Des Krähenmanns Animationsrubrik

Asperger Crow

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Road to the Encanto: Part 5 – Die Wilden 2000er, Teil 1

Die 90er wurden zwar von Disney Dominiert, aber schon gegen Ende wurde immer klarer das die Zuschauer von Disney Musical die Schnauze voll hatten. Und während Konkurrenz damals praktisch nicht existent war, so sollte sich dies ändern in den nächsten Jahren (gut so meiner Meinung nach). Pixar erschuf mit „Toy Story“ den ersten Computeranimierten Spielfilm und Katzenberg, einer der Leute hinter der Disney Renaissance verließ Disney nachdem er nicht den Job von Eisners vertrauten Frank Welles nach seinem tragischen Tod bekam und erschuf mit Steven Spielberg und David Geffen Dreamworks, wo er für die Animations Division zuständig war. Und diese Division erschuf bekannter weiße den Einflussreichsten Animationsfilm der 2000er, den Anti-Disney Film schlechthin:


„Shrek“ ist heute eher ein Meme, aber man kann nicht Leugnen was für einen Einfluss er auf Hollywoods Animationsfilme bis heute hat. Nachdem „Shrek“ rauskam brauchte jeder Animationsfilm Pop Kultur Witze, einen Pop Song Soundtrack und eine Menge zynischen Humor. Doch was viele Ansprach waren die Seitenhiebe auf die Maus, wie nervig Musicals sind und das Disney eigentlich eine absolute Drecksfirma ist. Für viele war „Shrek“ die Satire die sie dringend gebraucht haben (was auch hilft war der Fakt das „Shrek“ ein großartiger Film ist).

Aber was war denn nun mit Disney? Nun ja, auch sie merkten langsam das die Leute genug hatten und auch die Künstler bei Disney wollten neues machen. Was dazu führte das Disneys 2000er ihre experimentellste Phase war. Disney machte einige sehr für sie ungewöhnliche Filme und versuchte verschiedene Stils aus. Es gab Screwball Comedys, einen waschechten Action Film, einen Sci-Fi Family Drama, eine Steampunk Version von „Die Schatzinsel“ und einen erbärmlich schlechten Shrek Klon, nur damit die Dekade dann wieder mit einem klassischen Musical endete. Das einzige was ausblieb waren die großen Erfolge, denn fast jeder Film floppte.

Handgezeichnete Filme hatten es leider schwer in den 2000ern, so sehr das alle Studios entschieden das Medium hinter die Scheune zu ziehen und abzuknallen. Disney war nicht anders, man versuchte es zwar nochmal am Ende der Dekade das ganze wiederzubeleben aber auch eher halbherzig. Vielleicht auch deswegen einer Gründe warum Leute die 2000er so Kontrovers betrachten. Entweder man liebt sie oder man hasst sie.

Und ich bin ziemlich in der Mitte. Die 2000er hatte grade in der ersten Hälfte (also die ersten sechs Filme von 12) einige der besten Filme im Disney Kanon, alleine deswegen kann ich diese Dekade nicht schlechter betrachten als zum Beispiel die 70er und 80er, denn die hatten gar nichts.

Leider aber auch sind in dieser Dekade die drei schlechtesten Filme die Disney je machte, drei Filme so schlecht ich zähle sie zu den schlechtesten Animationsfilmen aller Zeiten. Allgemein litt die zweite Hälfte stark unter politischen Machtkämpfen innerhalb Disneys (Eisner verlor immer mehr den Verstand gegen Ende und sein Ego wurde immer größer) sowie größer werdenden Konkurrenz, etwas was Disney vorher niemals wirklich hatte.

So ja, alles in allem war es okay, wenn auch mehr interessant als unterhaltsam. Und alles fing an mit einer Fortsetzung von Fantasia:

#38: Fantasia 2000 (1999/2000)


„Fantasia 2000“ ist der wohl ungewöhnlichste Film auf dieser Liste, denn warum eine Fortsetzung zu einen zu diesem Zeitpunkt fast 60 Jahre alten Film der auch noch floppte und eher ein Erlebnis als ein wirklicher Film ist? Nun ja, um es kurz zu machen: Der Re-Release von „Fantasia“ auf VHS war so erfolgreich damals, dass Eisner einer Fortsetzung Zuspruch gab und ja, so kam es zu „Fantasia 2000“.

„Fantasia 2000“ ist… ein seltsamer Film für mich. An sich ist er nicht so gut wie das Original, aber ich habe deutlich mehr Spaß mit ihn. Das Erlebnis für mich ist hier deutlich stärker ausgeprägt als im Original was daran liegt das er mehr Abwechslung bittet mit verschiedenen Art Designs, Animationsstilen und auch das er dadurch weitaus mehr Freiheit zur künstlerischen Visionen der Zeichner gibt. Das Problem ist halt das was zwischen den Parts ist und die Laufzeit des Films, denn wo „Fantasia“ etwas zu lang war für meinen Geschmack war, so ist „Fantasia 2000“ mit 75 Minuten deutlich zu kurz, hinzukommen aus irgendeinen Grund denkt der Film sich, dass es eine gute Idee war 1 zu 1 hier nochmal den Micky Maus Klassiker „Der Zauberlehrling“ zu zeigen, ohne neue Elemente hinzuzufügen. Ja, Walts Plan war es damals „Fantasia“ wie eine Konzertreihe zu behandeln und alte Parts mit neuen zu vermischen, aber gemessen daran, dass dieser Film erst 60 Jahre später rauskam wirkt es hier unfassbar lahm, zumal es einen Part gibt der nicht mal 3 Minuten dauert, also was zur Hölle soll sowas?

Auch nicht gut ist das jeder Part von verschiedenen Promis anmoderiert wird, darunter Steve Martin, James Earl Jones, Bette Middler und ohne scheiß, Penn und Teller. Ich liebe Penn und Teller, wenn ich aber an „Fantasia“ denke, dann denke ich nicht an zwei Comedy Zauberer. Fast alle Promimoderation sind grauenvoll und schlucken Zeit die in die Parts hätte gehen können.

Trotz dieser Schwächen genieße ich den Film sehr, von daher machen wir doch auch hier wieder ein Mini Ranking welche Parts ich am liebsten und am wenigsten mag. Den Zauberlehrling ignorier ich hierbei:

#7: Der Flamingo mit den Jo-Jo – Lustig anzusehen und schön animiert, aber nicht mal 3 Minuten lang.

#6: Der Tapfere Zinnsoldat – nicht gut gealterte CG-Animation und schwach erzählt, hat aber deutlich mehr Zeit zu Atmen als der Flamingo Part.

#5: Der Opener – ungefähr auf den Level des Openers vom ersten „Fantasia“, ganz ok.

#4: Donald und die Arche Noah – Der Part hätte ebenfalls was länger sein können, aber ich liebe Donald als Charakter und die Musik die hier spielt ist „Pomp and Circumstances“, so dass ich immer hoffe das Randy Savage durch die Wände der Arche rennt um mir ein Slim Jim zu überreichen. Wirklich gut. Dig into a Slim Jim!

#3: Der Part mit den fliegenden Walen – absolut großartig, der Song „Pines of Rome“ untermalt die Szene wunderbar und erzeugt ein absolut magisches Segment. Das CG der Wale ist zwar auch nicht perfekt gealtert, aber deutlich besser denn beim Zinnsoldaten.

#2: Der Al Hirschfeld New York Part – inspiriert von Al Hirschfelds legendären Karikaturen und Untermalt von „Rhapsody in Blue“ wird hier ein zwar deutlich ruhigerer, aber auch visuell wunderbarer Part erzeugt. Die Musik ist wunderbar und fängt das Gefühl das man von New York City hat perfekt ein.

#1: Anime Nature Girl gegen den Feuervogel – Eventuell das beste was Disney je kreierte, zumindest auf einen Level mit „Night on Bold Mountain“. Zwar auch leider was kurz, aber das bombastische Ende bringt diesen zwar mit Macken durchzogenen aber wunderbaren Film zu einem perfekten Ende.

Wertung: 8/10


#39: Dinosaurier (2000)



„Dinosaurier“ ist einer der schlechtesten Animationsfilme aller Zeiten und der schlechteste Disney Film. Und das schlimmste ist das ich ihn nur gucken musste da er künstlich kurz vor „Rapunzel“ dem Kanon hinzugefügt wurde. Er war nicht immer Teil davon, denn obwohl Disney Animation die Dinosaurier animierte waren die Backgrounds allesamt Live Action, die toten Reptilien wurden halt nur per Computer dann eingefügt. Aber als man merkte das „Rapunzel“ eine perfekte Nr. 50 sein könnte und DER Jubiläumsfilm, wurde er als #39 hinzugefügt damit er es werden kann. Also danke Disney, dass ich mir diesen todlangweiligen scheiß geben konnte.

Und im Grunde war der letzte Satz meine Review, denn ich habe nichts zu sagen außer das „Dinosaurier“ der langweiligste Film ist, den ich jemals sah. Der ganze Film handelt von CG-Missgeburten die von A nach B laufen ohne dass etwas passiert. Es passieren zwar Dinge, aber ich gab einfach keinen fick, weil der Film so unfassbar uninteressant ist. Der einzige Grund warum der Film keine 1/10 ist sind die ersten 5 bis 10 Minuten und der großartige Soundtrack von James Newton Howard, einige kennen vielleicht den Track „The Egg Travels“ von atemberaubenden Naturvideos (er war sehr beliebt in den frühen 2000ern). Sobald die Affen reden stürzt alles in sich ein.

Es gibt zwei Filme welche die gleiche Wertung haben und ich hasse sie mehr (und ja, auch die Zähle ich zu den schlechtesten Animationsfilmen aller Zeiten), aber ich habe zumindest Hass und Abscheu gefühlt, hier fühlte ich gar nichts, und das alleine macht diesen Film zum Kellerking.

Ich hasse alle Dinosaurier von nun an, nach dem Fantasia Part und Pixars „Arlo und Spot“ will ich nie wieder Disney Filme mit Dinos gucken und hoffe der Komet hat sie langsam und qualvoll hingerichtet.

Wertung: 2/10


#40: Ein Königreich für ein Lama (2000)



Erinnert man sich als ich bei @AWESOME seinen Song Contest den von Eartha Kit gesungenen „Snuff out the light“ eingereicht habe? Nun, hierbei handelt es sich um einen gecancelten Song aus einer früheren Phase von „Ein Königreich für ein Lama“, als dieser noch „Kingdom of the Sun“ hieß, eine Inka Version von „Der Prinz und der Bettelknabe“ mit Musical Songs von Sting. Allerdings wurde der Film nicht nur komplett umgestellt nach Produktionsproblemen, sondern auch das Musical Format aus dem Fenster geworfen (Sting war vieles, nur nicht begeistert). Und so wurde aus „Kingdom of the Sun“ die wilde Screwball Comedy „Ein Königreich für ein Lama“ über einen arroganten Mistkerl der ein Dorf abreißen will für einen Wasserpark für sich alleine, bis seine von ihn gefeuerte Beraterin Izma und ihr verblödeter Assistent Kronk ihn bei ihrem Versuch ihn zu töten versehentlich in ein Lama verwandeln. Doch wisst ihr was? Eventuell war dies die richtige Entscheidung, denn „Lama“ ist mit Abstand der Witzigste Film in der Geschichte Disneys, sowohl vom Slapstick, Dialog als auch von den Charakteren.

Es ist erstaunlich was für ein Arschloch der Hauptcharakter Kuzco ist. Er hat kein Problem Patcha (der Dorfbewohner der ihn helfen will) sterben zu lassen an einer Brücke da er ihn sowieso auf ewig einsperren lassen wollte, will ein ganzes Dorf für seine Version von Rulantica niederreißen und selbst ohne diese Fakten ist er ein zynischer Mistkerl. Der einzige Grund warum Izma der Bösewicht ist und nicht er ist der das Kuzco seine Fehler einsieht gegen Ende und sich (glaubwürdig) bessert. Ihr Assistent Kronk, die Figur die der Sprecher Patrick Warburton seitdem praktisch immer spielt (entweder Kronk oder Joe Swanson) ist pures Comedy Gold. Ich glaube es gibt nicht einen Moment mit ihn wo ich mir nicht denke „Gott war das witzig“. Ob seine Monologe mit sich selber, seine Diskussion mit dem Schulterengel und –Teufel, die unfassbare Chemie die er mit Izma hat oder der allgemeine Slapstick den er mit sich bringt, er ist mit Abstand DER Standout Charakter des Films.

