Nick Khan-Aussagen stellen frühere Vince-McMahon-Darstellung zur Ermittlung der Behörden infrage

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Nick Khan-Aussagen stellen frühere Vince-McMahon-Darstellung zur Ermittlung der Behörden infrage​

Neue Aussagen von WWE-Präsident Nick Khan im Rahmen einer laufenden Aktionärsklage zeichnen ein anderes Bild der Ermittlungen gegen Vince McMahon, als dieser selbst Anfang 2025 öffentlich vermittelt hatte. McMahon hatte damals erklärt, es habe sich bei den Untersuchungen der Behörden lediglich um „kleinere Buchhaltungsfehler“ im Zusammenhang mit persönlichen Zahlungen gehandelt. Khans aktuelle Aussage deutet hingegen darauf hin, dass die US-Justiz sexbezogene Straftatbestände, einschließlich Sex Trafficking, geprüft hat.

Im Januar 2025 einigte sich McMahon mit der US-Börsenaufsicht SEC in Bezug auf nicht offengelegte Vereinbarungen, die er in seiner Zeit als WWE-CEO und -Chairman im Namen des Unternehmens abgeschlossen hatte. Er wurde zu einer Strafzahlung von 400.000 US-Dollar sowie zur Rückerstattung von 1,3 Millionen US-Dollar an WWE verpflichtet. In einem begleitenden Statement sprach McMahon davon, die Ermittlungen seien im Kern auf „geringfügige“ buchhalterische Unstimmigkeiten bei persönlichen Zahlungen zurückzuführen gewesen, die er vor einigen Jahren geleistet habe. „Ich bin froh, dass ich das nun hinter mir lassen kann“, hieß es abschließend.

Im Zuge der aktuellen Aktionärsklage gegen WWE sagte Nick Khan jedoch – wie von Brandon Thurston für POST Wrestling zusammengefasst – aus, dass er spätestens durch Durchsuchungsbeschlüsse mit einem deutlich weiter gefassten Ermittlungsrahmen konfrontiert gewesen sei. Auf die Frage der Klägerseite, wann er erfahren habe, dass das US-Justizministerium (DOJ) über reine Buchhaltungsthemen hinaus ermittle, erklärte Khan, dies sei der Fall gewesen, als Durchsuchungsbeschlüsse für Geräte von Vince McMahon, Brad Blum und McMahons persönlicher Assistenz zugestellt worden seien. Diese Beschlüsse seien von McMahons Anwälten an die WWE-Juristinnen und -Juristen weitergeleitet und ihm vorgelesen worden; darin sei Sex Trafficking ausdrücklich erwähnt worden.

Laut dem Bericht bestätigte Khan mehrfach, dass Sex Trafficking zu den Straftatbeständen gehörte, die von den Behörden geprüft wurden. Er gab außerdem an, dass er bei seiner eigenen Vernehmung durch Vertreter des DOJ nicht nur zu Zahlungsflüssen befragt worden sei, sondern auch zu „Sexverbrechen“. In einer weiteren Passage, die sich auf eine Grand-Jury-Vorladung bezieht, die WWE nach dem 2. September 2022 und vor den späteren Durchsuchungsbeschlüssen erhalten hatte, wurde Khan gefragt, ob auch darin Sex-Trafficking-Statuten erwähnt worden seien. Zunächst sagte er, er könne sich nicht erinnern. Nachdem der Anwalt die Vorladung als ein Dokument beschrieben hatte, das entsprechende Paragrafen enthalte, erklärte Khan, er erinnere sich daran, beim Lesen der Vorladung den Verweis auf „Trafficking“ gesehen zu haben.

Ein Durchsuchungsbeschluss gegen Vince McMahon wurde am 17. Juli 2023 vollstreckt. Bereits zuvor waren jahrelang geschlossene Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDAs) öffentlich geworden, die McMahon mit Frauen abgeschlossen hatte, die ihm sexuelles Fehlverhalten vorwarfen. Einige dieser Vereinbarungen hatte er persönlich, andere im Namen von WWE unterzeichnet. Die entsprechenden Zahlungen wurden im Sommer 2022 publik; WWE musste daraufhin seine Finanzberichte gegenüber der SEC korrigieren, um die Summen ordnungsgemäß abzubilden und die damit verbundenen Schutzwirkungen für das Unternehmen zu offenbaren.

Im Januar 2024 reichte die ehemalige WWE-Mitarbeiterin Janel Grant eine Zivilklage ein, in der sie McMahon unter anderem des Sex Trafficking und sexueller Übergriffe beschuldigt. Dieses Verfahren läuft weiterhin. Vertreter McMahons erklärten Anfang 2025, die staatlichen Ermittlungen seien ohne Anklageerhebung beendet worden. McMahon weist sämtliche Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens zurück.
 
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