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Thema: Flashback # 15 – Review und Analyse zu Wrestlemania VII

  1. #1
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    Silentpfluecker ist offline Pseudo-Wrestlingphilosoph und AndiTaker Hall of Famer
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    Standard Flashback # 15 – Review und Analyse zu Wrestlemania VII

    Der Kick-Off zu uneserer Wrestlemania-32-Woche.

    Kommenden Sonntag steht Wrestlemania 32 in Dallas auf dem Programm, heute erscheint zur Einstimmung der schriftliche Flashback zum gleichnamigen Event aus dem Jahre 1991. Und schon das Intro zur Show machte deutlich, wo bei dieser Wrestlemania der Hase langlaufen sollte: Zu den Klängen von militärischen Trommelrhythmen, wie man sie sich zum Film „Full Metal Jacket“ nicht besser vorstellen könnte, wurde die Nationalflagge der vereinigten Staaten unter der beschwörenden (und deshalb nur allzu bekannten) Stimme von Vince McMahon eingeblendet, um so neben dem amerikanischen Nationalpathos auch den Main Event der Show zwischen dem WWF Champion Sergeant Slaughter und Hulk Hogan (der mit patriotischem, weil in den Landesfarben gehaltenen Piratenkopftuch, gezeigt wurde) zu hypen.
    Die auf diese Weise eingeleitete Wrestlemania VII fand am 24. März 1991 statt, die Kämpfe im Golfkrieg (und damit auch die Operation Desert Storm) waren allerdings bereits seit dem 28. Februar 1991 beendet (an diesem Tag verkündete der US-Präsident Bush Waffenruhe). Das führte folgerichtig zu dem „Problem“, dass die WWE bei Wrestlemania VII eine Fehde im Main Event hatte, die das Ziel verfolgte, die Heimatfront in einem Krieg auf Linie zu halten, obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits seit knapp einem Monat keine Kampfhandlungen mehr gab (der Waffenstillstand zwischen dem Irak und den Koalitionsstreitkräften trat zwar erst am 12. April in Kraft, aber Operation Desert Storm war wie gesagt faktisch schon längere Zeit vorbei).
    Diese historische Entwicklung der Ereignisse machte sich auch mehr oder weniger deutlich bemerkbar: Fakt ist nämlich, dass Wrestlemania VII in der Los Angeles Memorial Sports Arena vor gut 16.000 Fans stattfand. Ursprünglich sollte das Event allerdings im Los Angeles Memorial Coliseum vor ungefähr 100.000 Zuschauern über die Bühne gehen. Offiziell hieß es, dass die WWE von sich aus in die kleinere Arena wechselte, weil man dort die Sicherheit des angeblich vom „Volkszorn“ der Fans gefährdeten Sergeant Slaughter (er spielte ja die Rolle des zu den Irakern übergelaufenen Drill Sergeants) am besten gewährleisten konnte (ähm, ja…). Tatsache ist allerdings, dass der Vorverkauf für Wrestlemania VII ausgesprochen schwach lief. Wie diese Fakten miteinander in Einklang zu bringen sind, mag sich wie immer jeder selber denken.

    Wie dem auch sei, Wrestlemaia VII selbst begann mit einer Gesangseinlage des Countrybarden Willie Nelson (er veröffentlichte in den 70’er, 80’er und 90’er Jahren Alben wie am Fließband und hat massig Platinschallplatten zu Hause an der Wand hängen), der sich auch nicht entblödete, mit Hogan-Stirnband und einem Mini-WWE-Championship-Gürtel zu performen. Nach dieser optisch gewagten Akustik-Einlage folgte die obligatorische Begrüßung der Fans durch Gorilla Monsoon, der wie jedes Jahr die größte Wrestlemania aller Zeiten ankündigte und dann einen als Uncle Sam verkleideten Jim Duggan empfing, der vorher zu seinem Theme in die Arena einlief, die Fans anheizte und danach neben Monsoon Platz nahm, um für die Show den Co-Kommentator zu geben. Damit war auch an der Kommentatorenfront alles auf Patriotismus geschaltet. Es folgte noch ein Backstage-Interview mit den Rockers, danach stand auch der Opener auf dem Plan:

    1. Match

    Tag Team Match
    The Rockers (Shawn Michaels & Marty Jannetty) gewannen gegen The Barbarian & Haku (w/ Bobby Heenan) via Pin

    Dieses Match ging flott los, gerade die Rockers superkickten sich in einer Art und Weise durch den Beginn, wie es heute die Young Bucks nicht besser machen könnten. Aber auch sonst wusste diese Ansetzung zu gefallen: Technik und Impact von zwei Teams, die gut miteinander harmonierten. Hierbei gefiel mir vor allem der Barbarian, der nie als technisch versierter Worker bekannt war, aber sogar er machte in dieser Konstellation eine ordentliche Figur (bis auf den unvermeidlichen Bearhug, der das Tempo aus einem guten Match fast völlig herauszunehmen drohte, was dann letztlich zum Glück dann doch nicht passierte). Am Ende gewannen die Rockers nach einem High Flying Body von Michaels in einem wirklich guten Opener. Nachdem sie auch schon beim Royal Rumble ein wirklich starkes Match abgeliefert hatten, kann man rückblickend wohl sagen, die die Rockers im Jahr 1991 auf ihrem Höhepunkt als Tag Team angekommen waren: Schnelligkeit, Technik, Abstimmung und Erfahrung waren mittlerweile so gut, wie man es sich bei einem Tag Team nur wünschen konnte.

