Des Krähenmanns Animationsrubrik

Asperger Crow

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Meine Review zu „Spider-Man: a new Universe“

Okay, gehen wir es noch einmal durch, ein allerletztes mal, und dieses Mal wirklich. Mein Name ist Marco und ich bin der einzig wahre Asperger Crow. Ich bin Teil dieses Boards seit nun mehr denn vier Jahre, Wrestling Fan seit den mitzweitausendern und Fan von Animation seit Kindestagen. Ob nun Disney, Dreamworks, Aardman, Looney Tunes oder Animes, ich liebe dieses Medium mehr als alles andere. Dementsprechend freut es mich umso mehr einen Film in diesen zu sehen, der vom anderen westlichen Produktionen so komplett anders ist, auch wenn es dazu eine legendäre Figur anscheinend braucht.

... entschuldigt diesen eher schlechten Rip Off des Films. Worauf ich hinaus will ist das hier nun meine Review folgt zu SpiderVerse oder wie er in Deutschland heißt „Spider-Man: A New Universe“. Wer in den letzten Monsten hier reingeguckt hat wird bemerkt haben wie sehr ich mich auf diesen Film gefreut habe seit Trailer eins. Der Film wirkte so komplett anders von so vielen Aspekten als was die großen Studios wie Disney, Pixar, Dreamworks und vor allem Illumination in den letzten Jahren abgeliefert haben. Desweiteren war 2018 ein für mich absolut uninteressantes Animationsjahr: Gefühlt jeder Film war eine Fortsetzung und abgesehen von Your Name sah ich bis gestern Nacht nicht einen einzigen Animationsfilm in den Kinos dieses Jahr, auch nicht die Unglaublichen 2, obwohl ich den Vorgänger liebe (bin halt langsam die Pixar Fortsetzungen leid... und nächstes Jahr kommt auch noch Toy Story IV). SpiderVerse stach aus diesen Brei unfassbar heraus, und bei seinen fantastischen Kritiken (87 auf Metacritic, 97 auf Rottentomatoes bei einer Durschnittswertung von 8,8/10) wurde diese Freude immer größer.

Ich mache es auch daher kurz und knapp, SpiderVerse ist ein Meisterwerk, ein visuell atemberaubender Streifen (gegen Ende schon fast ein Trip) mit extrem liebenswerten Charakteren, einen starken Soundtrack und vollgepackt mit so viel Liebe zu Comics, SpiderMan und auch Animation das einen einfach das Herz aufgeht. Für mich tatsächlich sogar der beste Spidey Film, da er mit den Charakter endlich mal neue Dinge macht anstatt immer wieder die gleiche Geschichte neu aufzubereiten und dabei auch Miles Morales in den Main Stream einführt.

Bevor mich jemand fragt muss ich gestehen nicht groß bewandert in Sachen Miles Morales zu sein. Ich hab seine ersten Comics in einer Omnibus Collection und weiß das er den Spider-Man Mantel in Ultimate Universum füllt. Ansonsten aber kenne ich mich mit den Charakter kaum aus. Allerdings macht der Film einen zum Glück unfassbar guten Job darin mit Miles mitzufühlen und ihn zu einen würdigen Spider-Man Nachfolger zu machen. Keine Sekunde fühlt sich das Erbe das er antritt aufgezwungen an sondern so, als ob er für die Figur des Spider-Mans der würdige Nachfolger (innerhalb seines Universums) ist. Seine starke Beziehung zu seinen Vater als auch zu seinen Onkel geben dieser Rolle dann noch zusätzlich kraft. Allgemein sind die Charaktere großartig, es ist tatsächlich großartig Peter Parker als depressiven Mann in seinen späten 30ern oder frühen 40ern zu sehen. Spiderwoman Gwen Stacy ist und bleibt mit das beste was Marvel in den letzten Jahren gemacht hat neben Khamalla Khan (Marvel ist wirklich nicht gut derzeit im Comicsektor) und ihr Kostüm ist eines der coolsten überhaupt, leider haben sie und die anderen Spideys ein Problem, worauf ich später eingehe. Selbst der Kingpin, trotz seines fragwürdigen Designs (ja, er war auch in den Comics ein Panzerschrank, aber nicht so sehr wie in diesen Film), bekommt eine Hintergrundgeschichte die ihn zwar nicht zu einen besseren Menschen macht, aber seinen Hass auf Spider-Man neue Facetten gibt.

Aber der Hauptgrund warum ich so heiß auf diesen Film war ist vor allem einer: Das Design sowie die Animation. Natürlich macht ein guter Look keinen guten Film, aber grade bei einen Animationsfilm kann ein einzigartiger Style aus einen sehr guten Film einen großartigen machen. Und meine Güte, was ist Spiderverse hübsch. Kein Film beschreibt den Look "Comic Buch zum leben erwacht" besser als dieser, das Design könnte stellenweise schon fast als Kunst bezeichnet werden, grade gegen Ende wird der Film unfassbar kreativ und abgedreht mit den, was er dir ins Gesicht schmeißt. Man könnte definitiv darüber streiten ob das ganze dadurch nicht zu einer Reizüberflutung führt und ob manche Stilmittel wie die ab und zu auftauchenden Gedankenblasen wie man sie aus Superheldencomics kennt etwas zu sehr "on the nose" sind, mich persönlich hat es aber nicht gestört und nachdem so viele CG Animationsfilme alle irgendwie gleich aussehen freut es mich einen Film (vor allem Familienfilm) zu sehen der so Radikal anders aussieht als das was sonst kommt aus Hollywood. Und nicht falsch verstehen, die Filme von Disney und Pixar sind visuell extrem beeindruckend, aber Charaktermodelle sowie Animation bleiben seit Tangled immer gleich und irgendwann wünscht man sich einfach einen Umbruch. Apropos Animation: Diese wirkt zwar so als ob jemand die Framerate runtergedreht hat, aber dadurch wirken grade die Actionszenen deutlich stärker und erinnerungswürdiger. Man hat hier ganz klar Style über Realismus gestellt, was ich in Animation sehr begrüße.

Auch vom Ton ist der Film deutlich anders als seine Konkurrenten. Natürlich ist der Film kein ernstes Drama oder extrem erwachsen, am ende ist auch er ein Familienfilm. Aber er versucht deutlich mehr jugendliche anzusprechen als die ganz kleinen. Von der Präsentation hin zur Musik kein Film der sich an den kleinen anbiedern will. Nachteilig könnte allerdings sein dass das hier ein extrem Nerdiger Film ist, es wird deutlich klar das die Macher des Films (darunter auch Lord/Miller von solchen Meisterwerken wie den Jump Street Filmen sowie den Lego Film) absolute Spider-Man Fanboys sind, allerdings so sehr das ich befürchte das normal Zuschauer sich schnell verloren fühlen können aufgrund der Flut von Anspielungen und Augenzwinkereien. Allgemein finde ich das der Film ein Problem damit hat seine multiplen Spideys unter einen Hut zu bringen. Während Gwen noch ganz gut wegkommt, haben Peni Parker/SP//DR (Anime Spider-Girl), Spider-Ham (Cartoon Spider-Schwein) und Spider-Noir (Spider-Nicholas Cage) nicht annähernd so viel Glück. Für mich absolut frustrierend weil das absolut großartige Charaktere sind, aber der Film der zu wenig mit ihnen gibt. Auf der einen Seite ist es gut das der Fokus auf Miles bleibt, auf der anderen hat das dann den Nachteil das man die Charakter zwar mag, aber nicht in sie investiert genug ist wenn man bedenkt das der Film am Ende echt möchte das du für eine von ihnen Trauer mitempfindest. Meine Gedanken waren allerdings eher "nichts gegen dich, ich kenn dich aber echt nicht gut genug". Dennoch sind das für mich Kritikpunkte, die kaum Einfluss auf meine extrem positive Meinung zum Film einnehmen.

Alles in allem ist Spiderverse für mich ein Meisterwerk und ich hoffe das ich den ein oder anderen hier im Board dazu bewegen kann den Film eine Chance im Kino zu geben, da der Film wohl so wie es aussieht an den deutschen Kinokassen floppen wird. Ich persönlich bete inständig das Sony Pictures Animation auf den Fundament das sie hier gemacht haben nun gründlich aufbauen. In einer Welt in der Disney und Pixar sehr gute bis tolle Filme machen die aber visuell nicht mehr mutig sind braucht es einfach gute Konkurrenz und die gibt es einfach nicht mehr: Illumination hat zwar gute Box Office Nummern aber Filme die sie (mit stolz) so billig und kreativlos wie möglich produzieren, so dass davon nichts hängen bleibt und allen das Produkt vollkommen egal ist. Dreamworks Animation wird nun nach den Aufkauf von Universal zu Illuminations Bitch verkommen, Shrek 5 wurde ja schon bekanntgegeben von Chris Meledandri. Blue Sky war nie besonders gut und Warner Bros Animation haut sich die ganze zeit mit Anlauf auf die Fresse. Sony war für mich immer das Studio das mich am meisten frustrierte, erst letztes Jahr erschien das von mir zerrissene Machwerk über Emojis, denn obwohl man so viel Talent macht man damit wenig, bis auf die Hotel Transylvania Filme (es gibt gute Filme mit Adam Sandler, erschreckend ich weiß) sowie Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen gab es nur wenig gutes von ihnen. Nun haben sie ein Meisterwerk und auch wenn ich nicht glaube das der Film ein großer Box Office Hit in Disney Ligen wird oder Sony Animation es jemals mit ihnen aufnehmen kann, so glaube ich das er definitiv erfolgreich sein wird und mit den Talent was sie haben zumindest eine starke Alternative zum Rest werden könnten...

P.S.: Sollte dieses Jahr WIEDER Disney den Oscar als besten Animationsfilm bekommen, dann kann ich das Ding noch weniger Ernst nehmen als ich es jetzt schon tue.
 

Thez

Zarathustra
Vielen Dank für die gut geschriebene Review, sie liest sich sehr interessant. Fürs Kino wirds bei mir wohl nicht reichen, früher oder später werde ich mir den Streifen aber gerne anschauen :)

Ich habe kürzlich aufgrund mehrerer Erwähnungen in diesem Thread angefangen Steven Universe zu schauen. Das Kind hat mich anfangs sehr genervt (diese Augen! diese Nase!!), aber nach einer Weile hat mich die Serie irgendwie doch gepackt. Vielleicht weil ich jemanden kenne, der dem Kind irgendwie sehr ähnelt. Mal schauen, wie lange ich am Ball bleibe.
 

Thez

Zarathustra
Zu meinem Entzücken habe ich festgestellt, dass Steven Universe ja einen Wrestling-Bezug hat. In Folge 9 schlüpfen Steven und seine Frauen in Wrestlerrollen und kämpfen in einer kleinen Strandliga. Wird das im Laufe der Serie noch ausgebaut oder war das ein einmaliges Vergnügen?
 

Asperger Crow

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Kurzreview zu „Die Unglaublichen 2“ + Meinung zu Pixar in der 2010er Dekade


Während meines Fluges nach Südafrika hatte ich Zeit mir „Die Unglaublichen 2“ anzugucken, und ja, ich habe ihn tatsächlich nicht im Kino gesehen vorher. Trotz der Tatsache das ich letztes Jahr eh null Motivation hatte ins Kino zu gehen und auch kaum war (sah lediglich Your Name, Black Panther und SpiderVerse), so muss ich auch sagen sprachen die Trailer mich kaum an: Der Film sah okay aus und ich liebe den ersten Teil, aber mehr als ein „nett“ rutschte mir nie über die Lippen. Aber gut, Condor bot den Film an, und wenn man 12 Stunden im Flieger sitzt dann hat man schon Lust auf Pixar.

Aber an der Überschrift sieht man wohl das ich meinen Fokus gleich auf was anderes liegen werde, von daher halte ich es kurz und schmerzlos: „Die Unglaublichen 2“ ist ein animationstechnisch großartiger Film, aber wirkt inhaltlich oftmals wie eine Folge einer Familiensitcom aufgebläht auf zwei Stunden. Das heißt zwar nicht das der Film schlecht ist, aber besonders spannend oder aufregend ist er nun auch nicht, was vor allem bei der Laufzeit böse enden kann.

Trotz der Rückkehr von Brad Bird (Regisseur von grandiosen Meisterwerken wie „Der Gigant aus dem All“, „Ratatouille“ und „Die Unglaublichen“ sowie „Mission Impossible: Phantom Protocol“ und „Tomorrowland“ die ich beide nicht gesehen habe) kann der Film mit den ersten nicht mithalten, obwohl dieser die gleichen Elemente wie dieser hier hatte. Das hat viele Gründe, zum einen einfach schaffte der erste es die Elemente Superheldenfilm und Familiencomedy besser zu verbinden, ohne eines dieser Elemente währe der erste Teil nie so gut geworden wie er am Ende war. Hier hingegen wirkt der Superheldenteil zwar nicht wie ein nachgedanke, aber auch nicht als ob der Film ohne ihn nicht funktionieren könnte. Es gibt genug Sitcoms mit der Folge wo der schusselige Vater allein auf die Kinder aufpassen muss und es nicht schafft, viele dieser Beats werden hier auch eins zu eins verwendet. Das Helen weg ium die Reputation der Superhelden wieder herzustellen und Jack Jack wegen seiner 85 Superkräfte so schwer zum handhaben ist kommt so rüber als ob es dem ersten Teil geschuldet ist weil es dort so etabliert wurde.

Und ich hätte keine Probleme mit den Familiensitcom Anteil wenn dieser interessanter währe, aber er ist es nicht. Im ersten Teil hatte Helen die Befürchtung das Bob sie betrügen könnte, jener hatte eine Midlife Crisis welche sehr realistisch (trotz Superhelden) dargestellt wurde und die älteste Tochter teile später ihre Befürchtung das ihre Eltern sich scheiden lassen können. Für einen animierten Familienfilm war er so erwachsen wie das Rating es zulässt. Hier hingegen wirkt vieles einfach wie Standard Sitcom Kram, hauptsächlich der mit den schusseligen Vater der alles schlimmer macht. Gemessen daran sowie das der Film auch nur wenig wirklich witzige Momente irgendwie hat (Edna Mode war nett und der Waschbärkampf brachten mich zum Lachen) endet damit das der Film ziemlich langweilig ist, ich habe oftmals vorgespult in der Hoffnung etwas interessanteres zu sehen. Der superheldenkram war besser, aber das lag auch nur an den tollen Actionszenen. Der Bösewicht ist typisch für Modern Disney Lahm.

Aber ich habe den Film auch nicht gehasst, er war okay: Wie gesagt, die Actionszenen waren stark, der Sitcom Anteil hat ein paar nette Momente, die emotionalen Momente funktionieren ganz in Ordnung (gute Vater-Tochter Beziehung, die Szene mit den anderen Supers die dankbar für Helens Arbeit sind war süß) und der Klimax war stark. Aber für knapp 2 Stunden muss da schon mehr kommen. Und gemessen daran dass das der Film war von den alle einen zweiten Teil wollten ist es schon schade das am Ende „Findet Nemo“ die bessere hatte. Aber er reiht sich gut damit an in die Reihe enttäuschender Pixar Fortsetzungen.

Und damit kommen wir zum zweiten Teil meines Posts: Pixar in dieser Dekade!!


