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Thema: Kurz gemosert... #156

  1. #1
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    Standard Kurz gemosert... #156

    Heute heißen sie 2k18 und klingen wie eine Designerdroge. Früher waren es klangvolle Namen wie WWF Superstars, WWF Superstars 2, WWF Wrestlefest oder man gab dem Spiel einfach einen PPV-Namen. Eine kleine Reise…
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht welches das erste Wrestling-Videospiel war das es jemals gab, aber mein erstes war sicherlich nah dran.

    WWF Superstars auf dem glorreichen Game Boy! Das waren noch Zeiten. Damals machte das Booking in den Shows und PPV’s noch Sinn. Es gab keine überladenen PPV-Cards, keine omnipräsenten Champions und keine inflationären Titelwechsel.


    Die „Card“ des Spiels liest sich entsprechend solide:
    Hulk Hogan, The Ultimate Warrior, „Macho Man“ Randy Savage, „The Million Dollar Man“ Ted DiBiase, und Mr. Perfect. Absteigend vom stärksten zum schwächsten spielbaren Charakter.
    Und nicht nur das Line-Up war so überschaubar wie eine „Main Event“-Ausgabe, sondern auch die Anzahl an Moves die einem zur Verfügung standen. Nicht mal ein Finisher war möglich.
    Ziel des Spiels war es mit einem der fünf Wrestler die anderen vier in jeweils einem Singles Match zu besiegen. Danach war man WWF World Heavyweight Champion (ja liebe Kinder, den „Smackdown-Championship“ gibt es schon sehr, sehr lange) und als Zusatzpreis durfte man ein Bild seines Superstars betrachten.

    „What a victory! Fans will talk about that pin for years!“

    Was für ein Scheiß… oder?

    Auch die Nachfolger waren nicht besser. Was mich aber am meisten aufregte, und das wurde in den Folgejahren immer schlimmer, war, dass die Spiele so unrealistisch waren. Ich hatte nie verstanden was so schwer daran sein kann einen gescheiten Entrance zu programmieren und die Wrestler mit Movesets auszustatten die auch zur ihren Auftritten im Fernsehen passten.
    Die Wrestler hatten alle den gleichen Körperbau und die gleichen Moves. Irgendwann bekam dann jeder von ihnen wenigstens einen eigenen Finishing Move. Aber auch das war teilweise beinahe unspielbar. Warum? Nun wenn der Ultimate Warrior im Spiel, im Gegensatz zur Realität, als Finisher einen Flying Shoulderblock hat kann ich damit vielleicht noch leben. Gerade wenn sein eigentlicher FInisher, der Big Splash, schon von allen anderen Charakteren belegt ist, da irgendein Idiot auf die Idee gekommen ist jedes Cover mit einem Splash zu starten. Jetzt hat der Warrior im „SEGA Megadrive“-Spiel „WWF Super Wrestlemania“ als einziger nicht nur den falschen Finisher, sondern er kündigt diesen auch noch gefühlt zwei Minuten mit einem Schlaganfall an. So konnte der Gegner, egal ob Computer oder Spieler, immer ohne große Mühe ausweichen. Am meisten geschockt, über die miese Qualität dieses Spiels war übrigens der Ringrichter. Nicht anders ist zu erklären, warum er den Pin immer in Zeitlupe zählte.


    Ich habe in meiner langjährigen Karriere als Schreck aller Videospiel-Controller („Du dumme Hure, warum machst du nicht da was ich will! “) nur ein schlechteres Spiel als dieses gesehen.
    Wrestle War. Hier wurden ein paar aus der Wrestling-Welt bekannte Leute aus rechtlichen Gründen übel verwurstet. Unter ihnen Hulk Hogan, Bruiser Brody, Road Warrior Hawk, Stan Hansen und Abdullah the Butcher. Dazu gab es noch die Vorlage zu El Generico, also einem charakterlosen und maskierten Highflyer. Wie dumm die Programmierer waren sieht man auf der Rückseite des Spiels. Dort steht sinngemäß, dass jeder Wrestler seinen eigenen Trademark Move hat und einer sogar nach draußen aus dem Ring springen kann. Wir als Spieler sollen doch versuchen herauszufinden welcher Wrestler das ist.
    Fand ich spannend. Wollte ich machen. Nur blöd, dass direkt daneben ein Bild von „El Generico“ war, wie er aus dem Ring springt.
    Die WWF-Spiele wurden daraufhin immer dümmer. Der von mir gewünschte Realismus wurde ignoriert und die Wrestler waren plötzlich sogar so etwas wie übernatürliche Wesen. Immer unrealistischer wurden die Moves die man zeigen könnte. Zum Beispiel sprang der 1-2-3-Times-in-Chyna-Kid immer erst von der einen Ringecke in die andere, bevor er seinen Moonsault zeigte.
    Bam Bam Bigelow, sollte eigentlich einen Flying Headbutt als Finsher haben. Allerdings sah das aus wie ein Big Splash. Dafür konnte er aber mit dem Kopf voraus quer durch den Ring fliegen.
    Bret Hart hatte den Sharpshooter, der eher an eine CMCM-Porno-Szene erinnerte, und unnötigerweise einen mehrfach Salto-Legdrop vom obersten Seil.
    Der eine Ringrichter sah aus wie Howard Finkel und Yokozuna war so dünn wie Doink the Clown.
    Nuff Said!?