    2. Match

    Singles Match
    The Texas Tornado gewann gegen Dino Bravo (w/ Jimmy Hart) via Pin

    Weiter ging es mit dem Texas Tornado Kerry von Erich, der gegen Dino Bravo ran musste und von diesem schon bei seinem Einstieg in den Ring heftig angegangen wurde. Dabei musste Kerry nach einer Clothesline sogar über das oberste Seil – und einmal mehr merkte man bei dem Aufprall nicht, dass ihm 1988 sein rechter Fuß amputiert wurde (wie groß seine Schmerzen dennoch gewesen sein mussten, kann man bestenfalls erahnen, wenn man weiß, wie dieser Mensch später aus dem Leben scheiden sollte). Das Match selber bot wenig Fluss, dafür ein umso abrupteres Ende: Nach einem stinknormalen Whip-In setzte Kerry den Discus Punch an – und das Match war vorbei, bevor es richtig in Fahrt kam. Doll war es wie gesagt nicht, eher mau. Eigentlich hätte man es sich sogar sparen können…

    In dem nun folgenden Backstage-Interview wurde deutlich, dass der Warlord offenbar dem Phantom der Oper seine Maske stibitzt hatte. Davon abgesehen ließ er zusammen mit seinem Manager Slick verlauten, dass er sich für das kommende Match gegen den British Bulldog leicht im Vorteil sah, da keiner seinem Full Nelson standhalten könne. Das sah der im Anschluss daran zu Wort kommende Davey Boy dann doch etwas differenzierter und kündigte seinerseits an, den Warlord mit seinem Power Slam zu Fall zu bringen. Darüber hinaus offenbarte er auch noch die seltene Gabe, mit Tieren sprechen zu können, übersetzte er doch für die Fans am TV, was die Bulldogge Mathilda ihm ins Ohr flüsterte. Der Bulldoggenflüsterer, faszinierend…

    3. Match

    Singles Match
    The British Bulldog gewann gegen The Warlord (w/ Slick) via Pin

    Die eben gehypte Paarung der beiden Powerhouses stand dann auch als nächstes auf dem Plan und unter dem Zeichen Full Nelson vs. Power Slam – würde es Davey Boy schaffen, den Warlord in die Luft zu heben? Wie erwartet lebte, das Match von stiffen Aktionen und der Kraft der beiden. In Sachen Technik und Matchführung war der riesige und muskelbepackte Warlord natürlich sichtbar limitierter als Davey Boy und auch nicht annähernd so konditionsstark. Daher blieben die Bearhugs und Haltegriffe (der Full Nelson wurde geradezu zelebriert) leider nicht aus und nahmen dem Match viel von seinem Fluss. Dennoch gab es einige schöne Aktionen, die selbstredend meist von Davey Boy ausgingen. Das Highlight des Matches war natürlich die Flucht von Davey Boy aus dem Full Nelson des Warlords mit anschließendem Power Slam, der den Sieg für den Bulldog bedeutete. Den Fans jedenfalls hatte es gefallen, die Halle tobte geradezu vor Begeisterung über den Power Slam, der ein solides Match beendete.

    Im darauf folgenden Segment durften sich die Nasty Boys äußern, die sich nach eigener Aussage gerade auf ihrer Mission befanden, die WWF zu „nastyfizieren“. Das machten sie, indem sie dusseliges Zeug plapperten und Gene Okerlunds Einstecktuch des Smokings als Serviette zweckentfremdeten. Die Nastys waren Cartoon-Charaktere erster Güte, ein Tag Team der alten Schule und – egal ob als böse Heels oder Babyfaces – unterhaltsame Geeks, die im Ring als Team gut zusammenarbeiteten. Rückblickend kann man durchaus sagen, dass sie ihre Rolle in der WWE eigentlich immer überzeugend meisterten.

    4. Match

    Tag Team Championship
    The Nasty Boys (Brian Knobbs & Jerry Sags) (w/ Jimmy Hart) gewannen gegen The Hart Foundation (Bret Hart & Jim Neidhart) (c) via Pin –> Titelwechsel!

    Eben jene Nasty Boys durften im folgenden Match um die WWE Tag Team Gürtel gegen die Hart Foundation antreten. Der modische Gewinner stand indes schon vor dem Match fest: Jimmy Hart marschierte mit seiner typischen Sonnenbrille in Kombination mit einem flotten Motorradhelm ein – da brauchten die anderen Protagonisten gar nicht erst anzutreten…
    Die Hart Foundation sorgte (vor allem dank Bret) bei ihrem Entrance dafür, dass die Halle geradezu durchdrehe, was andeutete, dass Bret Hart dem Tag Team Wrestling schlicht entwachsen und bereit war, als Solowrestler durchzustarten – er war eindeutig der Star im Ring.
    Das Match war zunächst ein gutes Old-School-Tag-Team-Match: Die Harts dominierten, die Nastys sellten klasse. Irgendwann kamen die Heels natürlich durch eine unfaire Aktion ins Match zurück und brawlten Bret zu Brei, man kennt solche Sachen. Es folgte die übliche Haltegriffphase, die leider etwas zu lange dauerte. Den ersten Hot Tag übersah der Referee, der zweite klappte und der Anvil räumte wie gehabt um Ring auf. Nachdem die Foundation gerade den Finisher angesetzt hatte, zog Jerry Saggs dem armen Anvil mit der flugs zugeworfenen Flüstertüte einen Schlag auf den Kopf (vom Referee natürlich nicht gesehen), so dass der Amboss daraufhin vom gemeinen Knobbs gepinnt wurde. Somit standen am Ende tatsächlich neue Tag Team Champions. Das Match war letztlich schon irgendwo in Ordnung und gut geworked, aber beide Teams hätten ohne Zweifel deutlich mehr bieten können. Negativ fällt ebenfalls ins Gewicht, dass der Ablauf einfach zu vorhersehbar war – die WWF war mittlerweile unübersehbar dabei, sich selber zu kopieren, ohne dabei neue Ideen einzubauen. Das alles tat namentlich der Freude von Jimmy Hart keinen Abbruch, der herumquiekte wie ein missglücktes Genexperiment zwischen einem verrückten Hühnchen und irritiertem Ferkel, das zu viel Speed zu sich genommen hat. Wenn man nur genau sucht, dann findet man eben doch überall Highlights…

    Das nächste Segment klärte uns darüber auf, wie es zur folgenden Paarung kam: Rick Martel sprühte bei einem Interview während der Brother Love Show dem guten Jake Roberts etwas von seinem Parfüm „Arrogance“ in die Augen. Der so geblendete Roberts (der übrigens in diesem Zustand von einem Zombie aus Resident Evil kaum zu unterscheiden war) wurde in den kommenden Wochen von Martel noch weiter verhöhnt. Bei Wrestlemania kam dann der Showdown.