Das einzige was den Film was runterzieht ist das der Film kein vertrauen hat in seine emotionalen Momente. Sie werden oft unterbrochen für die einzigen unpassenden Gags im Film, wo ich mir die Frage stelle „warum habt ihr überhaupt welche?“ wenn der Film so wenig daran interessiert ist das der Zuschauer was fühlt. Entweder lasst für diese Szenen die Gags weg, oder lasst sie wie gesagt ganz raus. Aber ja, der Humor sowie Kuzcos Charakterentwicklung geben den Film viel. Und gemessen daran das der Film ein Flop war, aber mittlerweile eine große Fanbase hat und zu Disneys Kultfilmen gehört bin ich nicht der einzige der so denkt.

Wertung: 8,5/10


#41: Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001)



Man kann nicht genug betonen was für eine Enttäuschung „Atlantis“ für Disney war, gemessen wie hoch ihre Erwartungen an den Film waren. Sie hatten einen Megahit erwartet und vielen Talenten viel Geld gegeben um an diesen Film zu arbeiten. Joss Whedon, der Mann hinter „Buffy“, war an der Story involviert. Linguist Marc Okrand der klingonisch erfand, erfand auch atlantisch für den Film. Und das Charakterdesign kam vom „Hellboy“ Erfinder Mike Mignola. Der Film war auch einer der wenigen Disney Filme der sich an Familien mit älteren Kindern richtet einfach, weil seine Actionszenen (an dieser Stelle sollte angemerkt werden das „Atlantis“ ein waschechter Action-Adventure Film ist der sehr inspiriert wurde von alten Disney Abenteuerfilmen wie „20.000 Meilen unter dem Meer“) härter sind als in sonstigen Disney Filmen ist. Es wurde jede Menge Merch geplant, Park Attraktionen, Comics, eine Zeichentrickserie – und dann spielte der Film nur seine Produktionskosten ein, aber nicht annähernd genug um all dies zu rechtfertigen. Dies und der Fakt das der Film von der Presse damals eher durchwachsen aufgenommen wurde ließ Disney das geplante „Atlantis“ Franchise wie die Stadt auf der es basiert im Ozean versinken.

Dann aber passierte etwas, was oft mit solchen Filmen wie „Atlantis“ passiert, und zwar das sie sich zu einem Geheimtipp entwickeln, wenn nicht sogar zu einem Klassiker. Einige Kritiker haben den Film neu betrachtet aufgrund dessen und stellenweiße neu bewertet. „Atlantis“ hatte in den letzten Jahren also einen kleinen zweiten Frühling und das freut mich, denn er ist einer meiner absoluten Lieblings Disneys.

„Atlantis“ hat definitiv seine Schwächen, zum Beispiel, dass sein Humor manchmal zu kindisch sein kann, sein Bösewicht uninteressant ist und Milo nicht den besten Main Charakter abgibt (wobei er auch nicht grauenvoll ist). Aber die Nebencharakter sind so großartig, witzig und interessant (bis auf Buddler, Fuck Buddler), die Action für einen Disney Film wirklich Phänomenal (der Film hat auch einen richtig hohen Death Count wohlgemerkt) und das Design von Atlantis ist wunderbar. Man merkt das viele große Leute an diesen Film gearbeitet haben und wie viel Liebe in das Design der verlorenen Stadt einfloss.

Das Mysterium wie „Atlantis“ versunken ist sowie die Kultur und Geschichte der Stadt sind ebenfalls sehr interessant. Es ist nicht wirklich Komplex was zum Untergang von Atlantis führte, aber wird interessant genug erzählt das es mir nichts ausmacht. Was mir eher etwas ausmacht ist der Fakt das der Film stellenweise vom Zuschauer erwartet eine Menge zu schlucken, zum Beispiel die Idee das die Atlanter die über hunderte von Jahren leben können komplett vergessen haben wie sie ihre Technologie nutzen können und Milo, der Amerikaner, es ihnen beibringen muss, was etwas sehr viel verlangt ist und das ansonsten gute World Building ein wenig aus den Schienen wirft. Nicht genug um den Film für mich zu ruinieren, aber genug um einige Szenen dennoch zu hinterfragen.

Dies alles mündet in ein großartiges Finale mit wunderbaren Szenen (die Szene wo das Herz von Atlantis Kida, Milos Love Interest, als nächstes auserwählt ist visuell sowie von Score für mich DIE Szene des Films) und einen großartigen Endkampf. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen das er Disneys bester Endkampf ist. Für mich klickt in den letzten Akt fast alles perfekt und ist das, was den Film so hoch in meiner Gunst stehen lässt.

„Atlantis“ ist einer dieser Filme mit einigen Schwächen wo ich aber bereit bin über diese hinwegzusehen da das Gesamtpaket mich so sehr anspricht. Sollte einer derer die das hier lesen am Ende Lust haben auch nur einen der hier besprochenen Filme zu schauen, dann hoffe ich das es dieser hier wird, einfach nur, weil er mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wertung: 9/10


#42: Lilo & Stitch (2002)



„Lilo & Stitch“ hatte eine der wohl interessantesten Werbekampagnen überhaupt, die aber den Film auch etwas falsch verkaufte. In dieser tauchte Stitch in andere Disney Filme ein, unterbrach die Handlung oder stahl Aladdin Jasmin, woraufhin Charaktere ihn dann aggressiv ansprachen, dass er sich seinen eigenen Film suchen soll. Die Kampagne war definitiv eine Antwort auf „Dreamworks Animations“ mehr zynischen Stil in dem ein rotzfrecher Stitch ein Film nach dem anderen ruinierte. Das lustige daran ist das „Lilo & Stitch“ keine Dreamworks Style Komödie ist, sondern eine Familien Dramedy um ein kaputtes Geschwisterpaar aus Hawaii das droht auseinander gerissen zu werden vom Kinderamt und ein Experiment aus den Weltall das nur zur Zerstörung geboren wurde. Nicht falsch verstehen, er hat eine Menge Humor, aber wer Disneys „Shrek“ erwartet hatte war wohl enttäuscht.

Viele waren es wohl aber nicht, denn nicht nur war er der erfolgreichste Disney der 2000er ohne Pixar, sondern auch der Beste. „Lilo & Stitch“ ist einer dieser Filme mit einem außergewöhnlichen Charme, der Elemente die eigentlich nicht zusammenpassen zusammenwirft (reales Familiendrama trifft auf wacky Aliens) und es dazu bringt zu funktionieren. Der Regisseur Chris Sanders der später den großartigen „Drachenzähmen leicht gemacht“ für Dreamworks Animation drehte erschuf einen Film der nicht nur Zuschauer Ansprach und von vielen als einer der besten Disney Filme aller Zeiten geliebt wird, sondern auch auf langer Sicht die Kasse Klimpern lies.

Das größte Lob das ich den Film geben kann ist, dass er verhindert zum Großteil einen klischeehaften Bösewicht zu haben (selbst Jamba, der angeblich Böse ist, ist eher ein Weirdo). An sich liebe ich Disney Bösewichte, aber hier hätte es einfach zum allgemeinen Ton nicht gepasst. Selbst der Sozialarbeiter, ein Mann namens Cobra Bobo, hätte wie es oft in diesen Filmen der Fall ist ein typisches Arschloch sein können das es genießt Familien zu zerstören, stattdessen versteht er Nani’s (Lilo’s große Schwester und nach dem Tod ihrer Eltern legale Erziehungsberechtigte) Lage und die Gesamtsituation, macht ihr aber auch klar, dass sie jetzt an Lilo und ihr wohlergehen denken muss selbst wenn sie dann getrennt werden. Dass der Film so bewusst dieses Klischees umschifft als ein Disney Produkt, die oftmals gerne in eben jenen so gerne des Öfteren eintauchen, ist wahrlich erfrischend.

Doch der Film würde nicht so gut funktionieren wäre es nicht für Lilo und die Beziehung mit ihrer großen Schwester als auch mit Stitch. Lilo ist mit Abstand das beste Kind das Disney jemals geschrieben hat. Sie ist unberechenbar, seltsam, kann gewalttätig werden auch wenn sie im Grunde ein sehr liebes Kind ist und sieht die Welt komplett anders als die Erwachsenen, inklusive ihrer Schwester. Auch funktioniert sie perfekt als kleine Schwester von Nani sowie als Stitchs beste Freundin. Der Film macht von Anfang an klar das Nani keine Mutter ist, sondern eine große Schwester und das es ihr schwer fällt nun Lilos Erziehungsberechtigte zu sein, was zu wirklich emotionalen Szenen führt. Sie und Stitch funktionieren ebenfalls wunderbar zusammen, was einfach an der wunderbaren Chemie der beiden miteinander liegt.

Ich höre oft das die Szenen mit Lilo und Nani deutlich stärker sind als die mit den Aliens und ich würde mich den auch anschließen, aber um ehrlich zu sein könnte ich mir den Film ohne sie auch nicht vorstellen, da sie absolut perfekt integriert sind. Naja, bis auf Gantu. Und da kommen wir nun zu den Punkt warum ich den Film keine 10 geben kann, denn gegen Ende spielt der am Anfang gezeigte Gantu, ein aggressiver galaktischer Polizist, eine größere Rolle als der Antagonist. Bis zu dem Punkt macht der Film einen guten Job sowas zu umgehen aber für das Finale wird Gantu dann wieder ausgepackt nur um dann ein eindimensionales Arschloch zu spielen, absolut langweilig und uninteressant. Das Finale (mit Ausnahme der Schlussszenen, die wunderbar sind) ist allgemein nur okay, wobei ich es zumindest dank Disney+ dieses Mal zum ersten Mal unzensiert sehen konnte (ja, der Film war in Deutschland geschnitten, obwohl nichts Schlimmes passiert). Es ist ganz nett, aber aufgrund der Tatsache, dass es nach 9/11 komplett umgearbeitet werden musste (im Original klauen Stitch und die anderen ein Flugzeug um Lilo vor Gantu zu retten und rasen damit auch in Gebäude… autsch) merkt man deutlich wo Federn gelassen wurden.

Schade, denn er ist wie gesagt der beste Film der 2000er und für mich so nah an „Biest“ und „Löwen“ dran wie es geht, etwas, das nur zwei weitere Filme schafften zu denen wir noch kommen. Wäre es für ein besseres Finale gewesen hätte er dies auch geschafft, so bleibt aber immer noch ein wunderbarer Film.

Wertung: 9,5/10


#43: Der Schatzplanet (2002)



Ladies und Gentleman, ich gebe euch den Film der den handgezeichneten Film wohl den absoluten Todesstoß gab, Ron und John Passionsprojekt, „Der Schatzplanet“. Der größte Flop in der Geschichte von Disney Animation und der endgültige Punkt in der das alte Management rausgeworfen wurde für ein neues, deutlich mehr Corporate freundliches, das Dinge erlies wie „Disney Filme müssen so gemacht werden, dass es perfekt für McDonald Happy Meal Tie-ins ist“ zum Beispiel (deswegen nachdem Catmull und Lasseter übernahmen ihr erster Schritt es war den McDonalds Deal zu killen der seit den 90ern existierte) oder das sie ab nun an alle Computeranimiert sein müssen. Hat halt auch nicht geholfen das Disney sich entschied „Ice Age“ für „Schatzplanet“ den Pass zugeben.

Es tut mir vor allem leid für Ron und John, die über Jahre für diesen Film gekämpft haben nur um zu sehen wie kaum einer ihn guckte und er den (westlichen, Japan existiert zum Glück noch) handgezeichneten Film killte. Vor allem da er wirklich richtig gut ist, der letzte starke Film der 2000er bevor dank „Corporate Meddling“ alles den Bach runterging. Ich bin zwar nicht so verliebt in ihn wie viele andere Hardcore Disney Fans, aber es gibt viel an ihn zu mögen. Allen voran das visuelle sowie die Beziehung zwischen John Silver und Jim Hawkins (ja, es handelt sich hierbei um die „Schatzinsel in SPAAAAAAAAAAAAAACE“).