Für die unter euch die kein Interesse an Animation haben (wie ist es so als Juror bei den Academy Awards?), Pixar ist wohl eines der wichtigsten Animationsstudios des 21. Jahrhunderts, wenn nicht sogar das wichtigste Studio. Sie waren das erste Studio das Computeranimierte Spielfilme machte mit „Toy Story“, produzierten die ersten beiden Trickfilme seit „Die Schöne und das Biest“ die für den Oscar als bester Film nominiert wurden und hatten allgemein eine starke Dekade von 2000-2009, finanziell als auch kreativ. Von den 7 Filmen die Pixar in diesen Zeitraum veröffentlichte bekam lediglich einer leicht durchwachsene Kritiken (Cars), der Rest hingegen (Monster AG, Findet Nemo, Die Unglaublichen, Ratatouille, Wall-E und Oben) landete stets im 8 bis 10 von 10 Punkte Bereich. Es war wahrscheinlich einer der besten Runs die ein Studio hinlegen hätte können. Finanziell ging es genauso gut, bis auf Cars landetet keiner dieser Filme unter 500 Millionen Dollar. Pixar war so eine starke Kraft, das Disney nach einer sehr durchwachsenen Phase ihrer selbst entschied das Studio für 7.4 Milliarden Dollar (mehr als man zum Beispiel ein paar Jahre später für Marvel gezahlt hat) aufzukaufen. Gemessen daran dass das Studio für Disney mittlerweile global 13 Milliarden eingespielt hat (Box Office, Merchandise und Blu Ray Verkäufe nicht mitgezählt), sicherlich keine schlechte Entscheidung.

Aber es geht nicht ums finanzielle hier in dieser Kolumne, sondern ums Kreative, und im Vergleich zur Dekade im Vorjahr hat Pixar leider ORDENTLICH Federn gelassen: Während Disney Animation ein Comeback startete mit „Rapunzel“ und mit „Die Eiskönigin“ sowie „Zoomania“ moderne Disney Klassiker produzieren sollte, hatte Pixar zwar finanziell keine Sorgen, aber war von der Qualität der damaligen Zeit (inhaltlich, technisch sind sie unfassbar derzeit) weit entfernt. Das ist jetzt nichts schockierendes, es ist unglaubwürdig zu denken das ein Studio oder eine Person auf Dauer nur Klassiker nach Klassiker produzieren kann und es war nicht so als ob Pixar nur noch Müll produziert hat, aber es ist erschreckend wie wenig hängen geblieben ist.

Dabei fing die Dekade stark an, denn 2010 erschien Toy Story 3, eine der besten Fortsetzungen aller Zeiten und der perfekte Abschluss für eine schöne Filmreihe. Es war erst die zweite Fortsetzung für Pixar überhaupt und der erste Film von Ihnen der an den Kassen über eine Milliarde Dollar einspielte. Wie gesagt, wenn man es nicht hätte besser wissen müssen könnte man geglaubt haben das sie alle auf diesen Level weiter performen... und dann kam Cars 2.

Cars 2 ist wohl für Hardcore Pixar Fan das Hassobjekt schlecht hin, ein von der Presse zerrissenes Machwerk das von Disney nur deswegen das OK bekam wegen der starken Merch Verkäufe. Für Lasseter (oh fucking Joy oh joy, was ich gleich Lust habe über ihn zu schreiben) war es ein Passionsprojekt weil er Autos liebt. Im Nachhinein hätte er es besser lassen sein sollen oder einen weniger konfusen und zugleich nervigen Film machen sollen. Ich persönlich hasse Cars 2 nicht so sehr wie andere, aber er war auch kein Film den ich stark genuss. Er war schlecht, das definitiv, aber leider begann mit ihm auch ein trauriger Trend bei Pixar, und zwar der Trend Fortsetzungen.

Seien wir ehrlich, ganz Hollywood hat das Fortsetzungsfieber gepackt oder besser gesagt das Nostalgiefieber und das Studio ist da keine Ausnahme, denn ob nun Fortsetzungen, Reboots oder Prequels, ein Großteil von den das Pixar in dieser Dekade produzieren sollte viel genau in diese Kategorie und abgesehen von den zwei Cars Fortsetzungen (nach Cars 2 kam dann noch Cars 3, Gott weiß warum und gesehen habe ich ihn noch nicht) und "Toy Story 4" (oh, sorry, ich meine natürlich "A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando", danke Disney Deutschland...) diesen Juni (denn nach dem perfekten Ende brauchen wir einen weiteren Film in der Reihe) hat Pixar einen nicht unerheblichen teil ihrer Filme welche sie von 1995 bis zu 2009 veröffentlichten Fortgesetzt: Oben meine Kritik zu "Die Unglaublichen 2", "Findet Dory" und "Monsters University" (keine Fortsetzung sondern ein Prequel, gemessen daran das der erste sich für eine Fortsetzung angeboten eine seltsame und fragwürdige Entscheidung... und wenn ich "Monster AG" denke, denke ich 80s College Film), von den insgesamt 11 Filmen die Pixar mit "Toy Story 4" veröffentlichen wird in diesen 10 Jahren sind 7 Fortsetzungen. Ich hätte kein Problem damit wenn ein Großteil dieser Filme richtig gut gewesen währe, leider war er das für mich nicht. Lediglich "Toy Story 3" und "Findet Dory" gefielen mir sehr, allen voran ersterer war ein Meisterwerk.

Pixar hatte durchaus auch originelle Filme, aber diese waren nicht immer das gelbe von Ei, in Fakt einer der beiden war mein meist verhasstester Film von Pixar, "Merida" und ja, ich mag Merida nicht! Ich empfand den Film als unfassbar klischeehaft und nervig, vor allem der sehr unsympathische Hauptcharakter und das ignorierte Potenzial mit all den Legenden von Schottland ärgerte mich sehr. "Cars 2" war definitiv der schlechtere Film von Pixar, aber "Merida" ist der, der mich mehr ärgerte. Der andere war Arlo & Spot, der erste finanzielle Flop von Pixar und ziemlich Vergessens wert.

Und auch hinter den Kulissen ist das Bild von Pixar am bröckeln gewesen, vor allem der Umgang mit Frauen was vor allem Ende 2017 nicht mehr zu verheimlichen war, denn John Lasseter, der kreative Mann hinter Pixar und der Mann der Disney zum Comeback verhalf, wurde auch unfreiwillig Teil es "MeToo" Movements. Lasseter hat zahlreiche Frauen die bei Pixar arbeiten (und wohl nur bei Pixar Animation, Disney Animation Studios war wohl nicht betroffen was wohl damit zu tun hatte dass das Studio über 500 KM von Pixar entfernt ist und er dort nur selten war) sexuell belästigt was mehr als Gerüchte zu sein scheint wenn man bedenkt das er einen Tag bevor die Story raus kam ankündigte eine längere Pause von seinen Job zu machen und sehr viele sehr wenig darüber sprechen. Es ist etwas schwer für mich darüber zu schreiben da Lasseter lange ein Held von mir war was durch Dokumentationen wie die von Leslie Iwerks über Pixar als auch die Art wie er sich präsentierte, kaum zu erwähnen all das was er für das Medium geleistet hat und wenn am Ende rauskommt was für Mistkerle deine Helden immer waren du dir vorkommst wie der größte Trottel das du das nicht gesehen hast wie scheiße die Person aus menschlicher Sicht ist. Außerdem scheint er viele Kollegen untergraben haben was kreative Vorschläge angeht und sehr stark dafür gesorgt haben das alle gezwungen auf sein Kommando zu hören haben, so gesehen könnte sein Weggang nicht nur ein besseres Klima bedeuten für Frauen die in der Animationsbranche arbeiten, sondern auch eventuell bessere Filme. Lasseters Arbeit als Chief creative Officer bei Pixar wird Pete Doctor (Pixar Legende, Mitglied des Original Pixar Brain Trusts, Regisseur von "Die Monster AG", "Oben" und "Alles steht Kopf") übernehmen und bei Disney Jennifer Lee (Regisseurin von "Die Eiskönigin", Autorin von "Ralph reichts" sowie die Erstellering der Geschichte von "Zoomania"), zwei bessere hätte es für die Jobs nicht gegeben. Dennoch was Pixar angeht: Das Bild des großartigen Arbeitsplatzes wo Leute auf Scootern durch die Gegend fahren, alle super viel spaß haben und einfach eine tolle Atmosphäre herrscht ist erst mal kaputt.

Was für mich klarer und klarer wird ist das Pixar sich neu Aufbauen muss, was wohl jetzt geschehen wird, denn in den letzten Monaten war nicht nur Lasseter weg: Brad Bird als auch Andrew Stanton arbeiten nur noch teilweise bei Pixar. Ed Catmull, der Präsident von Pixar und am Ende auch Disney Animation, verließ das Studio letztes Jahr. Darla K. Anderson ist auch gegangen und erst diese Woche verließ Urgestein Lee Unkrich das Studio. Es wird interessant zu sehen sein ob Pixar wieder zu alter stärke finden kann, das Potenzial ist auf jeden fall da, denn auch wenn ich sehr negativ klinge, es gab durch aus fantastische Filme in den letzten Jahren: Wie gesagt, "Toy Story 3" war ein absolut fantastischer Film, "Alles Steh Kopf" ein brillantes Meisterwerk mit einen simplen jetzt großartigen Konzept und "Coco" ein wunderschönes Mexikanisches Mär über Dia de los Muertes als auch über Familie im generellen. Alles drei Filme denen ich 9 oder 10 von 10 Punkten geben würde, und wie erwähnt mochte ich tatsächlich "Findet Dory" sehr gerne. Bis auf "Merida" und "Cars 2" gab es dann auch keine Pixar Filme die ich gehasst habe, sie waren fast alle nur vergessenswert. Pixar hat definitiv viel von seiner Magie verloren, aber weder finanziell noch wirklich qualitativ ist es am Boden. Pixars Schwester Studio Disney Animation hatte schon weitaus härtere Phasen hinter sich, nach Walts Tod lief es so schlecht das Eisner das Animationsstudio komplett schließen wollte. Es wird definitiv interessant werden zu sehen, was aus dem Studio werden wird in Zukunft...
 
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Thez

Zarathustra
Bis auf "Merida" und "Cars 2" gab es dann auch keine Pixar Filme die ich gehasst habe, sie waren fast alle nur vergessenswert.

Was hat Dir denn an Merida so schlecht gefallen? Ich fand den Film eigentlich ganz angenehm. EDIT: Entschuldige bitte, ich hatte den vorherigen Merida-Absatz wohl zunächst überlesen. Die Frage wurde also schon beantwortet :)

Ich habe übrigens gestern, dank Deiner Erwähnungen, Steven Universe zuende geschaut :) Ich fand die Serie insgesamt wirklich sehr bereichernd! Die schönste Zeit war für mich Peridots Vergesellschaftung, was hat mich das amüsiert! Danach, also so ungefähr zu Lapis Lazulis Einzug, ging die Begeisterung etwas zurück, blieb aber für mich insgesamt noch auf einem guten Level, sodass ich bis zum fünften Staffelfinale am Ball geblieben bin.
 
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Asperger Crow

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Trolls World Tour - Review

Tja, eins muss man "Trolls World Tour" lassen: Der Film wird als Experiment definitiv in die Geschichte der Filme eingehen, und zwar als der erste Film der nun Day 1 nur limitiert ins Kino kommt (hauptsächlich irgendwelche Autokinos) und dafür weltweit breitflächig via VoD angeboten wird, die Gründe wieso muss man wohl nicht nennen. Und wie es aussieht lohnt sich der Schritt für Universal und Dreamworks Animation: Der Film hatte wohl den besten Start eines Streaming Films überhaupt für Fandango und landete auch auf Plattformen wie Amazon auf Platz 1, man schätzt wohl um die 40 Millionen am ersten Wochenende und wurde somit Universals bester digitaler Start, auch größer als Jurassic World 2. Aufgrund des Erfolges wundert es nicht das WB in ein paar Wochen das gleiche mit Scoob, den Start für das Hanna Barbara Cinematic Universe (...*seufz*) machen wird und ich mir sicher bin das wir noch mehr solcher Experimente in den nächsten Wochen und Monaten sehen werden weil fucking Corona und nicht bald loslassen wird, was durchaus der Sargnagel für zahlreiche Kinoketten sein kann und uns immer mehr in die von Firmen gewünschte "All Digital Future" treibt (man merkt, das ich nicht wirklich begeistert von dieser Entwicklung bin). Das ist dann aber auch das interessanteste was man zu "Trolls World Tour" sagen kann, abgesehen davon ist der Film die Definition des Worts ok...

Als der 38. Film von Dreamworks Animation (und ja, fragt mich nicht wie sie in 25 Jahren es geschafft haben 38 Filme rauszubringen, eine Strategie so toll das sie daran und weiteren dummen Entscheidungen so viel verloren, das sie von Comcast und Universal aufgekauft wurden und nun unter Kontrolle von Illumination Pictures stehen, deren Strategie es ist Animationsfilme so billig wie möglich zu produzieren) und die Fortsetzungen des ersten Trolls Films basierend auf den Spielzeugfiguren aus den 60ern erzählt der Film wie die Hauptcharaktere aus dem ersten Teil, Poppy and Branch erfahren das es neben ihren Reich auch weitere Troll Reiche gibt, sie stellen nur eines da, und zwar das der Poptrolle. Auch erfahren sie, das Barb, Königin der Hardrock Trolle (natürlich ist Rock der Böse, in diesen Filmen ist Rock immer der Böse im Gegensatz zur einfach zu vermarkteten Popmusik) vor hat, allen Reichen die magischen Musiksaiten zu klauen und mit der Macht alle anderen in Hardrock Trolle zu verwandeln. Daher bricht Poppy auf um sie aufzuhalten.

Ich bin ehrlich, das Konzept mit zahlreichen Trollreichen basierend auf verschiedenen Musikgenren ist keine schlechte Idee, wenn nicht sogar eine sehr gute. Sowas verspricht musikalische Abwechslung, und da die sechs Reiche auf Pop, Rock, Klassisch, Funk, Techno und Country basieren kann man da schon ein paar richtig gute Sachen mit machen. Problem: Kaum eines der Reiche außerhalb von Pop bekommt Aufmerksamkeit, lediglich Country und Hardrock bekommen ein paar Songs. Die anderen hingegen bekommen entweder gar nichts (Klassik) oder aber nur eines (Techno), und so toll es ist "Crazy Train" oder "Rocking like a Hurricane" zu hören, am Ende wird alles dominiert von Pop, Funk sogar bekommt lediglich einen Hip Hop Song, so das ich die Frage stellen muss warum man überhaupt ein Funk Königreich einführt wenn dann Hip Hop kommt. Und ich fände es nicht schlimm wenn die Pop Musik richtig, richtig gut wäre, allerdings ist diese richtig "Hit and Miss": Manche sind gut, manche sind zum Kopfschütteln. Schön es das es dann auch noch Smooth Jazz, Kpop (fragt mich nicht warum das keine regulären Poptrolle sind, obwohl kpop Lediglich Korean Pop Musik bedeutet), Reggae und Jodel (ha...ha) Trolle gibt, aber die fallen halt auch in dieses Schema.

Wo der Film aber vollkommen überzeugt ist Visuell: Die Reiche haben alle ihr eigenes Design, von der bunten Welt des Pops wo Sonnen und Wolken Gesichter haben hin zum spaßigen Design der Funkstadt, alle haben ihre eigene Note und ihr eigenes aussehen, auch die Trolle haben ihr eigenes Design. Mein Favorit allerdings sind und bleiben die Hardrock Trolle, die auch mit Abstand die besten Charaktere des Films sind und ihre Welt, die von Lava und Lederböden überzogen ist. Der Film spielt sehr gut mit seinen Medium, den Texturen und einmal sogar mit der Framerate. Für Animationsfans ist der Film definitiv einen blick wert.