    5. Match

    Blindfold Match
    Jake Roberts gewann gegen Rick Martel via Pin

    Wer bei dieser Paarung aber ein normales Singles Match erwartete, der „sah“ sich im wahrsten Sinne des Wortes getäuscht, denn beide Worker konnten nämlich gar nichts sehen (konnten sie durch den Stoff natürlich doch), da jedem ein Sack über den Kopf gestülpt wurde, um visuelle Chancengleichheit in Anlehnung an Jakes zeitweise Erblindung herzustellen. Was sich gewagt anhörte, war auch in der Ausführung bestenfalls, ähm, interessant (ich würde auch das Wort „ambitioniert“ noch gelten lassen). Das „Blinde-Kuh-Spiel“ sah zum Fremdschämen lächerlich aus, wobei gerade Martel hier zumindest in Ansätzen Maßstäbe in Sachen Comedy-Trash setzte. Wer Wrestling erwartet, der dürfe sicherlich auf ganzer Linie enttäuscht werden, wer aber erleben möchte, wie man sich für seinen Sport aufrichtig schämen kann („Guckst Du eigentlich echt dieses merkwürdige Wrestling, wo Leute so tun, als könnten sie während der Kämpfe nichts sehen?“, „Äh, wovon sprechen Sie bitte?“), dem sei dieser Partie wärmstens empfohlen. Die ganze Kiste zog sich wie Kaugummi, lebte von eigentlich gar nichts und war nach einem DDT out of nowhere auch vorbei – leider viel zu spät! So endete eine ordentlich aufgebaute Fehde mit einem beide Worker der Lächerlichkeit preisgebenden Match, das wie üblich mit dem Auftritt von Schlange Damien endete. Leute, hier wartet eine wahre Trash-Perle auf euch. Die Null-Punkte-Wertung von Dave Meltzer wurde hier mit jeder Sekunde Matchzeit hart erarbeitet!

    Nachdem dann der geneigte Zuschauer im nachfolgenden Backstage-Segment die Siegesfeier der Nasty Boys in der Umkleidekabine miterleben durfte (wobei beide die Vorläuferin von Renee Young fast schon körperlich aufdringlich belästigten und dabei auch gleich die Sektkorken knallen ließen), ging es weiter mit dem Grundstein von etwas Außergewöhnlichem.

    6. Match
    Singles Match
    The Undertaker (w/ Paul Bearer) gewann gegen Jimmy Snuka via Pin

    Im Jahre 2014 endete bei Wrestlemania 30 eine der wohl größten Serien aller Zeiten im Wrestling, die sogenannte Streak des Undertakers. Bei der im heutigen Flashback im Fokus stehenden Wrestlemania VII wurde der Grundstein für diese wohl beispiellos bleibende Marke gesetzt, als ein noch sehr junger Undertaker gegen Jimmy Snuka gewann. Bleich war er schon damals, den Hut nahm er auch schon in der bekannten Art und Weise ab, aber die Frisur war 1991 unter alle Kanone: Mit einer Vokuhila from Hell machte der allseits beliebte Totengräber Dieter Bohlen übelst Konkurrenz – ein wahrer Grund zum Fürchten, ohne Zweifel!
    In Sachen Matchführung ging der Taker aber schon damals ähnlich vor wie heute: Langsam im Aufbau, intensiv in den Aktionen und (damals mehr als später) vom Image des zombiehaften und no-sellenden Bestatters und Kinderschrecks lebend. Nach nur wenigen Minuten setzte der Taker den Tombstone an (O-Ton Monsoon: „Tombstone City“) – und Snuka war Geschichte. Wrestlerisch wurde der Taker eben erst in den letzten Jahren seiner Karriere richtig stark, aber nichts desto weniger hat man hier ohne Wenn und Aber ein historisches Match erlebt: Den ersten Sieg der mystischen Streak – und das nach nur wenigen Minuten gegen eine Legende wie Snuka. Hier wurde angedeutet, was später legendär werden sollte.

    Menschen, Wrestling, Sensationen ohne Ende – weiter gings mit einer Rückblende auf den Aufbau des Matches zwischen dem Ultimate Warrior und Randy Savage, der über Monate lief (siehe dazu auch den vorangegangenen Flashback zum Royal Rumble 1991). Der entscheidende Faktor war natürlich der Eingriff des Macho Kings in das Championship Match des Warriors beim Rumble gegen Slaughter, der dem Warrior letztlich mit den Gürtel kostete. Bei Wrestlemania VII sollte es also die große Revanche für den betrogenen Grunz-Krieger geben – und um die ganze Kiste besonders spannend zu machen, musste der Verlierer des Matches die Liga verlassen. Oha…
    Das Lowlight war schon vor dem Match nicht zu leugnen: Die ewig unnötige Miss Eizabeth saß mit heuchlerisch und schlecht geschauspielerte Leidensmiene im Publikum und schaute wie immer einfach nur belanglos aus der Wäsche. Das ließ gleich zu Beginn das Schlimmste befürchten. Gott sein Dank kam es zumindest in Bezug auf die Matchqualität im nun folgenden Kampf anders…

