Wir sehen Rey de Muertos, der gemeinsam mit Dario Caviezel in der Bar von Samir sitzt. Der Schweizer ist etwas geknickt und meint: "Naja, es war nicht lange, aber ich konnte mich immerhin zeigen." "Tut mir echt leid, dass sie dich nicht übernommen haben. Ich wollte ein gutes Wort für dich einlegen, aber mein Wort hat nicht wirklich viel Gewicht." antwortet der Mexikaner betrübt. "Ach ist schon okay. Vielleicht kann ich mich ja wo anders bewerben. Ich hab mal irgendwo von einer DFW gehört oder so. Soll im Süden Deutschlands veranstalten. Dann wär ich zumindest wieder näher an der Heimat." "Du klingst da nicht sonderlich überzeugt." Dario seufzt: "Ach wem mach ich was vor. Ich bin enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Es war immer schon irgendwie ein Traum mich auf einer grösseren Bühne zu präsentieren. Und das ich kein Typ für die USA bin, das hab ich ja schon verstanden, aber ich hoffte mich zumindest in der WFE im europäischen Markt durchzusetzen." Von der Seite kommt Julio Emilio Rossi dazu: "Ich weiss, es ist hart. Aber das Beste was du jetzt machen kannst, ist aufstehen, Staub abklopfen und weitermachen." "Ähm, und du bist...?" "Das ist Julio. Der arbeitet hier als Türsteher. Und er wurde letzten Herbst von der WFE für Ferocity engagiert und hat letzte Woche auch seine Papiere bekommen." "Jap. Die Nummer war schon irgendwie mies. Aber hey, kann nicht jeder behaupten seine Karriere mit einem Titelmatch zu starten und dann wieder entlassen zu werden." "Wieso steckst du das so locker weg? Ist da für dich nicht eine Welt zusammengebrochen?" "Na, so schlimm war es nicht. Natürlich war ich enttäuscht, aber mein Ziel ist es nun, wo anders Erfahrung zu sammeln, bis ich mich wieder für die Liga empfehlen kann. Und ausserdem hab ich über BJ, Kari und Ivar immer noch die Verbindung zur WFE. So einfach wird man mich da noch nicht los. Wollt ihr einen Drink? Ich geb einen aus." "Habt ihr hier Alpenbitter?" "Was soll das sein?" "Ein Schnaps aus Appenzell?" "Ich glaub nicht, dass Samir den hat. Kann es auch was anderes sein?" "Dann gerne einen Whiskey Sour." "Ich nehm das Gleiche wie immer." "Geht klar, bin gleich zurück." Der Motorfreak verlässt die zwei und begibt sich zu der Bar, wo er Samir nach den Drinks fragt. Die Tür hinter Dario und Rey schwingt auf und jemand bewegt sich auf sie zu. Sie hören eine Stimme: "Na sieh mal einer an, wenn das nicht die beiden Loser aus dem Gym sind, die ihren Stellenwert nicht kannten." Rey dreht sich um und vor ihm stehen die beiden Inder, die Dario und ihn vor gut einem dreiviertel Jahr mal im Gym verprügelt haben. Er seufzt: "Wieso sieht man sich nur immer zwei Mal im Leben?" "Du hast wohl immer noch nichts gelernt hier, was? Ich bin hier, weil ich heute etwas zu feiern habe. Und wenn der Kronprinz von Indien etwas zu feiern hat, dann haben die Untertanen zu verschwinden." mit einer abfälligen Handbewegung deutet er Dario und Rey an, dass sie verschwinden sollen. Dario will schon aufstehen, da hält Rey seinen Arm fest. "Was soll das?" "Du weisst, was das letzte Mal passiert ist. Ich will hier ungern durch einen Tisch geworfen werden." "Wenigstens einer der es verstanden hat." "Vergiss es. die Bar gehört ihm nicht. Wir sind die einzigen Gäste hier, du kannst die ganze Bar für dich alleine nutzen. Er hier hat gerade eine schwere Zeit und wir brauchen das jetzt hier." Rashad Azul nähert sich dem Mexikaner. Rey richtet sich auf und die beiden liefern sich eine Art Staredown. Der Inder meint: "Für deine Körpergrösse und deine Erfolge im Wrestling hast du eine echt grosse Klappe, Luchador. Ich hab sowieso nie verstanden, wieso ihr diese Maske tragt." "Meister, ich glaube nicht dass es..." "Atuka, du wurdest hier nicht gefragt." "Jawohl Meister." Azul wendet sich wieder de Muertos zu: "Also, du hast die Wahl. Du gehst auf zwei