Ich versuche zwar nicht zu viel über technische Details zu reden in diesem Projekt, weil ich sonst Ewigkeiten hieran sitzen würde, aber hier komme ich nicht drum, denn Animationstechnisch ist „Schatzplanet“ beeindruckend. Er ist eventuell der einzige Disney Film der wirklich perfekt handgezeichnetes und CG miteinander verbunden hat (nur selten ist etwas schlecht gealtert, wie die Weltraumwale, aber auch die sind immer noch besser als zum Beispiel die Hydra in „Hercules“), was vor allem an den Cyborg John Silver zu sehen ist. Die Roboterteile an ihn sind alle Computeranimiert und oft merkt man das nicht mal, ehrlich gesagt sehr überraschend wie gut es gealtert ist. Das Art Design des Films ist etwas wo nicht alle einer Meinung sind, da es viktorianische Designs mit „Steampunk Sci-Fi“ verbindet, entweder man mag es oder man hasst es. Ich persönlich liebe es sehr, wenn Dinge die komplett im Gegensatz zueinanderstehen so gut zusammengebracht werden, etwas was vor allem im Medium Animation meistens funktioniert. Und auch „Der Schatzplanet“ macht damit einen guten Job.

Von den Charakteren her ist allen voran John Silver hervorzuheben, der Bösewicht des Films und mit Abstand der beste Charakter den Ron und John je kreierten. Seine Vater-Sohn Beziehung mit Jim Hawkins und seine Entwicklung von jemanden, der anfangs nur den Schatz will doch immer mehr sich um den Jungen sorgt und ein gewissen entwickelt ist glaubhaft und stark erzählt. Hawkins ergänzt Silver auch perfekt, denn anstatt sich „den Club der Protagonisten mit toten Eltern“ anzuschließen lebt seine Mutter noch während sein Vater einfach abgehauen ist, weil er keinen Bock hatte. Dies wird in einer starken Szene in der Szene des Films deutlich und Dialoglos gezeigt (man muss halt nur mit 2000er Musik lieben, der Song gefällt mir aber sehr). Wäre es nicht für Hawkins und Silver, würde wohl keiner den Film so sehr mögen wie sie es tun, denn um ehrlich zu sein, die anderen Charaktere sind zwar toll gestaltet, aber lediglich zweckmäßig.

Der Professor und der Kapitän sind noch in Ordnung, aber die restlichen Charaktere, auch Jims Mutter und der Sidekick Murph, existieren nur, wobei das mir immer noch lieber ist als der Roboter B.E.N der in der zweiten Hälfte des Films auftaucht und absolut unerträglich ist. Ja, er kommt erst sehr spät vor, aber das macht ihn nicht weniger anstrengend. Wenn Silver der beste Ron und John Charakter ist, dann ist B.E.N der schlimmste. Er killt wirklich viel was ich an den Film geliebt habe bis zu seinen auftritt.

Aber ja, ein wirklich toller Film, auch wenn ich wie gesagt ihn nicht so abfeiere wie andere Disney Fans. Und ich habe nichts als Respekt für Ron Clements und John Musker, die ich beide bewundere und dass ihr Traumfilm so kolossal floppte ist einfach nur tragisch. Doch noch schlimmer ist das beide nach dem Film gefeuert wurden vom neuen Management. Wie ich anfangs sagte, die erste Hälfte der 2000er finde ich bis auf die verdammten Dinos stark, ab hier geht es leider den Bach runter.

Wertung: 8/10

Weiter geht es in Teil 2…
 

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Road to the „Encanto“ Part 5 – Die Wilden 2000er, Part 2

Eigentlich wollte ich nur eine Einleitung pro Part machen, aber die 2000er waren so turbulent und so eine Katastrophe Backstage, das stellenweiße WWE richtig kompetent wirkt im direkten Vergleich. Disney verzeichnete Flop nach Flop, während Dreamworks mit „Shrek“ ein kulturelles Phänomen erschuf und Pixar Kassenschlager nach Kassenschlager landete sowie zahlreiche Kritikerlieblinge. Vor allem Pixar wurde immer mehr zum Ärgernis für Eisner und sein Ego, so sehr, dass er sie bei einen neuen deal deutlich drücken wollte. Pixar und der damalige Besitzer Steve Jobs (DER Steve Jobs) sagten Disney das sie sich verpissen können, etwas was Eisner nicht gebrauchen konnte, denn nicht nur das Animationsstudio war auf den absteigenden Ast, auch die Parks liefen nicht wirklich gut (Disneyland Paris hat noch NIE einen Penny eingenommen und Hong Kong Disneyland war eine riesen Enttäuschung) und Eisner verlor viel Geld mit Projekten die nie irgendwohin gingen (Disney Quest, Disneys Amerika). Wundert es da einen das Walts Neffe Roy E. Disney entschied einen Coup gegen ihn zu starten, wohlgemerkt mit Erfolg?

Aber bleiben wir beim Animationsstudio, denn nach dem Flop „Der Schatzplanet“ durfte Thomas Schumacher seinen Hut nehmen und wurde ausgetauscht mit David Stainton, der das Animationsstudio komplett auf den Kopf stellte. Er feuerte Ron Clements und John Musker nachdem ihr Pitch für ihren ersten CG Film „Fraidy Cat“, eine Hommage an Alfred Hitchcock, nicht gut ankam bei den Anzugträgern die nun deutlich mehr Kontrolle hatten als jemals zuvor (O-Ton eines Offiziellen: „wen interessiert eine Hommage an einen toten fetten?“). Er schloss das neue Animationsstudio in Florida, sagte den Zeichnern das Disney Filme nicht mehr die ganze Familie ansprechen sollten, sondern nur noch Kleinkinder, alle Filme müssen den McDonalds Happy Meal Guidelines entsprechen (man kann nicht genug sagen wie wichtig dieser dämliche Happy Meal Deal für Disney damals war) und vor allem handgezeichnete Filme waren von nun an ein No-Go, nach „Die Kühe sind los“ sollte damit Schluss sein. Ich will nicht alles auf Stainton schieben, am Ende war er auch nur ein angestellter, aber er machte keinen guten Job darin sein Studio zu motivieren, die durch das immer größere Einmischen von oben und das allgemein toxische Umfeld von damals mit dem Studio nach und nach immer mehr abgeschlossen haben. Auch nicht geholfen haben die furchtbaren Direct-to-Video Sequels, welche zwar kurzzeitig Geld machten, aber langzeitig den ansehen von Disney Animation schadeten (wobei sie für diese Machwerke nicht mal verantwortlich waren, sondern Toon Disney).

Das einmischen von oben sorgte dann auch für einige der schlechtesten Filme der Maus. Ich bleibe bei dem was ich anfangs gesagt habe, nämlich, dass ich die erste Hälfte der 2000er für wirklich stark halte. Die zweite Hälfte hingegen war gerade zu Anfang furchtbar. „Dinosaurier“ ist der schlechteste Disney aber auch nicht wirklich hassenswert denn dafür ist er zu langweilig, aber hier kommen nun die Filme die ich wahrlich hasse. Gott sei Dank hatte Roy Erfolg und Eisner musste seinen Hut nehmen, da sogar die Aktionäre genug hatten von ihm.

Eisner war raus und Bob Iger war drin, der sofort einige wichtige Schritte ging, der erste war es Pixar aufzukaufen und ihre zwei wichtigsten Männer, Ed Catmull und John Lasseter, an die Spitze beider Animationsstudios zu setzten. Beide überredeten Iger den McDonalds Deal zu killen, stellten sofort die Video Sequels ein und versuchten das Studio um 180° Grad zu drehen. Wer allerdings hofft, dass das Studio sofort wieder Hits und großartige Filme raushaut wird enttäuscht sein, es war besser als unter Stainton, aber es dauerte bis die Filme wirklich wieder gut wurden, und große Erfolge verzeichnete Disney immer noch nicht (dafür aber Pixar). Und im Nachhinein fällt es mir schwer Lasseter heute zu loben gemessen daran was alles über ihn rauskam in den letzten Jahren. Aber ja, es war schon zu einem wesentlichen Teil ihn zu verdanken, dass das Studio sich wieder fing.

Aber gut, fangen wir an, bringen wir die 2000er hinter uns damit ich über die Modern Age schreiben kann.


#44: Bärenbrüder (2003)


„Bärenbrüder“ ist schlecht, und das traurige ist das die erste halbe Stunde sehr vielversprechend ist. Kenais Hass auf Bären ist von Anfang an irgendwie dämlich da nie erklärt (ja, ein Bär tötet seinen ältesten Bruder, aber er hasste sie schon vorher abgrundtief), aber die Idee von einen jungen Mann der von Trauer zu zerfressen ist, einen großen Fehler macht und von den geistern bestraft wird alles aus einer neuen Perspektive zu sehen ist eine wirklich gute. Und die Szene auf den Berg mit den Geistern ist Phänomenal.

Aber dann wird Kenai in einen Bären verwandelt und der gesamte Ton des Films verändert sich schlagartig, da er sich nun um einen nervigen Baby Bären kümmern darf während furchtbare Phil Collins Songs den gesamten Film runterziehen.

Wo er mir bei „Tarzan“ gar nicht auf die Nerven ging, so stört Phil mich hier gewaltig. Zum einen Singt er nur zwei der Songs komplett selber, der Rest wird von anderen gesungen (der erste von Tina Turner und um fair zu bleiben – er ist der einzige gute Song), zum anderen sind sie einfach nicht gut. Das Kronjuwel ist dann der letzte Song, der einen Moment komplett ruiniert der richtig emotional hätte werden können. Dieser eigentlich kraftvolle Moment, der den Film vielleicht ein wenig hätte retten können verkommt dadurch zu Parodie und lässt mich laut auflachen (eine der Lines die Phil mit seinem Akzent auf Deutsch Singt ist allen Ernstes „Bruder Bär, es tut so weh“, no shit Sherlock).

Aber selbst ohne die Songs hätte man am Ende einen nervigen Film gehabt, da die Charaktere einfach nicht die Schnauze halten können. Er versucht so verzweifelt witzig zu sein aber ist es niemals, und die paar dramatischen Momente ziehen ihn nicht höher. Die Bruderbeziehung zwischen Kenai und Kuda (der Baby Bär) ist sehr oberflächlich und uninteressant, zumal Kenai nicht grade sympathisch ist.

Wie man so viel Potenzial das Klo runterspülen kann muss mir immer noch erklärt werden, aber sie haben es geschafft mit dieser Ente von einem Film.

Wertung: 4/10


#45: Die Kühe sind los (2004)



Ich kann gar nicht beschreiben, wie schlecht dieser Film ist, zumal er wirklich als der letzte handgezeichnete Disney Film geplant war. Erneut, „Dinosaurier“ ist in meinen Augen der schlechteste, aber dies ist der Film den ich am Meisten hasse. Und gemessen daran, dass er allen Ernstes als Hommage an die „Looney Tunes“ Cartoons durchgehen wollte darf sich nicht nur Walt, sondern auch die legendären Künstler bei WB wie Chuck Jones oder Bob Clampett in ihren Gräbern rumdrehen. Für einen „Looney Tunes“ Short fehlt ihn der clevere Humor sowie das Timing beim Slapstick, für einen Disney Film fehlt ihn das Herz und für beides die Klasse.

Bis auf zwei oder drei Momente (der Steve Buscemi Charakter ist das einzige was ich an den Film mag) stirbt jeder Witz, was für eine CARTOON COMEDY nicht gut ist. Alles ist entweder zu kindisch oder zu langgezogen, der Slapstick ist zu langsam und hat keinerlei Impact und niemand, wirklich niemand, hält die Klappe. Für mich ist der Film einfach aneinandergereihter Lärm, allen voran, wenn das Pferd Buck auftaucht, ein wirklich nervtötender Charakter.

Der Film hat aus irgendwelchen Gründen nebenbei 110 Millionen US Dollar gekostet und ich weiß echt nicht warum. Das Charakterdesign ist in Ordnung, aber die Animation ist wie schon gesagt zu steif und kraftlos und die Kolorierung ist absolut grauenvoll. Nur noch schlimmer ist der Fakt, dass das CG in den Film lachhaft schlecht. Ich weiß der Gag „PS2 Spiele sehen besser aus“ heutzutage oft verwendet wird, aber bei den CG Modellen im Film trifft es voll zu, sie sehen allesamt unfassbar billig aus und das dürfte nicht sein, wenn man bedenkt das er mehr als 100 Millionen kostete. Der Big Ben in „Basil“, ein Film der zu dem Zeitpunkt fast 20 Jahre alt war, war ein besseres CG Modell.