    7. Match
    Retirement Match
    The Ultimate Warrior gewann gegen Randy Savage (w/ Queen Sherri) via Pin

    Zuerst lief Savage mit Sensational Sherri ein, dann der Warrior mit perfekter Föhnfrisur. Dazu war auch noch die Stimmung bei der Crowd von Anfang an da – was will man denn viel mehr? Aber dennoch: Das Match selber war für mich zu Beginn irgendwie merkwürdig. Zwar war von der ersten Sekunde an Feuer drin und die Crowd ging wie gesagt auch mit, aber es wirkte auf mich zunächst so, als ob der Warrior seine Moves abspulte, ohne dass wirklicher Matchfluss aufkam. Man möge mich hier nicht falsch verstehen, das Match war absolut ordentlich, aber für ein überragendes Rating fehlte einfach (jedenfalls zu Beginn) der letzte Funken zur richtigen Chemie im Ring, wenngleich beide letztlich auch der Anfangsphase definitiv kein schlechtes Match boten. Es war für mich zumindest einfach nicht „catchy“. Im Laufe der Zeit wurde das Mach dann allerdings immer besser: Es ging hin und her, Haltegriffe waren die Ausnahme und sogar Sherri kam zum Einsatz. Sie durfte vom obersten Seil springen, traf dabei aber versehentlich ihren Gebieter Savage, nur um sich danach vom lüsternen Warrior-Waldschrat jagen lassen zu müssen, der wohl gerne am Knusperhäuschen der Hexe knabbern wollte. Wie dem auch sei, irgendwann geschah das Unglaubliche: Savage brachte fünf (!!!) Elbow Drops hintereinander ins Ziel – aber der Warrior kickte aus dem anschließenden Cover aus! Was für ein Upset! Eigentlich hätte Savage nach der Degradierung seines Finishers an dieser Stelle schon nach Hause gehen können, aber er durfte auch noch seinen Moment haben. Denn wie gehabt machte der Warrior nach dem Kickout auf Hogan II, powerte sich auf und setzte danach den Gorilla Press und auch den Big Splash an – aber auch Savage konnte auskicken! Und auf einmal wurde aus dieser Ansetzung innerhalb weniger Minuten nicht mehr nur ein gutes, sondern dann doch noch ein großartiges Match. Die Stimmung war jetzt voll da, und man merkte, dass hier etwas Großes geschah und inszeniert wurde. Der Warrior allerdings verfiel ob des Kick Out von Savage erst einmal in tiefe Selbstzweifel und rief hilfesuchend die Götter der Fönfrisur um Rat an (sicher ist eben sicher) – aber so richtig schien ihm das auch nicht zu helfen. Erst ein fehlgeschlagener Double Ax Handed Blow des Macho Kings vom obersten Seil brachte den Warrior aus seiner Identitätskrise wieder zu sich und erweckte ihn aus seiner Lethargie. Der so wieder zu sich gekommene Warrior setzte nun seinerseits drei schlechte Shoulderblocks an und holte mit einem Fuß auf Savages Brustkorb stehend den Pin zum Sieg (ein ausgesprochen übles Finish eines klasse Matches).
    Die Karriere des Macho Kings in der WWF war also tatsächlich beendet! Der Warrior ließ sich gebührend feiern (zu Recht – wann durchbrach ein Match des Warriors schon einmal die Vier-Sterne-Grenze bei Herrn Meltzer?), Sherry beschimpfte und trat den armen Savage – und holte so Lichtjahre in der Frauenbewegung binnen Sekunden auf, ehe (man wusste es!) die nölige Elizabeth kam, ihren Randy rettete, um auf diese Weise die Liebenden doch noch wieder zu vereinen. Bobby Heenan brachte es auf den Punkt: „This is sick!“ Wer es geschafft hat, sich bei diesem Segment nicht zu übergeben, der hat nicht nur mehr erreicht, als ich (der neben dem Fernseher stehende Eimer war randvoll), sondern wird auch den Rest von Wrestlemania VII überstehen, trust me!
    Nichts desto weniger steht hier am Ende ein großes Match und ein emotional gut inszeniertes (wenngleich dennoch übelst kitschiges) Endsegment, das im Gesamtpaket eigentlich schon das Highlight von Wrestlemania VII bildete. Savage verlor – und war dennoch ein Held, der verlorene Sohn und wiedergefundene Liebling der Massen. Das hatte die WWF bei aller Übelkeit erregenden Schnulzigkeit wirklich fein hinbekommen. Aufrichtiger Respekt (das ist übrigens ernst gemeint!) daher an die Inszenierungs- und Manipulationsabteilung der WWF, das war ein Erfolg auf ganzer Linie!

    Zur Entspannung folgten danach einige Interviews. Zunächst versuchte die Talk Show Größe Regis den Undertaker für das Glück, am Leben zu sein, zu begeistern. Der auf diese Weise verbal belästigte Totengräber bewahrte Haltung, brachte seine Freude über das Gespräch auch damals schon eher wortkarg und verhalten zum Ausdruck und begann deshalb als Mann der Tat lieber damit, die Maße von Regis zu nehmen, damit später für den Fall der Fälle der Sarg auch passt (man weiß eben nie, wo der Sensenmann auf einen lauert). Lebendiger und freundlich grunzender zeigten sich Demolition, die zwar ohne Ax, dafür mit Crush und Mr. „Master“ Fuji Rede und Antwort standen. Mit Tenryu und Kitao sowie zum Abschluss Jake Roberts folgten noch weitere Wrestler, die allesamt nur dummes Zeug faselten, dann ging es weiter mit Wrestling.

