Wie WWE mit Gehaltskürzungen und Entlassungen für Unmut im Roster sorgt

Tommy

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In den vergangenen Wochen hat WWE zahlreiche Entlassungen ausgesprochen, Verträge auslaufen lassen und weitere finanzielle Einsparungen vorgenommen (HIER und HIER). Laut einem Bericht war das Unternehmen intern damit beauftragt worden, „Millionen“ an Personalkosten einzusparen. Dies fiel in eine Phase, in der gleichzeitig hohe Vergütungspakete für Führungskräfte der TKO Group und ein Rekordhoch des Aktienkurses öffentlich wurden, was innerhalb der Branche auf deutliche Kritik stieß.

Demnach gehören Entlassungen nach Einschätzung vieler Personen aus dem Umfeld von WWE zwar weiterhin fest zur strategischen Planung, die Art und Weise der jüngsten Maßnahmen sorgt aber für erheblichen Unmut. Besonders kritisch wird gesehen, dass mehreren Wrestlerinnen und Wrestlern offenbar Gehaltskürzungen im siebenstelligen Bereich pro Jahr angeboten wurden, wenn sie im Unternehmen bleiben wollten. Personen aus dem Talent- und Agentenbereich rechnen damit, dass diese Entwicklung künftig spürbare Auswirkungen auf Vertragsverhandlungen mit WWE und TKO haben wird. Das Vertrauen, dass die bislang üblichen, sehr hoch dotierten und langfristigen Verträge tatsächlich über ihre komplette Laufzeit erfüllt werden, sei deutlich gesunken.

Fightful Select berichtet, dass WWE in den vergangenen Jahren bei Auslandstouren mehrfach Talente überraschend früh auf neue Verträge angesprochen haben soll – früher, als diese überhaupt mit einer neuen Offerte gerechnet hatten. Innerhalb des Rosters wurde dies teilweise als Versuch interpretiert, Abschlüsse zu erzielen, bevor Agenturen oder Berater die Angebote eingehend prüfen konnten. Bestätigt ist diese Sichtweise allerdings nicht, sie wird im Bericht ausdrücklich als Meinung einzelner Beteiligter eingeordnet.

Am Tag der jüngsten größeren Entlassungswelle soll WWE zahlreiche Aktive direkt kontaktiert und ihnen Gehaltskürzungen angeboten haben, um sie im Unternehmen zu halten. Mehrere Betroffene hätten demnach lediglich zwei Tage Zeit bekommen, um zu entscheiden, ob sie den Kürzungen zustimmen. New Day-Mitglieder Austin Creed (Xavier Woods) und Kofi Kingston sollen sich sehr schnell dagegen entschieden haben und WWE lieber verlassen, obwohl sie damit Berichten zufolge auf mehrere Millionen US-Dollar in den nächsten vier Jahren verzichteten. Bereits im vergangenen Jahr war Killer Kross nach eigenen Angaben bei einem Vertragsangebot nur ein Tag Bedenkzeit eingeräumt worden.

Zu Spekulationen, Xavier Woods könne möglicherweise auf Basis eines rein digitalen Vertrags zurückkehren, heißt es im Bericht, man habe hierzu bislang nichts gehört. Ein solches Konstrukt würde ihm demnach zudem Auftritte bei All Elite Wrestling erschweren oder unmöglich machen und ihn damit mutmaßlich ebenfalls Millionen über die nächsten Jahre kosten. Wie zu erwarten, sollen sich intern bei AEW zahlreiche Personen dafür ausgesprochen haben, New Day zu verpflichten.

Eine weitere Frustrationsquelle für mehrere Talente ist dem Bericht zufolge die Tatsache, dass New Day, Santos Escobar und andere erst im vergangenen Jahr neue Verträge bei WWE unterschrieben hatten – teilweise ohne zuvor aktiv mit AEW oder anderen Promotions zu verhandeln. Durch die nun erfolgten Entlassungen oder Gehaltskürzungen sehen manche Vertretungen der Talente deren Verhandlungsposition geschwächt. Mehrere Repräsentantinnen und Repräsentanten kritisierten demnach auch aus wettbewerbsstrategischer Sicht, dass es für WWE sinnvoller wäre, AEW zu zwingen, für Top-Talente höhere Summen zu investieren, statt deren Marktwert durch niedrigere WWE-Angebote zu drücken.

Konkrete Namen von Wrestlerinnen und Wrestlern, die Gehaltskürzungen akzeptiert haben, wurden Fightful nicht genannt. Der Bericht verweist jedoch auf zum Teil deutlich unterschiedliche prozentuale Anpassungen. Dass Informationen über New Day vergleichsweise schnell an die Öffentlichkeit gelangten, wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass WWE die Gruppierung auf der eigenen Webseite in den Alumni-Bereich verschoben hat und damit die Situation nach außen sichtbar wurde. Demnach wurden auch mehrere langjährige Veteraninnen und Veteranen angesprochen, darunter Personen, die sich derzeit von Verletzungen erholen.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft den Umgang mit dem Abschied von New Day. Ein anonymer WWE-Ansprechperson war zuvor in einem anderen Bericht mit den Worten zitiert worden, man sei enttäuscht, dass der Beitrag der Gruppe nicht öffentlich gewürdigt worden sei. Laut der Darstellung gegenüber Fightful soll WWE intern sehr wohl lobende Worte gefunden haben, und es sei ursprünglich sogar eine gemeinsame Stellungnahme zum Abschied geplant gewesen. Warum diese letztlich nicht veröffentlicht wurde, ist nach Angaben der zitierten Quelle unklar.
 
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