Dann wären da die Songs von Menken, aber wer glaubt das der Film ein Musical ist, den muss ich enttäuschen, sie sind allesamt nur Background Songs, furchtbare Songs nebenbei. Ich habe nichts gegen Country, um ehrlich zu sein mag ich guten sogar sehr, aber nicht eines der Lieder ist es wert das man sich daran erinnert. Sie sind seicht und langweilig, seelenlos beschreibt es perfekt.

Ein wirklich ärgerlicher, nerviger Streifen und das einzige lustige an der ganzen Geschichte ist das McDonalds sich weigerte Happy Meal Toys anzubieten, weil sie Kinder nicht daran erinnern wollten was das für ein Fleisch in den Burgern ist. Das ist wirklich wahr…

Wertung: 2/10


#46: Himmel und Huhn (2005)



Nur noch 4 Filme, komm zieh es durch Aspie. Kommen wir daher nun zum Film der von fast jeden als schlechtester Disney aller Zeiten angesehen wird.

Aber ganz ehrlich? Weder langweilt er mich so krass wie „Dinosaurier“ noch kotzt er mich so an wie „Die Kühe sind los“, ich finde den Film einfach erbärmlich. Dies war der erste richtige CG Film von Disney Animation und man merkt wie sehr sie wollten, dass er ihr Shrek wird. Und der Film will dies so verzweifelt, mit jeder Menge Filmreferenzen, Popsongs sowie modernen und zynischen Humor. Das Problem ist das Disney nicht Dreamworks ist und man merkt das diese Art von Film ihnen nicht liegt. Es gibt nichts zu lachen da all diese Referenzen so schlecht in den Film integriert wurden das man als erwachsener lediglich Kopfschmerzen bekommt. Die anderen Gags sind fast alle furchtbar, die einzige Szene die mich etwas zum Schmunzeln bringt ist das Baseballspiel sowie das Ende mit einem Gastauftritt vom großartigen Adam West. Ansonsten gibt es nur sinnloses Gequatsche, Fettenwitze, 08/15 Slapstick sowie den Fakt das jeder in dieser Stadt ein Soziopath ist die kein Problem damit haben einen jugendlichen fertig zu machen.

Und das ist im Grunde auch glaube ich der Hauptgrund warum so viele diesen Film hassen und sogar unkomfortable finden, denn jeder in diesen Film ist ein riesen Arschloch. Kurz zur Story: Hühnchen Junior versetzt die Stadt in Panik, weil dieser glaubt der Himmel stützt ein wobei dann alle vermuten, dass es nur eine Eichel war als er ihnen das Stück Himmel nicht mehr zeigen konnte. Daraufhin hassen ihn alle wie die Pest und produzieren auch einen Film darüber was für ein Schwachkopf er ist. So ja, Junior Ziel ist es dafür zu sorgen das die Stadt aufhört ihn emotional zu MISSHANDELN! Erneut, ich glaube das liegt an „Shrek“ („fast jeder in „Shrek“ ist ein Arsch, deswegen sind auch alle hier Ärsche“), aber „Shrek“ hatte auch als Parodie auf Disney Filme immer noch mehr Herz und Klasse als das hier wodurch es dort weitaus besser funktionierte als hier. Am Ende ist halt Disney immer noch Disney und diese Art von Animationsfilm ist einfach nicht ihre Stärke, wo durch er einfach extrem fies und herzlos rüberkommt.

Juniors Hauptziel ist es die Beziehung zwischen ihm und seinen Vater herzustellen der sich seit der Geschichte mit der Eichel mehr und mehr von ihm distanziert. So kann irgendjemand mir, dem Publikum, erklären, warum ich die beiden wieder gemeinsam sehen möchte wenn sein Vater so ein Arschloch ist? Er sagt seinen Sohn am Anfang des Films das er einfach untertauchen, oder besser gesagt verschwinden soll damit die Stadtleute ihn (und mit ihn meint er sich selbst) in Ruhe lassen. Wenn sein Sohn ihn mitteilt das er Baseball spielen will, sagt sein Vater ihn das er sich keine großen Hoffnungen machen möchte bitte, und als es später so aussieht als ob er den gleichen Fehler wiederholt und sein Sohn ihn anbettelt ihn bitte zu glauben dieses Mal (nebenbei, welche Stadt gerät in Panikattacken so häufig wenn eine verdammte Glocke läutet?), sticht er ihn wie beim ersten Mal ein Messer in den Rücken. Die einzigen Male wo er auf seiner Seite ist, sind zum einen wenn er das Baseball-Spiel gewinnt und kurz bevor die Welt vor ihrem Ende steht und Junior die Lösung hat sie zu retten. Was geht mehr zu Herzen denn die Beziehung zwischen Sohn und Erfolgseltern. Fuck off.

Es gibt so viel falsch an dem Film: Die hassenswerten Charaktere, die nervigen SIdekicks, die hässlichen Charaktermodelle, die furchtbare Vater-Sohn Beziehung und ich habe noch nicht mal erwähnt das die Story vollkommen Coco-Banana ist. Und was ich jetzt hier niederschreibe ist mit Abstand das dümmste in all diesen Filmen, denn nachdem Junior das Baseball-Spiel gewinnt wird aus dem Film ein Alien Film. Genau, dies ist ein Sportfilm, der zu einem Sci-Fi-Film wird. Ich weiß nicht ob die Macher einfach gelangweilt waren und keinen Fick mehr gaben oder aber (was wohl wahrscheinlicher ist) es so viele Einmischungen von oben gab das der Film halt komplett den Verstand verlor.

Als ich jünger war habe ich nicht verstanden warum so viele ihn hassten. Ich war nie ein großer Fan, aber ich fand ihn nicht so schlimm wie viele ihn machten. Nun im Jahr 2022 nehme ich dies zurück, denn er ist furchtbar. Ein schizophrenes, fokusloses Machwerk das sich dem 2000er Zeitgeist was ein Animationsfilm sein sollte anpassen wollte und kläglich scheiterte dabei. Kein Wunder das nachdem ihn keiner mochte Disney sich entschied Pixar zu kaufen. Die beste Entscheidung die sie jemals trafen.

Wertung: 2/10


#47: Triff die Robinsons (2007)



Die 2000er waren vollgestopft mit Filmen von Disney die später zu Kultklassikern wurden. „Lama“, „Atlantis“, „Schatzplanet“ – sie alle haben ihre Fans bekommen viele Jahre später. „Triff die Robinsons“ war kein Unterschied, denn er war kein Erfolg hat aber über die Jahre eine große Fanbase aufgebaut. Doch im Vergleich zu den anderen genannten verstehe ich es nicht so wirklich.

Ich mag „Triff die Robinsons“ und man merkt deutlich den positiven kreativen Einfluss Pixars auf den Film (der spätere zurecht gefeuerte perverse John Lasseter war ab hier an sowohl für Disney als auch Pixar kreativ verantwortlich), aber man merkt auch, dass der Film noch vor dem Pixar kauf in Produktion war. Es gibt auch hier einige sinnlose Filmreferenzen, einige Szenen haben keinen Fokus und es sind zu viele Charaktere. Aber hey, sie sind zumindest keine kinderfressenden Monster und keiner nervt mich, so das ist ein Pluspunkt. Ich mag den Hauptcharakter, die Zeitreisetwist sind zwar vorhersehbar aber gut umgesetzt und der Bösewicht ist großartig, so das sind definitive Pluspunkte.

Ich glaube was mich stört ist wie häufig die Message „Gib niemals auf“ wiederholt wird. Die Message selber wird ständig wiederholt und weil sie an sich gut ist und am Ende mit einem wundervollen Zitat von Walter E. Disney abgerundet wird wiederholt der Film sie so oft das es mir irgendwann auf die Nerven ging. Viele beschweren sich wie oft „Raya und der letzte Drache“ wiederholt das Raya niemanden vertraut (und ja das ist ein Problem, dazu kommen wir aber noch), aber nach dem zwanzigsten „Gib niemals auf“ ist davon keiner genervt? Nichts daran ist Subtil oder wirklich kraftvoll (bis auf das Ende). Das Zeug mit dem Bösewicht dazu im Vergleich, wie er zudem wurde was er nun ist (und seine Geschichte ist gleichermaßen erbärmlich lustig wie traurig) funktioniert da deutlich besser wie wichtig es ist, in die Zukunft zu blicken und die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Aber ja, ich freue mich für jeden der sich für „Robinsons“ begeistern kann – ich mag ihn, aber gehöre nicht dazu.

Wertung: 6/10 (auf Twitter war es noch eine 7, aber einige Wertungen haben sich wie erwähnt nochmal geändert nachdem ich einiges hab einsickern lassen)



#48: Bolt (2008)


Okay, hört euch das an: „Bolt“ hieß zu einen gewissen Zeitpunkt „American Dog“ und war vom „Lilo und Stitch“ Regisseur Chris Sanders. Er war zwar ein CG Film, aber hatte wie sein erstes Werk einen Wassermalstil und handelte von einem Schauspielerhund der sich in der Wüste verirrt und dort auf eine einäugige Katze mit Augenklappe trifft sowie einen radioaktiv verseuchten Hasen in Menschengröße und versucht, zurückzukommen. Lasseter, das Arschloch das er ist der lediglich seine Ansichten gelten lässt, hasste den Film und wohl auch Sanders, der Film wurde eingestampft und Sanders verließ Disney für Dreamworks wo er „Drachenzähmen leicht gemacht“ drehte.

Stattdessen bekamen wir „Bolt“ eine 08/15 CG-Tierkomödie in der Bolt (oder wie ich ihn nenne „Wuff Barkyear“) glaubt ein echter Superhund zu sein obwohl es nur eine Rolle in einer TV Show ist, weil die Produzenten der Show alles daran setzten ihn das glauben zu lassen. Doch Bolt findet die Wahrheit raus und lernt dank der Katze Mittens dass es vollkommen ok ist ein normaler Hund zu sein. Ja John, ich habe „Toy Story“ gesehen und er war besser, ich habe auch „Truman Show“ gesehen, einen meiner absoluten Lieblingsfilme, und der war definitiv besser. „Bolt“ ist absolut nichts Besonderes, weder inhaltlich oder technisch, aber das passiert nun mal, wenn man einen Film kurz vor Release dermaßen umschmeißt und alles in ein paar Monaten umkrempeln muss. Er ist zumindest kompetent und unterhaltend genug das ich ihn ok finde.

Ich glaube bei dieser Produktion ist „er ist kompetent“ wohl auch das größte Kompliment das ich geben kann.

Wertung: 6/10


#49: Küss den Frosch (2009)



Am Ende der Dekade hat Disney unter Catmull und Lasseter noch ein letztes Mal versucht, den klassischen Animationsfilm wiederzubeleben, gedreht von den wiedergekehrten Disney Legenden Clements und Musker, der erste Musical Film seit den 90ern und der erste Prinzessinnen Film seitdem ebenfalls. Und nicht nur das, Disneys erste schwarze Prinzessin, in einem moderneren Setting als ihre meisten Märchenfilme in dem der Film 1927 in New Orleans spielt. Ein klassisches Disney Musical in einem interessanten Setting, was kann da schiefgehen?

Leider einiges, denn „Küss den Frosch“ ist leider keim Home Run der den handgezeichneten Film rettete. Zum einen lag das am lahmen Marketing das nur daran erinnerte wie gut alte Disney Filme waren denn zu zeigen warum man diesen neuen gucken sollte. Der Film lief ok an der Kasse, aber nicht gut genug, weil er zur gleichen Zeit lief wie James Camerons Avatar. Spätestens ab hier verlor Disney jegliches Interesse an handgezeichneten Filmen und bis heute wird so getan als ob er der letzte handgezeichnete Film von Disney Animation ist obwohl es noch einen Winnie Puh Film gab.

Zum anderen ist der Film nichts Besonderes. Er fühlt sich unfassbar altbacken an. Ich bin zwar froh das er klassisch Disney ist und nicht ein weiterer „Shrek“ Klon, aber in seinen Versuch diese Old School Magie einzufangen stolpert er gewaltig. Lustiger weiße war ich früher ein harter Disney Fanboy und habe den Film unnötig in den Himmel gelobt, im Nachhinein würde ich gerne in die Vergangenheit reisen um mir selber in die Eier treten. Er ist ok, aber um handgezeichnete Filme zu retten brauchte es mehr als ok.