    Ich hatte damals schon genug und als ich dachte es geht nicht mehr schlimmer, kam „WWF Wrestlemania: The Arcade Game“!
    Hier war gar nichts mehr so wie in den TV-Shows. Es flogen Fledermäuse, Doink bekam Riesenhände, Es wurde mit Grabsteinen und Baseballschlägern zugeschlagen und es gab sogar so etwas wie die aus „Mortal Combat“ bekannten „Finish Him“-Sequenzen. Dafür sahen die Wrestler aus wie in Echt.
    Hmm… Rückblickend war es wohl einfach eine Zukunftsvision der Attitude Era.


    Desillusioniert kehrte ich Wrestling-Spielen den Rücken. Bis ich auf die Smackdown!-Reihe stieß und mit „Shut your Mouth“ und „Here Comes the Pain“ zwei Spiele fand die mir zusagten. Auch hier war natürlich nicht alles Gold was glänzt, aber die Spiele fingen an realistischer zu werden.
    Klar, die Wrestler sahen bei jedem Backstage-Segment aus als würden sie dauerhaft brüllen und einen blöd anmachen. Körpersprache und Mimik waren durchweg aggressiv. Das war wohl auch der Grund, warum ich mich bei Dialogen mit diesen Kerlen immer dafür entschied provokante Antworten zu geben, damit ich ihnen hinterher im Match ihre große Fresse polieren konnte. Auch wenn mir „Ron“ Mysterio nur erklärt hat, woher die Zahl 619 kommt.

    Übrigens ist meine Lieblingsumsetzung „WWE Smackdown! vs. RAW 2007“. Hierbei konnte man z.B. nur Moves gegen Leute ansetzen, die maximal eine Gewichtsklasse über einem selbst waren. Zum Beispiel konnte eine Diva wie Melina als Featherweight keinen Move gegen einen Heavyweight wie Kurt Angle ausführen, aber sich gegen einen Cruiserweight wie Carlito behaupten. Ein Cruiserweight, konnte es nicht mit einem Super Heavyweight wie dem Undertaker aufnehmen. Und mit dem einzigen Ultra Heavyweight, dem Great Khali, konnten sich nicht mal die normalen Heavyweights, sondern wenn überhaupt nur die wenigen Super Heavyweights wie Kane oder der Undertaker messen. So war es damals auch in den TV-Shows. Besser ging es nicht.

    Heutzutage hat sich das Blatt ein wenig gedreht. Versuchte man mit den Smackdown!-Spielen die Spiele so anzupassen, dass alles aussah wie im TV, versucht man heute seine Worker so im TV zu präsentieren, als wären sie einem Videospiel entsprungen. Der Entrance ist immer gleich, die Moves sind immer gleich, das Moveset kaum veränderbar, die Promos immer die gleichen, die Storys wiederholen sich Jahr für Jahr nur mit anderen Beteiligten.
    Und Brock Lesnar kann man immer nur an einem Tag im Monat für ein Match auswählen.

    Ich liebe WWF Superstars auf dem glorreichen Game Boy!
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  2. #2
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    Mittlerweile kommt jedes Jahr eine abgespeckte Version des Vorgängers (immer weniger Matcharten) mit einem roster das ein Jahr alt ist, aber der Möglichkeit sich "DLC" zu holen. Nicht zu vergessen die Ladezeiten: Das Match lädt, in der Zwischenzeit gehe ich mit dem Hund raus, komme wieder und das Match ist immer noch am laden.

  3. #3
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    Wieder einmal toll und pointiert geschrieben. Ich lese deine Kolumne immer wieder gerne!

  4. #4
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    WWE Superstars auf dem Game Boy war nach den Auftritten von Hulk Hogan beim A-Team so ziemlich die erste Begegnung, die ich mit Wrestling überhaupt hatte. Und weil der Warrior in diesem Spiel der letzte Gegner war, wurde ich direkt zum Fan :-D Das lustige Arcade Game kann man auch heute noch gut zum Zeitvertreib spielen.

  5. #5
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    Die glorreiche alte Zeit!
    A-Team -> MEGA!!!
    Mr. T -> MEGA!!!
    der Hulkstar damals -> MEGA!!!

    Alle, die das nicht kennengelernt haben, tun mir echt leid! Da lohnt es sich, inzwischen alt zu sein!!!

  6. Thanks McKenzie thanked for this post
  7. #6
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    Zitat Zitat von Thez Beitrag anzeigen
    WWE Superstars auf dem Game Boy war nach den Auftritten von Hulk Hogan beim A-Team so ziemlich die erste Begegnung, die ich mit Wrestling überhaupt hatte. Und weil der Warrior in diesem Spiel der letzte Gegner war, wurde ich direkt zum Fan :-D Das lustige Arcade Game kann man auch heute noch gut zum Zeitvertreib spielen.
    Das stimmt. So bin ich damals auch zur wwf gekommen. Hulk beim A-Team gesehen wie er die Bullen ablenkt indem er ein Polizeiwagen Hochzeit. Und dann paar Wochen später hulk in der Vorschau zu "Ring frei" (so hieß damals die WWF Sendung auf tele 5) gesehen, wwf angeschaut und so fing das an.

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