Bereits vor einigen Wochen berichteten wir über die hartnäckigen Gerüchte, dass die aktuellen Eigner der UFC über einen Verkauf der weltweit führenden MMA Promotion verhandeln. UFC Präsident Dana White tat damals die Berichte als Unwahrheit und Clickbaiting ab und bestritt jegliche Verhandlungen. Laut übereinstimmenden Berichten soll sich der damalige Report des TV-Senders ESPN aber bestätigt haben und die UFC steht kurz vor dem Verkauf!

Wie zuvor berichtet, sollen vor allem die chinesische Dalian Wanda Group (DWG) und die US-amerikanische William Morris Endeavor (WME) / International Management Group (IMG) Interesse an der Promotion besitzen. Möglicherweise würden sich diese beiden Gruppen auch für ein gemeinsames Angebot zusammenschließen. Darüber hinaus ist auch die China Media Capital Gruppe weiterhin im Rennen. Der Business Experte Dave Meltzer berichtete im Wrestling Observer Newsletter, dass potenzielle Verkauf zu einem kompletten Führungswechsel führen würde. So seien die Interessenten lediglich an einem 100-prozentigem Aufkauf interessiert, denen sie sich über vier Milliarden Dollar kosten lassen würden. Berichten zufolge soll es am vergangenen Donnerstag bereits die finalen Kaufangebote gegeben haben.

Die potenziellen Käufer sollen in den vergangenen Wochen und Monaten bereits Investoren aufgesucht haben, um die Kaufsumme aufzutreiben. So wird beispielsweise die China Media Capital Group von einigen Investoren aus Shanghai und Hong Kong unterstützt, während sich beispielsweise die WME-IMG Gruppe nach mehreren Investoren mit einem finanziellen Engagement von 25-50 Millionen Dollar umgeschaut hat. Unter anderem soll bereits die Kraft Group diesem Volumen zugestimmt haben. Die Kraft Group wird von Robert Kraft, dem Besitzer der New England Patriots angeführt, der auch gute Kontakte zu Dana White unterhält.

Eine Entscheidung der bisherigen Besitzer steht aber noch aus und würde vermutlich auch erst im Rahmen des UFC 200 PPVs am 9. Juli verkündet werden. Es ist jedoch bekannt, dass die Fertitta Brüder Lorenzo und Frank III - die jeweils 40,5 Prozent der Anteile an der Verwaltungsfirma Zuffa halten - sich in den letzten Monaten verstärkt mit einem Verkauf beschäftigt haben. So sollen sie ihren Fokus wieder mehr auf ihre Casinokette in Las Vegas gelegt haben, zudem besitzen die Brüder den Traum, ein NFL Team zu besitzen. Möglicherweise planen sie sogar ein Expansion Team in Las Vegas aufzubauen, was unter anderem mit einem Stadionneubau vermutlich weit über eine Milliarde Dollar an Kosten verschlingen würde.

Dave Meltzer berichteten im Wrestling Observer Newsletter sogar, dass die Fertitta Brüder über das Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Goldman Sachs aktiv nach möglichen Käufern gesucht haben und auf diesem Weg auch vertrauliche Geschäftszahlen weitergaben. Dies wäre absolut untypisch für die Fertitta Brüder, die ansonsten nicht mehr als notwendig über ihre Unternehmen preisgeben. Da es sich bei der UFC/Zuffa um Unternehmen in Privathand handelt, müssen sie bekanntlich im Gegensatz zu beispielsweise an der Börse notierten Unternehmen keine finanziellen Zahlen bekannt geben.

Für Dana White, der ebenfalls seine neun Prozent Anteile verkaufen und damit mehrere hundert Millionen Dollar reicher werden würde, soll es aber auch nach dem Aufkauf noch eine Zukunft in der Promotion geben. So sieht es aktuell danach aus, dass White auch nach dem Ausscheiden seiner Freunde und Geschäftspartner weiterhin als öffentliches Sprachrohr und Präsident der UFC fungieren könnte. White selbst schloss dies in der Vergangenheit aus, jedoch sollen die potenziellen neuen Besitzer großes Interesse daran haben, White in offizieller Rolle für die UFC zu behalten. Die arabische Gruppe Flash Entertainment, die von der Regierung aus Abu Dhabi kontrolliert wird, würde ihren Anteil ebenfalls verkaufen. Im Januar 2010 hatte sich die Gruppe mit zehn Prozent der Anteile eingekauft.

Abschließend berichtete Dave Meltzer auch über die Geschäftszahlen der UFC im vergangenen Jahr, die er von seinen Quellen im Zuge der Verkaufsverhandlungen erhalten hat. So soll die UFC im vergangenen Jahr einen Umsatz von 608.629.000 Dollar mit einem Reingewinn von 157.806.000 Dollar gemacht haben. Demnach würde die Zahl aber deutlich unter dem geschätzten Gewinn im Bericht von ESPN liegen, die mit 200 bis 250 Millionen Dollar Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr kalkulierten.

Quellen: MMAMania.com, BloodyElbow.com, MMAFighting.com, Wrestling Observer Newsletter