Des weiteren erzählt der Film auch eine Moral davon das wir eben nicht alle gleich sind und Unterschiede akzeptieren müssen, und in dieser Moral ist sogar ein guter Twist eingewoben warum die Trolle nun alle getrennt voneinander leben. Allerdings ist das nicht die einzige Moral die der Film versucht zu behandeln, die andere ist das es wichtig ist zuzuhören. Grade in der heutigen Zeit wo auf Twitter und anderen Plattformen alle ihre Blasen aufbauen und nur hören wollen was sie hören wollen ohne dabei auf andere Rücksicht zu nehmen eine mehr als wichtige Lektion. Und tatsächlich schafft der Film es meiner Meinung nach die Moralen gut zu transportieren.

Leider allerdings ist der Hauptcharakter Poppy durch die Zuhören-Moral mit Abstand der dümmste Charakter im ganzen Film: Ich verstehe warum, sie ist Königin und muss lernen das es wichtig ist anderen zuzuhören, deswegen ist sie auch so Taub gegenüber der Kritik und Ratschläge anderer. Allerdings, und ich scherze nicht, ich glaube in den ganzen Film trifft sie nicht EINE EINZIGE richtige Entscheidung! Alles was sie macht verschlimmert ihre Situation, wirkt Ignorant oder aber macht sie noch nerviger als sie stellenweise schon sein kann. Selbst am Ende verschlimmert sie alles, und sie ist der Charakter mit dem wir Sympathisieren sollen wohlgemerkt.

Der Humor des Film ist wie die Songs "Hit and Miss", der beste Witz des Films geht sogar in der deutschen Version komplett verloren wenn man nicht weiß wer Barbs Vater im englischen Original spricht. Aber wie gesagt, "Trolls World Tour" ist kein schlechter Film, er ist OK, 6/10 Punkten wenn man so eine Wertung will. Aber er ist frustrierend weil ich immer das Gefühl habe das hier irgendwo ein richtig toller Film vergraben ist unter all den Pop und all den Zynismus der den Film unten hält.

So, lohnt es sich denn bei der Langeweile den Film über VoD zu bestellen? Nun ja, kommt drauf an: Wenn ihr eine große Familie habt und mit dieser auf einen Haufen sitzt kann man definitiv mal reingucken, allerdings ist der Preis mit 15 Euro um ihn sich für 48 Stunden eine absolute Frechheit. Damit kostet es sich den Film digital zu leihen mehr als ein Besuch im Kino (minus Snacks natürlich) und ja, man kann ihn sich in 48 Stunden mehrmals gucken, aber will wirklich jemands "Trolls World Tour" 5-mal sehen? Ich habe Ihn für diese Review 2-mal gesehen und habe beim zweiten mal echt die Lust verloren. Bei ganz kleinen Kindern die mit der Situation nicht klar kommen würde ich noch sagen "macht ruhig", aber bei größeren Kindern oder Leuten die nur einen wirklich guten Trickfilm sehen wollen gibt es DEUTLICH bessere Filme da draußen (selbst für die ganz kleinen gibt es deutlich besseres wenn man mal ehrlich ist), auf Amazon Prime gibt es zum Beispiel "Spider-Man a new universe" für 11,99 zu Kaufen, Netflix hat zahlreiche tolle Trickfilme, wie die Werke von Studio Ghibli oder Eigenproduktionen wie "Klaus". Von daher, kauft ihn nur wenn ihr wirklich keine Alternativen habt oder einfach eure drei Jährigen zum Schweigen bringen wollt...

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Hey, mein erste Beitrag in über einen Jahr, und dann für einen solchen 08/15 Film. Mal schauen ob ich jetzt wieder regulärer hier reinschreibe, ich bin nämlich eine echt richtig faule Socke. Persönlich hoffe ich es aber...
 

Asperger Crow

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Ersteindruck zur Rückkehr der Animaniacs

Vielleicht erinnern sich noch manche an die Zeit als ich regelmäßig in diesen Blog schrieb: 2018 hatte ich eine Top 10 Liste der besten Cartoons der 90er Jahre erstellt und auf Platz 1 landeten damals die Animaniacs, eine Entscheidung die ich niemals bereut habe:


Animaniacs waren damals eine der Shows die zur Golden Age of Television Animation beitrugen: durch den Namen Steven Spielberg (Spielberg war auch tatsächlich stark involviert damals, er hat nicht nur seinen Namen hergegeben) hatten das Team das auch für Tiny Toons verantwortlich war eine unfassbare Freiheit und konnte sich sogar solche Stars wie Bernadette Peters leisten für die "Rita and Runt" Segmente (der Name Spielberg hat diese kraft zwar nicht mehr heute, aber er hat immer noch Gewicht). Diese Freiheiten sowie der Zeitlose Humor der stark inspiriert wurde durch die Looney Tunes sorgten für eine der besten Animationsserien aller Zeiten mit einer bis heute anhaltenden riesigen Fanbase, die nur abgesetzt wurde weil Network Verantwortliche nicht mochten das die erfolgreiche Show mehr von Erwachsenen als Kindern geguckt wurde. Und nein, das ist kein Witz: Warner Bros. hasste den Fakt das Animaniacs Fanbase zum großteil aus 25 Jährigen und Collegestudenten bestand, etwas das sie feststellten als die ersten Online Foren auftraten. Dieser Fakt sowie das WB für Kids WB weitaus Billiger einfach Pokemon synchronisieren kann sowie andere Kinderanimes führten dazu das Animaniacs sowie andere zu teure Produktionen ins Gras bissen. Um das mal in Szene zu setzen: das wäre so als wenn Nickelodeon damals Avater bevor es zu Ende ging eine Kugel in den Kopf geschossen hätte, einfach nur weil die Show zu viele erwachsene Fans gehapt hätte was dazu geführt sie eines ihrer erfolgreichsten Franchises Post-Spongebob einfach beerdigte hätten. Aber gut, Kids WB war nicht der einzige damals, der glaube das es ein schlechtes Omen ist wenn Animationsserien von Erwachsenen geguckt werden war überall vertreten, ich meine auch heute hat man das Stellenweiße noch (auch sehr beliebt war es Shows zu beerdigen wenn es mehr weibliche als männliche Zuschauer gab, weil Mädchen keine Figuren und Merchandise kaufen, ein glaube der sich erst diese Dekade änderte, weswegen es jetzt viele Cartoon Shows mit weiblichen Hauptcharakteren gibt).

Seitdem hat sich vieles geändert bei Animationsproduktionen, allen voran Streaming: Animation ist für diese (mit der ironischen Ausnahme von Disney+) sehr wichtig, erst vor kurzem hat Netflix angekündigt jetzt pro jahr SECHS Animationsfilme releasen zu wollen (was ich etwas kritisch sehe, wenn man bedenkt das übersättigung ein ernstes Problem ist das auch Dreamworks Animation einige Stockwerke runterschlug) und HBO Max hat einen großen Fokus auf Animation. Und noch wichtiger für Hollywood sind Remakes und Reboots: der ganze 80er Jahre und auch 90er Jahre kram ist nun nostalgisch, von He-Man hin zu Ducktales bis alles was mit Star Wars zu tun hat. Hollywood liebt sein altes Zeug und weiß ganz genau wie man es monetarisieren muss, grade bei Cartoons, das 2017 Ducktales Remake zum Beispiel hat vollkommen zurecht eine große Fanbase und das Netflix mit Dreamworks sowas zynisches wie She-Ra anscheinend neues Leben einhauchen kann (ich sage deshalb "anscheinend" weil ich die neue She-Ra Serie nicht gesehen habe, aber hab viel gutes gehört). "So, warum nicht Animaniacs rebooten" dachte sich der Streaming Service Hulu.

Ganz ehrlich, Animaniacs bietet sich perfekt für ein Reboot an: Animaniacs war eine der ersten Shows mit einer Online Fanbase, es gibt zahlreiche Clips und Songs auf Youtube zu finden (vor allem die Songs) und grade jetzt ist der perfekte Zeitpunkt gekommen. Persönlich war ich erstmal gehypt als ich vom Animaniacs Reboot hörte und auch das Spielberg wieder involviert ist. Diese Vorfreude bekam dann aber einen Dämpfer als etwas klar wurde, und zwar dass das Original team hinter Animaniacs nicht zurückkehren würde: Ja, die Originalsprecher, zumindest die englischen, sind zurück sowie die Original Komponisten, aber das Originalteam unter Tom Ruegger (der Erfinder der Charaktere) nicht, und soweit ich weiß wurden sie nicht mal gefragt, was meistens kein gutes Zeichen ist wenn ein Reboot hinter den Rücken der Erfinder grünes Licht bekommt. Das heißt nicht das es zu scheitern verurteilt ist, nur halt hat es immer einen bitteren Nachgeschmack wenn die Erfinder der Serie ignoriert werden und zur Seite geschoben werden - ganz besonders wenn das passiert damit ein ehemaliger Family Guy Writer wie Wellesly Wild die Show übernehmen kann. Ich bin ehrlich: Gemessen daran das ich echt kein Family Guy Fan bin oder besser gesagt nicht mehr bin war ich von Anfang an nicht begeistert das einer der Autoren von der wohl hasserfülltesten Animationsserie die ich je gesehen habe einen Klassiker wiederbeleben soll, noch schlimmer aber wird es dann auch noch wenn eben jener einige der schlimmsten FG Folgen schrieb, solch Gurken wie "Seahorse Seashell Party" zum Beispiel. Wilds Folgen waren selten Akzeptabel und von daher ging meine Freude direkt baden. Vielleicht ist dies aber auch unfair von mir und es lag eher an der allgemeinen Stimmung bei den Family Guy Team als an einzelnen Leuten, wie es oftmals der Fall ist. Grade bei Comedy Serien werden dann einzeln fertig geschriebene Manusskripte nochmal zerlegt und manchmal sogar komplett umgeschrieben. Dennoch, meine Stimmung war eher "ich weiß ja nicht" als "Fuck Yes!!!".

In den letzten Wochen bekamen wir dann auch endlich die ersten Clips von der Serie zu sehen, darunter eine Jurassic Park Parodie (und ja, Spielberg spricht sich selber) und den ersten offiziellen Trailer:



So, wie sind denn nun meine Gefühle nachdem ersten Materialien? Sie sind weitaus positiver und ich habe tatsächlich nach anfänglicher Skepsis ein positives Gefühl entwickelt. Dennoch gibt es noch ein paar Dinge die mich etwas besorgt lassen.

Das positive zuerst: Das Charakterdesign ist grandios und fängt den Geist der Originalshow gut ein. Es ist definitiv anders, aber nicht zu anders das es eine komplett andere Show sein könnte. Die Animation selber ist zwar etwas gewöhungsbedürftig (man merkt das hier mit zumindest entweder Flash oder Toon Boom Animation gearbeitet wurde), aber sie ist definitiv nicht faul oder billig.

Auch gefallen tut mir das, auch wenn wir alle von Reboot reden, die Warners wissen das es ein Original gab was das ganze eher wie eine Fortsetzung wirken lässt als wie ein typisches Reboot. Es passt gut zur Natur der Serie das sie so "Self Aware" sind. Und wenn wir bei den Thema sind, kommen wir zum Humor, denn der fühlt sich einfach nur richtig an. Ich meine, der Humor der Serie scheint hier perfekt eingefangen wurden zu sein, genauso würde ich sie mir in einen modernen Setting vorstellen. Meine einzige Sorge ist das der Humor sich etwas zu sehr mit aktuellen Themen aufhält (ich hätte den Trump Zyklopen zum Beispiel nicht gebraucht, denn ich habe ehrlich gesagt genug Trump Witze für die nächsten Jahre gehört und finde wieder ihn noch seine Crew sowie Anhänger besonders lustig) weil sowas unfassbar schnell altert, aber vielleicht trügt hier auch einfach nur der erste Eindruck. So vom Design, Ton und Humor gibt es von mir auf den ersten blick nichts auszusetzen.

Was ich anzusetzen habe ist die Anzahl von Charakteren die zurückzukehren scheint: mal abgesehen das der Support Cast der Warners anscheinend verschwunden ist, darunter der Psychologe und die Krankenschwester, kehren auch bis auf Pinky und Brain die anderen legendären Charaktere nicht zurück: Auf Mindy und Buttons kann ich durchaus verzichten, da war ich nie der größte Fan von und auch wenn ich Rita und Runt sehr mag, wie gesagt, Bernadette Peters ist nicht billig. Aber keine Goodfeathers? Kein Chicken Boo? Gilt das auch für gute idee, schlechte Idee, taucht das auch nicht mehr auf? Doch das schlimmste vergehen? Keine Slappy, das Eichhörnchen. Sorry, das ist echt schwach: Ich liebe die Warner Brüder und die Warner Schwester und Pinky und Brain gehören definitiv dazu, aber das all diese Charakter unter den Bus geworfen werden ist schwach meiner Meinung.

Meine andere Sorge wäre wie erfolgreich könnte die Show heute werden? Die Animationswelt hat sich stark gewandelt in den letzten 30 Jahren, nostalgiker würden sagen zum schlechteren, aber wenn wir ehrlich sind stimmt das so einfach nicht wenn man bedenkt das wir in der letzten Dekade solche Klassiker bekamen wie gravity Falls, Adventure Time, Steven Universe, Rick and Morty, Bojack Horseman, Phineas und Ferb und noch einige mehr. Ich meine ja, es gab auch Grütze, aber die gab es auch in den 90ern (so viele Ren und Stimpy Klone). Was man von Animationsserien erwartet hat sich immer mehr gewandelt grade durch Binge Watching und Leute bevorzugen nun eher Avatar Style Abenteuerserien mit roten Storyfaden und liebenswerten Charakteren als pure Comedy. Meine größte Sorge von daher ist halt einfach das die gesamte Show zu Nostalgie Bait verkommen könnte, und das haben die Warner Brüder sowie ihre Warner Schwester einfach nicht verdient.

Es heißt wie immer halt abwarten. Da es anscheinend auch nicht mehr lange dauern soll bis Hulu neben Disney+ co-existieren soll weltweit (ja, Hulu gehört auch Disney, weil anscheinend das einzige was Disney nicht gehört Wasser ist) könnten wir sie schon nächstes Jahr wieder sehen (auch wenn ich genug vom Streaming habe um ehrlich zu sein). Ich persönlich hoffe aufs beste und spiele nun das Sax...
 

Bruiserweight

Undercard
Danke für den Tipp. Werde mir den Reboot anschauen. Bin da immer vorsichtig. Die meisten Reboots scheitern bei mir schon am Look. Das sieht bei den WB deutlich besser aus.
Schade, dass die "Friends" zum großen Teil gestrichen wurden. Gerade die Mischung fand ich früher immer toll, besonders die Tauben und Boo
 

Asperger Crow

Main Event
Klaus


Fröhliche Feiertage meine lieben, auch wenn diese leider in 2020 stattfinden. Und was gibt es da besseres als Weihnachtsfilme zu gucken?

... Naja, um ehrlich zu sein würden mir da schon einige Dinge einfallen, denn ich bin wahrlich nicht der größte Weihnachtsfilm Fan. und es ist nicht so als ob ich Weihnachten hasse, es ist nur so das ich die meisten Weihnachtsfilme nicht wirklich so toll finde. Ja, es gibt zurecht Klassiker wie zum Beispiel "Ist das Leben nicht schön?", "Kevin allein Zuhaus", "Das Wunder von Manhattan" und einige Verfilmungen von Charles Dickens Klassiker "Eine Weihnachtsgeschichte" (ich gucke jedes Jahr zum Beispiel die Muppet Version), aber wenn man genau hinguckt merkt man erst wie wenige das sind begraben unter all den Müll. Wenn ich bei Streaming Services gucke merkt man erst wie viele dieser Filme billige "Made for TV" Kitschstreifen sind ohne Substanz und Seele. Ein Beispiel: Vor einigen Jahren lief auf der Free TV Version von Disney Channel die Show "Disney Magic Moments", in der Zuschauer wählen konnten wer ihre liebsten Momente, Filme, Songs und was weiß ich noch aus der Disney Historie sind. In einer Folge ging es um die schönsten Disney Weihnachtsfilme und während dieser Liste hatte ich mehrmals das Bedürfnis aus dem Fenster zu springen denn das hat stellenweise echt Wehgetan. Sorry, aber wenn dein Katalog aus Weihnachtsfilmen so schlecht ist das du allen ernstes versuchst mir "Santa Buddies", eine Reihe von Direct to DVD Filmen über verdammte Golden Retriever Welpen, als Weihnachtsklassiker zu verkaufen dann ist das bestenfalls traurig und schlimmstenfalls erbärmlich.