Und das wirklich traurige an dem Film? Die ersten 20 – 30 Minuten sind großartig! Tiana ist ein wunderbarer Charakter die zu meiner Lieblingsprinzessin hätte werden können wäre da nicht der Twist. Die ersten Songs, allen voran „Ganz nah dran“ und „Freunde im Schattenreich“ sind großartig. Das Setting mit den 1920er New Orleans ist wunderbar charmant. Der Film bringt alle Teile der Story sowie die Charaktermotivationen perfekt zusammen. Und dann entscheidet sich Tiana, die vom in einen Frosch verwandelten Prinz Naveen ein Angebot bekommt ihren Traum vom Restaurant zu retten in dem sie ihn wieder zum Menschen küsst, weil er glaubt, dass sie eine Prinzessin sei (Kontext: Kostümball und Prinzessinnenkostüm).

Sie ist keine und als Strafe wird sie ebenfalls zum Frosch verwandelt… und ab hier starten alle Probleme des Films.

Mal abgesehen davon das es schon alleine DREI Filme nun gibt wo der Hauptcharakter in ein Tier verwandelt wird in dieser Dekade, was bringt es diesen Film das Disneys schwarze Prinzessin von nun an bis zum Ende des Films nicht mehr als Mensch, sondern als Amphibie zu sehen ist? Nun, mal abgesehen davon, dass das beeindruckende New Orleans durch einen langweiligen Sumpf ausgetauscht wird der visuell nichts her gibt haben beide in Frösche verwandelte von nun eine Story wo sie sich abgrundtief hassen bis der Film sich entscheidet das sie sich von nun an Lieben.

Gibt es noch irgendjemanden der diese Art von Story nicht mehr leiden kann? Nachdem Hollywood und allen voran Disney für ihre „Liebe auf den ersten Blick“ Storys zerrissen wurde fingen sie diese an auszutauschen mit Geschichten wo sich das Pärchen am Anfang nur hasst nur um dann am Ende zu erkennen das sie sich eigentlich lieben. Und da wir alle unsere Hassklischees haben, meines ist definitiv das hier. Ich habe keine Probleme damit, wenn Paare das Gegenteil von einander sind, wenn dadurch gesorgt wird das sie dadurch an ihren negativen Aspekten arbeiten (Tiana ist sehr hart Arbeitend aber hat keinerlei Gefühl dafür auch mal das Leben zu genießen, Naveen will nur feiern und hat keinerlei Verantwortungsgefühl), aber ich habe sehr viele Probleme damit wenn beide nichts anderes als Verachtung für einander empfinden. Ich mochte Tiana sehr und auch Naveen war Unterhaltsam, aber nun stecken sie in dieser chemielosen Romanze fest die nur daraus besteht das sie sich am Liebsten erwürgen möchten.

Aber okay, was auch immer, die sympathischen Hauptcharaktere sind nicht mehr sympathisch, ist denn der Rest des Films noch gut? Naja, es geht. Wie gesagt, ich bin kein Fan von Sumpfsetting, ein Großteil des Humors besteht aus dummen Slapstick mit den Fröschen, den Sidekicks (ein dicker Trompete spielender Alligator namens Louies der NICHTS zur Story beiträgt und ein Hillbilly Glühwürmchen mit Canyun Akzent namens Rey, den viele hassen aber ich ehrlich gesagt mag), den größten Sumpfhillbilly Stereotypen die ich je in einen Kinderfilm sah sowie Lawrence, Naveens gedemütigter Butler der genug von ihm hat und mit den Bösewicht gemeinsame Sache macht. Aber die Songs sind noch gut, der Bösewicht ist großartig den gesamten Film über und ich mag die Story an sich, nur nicht wirklich so sehr wie sie erzählt wird.

Ich weiß nicht, ich sehe hier definitiv das Potenzial das hier irgendwo ein moderner Disney Klassiker vergraben ist, aber er macht nichts aus seinen Möglichkeiten. Der Froschtwist ist zwar nicht dämlich, aber saugt dem Film viel Charme aus. Ganz ehrlich, er fühlt sich mehr nach den Filmen an die Disney VOR der Renaissance produzierte denn als ein Film DER Renaissance. Aber damit ist er der perfekte Abschluss dieser eher durchwachsenen Dekade, die nach einen starken beginn rapide abstürzte.

Wertung: 6/10


Zeit für die 2010er Jahre…
 
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Wertungen: JME

Asperger Crow

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Road to the Encanto, Part 6 – die moderne Ära

In den 2010er Jahren gab es was Animationsstudios betraf einen gewaltigen Paradigmenwechsel. Pixar, die mit eiserner Hand über die Industrie herrschten und einen Klassiker nach dem anderen Produzierten kamen im Mittelmaß an und produzierten nun auch Gurken wie „Cars 2“, „Merida“ und meinen persönlichen Favoriten der Pixar Fehler „Arlo und Spot“. Dreamworks produzierten mehr Filme denn je (ich würde argumentieren ZU viele), aber ein Großteil ihrer Filme floppte hart und da Animationsfilme viel Geld kosten rutschte das Studio hinter dem Megaphänomen „Shrek“ immer mehr in die Bedeutungslosigkeit ab. Sie existieren noch und produzieren noch Filme unter den Comcast Schirm als Teil von Universal Studios, aber Relevanz haben sie keine mehr für die Industrie.

Dafür gingen neue Sterne auf, und da wir grade bei Universal Studios sind: ihr hauseigenes Animationsstudio Illumination war wohl der größte neue Stern. Ein Studio das ihre Filme so billig wie möglich produziert mit dem höchst möglichen Profit im Auge und Hit nach Hit nach Hit gaben ihnen recht. Persönlich habe ich null Respekt vor dem Studio und halte sie für ein übles Krebsgeschwür, weil sie keinerlei Respekt vor dem Medium haben mit dem sie arbeiten. Aber gut, sie sind erfolgreich, das muss man ihnen halt geben und leider werden immer mehr Studios ihr Geschäftsmodell so billig und schnell wie möglich zu produzieren kopieren.

Dann gab es Sony Pictures Animation. Das Studio hatte bis Mitte der 2010er Jahre einen üblen Ruf was einer Anzahl von schlechten Filmen zu verdanken ist. Ich mochte persönlich das Studio da sie Computeranimation immer weiter pushen wollten um zu gucken was aus dem Medium rauszuholen ist, aber ja, viele ihrer Filme waren wirklich grauenvoll. Doch dann kam der hier so oft gelobte „Spiderverse“ und alles änderte sich schlagartig für das Studio. Auf einmal waren sie der Ort wo alle arbeiten wollten, wo man experimentieren kann. Es folgen eine Anzahl von guten Filmen bis sogar großartigen Filmen wie „Die Mitchells gegen die Maschinen“ die das Studio von einer Lachnummer zum „Hot Shit“ erhoben. Der große finanzielle Erfolg bleibt noch aus, aber der Impact auf die Industrie ist schon da.

Doch wenn es in dieser Dekade einen wirklich großen Gewinner gab, dann war es Disney Animation Studios, die deutlich ambitionierter waren als Illumination und mehr Erfolge erzielten als Sony Animation es je tat. Eine Dekade vorher war Disney der Industrie Punching Bag, nun waren sie wieder an der Spitze. Diese neue Ära wird auch oftmals gerne als neue Disney Renaissance bezeichnet, was, wenn man bedenkt in der wahren Disney Renaissance alles rauskam, ein ziemlicher Ritterschlag ist. Was für eine Cinderella Story.

…aber ist es wirklich so?

Fair ist Fair: rein finanziell ist die neue Ära ein großes Ding für Disney, nachdem sie durch die 2000er stolperten. Nur drei Filme vor der Pandemie spielten weniger als 500 Millionen ein und selbst diese waren keine Flops. Und viele der Filme wurden zu beliebten Werken, darunter „Rapunzel“, „Ralph Reichts“, „Vaiana“, „Baymax“, „Zoomania“ und natürlich die „Eisköniginnen“ Filme, welche zu absoluten Merchandise Monstern wurden und mehrere Millionen für Disney generierten.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, diese Dekade war ziemlich mittelmäßig für mich. Es gab 3 Filme die wirklich großartig waren, aber ein wesentlicher Teil war so im 6 Punkte Bereich. Auch erinnere ich mich an keine Ära von Disney wo Disney Fans so hart gegen ihre Filme geturnt sind wie hier. „Die Eiskönigin“ galt als moderner Klassiker, doch nur wenige Monate später wurde der Film auf einmal zerrissen. „Baymax“ war anfangs sehr beliebt, aber auch er verlor an Popularität über Dauer. Natürlich sind das ja nur die Hardcores, das allgemeine Publikum feiert diese Filme auch heute noch ordentlich was man auch daran sieht das sie immer noch jede Menge Geld machen. Dennoch, es ist schon seltsam zu sehen wie hart Disney Fans gegen diese Ära turnten über die letzten Jahre

Was ist geschehen? Nun, ich kann nicht für alle sprechen, aber, wenn ich etwas nennen könnte was mich persönlich stört dann, dass alle Filme sich erschreckend gleich anfühlen. Dabei hat Disney vieles getan damit ihr Portfolio sich so abwechslungsreich wie möglich anfühlt. Klassische Disney Musicals wechseln sich ab mit Non-Musicals, viele Setting Wechsel von Film zu Film und sie spielen nun öfters mit ihren altbekannten Formeln. Aber die Art der Dialoge und des Humors, die Struktur ihrer Filme sowie (und für mich vor allem) das Art Design lässt es sich anfühlen als ob jeder Film das gleiche Team hätte. Wenn ich zynisch wäre würde ich Disney Animation als „Illumination mit Budget“ bezeichnen, wobei sie immer noch bessere Filme produzieren.

Aber ja, reden wir über das Art Design ihrer Filme. Wie Pixar hat Disney einen Art House Style entwickelt, der zwar definitiv CGI ist, aber die Weichheit der alten handgezeichneten Disney Filme versprüht. Das Problem an der Sache ist, ist das Disney den Stil bis heute nie Weiterentwickelt hat oder mit diesen Variiert. Pixar hingegen hat mit ihren Art House Style sehr kreative und auch neue Dinge getan, wie zum Beispiel der neue Pixar Film „Rot“. Disney hingegen hat einen Stil und der wird nicht verändert, egal was ihr sagt. Und wenn ich einige ihrer Kurzfilme betrachte wie „Paperman“ oder „Feast“ oder es vergleiche mit Sonys „Spiderverse“ oder „Mitchells“ ist es traurig wie wenig Interesse Disney hat ihr Art Design oder CG als ein Medium zu pushen.

Und nach „Vaiana“ viel das Studio dann auch wieder ab. Ja, es wurde chaotisch hinter den Kulissen als John Lasseter sich als perverser grabscher herausgestellt hat und es einen großen Management Wechsel gab, aber keiner ihrer Filme wusste zu begeistern während dieser Zeit, zumal zwei der Filme sich anfühlten wie pure Werbefilme. Sag über die 2000er was immer du möchtest, aber sie waren zumindest experimentell und jeder Film hatte seine eigene Persönlichkeit wenn auch immer noch erkennbar Disney.

Aber gut, genug geredet, bringen wir die 2010er hinter uns damit ich endlich über „Encato“ reden kein, fast 10 Monate später. Gott, bin ich langsam


#50: Rapunzel (2010)


Was für eine wilde Produktionsgeschichte: erst war der Film ein weiterer „Shrek“ denn in den 2000ern wollte jeder „Shrek“ sein vor allem Disney, dann aber überredete der legendäre Animator Glen Keane die Disney Bosse dies zu ändern in ein klassisches Märchen. Keane wollte dann auch das Medium an seine Grenzen bringen in dem der Film zwar CG war, aber wie ein Ölgemälde wirken sollte:

Doch das kam nicht wirklich voran, woraufhin Keane nicht mehr Regisseur war. Der Stil des Films wurde umgeworfen zum heutigen Disney Stil und mit einem Trick in dem „Dinosaurier“ den Animation Kanon hinzugefügt wurde zur Nummer 50, der große Jubiläumsfilm und aufgrund der schwierigen Produktion der teuerste Animationsfilm aller Zeiten mit einem Budget von 260 Millionen. Ein klassisches Disney Musicalmärchen im modernen Gewand… und perfekt für einen Disney Nerd wie mich, denn ich liebe diesen Film.