Beinen aus dem Lokal, oder Atuka lässt dich aus dem Lokal fliegen. Das könnt ihr Luchador doch so gut oder nicht?" "Respekt ist wohl ein Fremdwort für dich." kontert der Mexikaner. Ein verächtliches Lachen dringt aus dem Mund von Azul: "Respekt. Mich hat man zu respektieren. Ich bin von königlichem Blut. Ich hingegen, brauche niemandem Respekt zu erweisen, ausser meinem Vater und meiner Mutter. Also kleiner Totenkönig, verlass jetzt meine Bar." "Gibt es hier Stress?" Julio ist mit den Getränken zurückgekehrt und stellt sie auf den Tisch. Abfällig betrachtet Azul den Argentinier und meint angewidert: "Mein Gott. Ich dachte schon der Maskierte und der erfolglose Skilehrer seinen unter meiner Würde, aber das ist ja wohl das letzte. Den beförderst du zu erst aus der Bar Atuka." Der stämmigere Inder will schon loslaufen da antwortet Julio: "Mich wird hier gar niemand rausbefördern. Ich arbeite hier als Türsteher und hab auch die Finanzen im Überblick. Also wenn hier jemand jemanden rauswirft, dann ich euch." "Du willst hier für die Finanzen zuständig sein? Mit diesen Tattoos und diesem ... Was soll das sein? Hard Rock Cafe?" "Ist ne weltweite Restaurant Kette. Klasse Burger und echt coole Shops." "Oh davon gibt es auch Hotels. Bei uns in Davos gibt es eines." "Ach echt? Du musst unbedingt ein T-Shirt für mich besorgen. Ich sammle die nämlich." "Ich bin jetzt nicht hier um über irgendwelche billigen Restaurant-Ketten zu sprechen. Ich bin hier, weil ich als Kronprinz von Indien etwas zu feiern habe und verlange, dass die Bar geräumt wird." "Ob Kronprinz von Indien, US-Präsident oder Kaiser von China, die beiden bleiben hier. Und wenn dir das nicht passt, dann ist da die Tür." "Du..." Der Sultan will zuschlagen, doch Julio packt sich dessen Arm, verdreht ihn und zeigt einen All is One (Russian Leg Sweep), rollt durch und steht direkt wieder auf seinen Beinen. Atuka schaut sich das ganze etwas erschrocken an, muss sich allerdings ein Grinsen verkneifen, was sein Meister wohl zu seinem Glück nicht bemerkt. Der Inder stöhnt und versucht sich aufzurichten. Sein Diener hilft ihm beim Aufstehen: "Geht es Euch gut Meister?" "Fass mich nicht an. Das werdet ihr noch bereuen, das verspreche ich euch. Atuka, wir gehen." Wutschnaubend dreht er sich um und verschwindet aus der Bar. Atuka legt einen zwanzig Euro Schein hin und sagt: "Für die Umtriebe." "Atuka!" hört man den Sultan noch schreien, da macht dieser auf dem Absatz kehrt und verschwindet. Als sie weg sind fragt Julio: "Was waren das für zwei Clowns?" "Die haben uns schon mal angegriffen. Keine Ahnung, was der eine für ne Psycho-Nummer schiebt." "Ich hab mich damals etwas über den Schlau gemacht. Er stammt anscheinend echt aus einer alten Sultan-Linie aus Indien ab. Und sein Begleiter ist wohl aus familiärer Tradition dessen Diener. Man liest nicht viel gutes über den Typen. Sie sind beide Wrestler und sind schon in Japan, Indien, Australien und Thailand diversen Ligen unterwegs gewesen, und sind seit einiger Zeit in Europa unterwegs. An vielen Orten mussten sie wieder gehen, weil man das Verhalten von Rashad Azul nicht länger toleriert hat. Er scheint zwar echt gut darin zu sein. So war er bei NJFW für zwei Monate Heavyweight Champion, bei der Catch Fantastique Français war er ebenfalls World Champion und in AFW in Österreich soll er aktuell den höchsten Titel tragen. Dazu kommen noch einige Tag Team Titel aus diversen Ligen. Und sein Begleiter trägt aktuell in Italien bei FRW (Fantasia Roma Wrestling) den Italia Europeo Championship, was wohl deren Midcard Titel ist, und das schon seit 11 Monaten. Die sind also keine Niemande." "Heisst aber nicht, dass sie sich verhalten können, wie sie wollen. Die werden wir im Auge behalten." antwortet Julio und gibt seinen beiden Kumpels ihr Gläser. "Jetzt wird aber erst Mal angestossen. Cheers."