    8. Match

    Tag Team Match
    Genichiro Tenryu & Kōji Kitao gewannen gegen Demolition (Smash & Crush) (w/ Mr. Fuji) via Pin

    Das Ganze fing schon blöd an, da Demolition mit ihrem ersten Theme einliefen, das nichts mehr mit der coolen Version von Rick Derringer („Here comes the Ax and here comes the Smasher“ – was für ein Theme!) gemein hatte. Allerdings waren auch die poppigen Klänge der japanischen Vertreter noch unerträglicher. Überhaupt, die Japaner: Tenryu und Kitao sind Sportler allererster Güte in Japan. Nicht nur, dass beide waren erfolgreiche Sumo-Ringer waren, sie waren beide auch versierte Wrestler. Namentlich Tenryu war mehrfacher Champion bei AJPW und NJPW und workte gleich mehrere 5-Sterne-Matches. Bei ihrem Auftritt bei Wrestlemania VII hingegen kamen sie rüber, wie zwei normaler Durchschnittsworker, fast wie nerviges Fallobst…
    Das Match selber fand wohl nicht zuletzt deswegen unter nahezu völliger Stille statt, die Crowd war quasi tot (nach dem Highlight vorher allerdings auch kaum verwunderlich). Geboten wurde stellenweise sogar nicht einmal wrestlerische Hausmannskost: Man sah sehr langsam und behäbig wirkende Aktionen, dazu kaum Matchfluss und einige Botches. Das war sicher nichts, was in Erinnerung bleiben oder zu Jubelgeschrei animieren würde. Nach einer Power Bomb von Tenryu gegen Smash war es wenigstens recht schnell vorbei – und das war auch gut so.

    In dem nun folgenden Interview machte der Big Boss Man deutlich, dass er gerne der neue Intercontinental Champion werden wollte. Der amtierende Champ
    Mr. Perfect zeigte sich davon eher unbeeindruckt, und gab bekannt, dass er auch sonst ziemlich cool sei. Na dann…

    9. Match
    Intercontinental Championship
    Big Boss Man gewann gegen Mr. Perfect (c) (w/ Bobby Heenan) via Disqualification

    Mr. Perfect wirkte auf mich in dieser Phase seiner Karriere fast auf seinem Zenit: Körperlich topfit (ja, auch dank viel Müsli), schon sehr erfahren im Ring und unglaublich charismatisch. Seine Rolle hatte er fast so gut einstudiert wie ein Ric Flair. Auch sein Selling war einfach klasse. Dem stand zwar auch der Boss Man kaum nach, aber er war eben technisch doch deutlich limitierter. Dennoch war der Beginn ziemlich flott und kurzweilig. Interessant war auch die Regelauslegung: Denn irgendwann setzte der Boss Man seinen Ledergürtel vor den Augen der Unparteiischen als Peitsche gegen Perfect ein – und wurde dafür vom Referee eher verhalten ermahnt (Mr. Perfect benutzte den Gürtel danach aber auch, also was solls?).
    Die ganze Kiste kam sehr stiff rüber, namentlich die Chops von Mr. Perfect klatschten, dass es eine wahre Freude war. Aber auch sonst wurde eines der besseren und spannenderen Matches von Wrestlemania VII geboten (der Boss Man durfte sogar den Perfect Plex kontern). Als der Big Boss Man außerhalb des Rings von Bobby Heenan bearbeitet wurde, kam tatsächlich André the Giant zur Hilfe. Na ja, zur Hilfe wäre etwas viel gesagt, denn der sanfteste aller Riesen kam humpelnd an den Ring und führte den härtesten Kampf eher gegen sich selber: Und der bestand darin, halbwegs aufrecht zu gehen! Und wenn man diese Bilder sieht, dann wundert es nicht mehr wirklich, dass unser aller Lieblingsriese zu diesem Zeitpunkt nur noch gut 1,5 Jahre zu leben hatte. Gleichwohl oder gerade deswegen: Die „André, Andrè“-Sprechchöre aus dem Publikum dürften auch heute noch keinen Wrestlingfan kalt lassen. Das war der rührende Abgesang der Fans auf eine langsam verschwindende Legende…
    Der so von den Fans gefeierte André stibitzte als erste Amtshandlung den IC-Gürtel und verpasste dem verwirrten Mr. Perfect danach auch noch eine gepflegte Schelle. Aus dem anschließenden Cover des Boss Man konnte Mr. Perfect aber gerade noch so auskicken, bis dann leider die nervigen Haku und Barbarian dazu kamen, auf den Boss Man einschlugen und so die DQ für Mr. Perfect sicherten. Natürlich konnte der Boss Man mit der Hilfe von André am Ende die Oberhand behalten (die drei Heels taten alles, um die Aktionen des arg angeschlagenen Riesen halbwegs gefährlich aussehen zu lassen) und die beiden Faces ließen sich danach von der Crowd feiern. Auch wenn dieses Segment völliger Kitsch und André mittlerweile nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst war, lief es mir hier kalt den Rücken herunter. André the Giant hatte „es“ einfach! Und schließlich war dies der letzte Wrestlemania-Moment des Riesen. Dass Mr. Perfect am Ende den Titel dennoch behalten hatte, interessierte da ganz sicher keinen mehr.

    10. Match

    Singles Match
    Earthquake (w/ Jimmy Hart) gewann gegen Greg Valentine via Pin

    Ziemlich mau war dann das folgende Match zwischen Earthquake und Greg Valentine: Zuerst dominierte das menschliche Erdbeben, dann kam der hammermäßige Veteran zurück und konnte Earthquake sogar tatsächlich von den Beinen holen, ließ sich dann aber dusselig beim Ansatz zum Figure Four Leglock von Jimmy Hart ablenken, so dass Eartquake zurückkam und nach dem Earthquake-Splash den Sack zumachte. So sieht ein typischer Füller aus…

    Zeitlich länger wurde es auch danach nicht wirklich, denn nach einem typischen Interview von Hawk und Animal traten beide gegen Hercules und Paul Roma an, um auf diese Weise vorsichtig die Frage zu erörtern, welches Team den die größten Ambitionen haben würde, künftig der neue Herausforderer auf die Tag Team Titel zu sein.