Aber reden wir nicht über Live Action, schließlich heißt dies User Kolumne "Des Krähenmanns Animationsrubrik", aber so viel nennenswertes gibt es hier nicht zu sagen: Die meisten animierten Klassiker zu Weihnachten waren Kurzfilme wie der Stop Motion "Rudolf das Rentier" von Rankin Bass (den ich nie sah), Disneys Version von Dickens Klassiker mit Micky Maus und Dagobert Duck als Ebenezer Scrooge und natürlich der Klassiker von Cartoon Legende Chuck Jones, seine Adaption des Dr. Seuss Klassiker "How the Grinch stole Christmas" mit Boris Karloff (ernsthaft, wenn ihr von den drei genannten einen gucken solltet dann definitiv den letzteren, man macht nur selten was falsch mit Chuck Jones). Ansonsten haben animierte TV Serien manchmal richtig gute Weihnachtsfolgen ("Hey Arnolds" großartiges Weihnachtsspecial ist immer das erste was mir da einfällt), aber richtige Filme? Selten, und das hat seine Gründe: Animation ist richtig, richtig teuer, selbst eine eher schlicht animierte Serie wie Family Guy kostet pro Folge mindestens eine halbe Millionen, warum also richtig viel Kohle in etwas reinstecken was die meisten Leute nur einmal im Jahr gucken werden wenn man diese Art Film auch billig für Lau für Fernsehen produzieren kann. Wie gesagt, das heißt nicht das es sie nicht gibt, aber wenn ich mir zum Beispiel die letzte Dekade angucke fallen mir auf Anhieb nur zwei animierte Kinofilme über Weihnachten ein die ins Kino kamen, einmal der von Aardman produzierte Arthur Weihnachtsmann der auch an den Kassen floppte aber den ich tatsächlich empfehlen kann und der mittlerweile dritten Adaption von Dr Seuss Story über den Grünen Knilch, dieses mal produziert von den Leuten die euch die mittlerweile unerträglichen Minions brachten und Animationsfilme so billig und sicher wie möglich produzieren, was dafür sorgte das der Film zwar ein Erfolg war, aber keiner den Film wirklich mochte aus guten Gründen.

Aber vielleicht gucke ich falsch, denn diese Dekade brachte ja des Kinos größten Feind, das Streaming, oder wie wir es kennen als Netflix. Und vielleicht, aber nur vielleicht, wenn ich solch...EPISCHE (knirscht Zähne) Meisterwerke zum Fest der Liebe wie "Prinzessinnentausch", "A Christmas Prince", "Holidate" und wie sie alle heißen beiseite schiebe finden wir unter all der Kohle die Sante uns in die Socken schob doch einen kleinen Diamanten, einen Film der von vielen als moderner Weihnachtsklassiker gesehen wird. Huch, und wir hatten Erfolg, denn tatsächlich gibt es da was. Einen Animationsfilm mit Budget, und er ist sogar von einen ehemaligen Disney Zeichnern gedreht. Und gibt es das: ER IST HANDGEZEICHNET!!! Und das Publikum nahm den Film unfassbar Positiv aus, mit seiner Bewertung von 8,2 auf IMDB. Dieser Film von Sergio Pablos hört auf den Namen Klaus.

Tatsächlich hatte Klaus durchaus seinen Hype als er letztes Jahr auf Netflix releast wurde: Er war der erste handgezeichnete Film aus dem Westen mit großen Budget (die meisten aus Europa stammenden Animationsfilme müssen meistens mit wenig Geld klar kommen, aber haben dafür solange sie aus Frankreich oder Irland (Cartoon Salon) kommen viele Freiheiten und die USA produzieren eigentlich gar keine handgezeichneten Filme es sei denn sie basieren auf TV Serien und von daher billig) seit 2011 als Disney endgültig seinen letzten Releaste mit Winnie Puh und anstatt einfach nur einen netten hübschen Film rauszuhauen stellten Pablos und sein Team sich die Frage wie westliche handgezeichnete Trickfilme heute aussehen würden hätte Disney damals nicht den Stecker gezogen. Von daher spielten er und sein Team mit Schattierungen, Colorierungen sowie Texturen und Lichteffekten rum und von daher nehme ich direkt von vornherein weg: Klaus ist optisch atemberaubend schön! Ich gehe sogar so weit zu sagen das, würde ich alleine nach Optik gehen, er defintiv in meiner Top 10 der besten Animationsfilme der letzten Dekade landen würde. Ich habe selten so einen makant kolorierten und beleuchteten Animationsfilm gesehen, und das tolle Design sowohl der Charaktere als auch der Insel tun ihren Rest. Zwietrachtsville, so der Name des Dorfes wo unser Hauptcharakter hingeschickt wird ist für mich dann auch der heimliche Star des Films: Die Stadt die am Anfang absolut kalt und verbittert wirkt verwandelt sich nach und nach immer mehr zu einer perfekten Weihnachtskulisse ohne dabei diese Stadt komplett umzubauen.

Und trotz seiner Optischen Siege empfand ich vor noch einen Jahr echt nicht so viel für Klaus: Ich fand ihn gut, aber Top 10 der besten Animationsfilme 2010-2019 gut? Viele Mitglieder der Cartoon Community empfanden es so und so sah ich zahlreiche besten Listen zu Animationsfilmen wo er auftauchte in den Top 10. Ich nahm es zur Kenntnis, dachte das sich Leute einfach nur gefreut haben wieder einen handgezeichneten Film auf solch einen technischen Niveau zu sehen und widmete mich anderen Dingen. Ein Jahr später und der Film steht mit 8,2 auf IMDB und Leute behandeln den Film wie einen modernen Weihnachtsklassiker. So, habe ich den Film falsch wahrgenommen? Eventuell, denn als ich den Film gestern zum zweiten mal sah, war mein Urteil weitaus positiver als beim letzten mal. Ich fand den Film dieses mal richtig, richtig gut, dennoch weiß ich nicht ob ich ihn so abfeiern würde, denn der Film hat Probleme.

Worum geht es eigentlich: Jesper, der Sohn eines reichen Mannes ist der schlechteste Schüler (mit absicht, wohlgemerkt) der Postboten Akademie, woraufhin sein Vater ihn mit einen Ultimatum zur abgelegenen Insel Zwietrachtsville schickt: Er hat ein Jahr lang Zeit 6000 Briefe auszustellen, ansonsten war es das. Das Problem an der Sache? Auf der Insel herrscht ein Zwist zwischen zwei Klans die sich abgrundtief hassen, weswegen keiner Briefe verschicken möchte. Nach mehreren Wochen ist Jesper bereit aufzugeben und das Handtuch zu werfen, bis er den Holzfäller Klaus begegnet und dessen Sammlung von selbstgebastelten Spielsachen, die bei den Kindern der Insel so gut auskommen das diese mit Freuden Briefe an diesen verschicken, woraufhin Jesper mit den grummeligen Holzfäller eine zweckgemeinschaft bildet um endlich aus dieser Stadt zu entkommen, sehr zum Leidwesen der zwei Clan Anführer welche die beiden loswerden wollen. So ja, der Film ist eine Weihnachtsmann Origin Story.

Wenn ich so zurückdenke, ein großes Problem das ich mit den Film hatte letztes Jahr war Jesper selber: Ich empfand ihn als sehr nerviges weinerliches Arschloch das zu keiner Sekunde an jemand anderen als sich selbst denkt. Das ist nicht ungehört in Animationsfilmen, der erste Cars Film hatte diese Art von Story, die "redeeme the Asshole" Story aber in solchen Storys haben diese meistens etwas Sympathie an sich oder Menschlichkeit, Jesper ist zum Großteil einfach nur ein nerviges, verwöhntes Balg, so zumindest meine damalige Wahrnehmung. Dieses Mal fand ich ihn deutlich angenehmer: zum einen hat er tatsächlich einige sehr lustige Momente auf seiner Seite, zum anderen wird er als verwöhnter auf einer Insel voller Psychos geworfen die sich gegenseitig massakrieren wollen. Ich fand auch seine wachsende Freundschaft mit Klaus weitaus glaubhafter und besser als im letzten Jahr. Der einzige Kritikpunkt der bleibt für mich ist das sein Wandel etwas zu abrupt kommt, wobei ich auch nicht wüsste wie man es sonst hätte angehen sollen und der Arschloch Part etwas zu lange dauert, im Grunde beginnt Jespers verwandelung zu einen besseren Menschen erst nach den ersten 50 Minuten ungefähr.

Auch dieses Mal besser gefallen hat mir die Enttarnung des Lügners: Das ist ein sehr beliebtes Klischee in Animationsfilmen obwohl es kaum einer mag da sich diese meistens unfassbar lange ziehen, alle traurig und wütend sind und es sowieso immer damit endet das in alle verzeihen. Klaus macht es hier richtig indem dieses Klischee unfassbar schnell verarbeitet wird und Jesper nachdem alle (zurecht) wütend auf ihn waren ihn wieder schnell verzeihen. Die Szene musste passieren und von daher bin ich dankbar das die Szene so kurz gehalten wurde und das was an Konflikt zwischen Klaus und Jesper da war in einer sehr witzigen Verfolgungsjagd verarbeitet wird.

Und das kommt wie gerufen: Klaus ist ein sehr witziger Film ohne die nervigen Popkultur Anspielungen und "in your Face" Szenen die oft in modernen Animationsfilmen vorkommen. Der Film hat ein sehr gutes Gefühl für Slapstick und Timing, nur selten geht ein Witz daneben. Mein Highlight aber war der sarkastische Seekapitän Mogens, der zwar keine wichtige Rolle im Film hat aber der mit seinen sarkastischen Bemerkungen sowie seiner Schadenfreude an Jespers Unglück mich sehr zu unterhalten wusste. Was emotionale Momente angeht ist der Film sehr ruhig und dadurch sehr ehrlich, anstatt wie es oft bei Weihnachtsfilmen der Fall ist zu überkitscht rüberzukommen.

Ein neues Problem das ich allerdings habe sind die Bösewichte oder besser gesagt ihr Konflikt mehr als sie selber: In einer Szene erklären die zwei Patriarchenanführer zwei Kindern aus ihren Clans das diese sich schon seit Jahrhunderten bekriegen aber niemals wird wirklich klar warum, sie bekriegen sich halt einfach weil der Plot es verlangt. Das an sich ist ja in Ordnung, der Konflikt dient nur als Hindernis zu Jespers Zielen, aber ich muss mich dann schon fragen warum es den meisten der Clans dann sobald die Kinder sich benehmen weil sich immer mehr Mhyten über Herrn Klaus verbreiten (wie die unnartigen Liste) so einfach fällt sich mit den anderen zu vertragen wenn nur Sachen wie Marmelade und Kuchen benötigt werden um diese Barrieren zu brechen. Ernsthaft, bis auf die Anführer und ein paar Mitglieder liegen die meisten die Streitigkeiten unfassbar schnell bei wegen kleiner Gesten, was wenn ich glauben soll das diese sich seit Jahrhunderten bekriegen etwas sehr unglaubwürdig ist. Ich kapiere dass das zur Message des Films passt das eine gute Tat eine andere hervorbringt, dennoch lässt mich das einfach nur etwas kopfkratzend zurück.

Ein anderes Problem? Die Nebencharaktere sind ziemlich blass. Alva ist einfach nur die Love Interest, mehr nicht. So sehr ich Mogens Schadenfreude mag, er trägt wie gesagt zum Plot nichts bei. Die Klananführer haben ihre Momente, aber auch sie sind nur da um Konflikt beizusteuern.

Dennoch, dieses Mal hat der Film mehr deutlich mehr gefallen als noch vor einen Jahr, denn wenn Klaus vor allen eines hat dann Charme: der Film hat eine Menge davon. Von seinen wunderschönen handgezeichneten Style hin zu seiner Message, von seinen Humor hin zu seinen ruhigen Momenten, der Film hat viel davon.

So, warum bin ich mir dann immer noch nicht sicher warum er in so vielen Top 10 auftaucht? Top 20 sehe ich definitiv, Top 15 könnte ich mir auch vorstellen, aber Top 10? In einer Dekade in der Disney Animation nach ihrer letzten durchwachsenen ein starkes Comeback hinlegte und Pixar trotz Probleme noch Filme wie "Toy Story 3 und 4", "Coco" und "Alles Steht Kopf"rausbrachte? In einer Dekade wo japanische Animes mehr Mainstream Akzeptanz erhielten mit Werken wie" Your Name"? In einer Dekade wo ein Werbefilm zu Legospielzeug Top Bewertungen rausholte und Leute wütend wurden das er keine Oskarnominierung erhielt? In einer Dekade wo Europa immer mehr einen Fuß in den Animationsmarkt setzt, allen voran Cartoon Salon mit solch wunderschönen Filmen wie "Die Melodie des Meeres"? In einer Dekade wo Spiderverse rauskam, der wohl beeindruckendste und in meinen Augen auch beste Animationfilm dieses Zeitraums? Klaus war wie gesagt ein sehr schöner und charmanter Film und hoffentlich ein wichtiger Film dahin betrachtet das hoffentlich wieder mehr Studios handgezeichneten Filmen nochmal eine Chance geben und wenn es nur für Streaming ist. Aber 2010-2019 war so stark für Animationsfilme und -serien, das ich ihm beim besten Willen nicht auf so einen hohen Level sehen kann.

Wer aber tatsächlich vor allem in dieser Kloake von einem Jahr etwas Weihnachtszauber braucht, der ist mit Klaus gut aufgehoben.
 

Asperger Crow

Main Event
The Blue Skys turnt dark...

Tja, da kam sie gestern die Meldung: Disney schloß das durch den Fox Aufkauf an sie übergangene Animationsstudio Blue Sky, die solche Filme wie Ice Age 1 bis 5 (Jesus) sowie Rio produzierten. Der Grund sei die Corona Krise, aber ich persönlich glaube dass das nur die halbe Wahrheit ist...

Ich denke durchaus das die Corona Krise die Entscheidung das Studio dicht zu machen deutlich einfacher machte, aber seit der Fox Übernahme war Disney im allgemeinen sehr still, wie es mit Blue Sky weitergehen soll (auf dem Disney Investor Day wurden sie soweit ich weiß auch überhaupt nicht erwähnt. Es war die Rede von einer Disney+ Ice Age Serie, die wohl aber nun wo anders produziert wird oder Blue Sky letztes Projekt sein wird (Der Film Nimona wurde eingestellt) und für viele war es nur eine Frage der Zeit bis Disney sie kickt. Welchen Grund gab es sie am leben zu erhalten für die Maus? Disney selber ist sowieso schon ein absolutes Animationspowerhaus, welches mit ihrem seit den 1920er Jahren bestehenden hauseigenen Studio Disney Animation sowie den für 7 Milliarden aufgekauften Animationsstudio Pixar oft riesige Box Office Hits und Kritikerlieblinge verzeichnet. Ich schätze mal Disney hat sich das angesehen und gedacht das es keinen einzigen Grund gibt drei Animationsstudios zu haben, zumal Blue Sky abgesehen von der Ice Age Serie nie wirklich groß genug was abgeworfen hat. 20th Century Fox war das egal, für sie war Blue Skys finanzielle Rolle gut genug, aber Disney deren Studios grade in den 2010er Jahren massiv Geld machten und der Fakt das drei Animationsstudios sehr teuer sind (ein richtig guter Animationsfilm wie der fantastische Vaiana oder Coco zum Beispiel kann schon mal 150 - 200 Millionen Kosten) hatte nun mit der Corona Krise natürlich die Ausrede das Studio zu schließen damit sie nicht wie die absolut bösen aussehen.