„Rapunzel“ ist wunderbar und der größte Liebesbrief an klassische Disney Filme den ich jemals sah. Er hat das klassische Disney Feeling ohne wie „Küss den Frosch“ zu altbacken zu sein. Er hat die beste Disney Prinzessin zu jenem Zeitpunkt gehabt mit Rapunzel, ein wirklich großartiger Charakter den ihre Naivität zur Außenwelt nicht so zum Verhängnis wurde wie anderen Charakteren von Disney, er hatte das bis dato beste CG Design das Disney je hatte (wer weiß wie schwer Haare in Computeranimation sind kann nicht anders als die riesigen Haare von Rapunzel zu bewundern) und er ist vollgestopft mit vielen Anspielungen auf klassische Disney Filme ohne wie die Filme von heute in ihnen zu ersaufen wie zum Beispiel die grausigen Live Action Remakes. Er ist ein modernes Disney Märchen das niemals verzweifelt wirkt eine gewisse Demographie anzusprechen wie manch anderer Disney Film (vor allem in den 2010er Jahren). Ganz ehrlich, „Rapunzel“ wirkt nochmal um einiges besser, wenn man bedenkt wie viel Mist von Disney in den nächsten Jahren nach seinem Erscheinen kommen wird. Das einzige was den Film etwas fehlt ist ein starker Bösewicht (Mutter Gothel ist nett, aber mehr nicht) und wichtiger, starke Songs.

„Rapunzel“ war die letzte Musical Komposition von Disney Legende Alan Menken. Damals fand ich das ziemlich schade, aber im Nachhinein war das wohl doch die richtige Entscheidung, einfach aus einen guten Grund: der Mann ist nicht mehr so gut wie früher. Menken macht für Disney heute nur noch den Job für ihre grausigen Remakes, basierend auf zahlreichen Filmen in denen er selber früher involviert war und wenn man sich diesen Film hier anguckt weiß man leider auch wieso. Die Songs klingen alle mehr wie Disney Channel Produktionen, allen voran Rapunzels „i want“ Song den ich einfach nicht leiden kann, nicht mal in seiner Reprise Form. Der Rest ist ok oder ganz gut („i’ve got a dream“ ist ganz nett), aber nichts was den Film wirklich besonders hervorhebt. Man kann sehen warum Menken im Nachhinein mit den Ehepaar Lopez („Book of Mormon“) sowie Lin-Manuel „Hamilton“ Miranda ausgetauscht wurde für spätere Filme.

Aber trotzdem, zweimal konnte der Mann hier nochmal scheinen, und zwar in den zwei besten Szenen des Films was dann auch tatsächlich an seiner Musik lag. Das eine ist zwar kein Song, sondern Hintergrundmusik, aber die „Kingdom Dance“ Szene ist großartig. Der Score untermalt Rapunzels Ankunft in der Stadt und beim Feiern des festes perfekt, fängt langsam und leise an und wird immer lauter und größer bis zum großen Gruppentanz. Menken schlägt hier einen richtigen Home Run aus dem Stadium und begeistert mit dem besten Score von ihm seit „Notre Dame“.

Das wahre Highlight des Films ist aber „Endlich sehe ich das Licht“, eine Liebesbalade wie sie nur Menken Komponieren kann und die letzte Musical Nummer des Films. Die Lyrik, die fliegenden Laternen im Hintergrund, Rapunzel und Flynns Realisierung was ihr neuer Traum in ihren Leben ist sowie einfach die Musik selber macht diesen Songs zur, und dass meine ich Ernst, besten Disney Liebesballade aller Zeiten, besser als „Die Schöne und das Biest“ aus dem gleichnamigen Film und besser als Aladdins „Ein Traum wird wahr“, und das sagt einiges. So mittelmäßig der Rest seiner Arbeit während dieses Films ist, so kann man zumindest sagen das dieser Song ein angemessenes Ende seiner Legende bei Disney Animation ist (er schrieb später noch einen für „Chaos im Netz“, aber das war eher ein Parodie Song auf Disney „I Want Songs“ in einen Non-Musical Film, daher sehe ich diesen hier als das Ende seiner Legende beim Studio).

So ja, toller Jubiläumsfilm mit großartigen Charakteren, einen starken Song, toller Animation und den wohl besten Sidekick der letzten Dekade (Maximus ist großartig). Noch mehr tolle Songs, ein besserer Bösewicht sowie ein stärkerer Climax als was wir hier bekamen hätten ihn eventuell die 10 Punkte gebracht, so bleibt aber immer noch ein starker Film und auch wenn ich etwas Sauer bin das ich gezwungen wurde den grauenvollen „Dinosaurier“ zu gucken damit „Rapunzel“ zur 50 werden kann, so ist er der perfekte Jubiläumsfilm.

Wertung: 9/10



#51: Winnie Puh (2011)


Es ist Winnie Puh. Er ist ganz niedlich und sieht recht hübsch aus, aber er gibt mir nichts und der Fakt das dies der letzte handgezeichnete Film in der Geschichte Disneys ist (nicht „Küss den Frosch“, auch wenn Disney das Leute gerne glauben lassen würde) gibt mir Kopfschmerzen. Der Paketfilm der zu dem Zeitpunkt ca. 40 Jahre älter war ist besser, und der bekam eine 6/10. Daher hier eine 5.

Wertung: 5/10



#52: Ralph reichts (2012)


Wir alle haben diesen Film den wir für stark überbewertet halten während ihn alle anderen Lieben und meiner definitiv ist „Ralph reichts“. Dabei war das ein Film auf den ich mich damals richtig freute, ein Disney Film vollgestopft mit legendären Videospielcharakteren wie Bowser aus Super Mario oder Zangief auf Street Fighter (auch wenn Zangief kein Bösewicht ist, dass macht der Film falsch. Zangief ist kein Schurke, Disney). Und Regie führt Simpsons Legende Rich Moore. Und „Ralph“ ist ein guter Film – aber mehr auch nicht.

Eins meiner Problem ist das der Film deutlich zu wenig mit seinem Setting macht. Sobald Ralph in Sugar Rush landet sitzt er dort für den Rest des Filmes fest und kommt nicht mehr raus bis zum Ende. Und guck, ich verlange nicht, dass der Film mit hunderten von Cameos vollgestopft werden sollte. Ich mag Filme mehr, wenn sie auf ihren eigenen Beinen stehen, aber Sugar Rush ist visuell absolut langweilig. Ich habe Mario Kart Strecken gesehen deren Gimmick Kuchen war die deutlich mehr Persönlichkeit haben als Sugar Rush. Und der Mario Kart vergleicht hinkt nicht mal, da Sugar Rush ein Funracer in einer Süßgkeitenwelt ist und damit kaum was macht. Es gibt Schokosümpfe, Bäckereien wo du dir in einen Minispiel Rennautos backen kannst (ok, das ist kreativ) und Nesquick Product-Placement. Für 10 Minuten wäre das ok, aber ich muss mir diese Welt für den Rest des Films ansehen.

Doch mein größtes Problem einfach ist wie Ralph Problem in den Film gehandelt wird. Der Film spricht die ganze Zeit darüber wie sehr Ralph alles versaut hat (und ja, er hat Fehler begangen), aber niemals wird darüber gesprochen wie ungerecht er behandelt wird dafür, dass er nur seinen Job gemacht hat. Sie haben ihn nicht mal zum Jubiläum ihres eigenen Spiels eingeladen obwohl es ohne ihn kein Spiel gäbe. Aber der Film geht darauf nie ein, alles was gesagt wird ist wie egoistisch Ralph ist dafür sein Spiel voller Arschlöcher die ihn nicht mal bei sich haben wollen zu verlassen um zu beweisen, dass er ein Held sein kann und nicht nur der Bösewicht den er 30 Jahre spielen musste. Ja, es ist ätzend für die Charaktere in Fix-It Felix das sie wegen ihn ihre Heimat verlieren, aber niemals spricht der Film an das es nicht dazu gekommen wäre hätte Ralph etwas mehr Respekt bekommen. Dadurch wirkt es so als ob der Film sagen wollte „hör auf dich über deinen beschissenen Job zu beschweren und mach deine Arbeit du Idiot“ und als jemand der seine Arbeit nicht wirklich mag findet solche Aussagen zum Kotzen. Es ist keine Charakterschwäche sich mehr von seinen Leben zu wünschen und mehr mit Respekt behandelt werden zu wollen als den man bekommt, vor allem für einen undankbaren Job.

Diese negativen Punkte verhindern dann auch für mich eine höhere Wertung als er am Ende bekommt, denn es gibt immer noch wirklich gute Punkte an den Film. Er kann sehr witzig sein (wobei es auch einige Gags gibt die für mich deutlich danebenschießen), er hatte den letzten guten Disney Bösewicht, Ralph selber ist ein starker Hauptcharakter und seine Freundschaft mit Vanellope ist gut umgesetzt (auch wenn ich finde das Vanellope zu viel Zeit einnimmt sobald sie auftaucht, da ich Ralph als Charakter deutlich stärker finde. Eventuell liegt es aber auch daran das ich Sarah Silvermann hasse). Die Videospielreferenzen die da sind funktionieren hervorragend und das Finale sowie das Ende sind Top. Wäre die Narrative um Ralph was stärker würde ich mich den Lobeshymnen anschließen, so hingegen bleibt nur ein guter Film aus meiner Sicht.

Wertung: 7/10



#53: Die Eiskönigin (2013)


Ich glaube von all den Filmen auf dieser Liste ist das hier der, den die meisten wohl kennen werden einfach nur, weil man ihn nicht entkommen kann. Weder den Songs noch den Charakteren, sie sind überall. Fragt meine drei jährige Nichte die von dem Film besessen ist, lediglich gefolgt von „Encanto“. Disney erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten mit mehr als 1,2 Milliarden Dollar Einnahmen. Umso erstaunlicher wenn man bedenkt das viele über diesen Film reden als hätte er ihre Katzen getötet.

„Eiskönigin“ ist ein Phänomen das die Disney Gemeinde stark spaltet. Als er rauskam wurde er als das absolute Comeback zur Renaissance Era gefeiert – ein Jahr später war er ein grauenvolles stück Scheiße das man am besten vergessen sollte. Heute ist es eine riesige Streiterei ob der Film großartig ist oder schlecht. Ich war als er rauskam Kategorie 1, aber über die Jahre ist meine Meinung zum Film auch eher negativer geworden. Ich halte „Die Eiskönigin“ zwar immer noch für einen guten Film, aber es gibt einige Dinge die mich dennoch stören an ihn – und einiges hat eventuell nicht mal mit den Film selber zu tun, sondern die Trends die Disney von nun an folgen sollte die er setzte.

Diese Trends sind vor allem sich über alte Disney Klischees lustig zu machen wie das Leute sich sofort ineinander verlieben beim ersten treffen oder jeden Disney Fans Alptraum Klischee, der Twist Bösewicht. Ernsthaft, in der modernen Disney Ära hatten drei Disney Film hintereinander einen verdammten Twist Bösewicht, plus Pixar die dieses Klischee noch mehr lieben. Aus einen Grund entschied die Maus sich dafür Bösewichte aus ihren Filmen zu verbannen aber irgendwie konnten sie wohl nicht ganz ab, weil man ja ein dramatisches Finale braucht, weswegen man den Twist Bösewicht entwarf. Ein Typ der erst als der gute auftritt, nur um gegen Ende sein wahres Gesicht zu zeigen. Und guck, wenn du es einmal bringst, in Ordnung, aber dreimal in Folge? Zur gleichen Zeit dann auch wie Pixar? Und dann immer vorhersehbar? Doch das größte Problem an „Eiskönigins“ Twist Bösewicht ist das er null Sinn macht: die Szene wo er sein wahres ich zeigt kommt komplett aus dem nichts, wenn man sich anguckt wie er sich vorher verhielt, es gab nichts was auf einen Bösewicht hindeutete außer eventuell einen Satz über seine Familie und er ist ein ziemlich lahmer Charakter im generellen. Ja, der Twist ist der einzig überraschende der Twist Villian Trilogie, aber das macht ihn nicht gut, wenn er es nur deswegen ist, weil er komplett Sinn frei aus dem nichts gerissen wird.

Und das spielen mit und sich Lustig machen über Disney Klischees ist mittlerweile genauso lahm wie jene Klischees. „Haha, Leute verlieben sich sofort ineinander, ist das nicht dämlich und unrealistisch?“, „Haha, warum Singen die, Haha“. Wenn du es ein oder zweimal bringst ok, aber grade „Eiskönigin“ hat diese „sieht hin, wir sind jetzt vollkommen anders“ Attitüde obwohl er am Ende des Tages immer noch ein typischer Disney Film ist. Du kannst all die „Guy, we know“ Witze der Welt mit einbauen, Disney ist am Ende immer noch Disney.