    11. Match

    Tag Team Match
    The Legion of Doom (Hawk & Animal) gewannen gegen Power and Glory (Hercules & Paul Roma) (w/ Slick) via Pin

    Diese Frage wurde squashig beantwortet: Kaum war das Match eröffnet, prügelten Power and Glory auf den Falken und das Tier ein. Die aber kamen schneller zurück, als Seth Rollins im Jahr 2015 von seinen Gegnern weglaufen konnte, setzten den Doomsday Device an – und alles war vorbei. Kurz, knackig, eindeutig…

    Die nun folgenden Videosegmente sollten den Zuschauer auf das danach anstehende Match zwischen Virgil und Ted DiBiase einstimmten. Wir erinnern uns: Beim Royal Rumbe 1991 sagte sich Virgil von seinem Sklaventreiber Dibiase los. In den Wochen danach folgte einiges Hin und Her zwischen den beiden – und bei Wrestlemania VII sollte es zum Showdown in dieser Angelegenheit kommen.

    12. Match
    Singles Match
    Virgil (w/ Roddy Piper) gewann gegen Ted DiBiase via Countout

    Hierbei wurde Virgil von dem an einer Krücke an den Ring kommenden Roddy Piper mental unterstützt. Das Match selber erinnerte zunächst an einen putzig inszenieren Boxkampf, da Virgil tanzte wie ein Schmetterling, aber zustach wie eine Biene (zumindest wollte er wohl diesen Eindruck erwecken), was von DiBiase auch fein gesellt wurde. So ging es hin und her, war mal ordentlich, mal langweilig, aber definitiv kein totaler Reinfall – es gab wahrlich schwächere Matches bei Wrestlemania VII. Die Dramaturgie zog das Match natürlich aus der Personalie Piper, der erst von DiBiase angegriffen wurde, sich dann revanchierte, nur um danach wieder angegriffen zu werden. Dabei wurde DiBiase ausgezählt, und das war es dann auch schon. Die anschließende Rache des Million Dollar Man an Virgil in Form des Million Dollar Dreams unterband Piper unter Zuhilfenahme der Krücke, aber Sherri eilte nun ihrerseits DiBiase zur Hilfe, so dass die Heels den Schotten übel zurichteten, bis Virgil den Safe machte. Somit hatte sich Sherri einen neuen Kerl geangelt und die Faces leckten ihre Wunden. Hierbei offenbarte sich Virgil als Wunderheiler, der mit Rat und Tat Roddy Piper dabei half, trotz beeinträchtigtem Knie aufzustehen. Bewegende Bilder…

    Weiter ging es mit einem Rückblick auf die Fehde zwischen Hulk Hogan und Sergeant Slaughter (wobei auch gezeigt wurde, wie Slaughter ein Hogan Shirt anzündete – skandalös! Der Mann schreckte wirklich vor gar nichts mehr zurück!). In dem danach folgendem Interview gab der in einer irakischen Uniform antretende Slaughter noch allerlei putzig vorgetragene Belanglosigkeiten von sich, bevor dann das letzte Match vor dem Main Event anstand.

    13. Match
    Singles Match
    The Mountie (w/ Jimmy Hart) gewann gegen Tito Santana via Pin

    Und auch diese Paarung war eigentlich kein wirkliches Match: Nachdem Santana von Anfang an ein paar Sekunden dominierte, setzte der Mountie (vom Referee natürlich nicht gesehen) den von Jimmy Hart gereichten Elektrostock ein und das den Sieg bringende Cover an. Man mag sich fragen, was solche Matchansetzungen bei einer Wrestlemania bringen sollen. Egal…

    Nachdem Gene Okerlund noch einmal das unvermeidliche Interview mit Hulk Hogan führen musste (er trat auch hier mit modischem USA-Kopftuch an und faselte was von Geheimwaffen und anderem wirren Zeugs), war endlich Main-Event-Zeit.

    14. Match
    WWF Heavyweight Championship
    Hulk Hogan gewann gegen Sgt. Slaughter (c) (w/ General Adnan) via Pin –> Titelwechsel!

    Hier lief nach der Vorstellung der „Gaststars“ (der Jeopady-Ansager und Regis) natürlich der Champion wieder einmal als erster ein, bevor der Herausforderer Hogan mit US-Flagge an den Ring kam. Die Stimmung in der Halle war natürlich gut, aber die oben angesprochene Tatsache, dass man in eine kleinere Halle umziehen musste, machte deutlich, dass das Match deutlich weniger Stimmung entfachte, als man das im Vorfeld annahm und auch einkalkulierte. Hogans Stern war bereits dabei, langsam aber sicher zu sinken.
    Das Match begann eher mau mit einigen Kraftproben und diversen Locks, aber seien wir ehrlich: Wer wollte hier viel mehr erwarten? Die Kiste lebte eben von der pseudomäßig national aufgeladenen Atmosphäre und nicht von der wrestlerischen Klasse der Worker (wobei Slaugters charismatisches Selling dennoch wieder einiges retten konnte). So dümpelte das Match mehr oder weniger vor sich hin, so dass man sich zwischendurch immer mal wieder mit solch tiefgründigen Fragen beschäftigen konnte, wie beispielsweise dieser hier: Wer von beiden hatte in diesem Match eigentlich weniger Haare auf dem Kopf?
    Lustig war aber die Tatsache, dass Hogan während des Kampfes tatsächlich auf das oberste Seil stieg, aber letztlich von General Adnan abgelenkt wurde (hat wirklich bei der WWF irgendjemand geglaubt, den Leuten weismachen zu können, dass Hogan vom obersten Seil auch nur irgendeine Aktion hätte zeigen können?).
    Genial auch die Taktik von General Adnan: Nachdem Slaughter Hogan mit einem Tritt vom obersten Seil kampfunfähig getreten hatte und gerade den Pin ansetzte, lenkte Adnan der Referee ab und verhinderte so den Sieg für seinen Schützling (das ist mal großartiges Booking!).
    Nach einem Stuhlschlag auf den Kopf von Hogan zog sich dieser eine Kopfwunde zu („busted wide open“), geriet in den Camel Clutch und kickte aus dem anschließenden Cover aus (vorher legte Slaughter noch effekthascherisch die irakische Fahne über Hogan) und feierte sein typisches Comeback: Big Boot, Legdrop – Ende (wobei Slaughter hier fast noch ausgekickt hätte).
    Damit endete Wrestlemania VII so, wie eigentlich immer: Mit einem feierndem Hulk Hogan als neuem und altem WWF-Champion. Ach ja, bevor ich es vergesse: USA hurra!