Aber, nein: es ist kein gutes Bild wenn WWE zahlreiche Wrestler raushaut obwohl es finanziell möglich ist sie am Leben zu erhalten und es ist kein gutes Bild für Disney ein gesamtes Studio zu schließen und damit 450 Menschen vor die Türe zu setzen. Der vergleich mag vielleicht nicht ganz fair sein weil WWE wesentlich kleiner ist als Disney und denen mit den geschlossenen Vergnügungsparks sowie den wegfallen der Kinos einige große Einnahmequellen weggefallen sind, aber Disney+ ist im letzten Jahr komplett explodiert und erreichte sein 5 Jahres Ziel schon ende 2020 (aber gut, soweit ich das verstanden habe wirft es noch keinen Gewinn ab, man muss ja fair bleiben) und Animationsfilme sind die einzigen Filme an denen konsequent weiter gearbeitet werden können aus vom Home Office. Und wenn das alles immer noch nicht genug ist, warum Blue Sky nicht ziehen lassen oder sogar weiterverkaufen? Paramount könnte ein Animationsstudio gebrauchen, da sie seit dem der damalige Deal mit Dreamworks endete nie einen Fuß darin fassten. Aber das würde ja auch bedeuten das man dann die Rechte an Blue Skys Filmen verlieren könnte, wie Ice Age, von denen man komischerweise in den letzten Wochen fast alle auf einmal ganz schnell auf Disney+ hochgeladen hat bevor es dicht gemacht wurde.

Besonders leid tun mir die 450 Leute die jetzt Joblos sein werden: Disney will einen großteil der Leute in Disney Animation und Pixar übernehmen (was, gemessen daran das die Studios nun auch Streaming Shows produzieren sollen wohl das Beste ist auch wenn genau der Fakt für mich nochmal aussagt wie Kalkuliert diese ganze schließung wirkt), aber das können nicht alle sein. Und der Animationsmarkt ist so vollgestopft das man nicht weiß wohin mit den Leuten. Ich hoffe dennoch das sie einen Platz finden wo sie unterkommen werden.

Und für das Studio selber: ...eh. Ich werd ehrlich sein, so leid mir die Angestellten tun, das Studio selber könnte mir nicht mehr egal sein. Blue Sky ist mir vollkommen Wumpe an sich da das Studio niemals Versuchte etwas großartiges zu erschaffen. Würde ich ein Endfazit ziehen müssen würde dieses lauten "they existed". Es war eines dieser Studios die den großen Erfolg von Shrek sahen und sich dann entschied genau das gleiche zu tun ohne zu kapieren warum Shrek so toll war, woraufhin fast alle ihre Filme mit Popkultur Referenzen vollgestopft wurden. Mit Ice Age hatten sie damals einen wirklichen Megahit an der Hand, den sie dann aber auch immer mehr melkten (warum gibt es 5 Filme?) und diesen Erfolg haben sie nie wieder erreicht. der Film Epic beschreibt meine Gefühle für das Studio perfekt: der Film hatte das Potenzial was besonderes zu sein, aber wurde dann mit unnötigen Figuren für blöde Lacher (Schnecken) vollgestopft oder machte nie was draus, so dass das Endprodukt einfach nur tragisch mittelmäßig war. Der einzige Film den ich tatsächlich richtig gelungen fand neben den ersten Ice Age war der Peanut Film: Der Art Style fing perfekt den Charme der Comicstrip Vorlage ein, der Humor war charmant und Still und vor allem kam zum Glück niemand auf die Idee Charlie Brown Filme referenzen oder Snoopy blöde Witze schreien zu lassen. Blue Sky war nie so schlimm für mich wie Illumination, man sah durchaus das Geld und viel Arbeit in die Filme gegangen ist, aber ihre Filme kamen nie wie Passionsprojekte rüber, sondern wie Auftragsarbeiten. Von daher ist Blue Sky für mich kein großer Verlust.

Dennoch hatte das Studio durchaus Talente und wie gesagt hoffe ich, das die Leute die dort arbeiteten schon bald einen neuen Ort finden.
 

Asperger Crow

Main Event
Lamp-O-Rama – das große Pixar Ranking, Part 1


Vor einiger Zeit hatte ich einen etwas kritischeren Beitrag zu Pixar, ein Studio das einst ein goldenes Zeit Alter durchlebte nur um dann in der darauffolgenden Dekade (2010-2019) wieder auf den Boden der Tatsachen runtergeholt zu werden. Dennoch, von allen Main Stream Studios ist Pixar mir wohl immer noch das, was mir am meisten am Herzen liegt, sei es Nostalgie oder der Fakt das trotz aller Probleme Pixar hier und da immer noch großartige Perlen rausbringt. Wenn Pixar Filme gut sind, dann sind sie oftmals DEUTLICH besser als Konkurrenzwerke und sehr oft absolute Meisterwerke. Das hat dann aber auch die Kehrseite, das ihre schlechten Werke deutlich mehr herausstechen und weitaus anstrengender sind als bei zum Beispiel Dreamworks oder Disney, die zwar auch tolle Filme haben, aber auch hier und da danebenschießen und wo es nicht so heraussticht wie bei der Lampe. Ich liebe Pixar nun mal, und kann daher sehr kritisch sein wenn das Studio danebenhaut, was leider in den 2010er Jahren oft passierte.

Von daher dachte ich mir, dass es an der Zeit ist für ein Ranking aller 23 Filme die Pixar rausbrachte, vom schlechtesten hin zum Besten. Um ehrlich zu sein hatte ich das schon für Januar/Februar geplant, aber dann wegen Faulheit immer wieder vor mir hingeschoben. Auf Twitter hatte ich sogar schon mal eine Ranking Liste gepostet, wobei ein paar Filme sind stellenweiße gesunken oder gestiegen mit der Zeit die ich hatte alles einsinken zu lassen, daher ist diese auch nicht mehr ganz korrekt. Aber keine langen reden, fangen wir an.


Platz 23:

Ganz ehrlich, zu entscheiden welche Filme Pixars absoluten Bodensatz ausmachen war erschreckend einfach (weitaus schwieriger war die Spitze). Ihre schlechtesten Filme stechen wie bereits erwähnt heraus, die Frage war nur wer kommt denn nach ganz unten? Ist es der unfassbar dumme Film? Der frustrierende und langweilige Film mit den grauenvollen Hauptcharakter? Ich mag sie beide kein stück und wir kommen zu ihnen gleich, aber ich wusste sofort nachdem ich ihn gesehen habe das er es sein muss, der „was zur Hölle ist hier bitte schiefgelaufen?“ Film. So, der Platz als schlechtester Pixar Film geht an…

ARLO & SPOT (Wertung: 2/10)


„Arlo“ ist ein faszinierend schlechter Film, fast alles was hier passiert ist zum Kopfkratzen, vom Hauptcharakter hin zum Artdesign. Die Hintergründe sind wunderschön und fotorealistisch, doch im Vordergrund hat man dann diese Cartoon Dinosaurier und im Kontrast dazu fotorealistische Kleintiere, wo sich das Artdesign komplett beißt (die Szene mit den seltsamen Triceratops ist hierfür als Beispiel perfekt). Vielleicht aber ein Art Design perfekt für diesen Film, denn seine gesamte Welt funktioniert einfach nicht.

Die Grundidee des Films ist das die Dinosaurier nicht ausgestorben sind weil der Komet nicht einschlug, so die Dinosaurier sind nun die dominante Rasse und die Menschen sind mehr wie Hunde, aber es gibt nicht wirklich so etwas wie eine Dinosauriergesellschafft, was seltsam ist da Arlos Familie, Pflanzenfresser wohlgemerkt, Hühner züchten. Warum züchten sie Hühner? Es gibt keinen Grund sie zu verkaufen, weil die Dinosaurier keinen Handel betreiben. Warum haben sie die Viecher? Und Ja, Arlos Familie hat eine Farm, mit einem Haus, einen Silo und Zäune. Ich habe keine Ahnung wie das möglich ist da sie auf allen vieren laufen, auch habe ich keine Ahnung warum sie überhaupt eine Farm haben (erneut, warum Züchten sie Hühner? Für welchen Zweck?) und ich glaube der Film weiß es selbst nicht.

Der Film hat die Aufmerksamkeitsspanne eines dreijährigen: Arlos Problem ist das er vor allem Angst hat und nachdem er beschloss nicht den kleinen Menschenjungen zu töten der ihre Vorräte klaut wird dadurch eine Reihenfolge von Geschehnissen in Kraft getreten die den Tod seines Vaters verursachen und die Arlo sowie den Menschenjungen den er später Spot nennt von der Farm wegtreibt. Arlo hasst Spot, weil er ihn die Schuld an den Tod seines Vaters gibt, doch nach der Rettung von einer Schlange findet Arlo aus dem nichts Spot supercool und will ihn als Haustier. Ja, er hat ihn gerettet, aber würde ich jemanden die Schuld an den Tod meines Vaters geben würde ich wohl nicht so schnell umspringen. So, der „du hast meinen Vater auf den gewissen“ Angle wird fallen gelassen und auch das Arlo sich eigentlich selber die Schuld gibt wird nie mehr richtig aufgespielt. In einer anderen Szene hat Arlo einen Streit mit seinen Bruder Buck der Arlo für einen Versager hält und ihm vorwirft alle an ihrer Arbeit zu behindern. Nach dem Tod des Vaters tauchen weder er noch seine Schwester je wieder auf bis kurz vorm Ende. Was ist hier passiert? Der Film lässt Charaktere und Handlungsstränge schnell fallen, diese kommen auch oft nicht wieder. Der Weirdo Triceratops, Arlos Familie, Arlos Motivationen, die Tyrannosaurier Farmer die Büffel halten: Der Film haut sie raus wie nichts, aber macht so gut wie gar nichts mit diesen Charakteren und für einige gibt es überhaupt keinen Grund das es sie gibt während die kaum existente Story niemals sich auf irgendwas konzentrieren kann.

Und als ob diese Probleme nicht genug sind: Aus irgendeinen Grund denkt der Film es wäre eine gute Idee einen Bösewicht einzuführen, einen fanatischen Sektenanführer Pterodaktylus der einmal in der Mitte und am Ende auftaucht und nichts zu der Story beiträgt außer einer Grotesken Szene in der er und seine Kollegen ein kleines Tier qualvoll herumreißen um ihn als Bösewicht zu etablieren und am Ende damit Arlo seine Angst überwinden kann. So der Film kann keine Welt aufbauen, gibt jede Thematik die er hat schnell auf und hat ein sich für Pixar erschreckend beißendes Art Design, und Arlo ist dazu noch ein unerträglicher Hauptcharakter. Er hat also gar nichts. Und dass der Film fast nur aus künstlich zusammengehefteten emotionalen und ruhigen Momenten besteht welche der Film sich nie verdient hat und dadurch den Film sehr kitschig und langweilig werden lässt hilft da nicht.

Der Film hatte gewaltige Produktionsprobleme. Das ist nichts Neues und nicht gleichbedeutend das der Film schlecht wird. „Toy Story“ und sein Nachfolger, geliebte Klassiker, hatten solche Probleme, „Die Schöne und das Biest“, mein absoluter Lieblingsfilm, hatte solche Probleme. Doch die erholten sich, Arlo hingegen nicht. Ein Freund von mir auf Twitter, Sir Donnerbold, hatte es perfekt angemerkt: ich würde gerne eine Doku zu dem Film sehen um zu wissen, was bei dem Film so furchtbar schiefgelaufen ist. Ein absoluter, absoluter Autounfall. Und wenn wir von Autos anfangen…seufz…


22: Cars 2 (Wertung: 2/10)


…Es ist Cars 2, was gibt’s zu sagen? Er ist technisch betrachtet der wahrscheinlich schlechteste Film auf dieser Liste, aber da mich das Cars Franchise nicht juckt und mich „Arlo fällt oft runter“ (ernsthaft, er stolpert so oft) richtig mies gelaunt zurückgelassen hat kann ich ihn einfach nicht komplett nach unten setzen. Aber nicht falsch verstehen: Cars 2 ist GRAUENVOLL, ein furchtbarer Film und der Film der Pixars vergleichsweiße schwache 2010er Dekade startete.

Nichts an den Film funktioniert. Hook ist ein anstrengender Hauptcharakter der nicht dazu geeignet ist einen Film zu tragen. Alle Charaktere in den Film sind absolute Vollidioten, allen voran Superagent Flynn McMissile der nicht kapiert das dieser schäbige Abschlepptruck kein Geheimagent ist, obwohl er es ihm MEHRMALS SAGT! Die Bösewichte sind schäbige heruntergekommene AMC Gremlins was den Fakt das diese topmodernen mit Schusswaffen ausgestatteten Superautos solche Probleme mit denen haben umso peinlicher macht. Es sind Schrottautos, warum sind sie so mächtig und haben ein erfolgreiches Verbrechersyndikat erschaffen, wenn sie anscheinend alle 10 Minuten den Geist aufgeben? Die Message schießt ans Ziel vorbei, weil Hook sich in zahlreichen Ländern absolut danebenbenimmt, wo durch die Aussage „dann müssen sich halt die anderen ändern, nicht du“ absolut Taub ist. Das einzige was funktioniert ist der technische Aspekt und die Musik, aber da der Soundtrack von Michael Giacchino ist sollte dies nicht wundern.

Cars 2 ist grauenvoll, aber mehr habe ich auch nicht zu sagen. Wäre Arlo nicht so ein spektakulärer Autounfall wäre er ganz unten, aber gemessen daran, dass das Cars Franchise mich unfassbar Kalt lässt… meh.


Platz 21: Merida – Legende der Highlands (Wertung: 4/10)


Interessanter Fakt: Merida war lange Zeit mein verhasstester Pixar, aber beim wiederanschauen war ich nicht annähernd so genervt von ihm wie ich es in Erinnerung hatte. Alro und Cars 2 nervten mich mehr und beide fand ich schlechter. Nicht nur das: Der Anfang des Films ist echt nicht schlecht, allen voran die ersten 5 Minuten die ein magisches Abenteuer versprechen voller Wunder, Action und Abenteuer. Der Film war zwar nie lustig, weil der Film keinen Humor hat, sondern nur sinnlosen Slapstick, aber der Mutter-Tochter Konflikt wirkte gut umgesetzt. Und die Bogenszene war absolut Großartig. Tat ich den Film unrecht?