Aber der Film spielt in einer Szene Brillant mit dem Klischee das nur „Ein Akt der Liebe“ den Tag retten kann. Es macht nicht wirklich etwas revolutionäres, aber die Umsetzung ist absolut Brillant und es funktioniert deswegen, weil eben nicht hier Augen zwinkernd sich über alte Tugenden lustig gemacht wird, sondern weil man mit den Erwartungen des Zuschauers spielt um etwas emotional Stärkeres zu schaffen. Diese Szene abgesehen von „Lass jetzt los“ ist die Beste des Films.

Und ja, reden wir über „Lass jetzt los“, den mittlerweile bekanntesten und überspieltesten Song im Disney Katalog. Kein langer Aufbau, ich finde ihn immer noch großartig! Ja, er ist überpräsent und ich kann jeden verstehen der ihn nicht mehr hören kann, aber der Song selber ist verdient ein Klassiker und das erste Mal auch das eine Musical Nummer in einen Disney CG Film auch visuell beeindruckend ist. Ich weiß nicht woran es liegt, aber Disney CG Filme haben irgendwie das Problem das ihre Musicalnummern visuell nicht an die handgezeichneten rankommen (vergleicht da mal die Nummer aus „Aladdin“ mit denen in „Rapunzel“ oder Großteil auch aus „Eiskönigin“, dann sieht ihr was ich meine) und nicht annähernd die visuelle stärke oder Energie haben. „Lass jetzt los“ war das erste Mal das eine Song Nummer Visuell wie auch vom Sound komplett überzeugt. Diese Szene, kurz nach Elsas panischer Flucht ist pure Musicalperfektion. Blöd das die anderen Songs in beiden Aspekten da nicht rankommen. Drei Songs (+Reprise) sind noch ganz gut, aber die anderen sind einfach überflüssig, allen voran der Troll Song den alle zu hassen scheinen. Ich hasse ihn jetzt nicht, aber ich würde Lügen, wenn ich sage das er unbedingt im Film bleiben sollte, hätte gut ohne ihn Leben können.

Was gibt es sonst? Ich mag Elsa sehr gerne, aber der Film beschäftigt sich zu wenig mit ihr und dafür zu viel mit Anna, die ok ist aber schon sehr an der Grenze zu nervend steht. Der Film kann lustig sein und ich mag das Olaf nicht die ganze Zeit rumschreit. Der Film sieht wunderschön auch, auch fast 10 Jahre später (CG Filme altern schlecht).

So ja, die „Eiskönigin“ ist immer noch ein guter Film und ich kann sehen warum er dieses riesige Ding geworden ist, aber für mich hat er sich dann doch was abgenutzt. Und ich glaube das liegt daran, dass das großartige immer auf einer Stufe bleiben wird für mich, aber das was mich stört immer mehr gewachsen ist nach den Jahren seines Erscheinens. Vor allem sein Einfluss ist mir mittlerweile zu groß und ich hoffe das Disney diesen etwas zurückfährt. Und bitte, keine Olaf Shorts mehr, ich hasse sie alle.

Wertung: 7/10


#54: Baymax (2014)


Der Film fängt sehr gut an und dann entscheidet er sich zu einem Superheldenfilm zu werden, und dann ist er nicht mehr so gut.

Im Grunde könnte ich die Review hier stoppen weil so viel habe ich über den Film nicht so sagen. Er war die erste und bisher einzige Marvel IP die von Disney Animation adaptiert wurde, aber er hat so wenig mit der sowieso schon obskuren Comicvorlage zu tun das ich mich fragen warum man ihn überhaupt auf eine Marvel Comics Vorlage basiert. Er spielt wie die Comics ja nicht mal in Japan, sondern in einer fiktiven US Stadt namens San Fransokyo, was eigentlich nur Frisco mit ein paar japanischen Elementen ist. Ernsthaft, für mich als japanophilen ist die Stadt sowie die Elemente die mit reingenommen wurden eine einzige Enttäuschung und von allen Filmen dieser Dekade der mit dem schwächsten Setting. Warum spielt er nicht einfach in Japan, sondern diesen dämlichen Kompromiss einer Stadt? Und dann ist der Film auch noch der größte 08/15 Superheldenfilm überhaupt.

Wie gesagt, der Anfang ist stark. Ich mag Hiro und ich liebe Baymax, ich mag wie der Film das Thema Trauer behandelt und ich mag den Roboteraspekt des Filmes sehr, zudem hat er ein paar wirklich gute Witze und ein Stan Lee Cameo so dämlich nach dem Abspann, ich kann nicht anders als es zu lieben.

Aber das Superheldenzeug in den Film ist keine Bereicherung, eher im Gegenteil. Es ist uninteressant, langweilig, die Action ist nicht besonders gut und der Twist Bösewicht ist der vorhersehbarste Kandidat den man sich vorstellen kann. Zudem sind die anderen vier Teammitglieder unwichtige Side Charaktere die kaum Zeit bekommen mehr zu sein als Hiros Supportgruppe.

Ernsthaft, Pixars „Die Unglaublichen“ war zu dem Zeitpunkt ca. 10 Jahre älter und ein besserer Superheldenfilm in jeglicher Hinsicht. Und nur 4 Jahre später kam „Spider-Man – A New Universe“ ins Kino, einer der besten Animationsfilme und Superheldenfilme aller Zeiten raus. Welchen Grund gibt es sich einen Film wie Baymax anzugucken mit solch besseren Alternativen?

… dieser Film gewann den Oscar für „Besten Animationsfilm“ über „Drachenzähmen 2“ und wurde im Gegensatz zum „Lego Film“ überhaupt erst nominiert. Das sollte eigentlich alles über den Animationsoscar sagen, just give it Disney…

Wertung: 6/10


#55: Zoomania (2016)


„Zoomania“ ist der zweiterfolgreichste Disney Film dieser Dekade und war für viele auch der beste. Soweit würde ich nicht gehen, aber er war definitiv einer der besten und tatsächlich auch hervorragend. Vor allem da er sich für Disney untypisch relativ sehr gut mit einen leider in den letzten Jahren wieder sehr wichtig gewordenen Thema auseinandersetzt: Rassismus.

Und ich sage relativ, weil der Film das mit Tieren tut, wo durch die Allegorien manchmal ins Stolpern kommen. Es ist halt schwer Stereotypen anzuprangern oder eine Story über Rassismus zu erzählen, wenn du dann darüber Witze machst wie langsam Faultiere sind und ständig auf ihre tierischen Attribute Anspielungen machst. Und ja, es gibt zahlreiche Fabeln wo Tiere verwendet werden um Kindern wichtige Lektionen fürs Leben mitzuteilen, aber das hier ist nochmal etwas Anderes, weil du hier versuchst Tiere komplett in die Rolle von Menschen zu setzen, und die Rechnung nicht immer aufgeht und der Film auch das eigentlich weiß da er sich bewusst ist das Menschen und Tiere sehr unterschiedlich sind sonst wäre die Stadt nicht so gestaltet geworden wie sie es ist. Wie gesagt, das Disney tatsächlich versucht mehr als oberflächlich Rassismus zu behandeln ist gut, aber manchmal stolpert er einfach über sich selber weil Mensch nicht gleich Tier ist.

Aber wenn es dem Film gelingt, gelingt es ihm sehr gut. Er geht darauf ein wie hart es ist für einige mit den Vorurteilen die über sie herrschen umzugehen und zeigt, dass selbst jene die glauben sie seien unfassbar Progressiv selber noch Vorurteile haben über andere Rassen oder Menschengruppen. Die Pressekonferenz Szene ist das perfekte Beispiel dafür und in meinen Augen die beste Szene des Films. Judy Hopps, der Hauptcharakter des Films, ist ein sehr sympathischer Charakter den ganzen Film über, aber wo vorher angedeutet wird das sie eventuell selber Vorurteile hat gegenüber Raubtieren trotz ihrer Art sich unfassbar Progressiv zu geben wird es während dieser Presse Konferenz immer deutlicher wie sie diese sieht, sehr zu Schmerzen ihres Fox Freundes und ehemaligen Schwindlers Nick Wild der sich das anhören muss. Die Szene ist düster und für Disney sehr untypisch da Disney normalerweise alles tut ihre Titelhelden so gut wie möglich erscheinen zu lassen – aber hier werden Judys eher negative Weltansichten komplett in den Vordergrund gestellt und es führt zu einer herausregenden Szene, ohne die der Film nicht annähernd so gut funktioniert wie er es tut.

Auch großes Lob gebührt den Fakt, dass der Film den Fakt das dies eine Welt bevölkert von Tieren ist nicht einfach nur oberflächlich behandelt, sondern sich wirklich Gedanken drüber macht wie eine Großstadt für Säugetiere in allen Größen aussehen würde. Von eisigen Tundras, so Miniaturstadtteilen für Nagetiere hin zu Wüstengebieten. Man hat sich hier sehr viele Gedanken gemacht wie diese Stadt aussehen würde mit so vielen verschiedenen Tierrassen an einen Ort. Ich gehe sogar so weit zu sagen das „Zoomania“ die beste Welt ist die Disney erschaffen hat in dieser Ära. Ich meine, was sind die Gegner? Frisco mit Torii Toren? Das Internet, wo wir noch gleich zu kommen werden? Keine Welt dieser Dekade hat so eine Seele wie die Großstadt Zoomania und hat sich nur annähernd so viel Mühe gegeben die Welt zum Leben zu erwecken wie diese. Und gemessen daran, dass manche Filme ihre Charaktere nur Tiere machen da „Tiere niedlich“, finde ich das sehr lobenswert.

Und der Film ist einer der wenigen Filme dieser Dekade der mich stellenweiße laut zum Lachen brachte. Die meisten kennen bestimmt die Faultier Szene beim Verkehrsamt da diese einfach als Trailer benutzt wurde. Und weil diese auch tatsächlich die lustigste Szene des Films ist gibt es auch noch andere gute Witze wie zum Beispiel das Nudistencamp oder aber die Bootlegfilme eines Straßendiebes. Wirklich neben den Stolpern bei den Allegorien negativ bewerten würde ich nur noch den Fakt das es hier schon wieder einen Twist Bösewicht gibt was mir persönlich langsam auf den Sack geht, zumal er auch ziemlich schlecht ist. Nicht so schlecht wie der Shakira Song der den Film über einige Male eingespielt wird, aber schon schlecht.

Ansonsten ja, „Zoomania“ war ein starker Film. Aber das lustige? Er war nicht das besten was Disney 2016 rausbrachte…

Wertung: 9/10



#56: Vaiana (2016)


„Vaiana“ war der letzten Film von Ron und John für Disney (beide sind nun bei WBA, weiß nicht ob sie da immer noch sind nach der großen Discovery Purge von vor ein paar Monaten – Warner Bros. Discovery kann sich ficken gehen) und ist in meinen Augen einer der 5 besten Filme des Studios. Jupp, ich finde ihn so gut.

Polynesien war eine großartige Idee für ein Setting und die Mythen und Legenden über Maui geben genug Stoff für ein großartiges Disney Musical. Definitiv wurden sich hier wieder viele Freiheiten gelassen Disney typisch (gibt da Leute die da tiefer in der Materie drin sind als ich) allerdings soweit ich weiß waren sie näher dran als es jemals in der Vergangenheit der Fall war (Hallo „Pocahontas“ du stück Scheiße von einem Film). Repräsentation geht immer noch besser bei Disney, aber Filme wie „Vaiana“ sind wichtige Schritte in die richtige Richtung.

Und man hat wohl bei der Einleitung gemerkt, dass ich diesen Film liebe: Er ist wunderschön anzusehen, er hat großartige Actionszenen und das wichtigste ist das er wohl das beste Disney Musical ist seit der Renaissance! Jeder Song ist ein Banger, es gibt nicht einen der schlecht ist oder groß abstinkt. Vaianas „I Want“ Song „Ich bin bereit“ ist eine herausragende Ballade, Mauis „Voll Gerne“ eine extrem spaßige Nummer tatsächlich stark vorgetragen ausgerechnet von Dwayne „The Rock“ Johnson obwohl der Mann eigentlich null Singen kann und tatsächlich hat Miranda es geschafft mit „Glänzend“ eine wirkliche nette Bad Guy Nummer einzubauen auch wenn diese nur von einen Nebencharakter gesungen wird.