    Fazit
    : Bei dieser Wrestlemania lagen Licht und Schatten dicht beieinander: Man hatte einige ordentliche bis gute Matches (wobei die Paarung Randy Savage vs. Ultimate Warrior herausstach), aber wieder einmal zu viel Fallobst und belanglosen Mist auf der Card. Diese war also immer noch eindeutig überfüllt, die wrestlerische Klasse daher zu oft zu überschaubar – und Hogans Stern war zu diesem Zeitpunkt wie gesagt mehr als nur im Begriff, zu sinken. Freut euch in diesem Lichte schon mal auf den Royal Rumble 1992!
    Geändert von Silentpfluecker (01.08.2016 um 14:09 Uhr)
    Silentius Treas - Oder wie EMJ gerne sagt: Silent Hill...

    Silentpflücker auf Twitter: KLICK!!!

    "You gonna be pflücked!"

    Modern Times, a new blood's pumpin' - ONLY THE STRONG SURVIVE...

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass WWE doof ist.

    "Fahr' zur Hölle, fall' tot um, begreifst Du mich denn nicht?
    Die Welt könnte so schön sein - ohne Dich!"


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    14 Matches... Quantität ging gerade zu der Zeit vor Qualität.

    Gefühlt wurde jeder PPV der 90er von den Rockers eröffnet und sie machten jedes mal nen guten Job als Einheizer. Dennoch erstaunlich dass mit HBK bald danach einer der größten aller Zeiten aus dem Team kam. Ich mochte ihn damals schon aber so eine Karriere hätte ich wohl nicht vermutet. Gerade wenn man sieht wie die von Janetty dagegen lief.

    Von all den Matches wäre natürlich Virgil vs. DiBiasi ein storylinetechnisch geiles Match gewesen. Die Fehde fand ich damals echt interessant. Ted war ein ganz starker Heel, den hab ich so gehasst. Virgil war auch eine Zeitlang sehr over aber irgendwie hat man es verpasst mehr Kapital daraus zu schlagen. Er verschwand ja doch recht schnell danach wieder in der Undercard. Das Match und Finish hier war auch eher so... Naja...
    Erinnerte mich ein wenig an die verpasste Chance mit Sandow nach dem Turn an Miz.

    Must-See wäre hier natürlich Warrior vs. Savage. Das war zu der Zeit mein persönlicher Main Event. Ich konnte mit Hogan schon damals nix anfangen...
    Ich fand den Warrior immer cool und Savage spielte seine Rolle damals auch sehr gut. Match hielt auch was es versprach und das ganze Drumherum war stimmig.

    Der Main Event triefte natürlich vor Pathos. USA! USA!
    Slaughter war der Depp in der Fehde. Vom All American zum Judas. Und alles nur um Monsterheat zu ziehen und gegen Hogan zu verlieren. Aber was soll ich sagen? Er machte einen unfassbar guten Job. Er war nie der beste Worker aber er spielte den Heel so gut, dass ich sogar hier ein kleiner Hulkamaniac wurde. Ja, ich war jung und naiv... Aber es passte einfach. Hogan durfte mal wieder die Welt retten und war der Star. Das ist auch OK aber ohne Slaughters Topleistung wäre die Fehde eine Ente gewesen.

    Danke für den tollen Flashback, ich konnte mich zwar an manche Matches gar nicht mehr erinnern aber ein paar waren sehr schön wieder in Erinnerung. Mr. Perfect und DiBiasi waren mMn Heels wie man sie heute brauchen würde. Ab und an waren sie Geeks aber eigentlich waren sie völlig ernst zu nehmende Gegner der Faces. Mal ein Trick hier, mal eine Ablenkung da. Aber dennoch haben sie Heat gezogen und Kämpfe gewonnen.

    Das ist es was mir momentan fehlt. Die Faces haben auch damals fast alle relevanten Fehden gewonnen aber es war immer auf Augenhöhe. Man war gespannt. Heute sind die Wyatts ne Witzfigurentruppe. Rollins war der feigste Champ aller Zeiten. Owens ist nur knapp über dem 50/50 Club usw.

    Das war etwas wovon man heute profitieren würde. Das war damals definitiv besser. Der PPV hier war definitiv kein Knaller. Dafür war zu viel Mist auf der Card. Aber die Top-Matches lieferten ab und alleine die zwei Main Events waren ihr Geld wert.

    Stolzer Besitzer eines Chieffy-Kühlschranksternchens

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  5. #3
    BobbySnake Gast

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    Erstmal wieder ein riesiges Dankeschön für diesen Flashback. Ich bin immer sehr begeistert von der Art und Weise, wie du das hier schreibst. Das Lesen macht einfach immer Spaß.

    Ich musste wirklich lachen bei solchen Kommentaren wie bei Jimmy Hart,
    der herumquiekte wie ein missglücktes Genexperiment zwischen einem verrückten Hühnchen und irritiertem Ferkel, das zu viel Speed zu sich genommen hat.


    Noch ein Highlight war für mich ganz eindeutig,
    (wobei auch gezeigt wurde, wie Slaughter ein Hogan Shirt anzündete – skandalös! Der Mann schreckte wirklich vor gar nichts mehr zurück!)
    Ansonsten war es schon irgendwie lustig, dass man in eine kleinere Arena umgezogen ist um Sergeant Slaughter vor den Fans zu schützen. Die Erklärung ist sehr plausibel, da man für die Sicherheit auf ungefähr 84000 Zuschauer verzichtet.