Gemessen das neben den Titel meine Wertung steht und er auf Platz 21 ist kann sich wohl jeder denken das die Antwort darauf ein klares Nein ist, denn dann nach dem großen Streit zwischen Merida und ihrer Mutter trifft sie die Hexe welche ihr einen Zauber gibt der ihre Mutter in einen Bären verwandelt (was nicht Meridas Plan war, sie hoffte auf einen Zauber der ihre Mutter verändert), und alles bricht in sich zusammen: Merida ist ein schlechter Film und alle Probleme die am Anfang da waren treten immer mehr in den Vordergrund. Wie gesagt, der Film ist nie lustig, weil er kein Gefühl für Timing hat was bei einen Film dessen Comedyfokus auf Slapstick liegt tödlich ist. Und leider versucht der Film ab seiner zweiten Hälfte so krampfhaft eine Komödie zu sein, dass das deutlich stärker wiegt als am Anfang. Der Mutter-Tochter Konflikt der am Anfang noch vielversprechend war bricht komplett in sich zusammen was daran liegt das der furchtbare namensgebende Hauptcharakter Merida ein furchtbarer Mensch ist und der Film sich komplett weigert darauf einzugehen. Wir sind also knapp 90 Minuten gezwungen einer grauenvollen Person zu folgen die nichts tut als egoistische Taten zu vollbringen, sich keinerlei Eigenschuld eingestehen will und dann sich auch noch aufspielt und ihre Mutter durch den Dreck zieht in dem sie sich über ihre Bärenform lustig macht – die Form, die sie Verursacht hat. Sie ist Pixars erste und einzige Disney Prinzessin und mit Abstand die schlimmste von allen. Pixars versuch an ein Disney Märchen ist also komplett gescheitert.

Der Film hatte auch Produktionsprobleme, aber im Gegensatz zu „Arlo“ waren diese hier weitaus mehr Widerwärtig: Brenda Chapman wollte einen Film drehen über eine Mutter-Tochter Beziehung basierend auf ihren Erfahrungen mit ihrer eigenen Tochter. Doch wie schon mal von mir angeschnitten bei meinem letzten Post in 2019 zu ihnen war Pixar bis 2017 kein guter Ort für weibliche Talente da Lasseter ein Sexist und mieser Grapscher war, und da Chapman eine Frau war die nicht einfach tat was man ihr sagte entschied man ihr den Film wegzunehmen und ihn einen von seinen Brain Trust Bodys (Pixars Rat, der alles entscheidet und absegnet), Mark Andrews. Der war bis dahin nur für einen von Pixars Kurzfilmen bekannt und wusste nicht was er mit den Film anzufangen hat da er nicht peilte um was es Chapman überhaupt ging. Und daher kam am Ende das hier raus, ein Film der kein Gefühl für Ton hat und sich ständig selbst blamiert. Chapman verließ verständlicherweise Pixar und soweit ich weiß arbeitet Andrews auch nicht mehr dort. Pixar selbst hat sich nach Lasseters Abgang Imagetechnisch professioneller dargestellt als wie in der Vergangenheit als Clubhaus, wohl da dieses Bild nach dem Lasseter Skandal nicht mehr funktionieren würde. 2022 kommt erst der zweite Versuch an einen von einer Frau gedrehten Film unter der Lampe was einfach nur traurig ist. „Merida“ ist einfach nur ein Armutszeugnis für ein Studio mit dem Ruf als absolutes Topstudio wie Pixar: Er versagt als Film und zeichnet gleichzeitig ein schlechtes Bild von damaligen Management, und Pixar muss immer noch beweisen das diese Dinge nun besser laufen als zufuhr.


Platz 20: Die Monster Uni (Wertung: 5/10)


Ich mag Prequels nicht: Sie machen für mich fast nie Sinn und beantworten meistens Fragen die sich keiner stellt. „Monster Uni“ ist da keine Ausnahme, denn niemand denn ich kenne hat sich je die Frage gestellt, warum Mike und Sully in „Monster AG“ beste Freunde sind, einfach, weil sie in diesen Film perfekt funktionieren als Team. Und die Antwort darauf leider ist, dass sie sich anfangs nicht mochten und sich zusammenreißen mussten damit sie wieder in den Schreckerkurs dürfen aus dem sie rausgeflogen sind nachdem sie das geliebte Eigentum der Direktorin zerstörten. Jedes Studio hat seine Klischees, Pixars ist das des ungleichen Duos das am Ende eine enge Bindung hat, doch Mike und Sully hatten eine von Anfang an und auch wenn das hier ein Prequel ist weiß ich nicht warum es wichtig ist uns zu zeigen wie es passierte, vor allem in einen Film so uninspiriert wie diesen.

Der Film ist leider einfach nur langweilig: Der Film spult einfach alle College Klischees ab die es gibt ohne einen besonderes Twist, die Schreckerspiele welche sie gewinnen müssen um wieder in den Kurs zu kommen sind uninteressant und ziehen sich ewig, bis auf Mike und Sully sind die Charaktere absolut uninteressant und der Film ist auch nicht wirklich besonders witzig. Die Call Outs zum Original sind so künstlich und erzwungen das ich mich immer wieder dabei erwischt habe wie ich mit den Augen rollte. Ganz ehrlich, wäre es nicht für seine Message und seinen fantastischen letzten Akt, wäre er nicht im Mittelmaß Bereich, sondern weitaus tiefer. Diese Probleme sind auch der Grund warum ich den Film von Platz 19 auf 20 runtergesetzt habe so wie es anfangs vorgesehen war.

Aber verdammt noch eins, ist der letzte Akt großartig, der einzige Zeitpunkt wo der Film absolutes Pixar Niveau erreicht. Die Message, dass man halt manchmal auf traditionellen Weg es nicht schafft oder das sich deine Träume manchmal nicht erfüllen können, aber das man deswegen dennoch was in diesen Bereich erreichen kann über Umwege sieht man so selten in Filmen, die meistens eher die Meinung vertreten das Unis und der traditionelle Weg die einzigen Wege sind die man eingehen sollte. Und das grade dieser Film sie perfekt umsetzt ist erstaunlich. Das Finale ist perfekt genau wie das Ende das ich mich einfach wundere warum der Rest nie dieses Niveau erreicht. Wie gesagt, wäre es nicht für dieses Ende wäre er wohl keine 5/10, sondern tiefer, aber es holt tatsächlich vieles raus.


Platz 19: Cars 3 (Wertung: 5/10)


Für viele der einzige gute Film aus diesen schwachen Franchise. Und ich kann verstehen wieso: Sein Fokus auf Alter und die Art von Legende die man hinterlassen will, gut erzählt durch den Tod von McQueens alten Mentor Doc Hudson, ist sehr gut umgesetzt und ist weitaus mehr Erwachsen als man von dieser Reihe gewohnt ist. Mir gefällt auch wie McQueen selber immer mehr in eine Mentor Rolle reinwächst für die Junge Cruz Ramirez, ein sympathischer Charakter, und dass er allgemein ihre Ausbildung anstatt Rennen zu fahren als neuen Abschnitt seiner Karriere betrachtet. Ich kann daher verstehen warum er für viele der beste Cars Film ist.

Persönlich finde ich ihn sterbend langweilig: Der Film gibt mir gar nichts außerhalb seiner Story. Die Autorennen die er hat sind sowas von uninteressant und lahm, dass ich mich frage wie das möglich sein kann in einen Animationsfilm über ein Rennauto. Er ist weder besonders lustig, noch besonders charmant. Er fließt einfach vor sich hin bis er endet.

Das ist auch das erste Mal wo ich Ernsthaft die Welt komplett in Frage stelle von Cars: Warum ist McQueen ein alter Mann, wenn er nicht älter aussieht als im ersten Film? Wie viele Jahre sind innerhalb des Universums vergangen? Woher kommen auf einmal all diese Superrennautos her, wenn anscheinend vorher kaum einer von diesen hörte? Wie sterben Autos in diesem Universum, werden sie verschrottet?

Cars 3 ist ein Schnachfest, über das ich kaum was zu sagen habe.

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Und ich glaube hier machen wir erstmal Pause. Wie gesagt: Pixars 2010er Jahren waren sehr Durchwachsen, denn alle diese Filme kamen in dieser Dekade raus. Doch hey, wir haben nun ihre schlimmsten Filme hinter uns und ab hier an geht es nur noch bergauf, denn im nächsten Part kommen die Plätze 18 bis 14, die Filme die von mir 6 oder 7 Punkte bekommen würden.
 
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Asperger Crow

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Lamp-O-Rama - das große Pixar Ranking, Part 2

Kleine Planänderung: ich hatte geschrieben das im nächsten Part die Plätze 18 bis 14 abgearbeitet werden sollen. Stattdessen habe ich mich entschieden größer zu sein und alles bis Platz 11 abzuarbeiten damit wir uns danach auf die Top 10 konzentrieren können. So, lasst uns anfangen:


Platz 18: Cars (Wertung: 6/10)


Der erste der Cars Filme ist für mich der beste der Reihe und für mehr als ein ok reicht er nicht aus: Es ist erstaunlich, dass dieser Film ein riesiges Merch Franchise ins Leben gerufen hat das für Disney Milliarden einnahm, wenn man bedenkt das der Film im Grunde davon handelt das ein Arschloch in einer verlassenen Kleinstadt am Rande der vergessenen Route 66 eine Strafe abarbeiten muss und daher von Autos handelt die knapp zwei Stunden rumstehen und nur reden. Und nein, das ist keine Übertreibung: „Cars“, ein Film über Rennautos, ist unfassbar langsam und Dialoggetrieben. Das an sich ist nichts schlimmes, aber der Film ist einfach nicht interessant was daran liegt das Radiater Springs ein unfassbar langweiliges Setting ist, auch wenn mir die Grundidee gefällt da es tatsächlich viele Städte gibt an der Route 66 die nach dem Bau der Interstate schwer zu leiden hatten. Nichts an den Film sticht wirklich heraus und gemessen das er zwischen den Meisterwerken „Die Unglaublichen“ sowie „Ratatouille“ erschien hat da nicht geholfen da seine Schwächen dadurch nochmal besonders herausstechen zu diesen (ich habe die Filme in chronologischer Reihenfolge geguckt für den Marathon).

Seine größte Schwäche aber ist seine Laufzeit: Für die längste Zeit war Cars der längste Pixar Film mit 117 Minuten und für einen Film wo fast nur geredet wird kann sowas tödlich sein es sei denn du bist unfassbar interessant, und das ist „Cars“ einfach nicht. Der Film ist zu lang, man hätte locker 20 Minuten rausschreiben können, da der Film sehr viel Fluff hat der nichts zur Narrative des Films beiträgt.

Doch nicht alles ist schlecht: Doc Hudson ist ein sehr guter Charakter mit einer starken Hintergrundgeschichte, der Film hat ein paar gute emotionale Momente, hier und da landet ein Witz und das Endrennnen ist wirklich gut. Auch bin ich einfach ein Fanboy für Storys in der das Arschloch lernt ein besserer Mensch zu werden und Lightnings Entwicklung gefällt mir wirklich gut.

„Cars“ ist eine solide 6/10, aber ich werde nie ein Fan sein und bin froh, nicht mehr über diese Filme schreiben zu müssen


Platz 17: Das große Krabbeln (Wertung: 6/10)


Ich bin ehrlich, „Krabbeln“ ist ein Fim über den ich im Grunde nicht viel zu sagen habe: Er hat einen starken Bösewicht mit Hopper der vielleicht sogar zu gut ist für diesen Film. „Krabbeln“ ist zudem pures Comedy Gold. Ernsthaft, es gibt so viele Witze und Szenen wo ich laut lachen musste das es unglaublich ist. Seine Charaktere sind Charmant und Randy Newmans Sundtrack ist eventuell das beste was er je komponiert hat. Das Problem ist seine mittelmäßige Story, dass es einfach zu viele Charaktere sind und sein Hauptcharakter Flik den ich nicht besonders mag. Ich kann nicht sehen warum er eine Freundschaft aufbaut mit diesen Zirkuskäfern, vor allem da er einfach Taub ist und nicht zuhört, und seine „Liebesgeschichte“ mit Prinzessin Atta ist unglaubwürdig. Er verursacht zahlreiche Probleme doch wir sollen uns schlecht für ihn fühlen das nachdem seine Lüge auffliegt die Ameisen nicht an den gebauten Vogel glauben. Ja, sorry, aber Flik nervt und das ihn fast alle hassen am Anfang hat seinen Grund. Mehr habe ich nicht, ein netter Film für den ich durchaus nostalgische Gefühle habe, aber der es nicht wert ist groß beredet zu werden.


Platz 16: Die Unglaublichen 2 (Wertung: 6/10 oder 7/10, bin da nach dem Schreiben noch unentschlossen)


Puh, als ich in das letzte Mal besprach war ich nicht begeistert: ich bezeichnete ihn als Lahm und das ich ihn als eher langweilige Sitcom betrachte im Vergleich zu seinem herausragenden Vorgänger. Aber ganz ehrlich, dieses Mal hat er mir deutlich besser gefallen als damals in Flugzeug, und das obwohl ich ihn immer noch als Enttäuschung betrachte, wenn man bedenkt das viele 14 Jahre gewartet haben auf eine Fortsetzung zu einen der besten Animationsfilme aller Zeiten.

Einige meiner Probleme die ich mit ihm hatte haben auch heute noch Gewicht: Die Probleme der Familie fühlen sich nicht annähernd so ernst oder glaubwürdig an wie im ersten Teil, das größte Problem ist das Bob Violets erstes Date mit ihren Traumjungen ruiniert hat. Ich mag die Idee das Helen aKa Elastigirl als Poster Kind eingesetzt werden soll um die Helden zurück zu holen, weil Bob etwas zu zerstörerisch ist, aber der Film macht nichts daraus was die Beziehung der beiden angeht, so dass man sich fragen muss was das überhaupt soll. Das Charakterdesign der neuen Helden ist schlecht, das mieseste was ich je in Pixar sah.

Aber zumindest kann ich mich nun auskotzen was ein Klischee betrifft das sich in den 2010ern sowohl bei Pixar als auch bei Disney Animation mehr und mehr durchgesetzt hat: Der Twist Bösewicht. Disney hat eine großartige Bad Guy Gallerie, aber als Lasseter der kreative Headchief wurde von beiden entschied er sich, dass es keine mehr geben soll, weil er und Pixar Bösewichter hassen. Nur zum einen nutzte Pixar selber Bösewichter, wenn sie auch versuchten diese etwas menschlicher zu machen, zum anderen aber verursachte es das Problem das nun fast jeder Film von beiden Studios einen Twist Bösewicht hat der kurz vor Ende sein wahres Gesicht zeigt, was in meinen Augen deutlich schlechter ist, weil mir das zeigt das beide Studios manchmal nicht wissen wie man etwas zu Ende zu bringen hat ohne einen Last-Minute-Antagonisten. Pixar finde ich da nicht so schlimm wie Disney, weil es sich in ihre Storys deutlich besser einfließt und sie hier und da sogar einen guten, manchmal sogar großartigen haben während die Maus sowas hat wie Hans aus „Eiskönigin“, der am Ende der böse ist weil der Film es so sagt. Doch wenn es einen Film gibt wo dass total daneben ging dann hier: Nicht nur weil der erste Teil einen richtig, richtig guten Bösewicht hatte in Syndrom, sondern weil dieser hier den schlechtesten aller Twist Bösewichter hat aus beiden Studios zusammen!

Vergiss die aus „Zoomania“ (großartiger Film nebenbei) oder „Baymay“ (ist ok), der Twist Bösewicht ist so schlecht in diesen Film das die einzige Überraschung für mich war wie schwach es umgesetzt ist: Du weißt sofort wer es ist, seine Motivation ist schwach und weder ist er besonders bedrohend noch einschüchternd. Für einen Superheldenfilm das schlimmste was passieren kann, denn grade die brauchen starke Bad Guys, welche den Helden physisch als auch mental auf die Probe stellen – so wie Syndrom aus Teil eins.

Okay, das klang jetzt alles sehr negativ, aber ich mag den Film dennoch. Auch wenn der Film nie so tief geht in die Probleme der Parr Familie wie in Teil 1 finde ich sehr viel Spaß darin zu sehen wie Bob versucht, seine Kinder so gut wie möglich zu betreuen damit seine Frau dafür sorgen kann das Helden wieder zugelassen werden. Auch wenn das Design der neuen Helden unfassbar schlecht ist meiner Meinung nach ist das Art Design selber großartig und der Soundtrack von Giacchino ist toll. Die Actionszenen sind stark und unfassbar gut in Szene gesetzt, tatsächlich etwas was dieser Film besser macht als sein Vorgänger (aber mit 14 Jahren unterschied sollte dies auch nicht wundern).

