THE STRONG SURVIVE...

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass WWE doof ist.

    "Fahr' zur Hölle, fall' tot um, begreifst Du mich denn nicht?
    Die Welt könnte so schön sein - ohne Dich!"


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  3. #2
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    Flashback-Time....yees!

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  5. #3
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    Man merkt richtig wie viel Leidenschaft, Zeit und Freude in diesem Bericht steckt. Da lernt man noch einmal richtig etwas über die vergangenen Zeiten. Ich habe mir noch zusätzlich zu deinem Bericht den Highlight Clip der Veranstaltung angeschaut und bin sehr überrascht. Hacksaw Jim Duggan hat das Publikum ja mal mega zum kochen gebracht, als er Dino Bravo das 2x4 in den Rücken gerammt hat, super.

    Es ist traurig, was diese Ideale einer muskulösen Statur den Wrestlern angetan haben. Das sah einfach nicht mehr gesund aus, der Preis den sie dafür zahlen mussten, war einfach zu hoch.
    Heenan ist und war der beste Heel-Manager aller Zeiten! Ich kannte bis zu dem Zeitpunkt nur Bill Alfonso, der mit RVD und Sabu schon zwei Schützlinge hatte, die gegeneinander antraten. Jetzt weiß ich aber, dass es nur eine Heenan Kopie war. Leider hat der Krebs ihn stark mitgenommen, er kann kaum noch sprechen und ist leider nur noch ein Schatten seiner selbst.

    Das namensgebende Rumble Match war aber das Highlight deines Berichts! Toll und detailliert geschrieben, mit eigenen Anekdoten/Witzen gespickt und mit einem Bogen zur Gegenwart geschlagen. Hogan der MEGA-Karrierezerstörer und Elizabeth die MEGA-Matratze, klasse!
    Die Weichen zu den 90´er Jahren sind gestellt, man darf gespannt sein was die zukünftigen Flashbacks bringen werden.

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  7. #4
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    Danke pflücki!
    Mein 2ter rumble.Ich weiss nicht mehr wo wie wann und überhaupt ich den gesehen habe. Da war ich 8jahre jung und war schon mit dem wrestlingvirus infiziert. Habe jetzt beim lesen sofort das 1.match (hart foundation) vor dem inneren auge gehabt.
    ach Nostalgie ist so toll....

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  9. #5
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    Sehr schön und vielen Dank für die Mühe.

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  11. #6
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    Danke für das positive Feedback. Schön, dass es euch gefällt.
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  12. #7
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    Der Flashback ist wie immer wieder sehr interessant zu lesen. Gut das da noch so einige fehlen und man sich auf den Rest freuen kann.

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  14. #8
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    Der neue Flashback ist da, dann hat das Leben ja wieder einen Sinn. Und siehe da, pünktlich zum Rumble ein Rumble. Schade, dass es heute nur noch darum geht, irgendwelche Hampelmänner in einen Ring zu stellen, nur damit am Ende einer der zwei bis drei realistischen Kandidaten für das WM-Main-Event gewinnen kann. So eine Verschwendung. Die Freude damals war immer viel größer, wenn es einen Überraschungssieger gegeben hat. Wie würde die Luzie abgehen, wenn am Sonntag Damien Sandow als Hogan verkleidet das Ding gewinnen und dann mit Real American den Sieg feiern würde? Aber das geht ja nicht mehr, was sehr schade ist. Kein Feilschen um die Startnummern, kein Paktieren einzelner Leute oder gar Tag Teams, keine Strafversetzung auf Startnummer Eins und auch nicht mehr das stolze Präsentieren, welche Superstars denn alle mitmachen. Die gute alte Zeit...

    Ich war damals ein großer Fan von Mr. Perfect, Big Boss Man und den Bushwackers, so dass es mich besonders freut, in diesem wie immer episch grandiosen Bericht ausgerechnet zu ihnen Hintergrundinfos zu finden. Ich durfte in den frühen 90ern noch die Bushwackers live in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle bestaunen, die nach der 20-Minuten-Pause zur Hälfte der Show die schwere Aufgabe hatten, das Publikum wieder aufzuwecken. Und wie das klappte! Das war für mich erstaunlich, weil sie zu der Zeit eigentlich schon weg vom Fenster waren und ich nicht gedacht hätte, dass die Jungs noch so gut zogen. Als ihre Rammbock-Lokomotive-Kombo gegen die Headshrinkers abging, gab es die größten Pops des Abends! Da kamen auch Diesel, Razor und selbst der Hitman wenn überhaupt nur knapp drüber. Und Mr. Perfect würde sich selbst ja kurz und knapp beschreiben: "Perfect!" Ich habe alte AWA-Shows gesehen, in denen er dort Champion war, und er hat den Laden dominiert! Hätte sein Rücken nicht den Dienst verweigert, und er hätte das Jahrtausend noch aktiv in voller Blüte vollenden können, er wäre heute DER Wrestlingtitan schlechthin. Laut seinem Sohn Curtis Axel war die Überdosis wohl ein Unfall und kam für die Familie völlig überraschend. Auch der Boss Man starb um die 40 an einem Herzinfarkt und wurde stark betrauert. Er muss privat wohl wirklich der "Knuddelbär" gewesen sein, der wohl auch ein sehr charitatives Herz gehabt hat.

    Und auch ich trete dem Sherry-Fanclub bei: Sensational Sherry war sensational, im und außerhalb des Rings. Ihre gemanagten Schützlinge wie einst HBK loben sie heute noch in den höchsten Tönen, und sie war auch lange Zeit Championess. Sherry vs. Alicia Fox - ein Match, in dem Fox nur gewinnen kann...

    Steve Lombardi und Barry Horowitz in den Dark Matches! Cool, die beiden waren mit die bekanntesten Dauerjobber, auch wenn Horowitz zeitweise mit einem jüdischen Gimmick zu Hava-Nagila-Musik einen Undercard-Push bekommen sollte, der aber nicht wirklich viel brachte. Trotzdem mag ich solche Underdog-Stories. Sie sind mal was anderes, und wenn der Brooklyn Brawler alle 38 Jahre ein Match gewinnt, dann heule ich vor Glück.

    Noch ein Wort zu Jim Duggan: ja, er war damals DER Liebling der Massen, einschließlich in Deutschland! Er war zumindest auf der allerersten Tour dabei, und auch ich "Hoooooooo!"te mit tausenden anderen Fans - ebenfalls in Dortmund - wie bekloppt mit. Und auch wir Deutschen brüllten begeistert "USA! USA!" mit. Er jagte am Ende Jeff Jarrett mit seiner Latte durch den Ring.

    Das war wie immer ein toller Bericht, und ich kann kaum den Eintritt in die 90er erwarten. Bitte, bitte weiter so!!!

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  16. #9
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    Sehr schöne Ausgabe
    Stone Cold King Of The Ring 1996:You sit there und thump your bible..and it didn't get you anywhere..talk about your psalms,talk about John 3:16...Austin 3:16 says I just whipped your ass!

    FIGHT FOR THE WFE!!!!

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  18. #10
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    Gerade an den Overtaker vielen Dank. In Dir habe ich hier wohl einen Bruder im Geiste gefunden.
    Aber Dank wie immer auch an alle anderen.
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