    Das Blindfold Match zwischen Jake Roberts und Rick Martel war natürlich Trash pur. Das darf man sich schonmal anschauen.

    So im Nachhinein war der Auftritt von André The Giant echt fürchterlich. Das war wirklich Gänsehaut-Feeling vom Feinsten. Er konnte einem so Leid tun...

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  7. #4
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    Mal wieder ein dickes Lob an dich, Andi!

    Sehr unterhaltsam und gleichzeitig doch fachlich toll geschrieben. Ich habe diese Mania VII vor einiger Zeit zu großen Teilen mal gesehen und war doch relativ ernüchtert aufgrund Qualität. Natürlich gab es Matches, die groß waren und mir persönlich eine große Freude bereitet haben, aber puuh...da mir der Nostalgie-Faktor fehlt, tue ich mir zu großen Teilen doch immer schwer, da man ja doch nicht so in den Stories drin ist und auch sonst und die wrestlerische Qualität sich doch sehr in Grenzen hält!

    Aber egal, der Flashback ist trotzdem immer eine große Freude und ein sehr gelungener Auftakt in die WrestleMania-Woche. Daumen hoch!
    #GiveStableGuyACheesecake


    Kommt gut nach dem Training! Zwei Minuten einwirken lassen...

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  9. #5
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    Wieder mal eine gute Leistung vom Andi! Ich werde mir, da ich paar Tage frei habe das Event auch mal anschauen, manches will ich doch sehen.
    Volle Card, manches Paarungen sind ziemlicher Quatsch und der Mainevent war ganz großer Bullshit. Da habe ich keinen Bock drauf.

    #foreverTNA


    #TeamNEW

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  11. #6
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    Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Gut geschriebener Bericht

    Die WWE hat dieses Jahr eh wieder keinen Bock mich zu hypen. So muss das w-i Team, wie voriges Jahr die Kohlen aus dem Feuer holen und mich für wrestlemania hypen. Freue mich schon auf weitere wrestlemaniafacts von euch diese Woche.
    "Win if you can, lose if you must, but I always cheat!"

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  13. #7
    BobbySnake Gast

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    Ich habe mir gerade nochmal das Match zwischen Mr. Perfect und Big Boss Man angesehen. Es ging mir aber mehr um André The Giant. Die Crowd hatte ihn ja super angenommen, aber wie im Flashback schon ausführlich beschrieben wurde, war er ein Schatten seiner selbst. Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem ich es das letzte Mal gesehen hatte. Ich bekam wieder Gänsehaut. Was ich mich allerdings frage ist, warum zum Teufel hat er das zu diesem Zeitpunkt noch mitgemacht und warum hat die WWF ihn überhaupt noch auftreten lassen? André konnte nicht mehr richtig aufrecht gehen und sah nicht gesund aus. Theoretisch hätte man ihn schon weit früher nicht mehr auftreten lassen dürfen. Warum hat man das gemacht?

  14. #8
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    Zitat Zitat von BobbySnake Beitrag anzeigen
    Ich habe mir gerade nochmal das Match zwischen Mr. Perfect und Big Boss Man angesehen. Es ging mir aber mehr um André The Giant. Die Crowd hatte ihn ja super angenommen, aber wie im Flashback schon ausführlich beschrieben wurde, war er ein Schatten seiner selbst. Es ist schon eine ganze Weile her, seitdem ich es das letzte Mal gesehen hatte. Ich bekam wieder Gänsehaut. Was ich mich allerdings frage ist, warum zum Teufel hat er das zu diesem Zeitpunkt noch mitgemacht und warum hat die WWF ihn überhaupt noch auftreten lassen? André konnte nicht mehr richtig aufrecht gehen und sah nicht gesund aus. Theoretisch hätte man ihn schon weit früher nicht mehr auftreten lassen dürfen. Warum hat man das gemacht?
    Ich glaube, weil der Mann einfach zog und man jede Chance wahrnehmen wollte, ihn auf die Card zu klatschen. Der Junge musste ja noch Matches worken, als er das niemals mehr hätte tun dürfen. Der Mann kam auch beim SummerSlam 91 zum Einsatz. In Japan stieg er noch im Dezember 1992 in den Ring (er starb im Januar 1993). Das ist eigentlich alles unglaublich...
    Geändert von Silentpfluecker (28.03.2016 um 21:10 Uhr)
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    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass WWE doof ist.

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  15. #9
    BobbySnake Gast

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    Zitat Zitat von Silentpfluecker Beitrag anzeigen
    Ich glaube, weil der Mann einfach zog und man jede Chance wahrnehmen wollte, ihn auf die Card zu klatschen. Der Junge musste ja noch Matches worken, als er das niemals mehr hätte tun dürfen. Der Mann kam auch beim SummerSlam 91 zum Einsatz. In Japan stieg er noch im Dezember 1991 in den Ring (er starb im Januar 1992). Das ist eigentlich alles unglaublich...
    Das ist wirklich unglaublich. Irgendwo ist das sogar ziemlich abartig. André war körperlich ein Wrack. Das war ja nun mal mehr als offensichtlich. Das scheint damals anscheinend völlig egal gewesen zu sein, Hauptsache er hat bei den Fans gezogen. Das ist alles sehr traurig.

  16. #10
    Avatar von Silentpfluecker
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    Zitat Zitat von BobbySnake Beitrag anzeigen
    Das ist wirklich unglaublich. Irgendwo ist das sogar ziemlich abartig. André war körperlich ein Wrack. Das war ja nun mal mehr als offensichtlich. Das scheint damals anscheinend völlig egal gewesen zu sein, Hauptsache er hat bei den Fans gezogen. Das ist alles sehr traurig.
    Möglich ist auch, dass André vielleicht auftreten wollte. Das weiß vielleicht unser Overtaker
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