Doch das absolute Highlight des Films ist Jack Jack: Ich kann mich nicht erinnern jemals ein so gutes Baby in Animationsfilmen gesehen zu haben. Jede Szene mit ihn ist großartig, der Fakt das keiner in seiner Familie weiß wie man mit seinen zahlreichen Superkräften umzugehen hat sorgt für unfassbar viele Lacher und zu sehen wie oft sein Design sich durch eben jene Kräfte ändert ist einfach nur herrlich. Er ist das Beste was aus diesen Film rauskam, mit Abstand.

So ja, er hat weder das emotionale Gewicht noch den Charme oder Ton den sein Vorgänger hatte, was am Ende etwas enttäuschend ist, aber dennoch bleibt ein zumindest spaßiger Superheldenfilm. Wer aber einen großartigen animierten Superheldenfilm gucken will sollte zu „Spiderverse“ greifen, der im gleichen Jahr rauskam oder zum phänomenalen Vorgänger. Und kleine Randbemerkung von mir: er war erst auf Platz 14, aber beim Schreiben ist mir klar geworden das ich die anderen beiden doch mehr mag, von daher ist er von mir runtergesetzt wurden auf 16.


Platz 15: Onward (7/10)


„Onward“ war einer dieser Filme an denen ich null Interesse hatte, aber am Ende dann doch positiv überrascht wurde: Weder die Trailer noch das Konzept sprachen zu mir und wohl auch nicht zu anderen da der Film an den Kassen bombte (Pixars zweite Bombe nach „Arlo“) und erst auf Disney+ an Popularität gewann. Und ja, der Film kam raus kurz vor Beginn der Pandemie, aber schon bevor die los ging war zu erkennen das der Film floppen wird. Doch im Nachhinein kann man sagen, das „Onward“ wirklich eine positive Überraschung ist.

Ich glaube was mich Anfangs so abschreckte ist halt das in meinen Augen sehr wenig originelle Setting: Ich habe nichts dagegen Fantasy in ein modernes Setting zu setzten, aber meistens endet es nur damit das diese mystischen Kreaturen einfach in einen 1 zu 1 Kopie unserer Welt enden und der Fantasy Aspekt bestenfalls oberflächlich ist für Humor und „Onward“ ist da nicht vollkommen von ausgenommen. Ich meine, einer der Running Gags in den Film ist es das Einhörner in dieser Welt Waschbären sind die Müll fressen und alle aggressiv an hissen. Diese Art von Witz habe ich so oft in sowas gesehen, wenn auch meistens eher mit Feen als mit Einhörnern (die Feen in den Film hingegen sind Biker, was etwas besser funktioniert). „Onward“ funktioniert aber weil seine Fantasy Wurzeln wichtig sind für den Rest des Films und weitaus tiefer gehen: dass die Welt seine Magie verlor ist ein wichtiger Bestandteil der Story, welche von zwei Brüdern handelt die sich auf einen Quest begeben müssen um einen Stein zu finden der es ihnen erlaubt einen Tag mit ihrem verstorbenen Vater verbringen zu können. Die Story behandelt die Thematik der verlorenen Magie in meinen Augen weites gehend richtig, und soweit ich weiß ist der Film sehr beliebt in „Dungeon and Dragons“ Kreisen, weil der Film zahlreiche Anspielungen hat auf das beliebte RPG hat.

Diese Aspekte als auch die Beziehung der Brüder mit ihrem verstorbenen Vater (Barley der sich damals nicht verabschiedete und Ian, der ihn nie kennen lernte) fließen in einen großartigen Finale rein das einfach nur perfekt ist. Der Regisseur des Films ist Dan Scallon, der vorher den in meinen Augen eher misslungenen „Monster Uni“ gedreht hat und beiden Filme zeigen zumindest das er weiß wie man einen Film beendet. Alles an diesem Ende ist großartig: Das emotionale, der Endkampf und vor allem wie die Geschichte mit dem Vater endet ist mehr als befriedigend.

Zu blöd das der Film leider aber auch ein wenig das gleiche Problem hat wie „Uni“, nämlich das es dauert bis man diesen Punkt erreicht hat: Es ist nicht so drastisch, aber an manchen Stellen zieht sich der Film und wenn er stolpert, dann stolpert er, vor allem in der Brüder Beziehung: Ein Problem an dem ansonsten guten emotionalen Ende ist das wir akzeptieren sollen das Barley im Grunde Ians Vaterfigur ist und ich spüre das nicht wirklich, nicht nur weil der Film es nie zeigt sondern weil Barley um ehrlich zu sein ein kleines Arschloch ist. Ich glaube, dass er sich um Ian kümmert aber er hat eine Macke das meistens das große Problem ist bei den nicht großartigen Pixar Filmen und zwar, dass er Taub ist, seinen Bruder oft in peinliche Situationen bringt oder sogar in gefährliche (er ist es der die Bikerfeen unnötig provoziert was in eine Verfolgungsjagd endet) und trotz alledem ist es nur Ian der eine Lektion lernen muss laut den Film. Und ja, Barley tut vieles für Ian und es ist nicht nett das er Barley für einen Loser hält, aber es gibt durchaus Gründe dafür und dass der Film dies einfach ignoriert ist frustrierend, weil es ist nicht nur Ian der hier etwas lernen muss. Er hat einfach was Unausstehliches an sich und weil es nicht so schlimm wie zum Beispiel mit „Merida“ oder wie in „Cars 2“ wo alle damit die Story funktioniert Vollidioten sind, ist es dennoch ärgerlich.

Dennoch, er war in diesen Marathon eine positive Überraschung und ich bin zufrieden mit dem was ich bekam.


Platz 14: Findet Dory (Wertung: 7/10)


Von allen nicht „Toy Story“ Fortsetzungen, würdet ihr mir glauben, wenn ich sage das die beste die ist von dem Film über einen verloren gegangen Fischjungen? Nein, aber so ist es und das obwohl der Film vieles macht was in anderen Filmen auf dieser Liste schiefging. Er macht den Comedy Charakter aus den ersten Teil zum Hauptcharakter, obwohl das fast nie klappt und mit „Cars 2“ für Pixar scheiterte. Hier funktioniert es aber, weil die Charaktere um sie herum nicht zu Vollidioten degradiert werden damit die Story funktioniert wie in den Film, und Dory ist ein weitaus besserer Charakter als Hook. Er führt neue Charaktere ein, was bei „Unglaublichen 2“ nicht passte mit den grauenvollen neuen Helden, aber hier funktioniert es, weil die, die wichtig sind gut zur Story beitragen und die weniger wichtigen nur für (gute) Witze verwendet werden. Zudem sind es nicht zu viele wie bei den.

Es ändert nichts daran das von allen Fortsetzungen die Pixar gemacht dieser hier der unnötigste ist. Gemessen daran wie der erste Teil geendet ist bat sich einfach keines an. Ich habe keine Beweise dafür, aber es ist eine Theorie von mir und gemessen daran wie Firmen wie Disney arbeiten und agieren keine unrealistische) der letzte Film den Pixar Veteran und Regisseur Andrew Stanton für Disney machte vor diesen war „John Carter“, eine der größten Box Office Bomben in der Geschichte Hollywoods, und oftmals machen Regisseure dann Filme die das Studio will aber nicht sie um eben jenes glücklich zu stellen. Von daher kann ich mir gut vorstellen das Stanton den hier nur gemacht hat (er war der Regisseur von „Nemo“ und später „Wall-E“) damit Disney nicht mehr wegen „John Carter“ böse ist.

Und dementsprechend ist der Film nicht perfekt: Die ersten ca. 20 Minuten sind mit Ausnahme des Anfangs schwach: es wirkt so lieblos und dahingeworfen, die Szene mit Crush der Schildkröte gibt es nur, weil er sehr beliebt war im ersten Film und auch die Verfolgungsjagd mit dem Riesentintenfisch (die anscheinend einfach in Kalifornien chillen… ok…) fühlt sich künstlich an. Auch ist die Welt nicht so wundervoll wie die aus „Nemo“, weil der weite große Ozean einfach interessanter und magischer ist als ein Aquarium. Ich schätze einfach mal sie wollten das Setting nicht wiederholen und das Aquarium ist nicht schlecht, aber dadurch wirkt „Dory“ so viel kleiner als der erste. Dory selber kann manchmal nerven und der Humor kommt eher von den Charakteren um sie rum.

Aber um zu den positiven Dingen zu kommen: „Findet Dory“ ist sehr lustig, ob nun Gerald der Seehund mit der Monobraue oder allen voran der mürrische Oktopus Hank, der Film hat sehr gute komische Momente. Hank selber ist eines der Highlights des Films: Die Animatoren hatten sichtlich Spaß mit ihm und er und Dory ergänzen sich wunderbar. Wie gesagt: Dory selber kann nervig sein, aber mit einen „Straight Man“ funktioniert sie echt gut, und Hank ist der perfekte mit seiner mürrisch zynischen Art. Und auch wenn Dory manchmal nervt ist sie nie unsympathisch, es ab nie Momente wo ich mir dachte das ich sie hasse.

Und was der Film absolut hervorragend macht, der Film geht gut mit den Behinderungen seiner Charaktere um: Ob nun Dorys Gedächtnisschwund oder Destiny (Dorys Kindheits-Walfischfreundin) die kurzsichtig ist, der Film behandelt die Themen mit Respekt und sehr viel Achtung, auch wenn es etwas komisch ist das Dorys Gedächtnisschwund auf einmal als ernste Behinderung verkauft wird wo es im ersten Teil noch pure Comedy war. Aber der Film geht durchaus auf diese Probleme ein sowie die Sorgen der Eltern ohne die Behinderungen zu den einzigen Persönlichkeiten dieser Charaktere zu machen, etwas was leider oft in Filmen passiert. Dies alles fließt dann am Ende perfekt in eine der besten emotionalen Szenen in der Geschichte Pixars rein, eine absolut großartige Szene die ich von dem Film nicht erwartet hätte und die so ehrlich wie sie schön ist.

Das Finale selber ist dann absolut Absurd, aber ich liebe es. Der Film ist eine gute sieben und trotz all seiner Schwächen eine gute Zeit.

So, es wird Zeit das wir jetzt zu den in meinen Augen großartigen Filmen kommen, die 8/10er bis 10/10er Filmen.


Platz 13 & 12: Toy Story & Toy Story 4 (beide 8/10)



Ja ok, ich Schummel hier ein wenig, aber ich kann mich ehrlich gesagt nicht Entscheiden welche dieser beiden der schlechtere und wer der bessere ist. Ich liebe alle „Toy Story“ Filme und das Original sowie der vierte sind da keine Ausnahme, aber sie sind auch die beiden Toy Story Filme mit den größten Schwächen.

Fangen wir mit „Toy Story“ an, Pixars ersten Spielfilm und der erste komplett am Computer entstandene Animationsfilm. Ich werde nicht über die Animation reden, der Film kam in den 90ern raus als Computeranimation noch in den Kinderschuhen steckte und ist dementsprechend nicht gut gealtert. Was gut gealtert ist hingegen ist der Humor, „Toy Story“ ist herrlich und definitiv einer der witzigsten Pixar Filme (hier geht es aber um die besten). Buzz und Woody sind das klassische Pixar Duo, sie funktionieren perfekt miteinander und zu sehen wie sie zusammenwachsen, wie Buzz damit klar kommen muss das er ein Spielzeug ist und wie am Ende zu Andy zurückkommen ist toll. Zudem hat der Film mit den ikonischsten Momenten in der gesamten Serie, von Buzz Lightyears legendärer Catchphrase „bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter“ hin zum legendären Song „Du hast ´nen Freund in mir“ und dann natürlich noch die legendäre Endszene in der beide über den Umzugstruck fliegen.

Die Probleme kommen von Produktionsproblemen: ALLE „Toy Story“ Filme hatten gewaltige Produktionsprobleme (und bei fast allen kamen sie durch Disney zustande), doch während Filme wie „Merida“ und „verdammt nochmal Arlo du blödes Vieh“ darunter zugrunde gingen, gelten fast alle der „Toy Story“ Filme mit zu den besten Animationsfilmen aller Zeiten… doch sorry, „Toy Story“ hat sich am wenigsten von seinen erholt: Katzenberg, damals Chef von Disney Animation wollte einen zynischen, Edgy Film haben, damit er sich von Disneys handgezeichneten unterscheidet (zu dem Zeitpunkt gehörte Pixar noch nicht zu Disney nebenbei), durch ihn und andere offizielle der Maus wurde der Film unerträglich, allen voran Woody war so schlimm das sein Sprecher, Hollywood Legende Tom Hanks, anmerkte wie sehr er es hasst diesen Mistkerl zu sprechen. Katzenberg versuchte zynisch und edgy später in seinen neuen Studio Dreamworks Animation mit „Shrek“, und Dreamworks ist dafür ein besserer Platz als Pixar und „Shrek“ dafür das bessere Franchise (und ja, ich liebe „Shrek“). Pixar bekam dann nach einer gescheiterten Präsentation (bekannt als „Black Friday“) eine zweite Chance und verbesserte den Film drastisch, aber ehrlich gesagt ist Woody immer noch ein Arsch: er ist unfassbar unsympathisch zum Großteil, und weil es gut ist zu sehen wie er als Charakter wächst in der Laufzeit des Films ist er schwer zu ertragen zu Anfang. Aber fast alle Charaktere sind unsympathisch (Hallo Charlie Naseweis), wenn man das mit „Toy Story 2“ vergleicht wo sie alle deutlich besser sind ist das unfassbar. Er ist auch der Teil der Reihe mit den schwächsten Themen: Spätere Filme behandeln Themen wie Bestimmung, Erwachsen werden, loszulassen und die Angst davor sowie Selbstwert. Der erste hingegen ist dafür zu Simpel und handelt nur von Eifersucht. Das ist nichts Schlimmes, aber es stellt hin weit hinter 2 und 3.

Der vierte hingegen hat sehr starke Themen, und wie ein Youtuber es gut sagte er ist in gewisser weiße der Anti - „Toy Story“ Film. Wo zwei und drei davon handeln wie wichtig es ist für Spielzeuge für ein Kind da zu sein und wo durch Woody lernen muss endlich von Andy loszulassen, sagt „Toy Story 4“ dass es für Spielzeuge durchaus wichtigeres geben kann. Woodys neues Kind Bonny mag ihn halt einfach nicht so sehr und es gibt da besseres als den Rest seiner Tage in ihren Kleiderschrank rum zu gammeln. Er ist mehr als nur ein Spielding oder der Aufpasser des großartigen neuen Charakters Forky damit Bonny ihn nicht verliert. Und nachdem er Porzelinchen wieder trifft wird ihn dies klar. Weil nicht so düster wie der dritte Teil ist er immer noch ein sehr erwachsener Film der seine Charaktere ernst nimmt. Das Setting mit dem großen Jahrmarkt und den Antiquitätenladen ist großartig und ergänzt seine Themen das es für Spielzeuge mehr gibt als ihre „Bestimmung“ großartig, da er zeigt wie Woody etwas Größeres tun könnte als was er tut in seiner jetzigen Rolle. Das Ende ist dementsprechend Bittersüß, und hoffentlich nun auch wirklich das Endgültige Ende der Reihe. „Toy Story 4“ ist zwar wie „Findet Dory“ unnötig, aber ich bin so glücklich das er gemacht wurde.