Und ja, dies war das erste Mal das Lin-Manuel Miranda, ein Mann der jeden Musical Fan bekannt sein solle als der „Hamilton“ Guy, für Disney arbeitete. Ich bin ein großer Fan seiner Arbeit und auch wenn er hier nicht alle Songs schrieb, sondern nur einen Teil ist sein Einfluss sichtlich zu spüren. Es ist modern und typisch Disney zu gleich. Von polynesisch angehauchten Sounds hinzu den David Bowie inspirierten „Glänzend“ wird viel geboten. Allgemein aber hoffe ich nicht das bei ihren Musicals von nun an immer nur Miranda oder das Ehepaar Lopez (die „Eisköniginnen“ Filme für Disney und „Coco“ für Pixar) herhalten sollen. Es gibt sehr viele Musical Schreiber da draußen die so gut sind und hoffe das sie von Disney auch die Chance bekommen zu scheinen.

Aber der Film ist natürlich mehr als nur seine Musik: Vaiana und Maui sind beide großartige Charaktere, gleichermaßen Unterhaltsam sowie zu Herzen gehend. Wenn du jemanden wie Dwayne Johnson castest läuft man eigentlich schnell Gefahr, dass er alle anderen Charaktere überschattet wie es zum Beispiel Robin Williams als Dschini in „Aladdin“ tat, aber um ihn zu loben überschattet er Vaiana nicht, sondern ergänzt sie perfekt. Auch bin ich froh das man hier eine Liebesgeschichte wegließ da sie im Film einfach nicht passend währe. Vaiana selber ist neben Belle und Rapunzel der beste weibliche Charakter den Disney bis dahin erschaffen hat. Ich mag ihr Design sehr gerne, sie hat eine starke Persönlichkeit und der Film präsentiert sie als ein starkes Mädchen ohne sich selber dabei auf die Schulter zu klopfen was für Disney seltsam ist, weil sie sonst jede Möglichkeit nutzen sich für sowas abfeiern zu lassen und die Zuschauer immer wieder gerne daran erinnern wie Progressiv sie nun sind obwohl sie es nicht wirklich sind (Hollywood ist Hollywood). Ihre Selbstfindung mündet dann in einer der schönsten Szenen des Disney Katalogs, wenn sie das Herz von Te Fete zurückgibt.

Lediglich kritisieren würde ich den Sidekick sowie eine Szene am Ende des Films: Vaiana wird begleitet von einem unfassbar dummen Huhn das einfach nicht lustig ist und nichts zum Film beiträgt und es gibt diese „Ich lass dich jetzt im Stich aber komme am Ende eh zurück“ Szene, ein Klischee das ich absolut hasse. Und… ja, das war eigentlich an Kritikpunkten. Ich habe sonst nicht viel zu bemängeln. Mann, ich liebe diesen Film einfach und dank Disney+ werden es immer mehr die genauso denken. Der Film ist einer der meist geguckten auf der Plattform und ließ „Vaiana“ dort so wachsen das jetzt sogar eine Serie zum Film produziert wird für die Plattform. Das ist auch glaube ich eine der paar positiven Dinge die ich über Disney+ sagen kann, dass einige Filme dort nochmal eine Chance bekommen, aber dazu kommen wir später noch, wenn wir über „Encanto“ endlich reden.

So ja, fantastischer Film. Und jetzt geht es steil bergab…

Wertung: 9,5/10



#57: Chaos im Netz (2018)


„Chaos im Netz“ ist die Fortsetzung von „Ralph Reichts“. Er spielt nicht mehr in der Arcade sondern im Internet was bedeutet das die liebevollen Anspielungen an alte Games fast komplett wegfallen. Es gibt jede Menge Product-Placement für Ebay, Google und sogar Disney selber da Vanellope in einer Szene zur Website „Oh my Disney“ reist und uns Disney in einen Endkapitalismus Move all ihre aufgekaufte Scheiße präsentiert wie Marvel und Star Wars. Und dort trifft sie die Prinzessinnen und die tragen dann alle Hoodys für eine Pyjama Party, weil die Disney Prinzessinnen jetzt voll cool sind und von diesen coolen Prinzessinnen kann man nun Puppen kaufen für 30 Euro und am Ende in einer unfassbar nicht witzigen Szene retten sie Ralph, weil Disney jetzt voll feministisch ist und ihre Prinzessinnen nun alle sehr starke Frauen sind. Wow, Disney ist so progressive und feministisch.

Ich muss wohl nicht sagen das der Film grauenvoll ist. Ich habe genug von Filmen wie diesen, den „Emoji Film“ und „Space Jam 2“, wobei „Jam 2“ zumindest wusste das er scheiße ist und die Looney Tunes immer für einen Lacher zu haben sind manchmal. Ich interessiere mich null dafür innerhalb eines Filmes wie viel scheiße Disney besitzt und auch wenn es nur eine Szene ist, ist das immer noch zu viel. Und selbst abgesehen davon ist er nicht gut. Er ist ein Film über das Internet, wo niemand wirklich weiß wie das Internet funktioniert. Du kannst Likes nicht in Geld umwandeln, wäre das der Fall wäre jede verfickte Memer ein Großunternehmer. Und Videos gehen nicht in Sekunden schnelle Viral. Anscheinend erobert Ralph das gesamte Internet weltweit mit seinen phänomenalen Videos in wenigen Stunden was absolut lächerlich ist. Ja, ich weiß, Film, aber einige Scheiße die hier präsentiert wird ist absolut Amateurhaft und das Internet ist allgemein eine furchtbare Idee als Setting für Kinderfilme.

Ralph ist den ganzen Film über ein nerviges, weinerliches Riesenbaby das an seiner besten Freundin klebt und komplette Nervenzusammenbrüche bekommt, wenn sie kurze Zeit weg von ihm ist. Weswegen er beschließt ihr geliebtes Online Spiel wo sie eine neue Bestimmung findet mit einem Virus aus dem Dark Net zu zerstören. Was ein sympathischer Charakter. An dieser Stelle auch interessant, dass es nun wohl ok ist für Charaktere ihr Spiel im Stich zu lassen was Vanellope am Ende des Films mit ihren tut. Sowas, Vanellope darf das doch Ralph im ersten Teil nicht? Das war auch nebenbei der letzte Film für Moore bei Disney, danach packte er seine Sachen und ging zu Sony. Kein Wunder bei diesem Quatsch der eine extreme Corporate Handschrift hat.

Positiv wäre die Message, wenn sie nicht so gegen die Wand gefahren wurden wäre und der eine Alan Menken Song in der Mitte. Was ein peinlicher Film und Spoiler, es wird nur wenig besser.

Wertung: 3/10



#58: Die Eiskönigin 2 (2019)


2019 war Disneys Ruf endgültig im Keller. Grausame Remakes, das MCU ist nach Endgame ziemlich Ziellos, die Parks werden teurer und schlechter und Pixar ist nicht mehr das Studio was es mal war. Und alle Hassen „Rise of Skywalker“, den ich wegen den ganzen negativen Buzz noch nicht angefasst habe. Hinzukommend kündigte Disney erst vor kurzem an das man 20th Century Fox aufgekauft hat, mit denen Disney nun endgültig ein Monstrum im Entertainment Business ist. Lediglich Disney Animation hatte noch einen guten Ruf. Doch auch das ist dahin, denn „Chaos im Netz“ war schlecht und die Fortsetzung zur „Eiskönigin 2“ wurde nicht besser aufgenommen. Er machte zwar jede Menge Geld, aber keiner erinnert sich an ihn.

Ich gehöre dazu. Ich meine, ich erinnere mich an den Plot und an ein paar Szenen, aber an keinen der Songs (Bis auf „Wo noch niemand war“, der ganz gut ist). Diese Fortsetzung ist das Vergessens werteste Disney Musical (abseits irgendwelche DVD Fortsetzungen) das ich jemals sah, und das liegt daran das keiner der Songs es wert ist erinnert zu werden. Du hörst sie und weg sind sie. Ich bevorzuge sogar schlechte Musicals, zumindest erinnere ich mich an „Cats“. Ich erinnere mich daran wie sie im Film präsentiert werden und an eine bizarre Szene mit Kristoff und Rentieren. Aber nicht an den Song den er sang. Und das ist für mich seltsam, weil ich mich sonst an wirklich fast jeden Disney Song erinnern kann, selbst aus schlechten Filmen. Daher herzlichen Glückwunsch an dich „Eiskönigin 2“, du bist wahrlich zum Ignorieren geboren.

Und ja, das gilt für den ganzen Film. Er ist was ernster und hat ein paar coole Fantasy Momente, was lobenswert ist, aber alle neuen Charaktere sind absolut wertlos und der Film selber fängt in der Mitte an zu langweilen. Der Film hatte massive Produktionsprobleme und auf Disney+ gibt es tatsächlich eine interessante Dokumentationsserie die diese klar macht. Niemand wusste bis kurz vor Ende wer die Stimme werden soll die nach Elsa ruft, nicht mal die Autoren und Regisseure. Für mich der eindeutige Beweis das niemand an diesen Film arbeiten wollte, aber Disney selber mehr Elsa Puppen verkaufen möchte (erneut, fragt meine Nichte) und er deswegen gemacht wurde.

Das interessanteste war diese Debatte darum ob Elsa eventuell Lesbisch ist und die Regisseurin sowie neue Studioleiterin Jennifer Lee irgendwelchen Kram von sich gab, dass das weder bestätigte noch verneinte. Ich wusste, dass das nicht passieren würde, weil Disney Chinas Geld möchte und ratet mal wer recht hatte: Ich. Oh Disney, ihr gierigen Mistkerle. Ernsthaft, sagt doch einfach nein, das erspart euch Probleme und das Setzen von falschen Erwartungen.

Wertung: 5/10


#59: Raya und der letzte Drache (2021)


Ich kann nicht glauben das ich damals dachte das der Film eine 7, wenn nicht sogar eine 8 wert wäre. „Raya“ ist nicht wirklich gut, und je öfter ich ihn sehe desto klarer wird es.

Ich hatte ihn letztes Jahr schon mal in Kurzform besprochen hier, aber war da wie erwähnt zu nett. Aber da ich ihn da schon mal besprochen habe kann ich es hier kurzhalten: Raya soll falsch liegen obwohl sie fast immer recht hat niemanden zu vertrauen während Sifu ständig hinfliegt, weil sie jeden vertraut. Die Charaktere sind nett, bekommen aber zu wenig Zeit zum Scheinen. Die Actionszenen sind großartig und ich mag das Artdesign des Films sehr, zudem ist der Score großartig. Damit endet mein Lob. Die Dialoge sind absolut furchtbar stellenweiße (es wird Ernsthaft gesagt „Bling ist mein Ding“. Tötet mich). Die Welt wird zu wenig beleuchtet.

Doch auf ein Problem will ich mehr eingehen, und das ist Namaari. Namaari ist Schuld an allem was in den Film passiert ist, zeigt keinerlei Reue und will Raya um jeden Preis töten. Der Film versucht sie sympathisch und irgendwie tragisch zu machen, doch wenn sie niemals auch nur so etwas wie Menschlichkeit zeigt, warum sollte ich das glauben? Über einen Drachen emotional zu werden, kurz nachdem sie sadistische Vorfreude hatte endlich die Titelheldin töten zu können (nebenbei ohne mal kurz innezuhalten, ich sag ja nur) zähle ich nicht wirklich. Nichts an ihr ist sympathisch und ich sehe nicht ein warum Rayas nicht vorhandene Vertrauen ihn Namaari ungerechtfertigt sein soll. Ich weiß nicht ob Namaari der schlechteste Disney Charakter aller Zeiten ist, aber sie ist weit oben und sie zieht den Film stark runter. Und ihre selbstlose Tat am Ende bedeutet nichts, was wäre die Alternative gewesen? Sterben?

Eventuell habe ich ihn mir schöngeredet, weil ich einer der 10 Trottel war die allen Ernsten Premium Access bezahlten für den Film. 20 Euro dafür. Mit den legendären Worten des Rybacks: Im Dumb as Fuck

Wertung: 5/10


Tja, das war es fast: es hat 9 bis 10 Monate gedauert, aber hier bin ich nun. Das Ende. Jetzt fehlt nur noch die große 60, „Encanto“. Es war manchmal Ätzend, aber ich hoffe das jene, die es gelesen haben ihren Spaß hatten. Ich hatte ihn bestimmt trotz aller Probleme.
 
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