…aber meine Fresse hat er Probleme, wenn nicht Woody, seine Story oder auch Porzelinchen im Mittelpunkt stehen: Fast alle legendären Charaktere der ersten drei Teile werden komplett zur Seite geschoben und ignoriert. Naseweis verstehe ich da Don Rickles gestorben ist, aber Jessie, Rex, Slinky? Sie sind nur kurz zu sehen und tragen kaum was bei. Buzz ist da, aber seine Story mit der inneren Stimme ist so dämlich, aber seitdem zweiten wurde er fast nie mehr gutgeschrieben. Die neuen Charaktere sind ok, aber sie kommen an die alten nicht ran und ich kann das Hasen-Enten Stofftier Duo nicht leiden von abgesehen einer Szene wo sie absolut bekloppte Pläne schmieden. Der Film kann lustig sein, aber er hält sich für unfassbar witzig, wo durch einige danebenschießen. Und auch wenn ich es nett finde Porzelinchen wieder zu sehen – zum einen ist sie im Grunde ein komplett anderer Charakter zum anderen ist es lächerlich zu sehen wie diese Porzellanfigur (die schnell kaputtgehen können) absolute Actionmoves abzieht und Stunts vollbringt. Ich weiß es ist ein Animationsfilm über Spielzeuge, aber es ist kein Cartoon und es hat einen gewissen Realitätsgrad, guckt euch die Katze an. Und auch wenn ich Forky großartig finde: er ist lediglich ein Plot Gegenstand damit Woody einen Grund hat in den Antiquitätenladen einzubrechen um ihn zu retten. Viel Potenzial für nichts.

Trotz aller Probleme sind beide richtig tolle Filme, wenn auch ihre Nachfolger bzw. Vorgänger definitiv die besseren sind.


Platz 11: Findet Nemo (Wertung: 8/10)


Ehrlich gesagt habe ich auch hier nicht viel zu sagen: „Nemo“ ist ein richtig schöner Film über einen Vater der seinen einzigen Sohn verliert und auf der Suche nach ihn lernt endlich mit dem Verlust seiner Frau und seinen ungeborenen Kindern klar zu kommen. Er ist sehr witzig, sehr Emotional, hat gute, liebenswerte Charaktere und einen magischen Sinn für Abenteuer. Marlin und Dory funktionieren gut miteinander. Ich finde nicht, dass er wirklich was Besonderes ist und das Zeug mit Nemo und der Aquariumbande ist nicht so gut wie das was mit Marlene und Dory im Ozean, aber das was er macht, macht er hervorragend.

Und wenn es etwas gibt, das er richtig gut macht, dann seine Animation: Das war für mich der erste wirklich visuell beeindruckende Pixar Film und es ist erstaunlich wie gut er gealtert ist. Ja, die Menschen sehen nicht so gut aus, aber die Fische und vor allem der Ozean tun es. Der Ozean ist auch der Grund warum ich ihn so hoch bewerte: Der Film nutzt Farben sowie Licht- und Partikeleffekte so großartig. Ich bin fast neidisch wie unfassbar gut dieser Film sein Setting darstellt und nutzt. Es ist magisch wie schön das Meer in diesen Film ist und diese Magie sowie seine mehr als kompetent erzählte Story ist der Grund warum er für mich so hoch oben ist, wenn auch nicht Top 10 Material.
 
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Wertungen: JME

Asperger Crow

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Lamp-O-Rama, das große Pixar Ranking – Die Top 10

Da sind wir nun, die Top 10, für mich Pixars beste Filme und einige dieser gehören für mich zu den besten Animationsfilmen aller Zeiten. Es war ein langer und stellenweißer harter Ritt all das hier zu schreiben, aber am Ende bin ich froh es getan zu haben.

Einer der Gründe warum es so schwer war, lag halt wie schon mal erwähnt daran das Pixar nach „Toy Story 3“ massiv in Qualität abbaute: bis zu diesem Zeitpunkt war Pixar absolut gefeiert von Zuschauern und Presse, fast alle ihre Filme wurden kritisch hochgelobt und waren gigantische finanzielle Hits. Pixar war so stark, dass Disney gezwungen war sie für mehr als 7 Milliarden Dollar aufzukaufen. Mehr als für Marvel und Lucasfilms, nur um dies Mal im Vergleich zu setzen. Doch dann passierte „Cars 2“, und für mich war der Zeitpunkt in Marathon erreicht wo ich kaum noch spaß hatte. Meine „Botton five“ kamen alle aus den 2010er Jahren und weil niemand ewig auf den Thron sitzen kann war der Absturz gigantisch: „Cars 2“ gilt als einer der schlechtesten Animationsfilme aller Zeiten, „Merida“ war Potenzial vergeudet und über „Arlo und Spot“ will ich nicht nochmal reden. Nicht nur das, von den 11 in dieser Dekade rausgebrachten Filmen waren 7 Fortsetzungen (und 1 Prequel), nur vier Filme originale. Und Fortsetzungen sind nicht grade Pixars große Stärke, es sei denn es handelt sich um Spielzeuge.

Doch trotz alledem, nachdem ich mit dem Marathon zu Ende war habe ich begriffen warum Pixar trotz allem mein absolutes Lieblingsstudio ist: Jeder Pixar Film (sogar die schlechten) hat seinen eigenen Ton und sein eigenes Feeling. Ich meine wir hatten Filme bisher besprochen wie ein klassisches Märchen, einen Road Trip Film über Verlustängste eines Vaters, ein Fantasy Film mit modernen Setting, einen waschechten Actionfilm und eine Buddy Komödie über zwei Spielzeuge. Uns erwarten jetzt noch ein Abenteuerfilm über einen alten Mann in Südamerika der über den Tod seiner Frau endlich hinwegkommen muss, ein Gefängnisausbruchfilm, ein Liebes-Sci-Fi Film über Roboter, ein Musical (Pixars einziges) über Dia de los Muerte, ein High Budget French Indie Movie über eine Kochende Ratte und ein Film über Existenzialismus. Es gibt durchaus auch hier Klischees wie das ungleiche Duo das zusammenarbeiten muss (Pixar liebt das) oder das Pixar wie Disney einen In-House-Style hat den sie seit „Toy Story“ immer wieder verwenden, aber beide werden meistens so gut genutzt das sie kaum aufwiegen (es sei denn der Film ist schlecht). Grade der In-House wird so gut genutzt das jeder Film unverwechselbar Pixar ist, aber doch so distinktiv anders das jeder erkennbar sein eigenes Werk ist.

Wenn man das mit Pixars Schwester unter der Maus vergleicht, Disney Animation, wird einen klar wie wichtig das ist. Ich bleibe zwar dabei, dass Disney ein gutes Comeback hinlegte und qualitativ besser war als Pixar, aber dennoch gucke ich lieber Pixar Filme mittlerweile. Egal wie unterschiedlich die Szenarien sind, am Ende ist jeder Film unverwechselbar Disney und das ist bei Design so gewollt. Seit „Eiskönigin“ gab es auch so oft den Film wo ein Mädchen aufbricht um ihre Familie/Volk vor einen Fluch/Zauber/großen Unheil zu bewahren. Dieses Jahr hat Disney seinen 60. animierten Spielfilm, und ratet wovon er handelt? Er handelt von einem Mädchen in Kolumbien die in einer Familie lebt von Menschen die alle magische Kräfte haben außer ihr, doch als Unheil droht zieht sie aus um ihre Familie zu retten. Und ich versuche nicht das durch den Dreck zu ziehen, da der Film dennoch sehr gut werden kann, aber das ist nun mal die derzeitige Inhaltsangabe. Pixar hat seine eigenen Klischees, aber jeder Film (bis halt auf die Sequels logischerweise) von ihnen hat seine eigene Identität, einer der Gründe warum keiner sie bis heute versucht hat ihre Filme zu kopieren, so wie es mit Disney in den 90ern der Fall war oder mit „Shrek“. Und allein für diese Erkenntnis, warum ich trotz der Probleme Pixar immer noch liebe bin ich froh diese Liste geschrieben zu haben.

Aber genug davon, bringen wir sie nun zu Ende:


Platz 10: Oben (Wertung: 8/10)


Es ist seltsam, eine Top 10 mit einem Film zu beginnen wo man ein wenig gegen den Strom schwimmt. „Oben“ ist wohl einer der beliebtesten Animationsfilme, denn nicht nur gilt er als einer der besten aller Zeiten, nicht nur war er ein Riesenhit an den Kassen, nicht nur ist er einer der ersten Filme an die Leute denken, wenn sie Pixar hören, er war auch der erste animierte Film seit „Die Schöne und das Biest“ der eine Nominierung für den Academy Award für „Best Picture“ erhalten hat. Holy Shit, alle lieben „Oben“, ich liebe „Oben“... und halte ihn gleichzeitig dennoch für absolut überbewertet.

Wir alle haben diesen Film, den wir zwar toll finden aber nicht ganz kapieren warum alle ihn vergöttern, und meiner ist „Oben“. Ehrlich gesagt habe ich mich daran erinnert ihn genauso sehr zu lieben, aber ihn direkt zu gucken nach Filmen wie „Ratatouille“ oder „Wall-E“ hat mir erst klargemacht wie gewöhnlich er eigentlich ist im Vergleich zu diesen oder auch folgenden Filmen wie „Toy Story 3“, „Alles Steht Kopf“ oder „Coco“.

Wenn ihr über „Oben“ eines gehört habt, dann wie unfassbar großartig die ersten 10 Minuten des Films sind, und ja, sie sind es: Mit Abstand das beste Opening eines Pixar Films überhaupt. Sie gehen so perfekt durch Carl‘s Leben und erklären seine Motivation und seinen Charakter so perfekt fast komplett ohne jeden Dialog und enden mit einer so herzzerbrechenden Szene, pure Perfektion. Carl selber ist ein großartiger Hauptcharakter, zwar gab es durchaus Risiken einen Rentner zum Protagonisten eines Familienfilms zu machen, aber er und Russel funktionieren nicht nur perfekt miteinander, ich könne mir für dieses Abenteuer und diese Story keinen besseren vorstellen als ihn. Er hat viele großartige Szenen und Momente und da er ein Pete Doctor Film ist schafft er es sogar aus mir, einen Autisten, tränen zu kriegen. Eventuell ist Pete Doctor deswegen mein Lieblingsregisseur (und deswegen sind alle seine Filme in meiner Top 10) bei Pixar: Es gibt keinen der so geschickt mit meinen Gefühlen spielt wie Pete, und das muss was heißen.

Aber abgesehen vom Anfang, Carl und Momenten: „Oben“ ist ein Abenteuerfilm der was das angeht keinen besonderen Twist mitbringt. Beide fliegen mit seinem Haus nach Südamerika zu den Paradiesfällen, wo beide ungewollt in den Plan eines verrückt gewordenen Forschers landen den Carl und seine Frau als Kinder bewundert haben (was die Frage aufwirft wie er noch lebt). Die Comedy in den Film ist gut, aber nicht so großartig wie in anderen Pixar Filmen, der Finale Akt ist sehr stark, aber auch hier nicht so großartig als wie in anderen Filmen auf dieser Liste. Russel ist ein netter Charakter, aber ich habe bessere Kinder in Animationsfilmen gesehen und Kevin ist lediglich OK. Doug ist allerdings großartig.

Alles in allem wird der Film von seinem großartigen Hauptcharakter und seinen Momenten getragen, und diese sind stark genug ihn in die Top 10 zu heben. Für mich der schwächste Film von Doctor, doch ein schwächerer Film von ihm ist am Ende immer noch ein toller Film.



Platz 9: Toy Story 2 (Wertung: 9/10)


Im Grunde genommen hätte „Toy Story 2“ ein Desaster werden müssen. Geplant als einer von Disneys grauenvollen „Direct to Video“ Fortsetzungen war Pixar so enttäuscht vom Hauptprodukt das sie Disney drum baten ihn in einen Kinofilm umzuwandeln. Es blieb kaum Zeit, viele der Macher waren nach der Produktion krank und am Ende körperlich sowie Mental, und trotz allen dem gilt „Toy Story 2“ nicht nur als eine der besten Fortsetzungen aller Zeiten, sondern auch als einer der besten Animationsfilme der jemals gemacht wurde.

Und ich kann auch sehen warum: „Toy Story 2“ ist das Musterbeispiel einer gelungenen Fortsetzung, er führt die Geschichte logisch weiter mit starken Themen wie die Angst vorm verlassen werden oder der Frage was kommt nachdem dein Kind erwachsenen wird. Woodys Story war zu dem Zeitpunkt das tiefste was Pixar machte, alles aus der Sicht eines Spielzeugs das verkauft werden soll an ein Museum in Japan. Hier werden auch neue Charaktere Vorgestellt wie Jesse und Bully das Pferd, welche beide auch in Zukunft wiederkehren sollten. Jesse’s Hintergrundgeschichte war dann auch der erste Tränendrücker in der Geschichte Pixars (wenn auch keiner der mich persönlich erreicht, aber eine schöne Szene allemal). Allgemein habe ich das Gefühl das er nicht nur alle zukünftigen „Toy Story“ Filme inspirieren sollte, sondern auch die Art und Weise wie Pixar ihre Filme erzählen wird. So viele Elemente des Films kehrten in anderen Filmen in anderen Form mit anderen Themen wieder.

Und wenn du dann Woodys erwachsene Story mit der Comedy Gold Story von Buzz und den anderen Spielzeugen paarst, bekommst du einen absolut fantastischen Film. Allerdings muss ich auch sagen das hier erst klar wurde wie wenig Pixar weiß was sie mit Buzz machen sollen: In der Mitte wird Buzz im Spielzeugladen von einer anderen Version von ihm überfallen die dann seinen Platz einnimmt, was heißt das die anderen Unterwegs sind mit einer Version die wie Buzz im ersten Film glaubt ein echter Space Ranger zu sein. Das führt zwar zu großartigen Comedy Szenen, aber es zeigt auch deutlich wie wenig Buzz funktioniert ohne Woody. Alle Filme nach Teil 1 haben dieses Problem, und weil Teil 3 es am schlimmsten hat gefällt mir das Gesamtpaket dort deutlich besser als hier, und da ich den Film hier schon großartig finde, heißt das schon was.

Noch zu erwähnen wäre, dass dies der erste Pixar Film mit einen Twist Bösewicht ist, und weil ich es Legitim als Kind nicht habe kommen sehen und seine Motivation Sinn macht, im Nachhinein ist er nichts Besonderes. Die Szene mit Zorg ist lustig aber absolut unnötig und zieht nur das starke Finale hinaus.

Alles in allem ist „Toy Story 2“ ein Erfolg trotz zahlreicher Hindernisse, und der legitime Punkt wonach Pixar die 2000er beherrschte und Disney nur noch hinter lief für einige Zeit.



Platz 8: Die Monster AG (Wertung: 9/10)


„Monster AG“ ist mit Abstand der witzigste Film auf dieser Liste. Ich kann mich an keinen Witz erinnern der nicht gelandet ist. Er hat so viele großartige Running Gags (Kontaminierungsalarm), so großartigen Slapstick und fantastische Dialoge, ich habe nichts als Respekt für seinen Humor. Verdammt nochmal, es gibt die beste Looney Tunes/Chuck Jones Hommage die ich je in einen Film gesehen habe, und das schließt die Szene mit Cartman und Cthulhu ein aus „South Park“.

Neben seinen Humor bietet er dann auch das in meinen Augen beste Pixar Duo von allen: Buzz und Woody sind wohl das bekannteste Duo von Pixar wie schon mal angemerkt, aber für mich das Beste ist Mike und Sully. Beide funktionieren perfekt miteinander und es ist mal interessant zu sehen, wenn in einen Pixar Film beide miteinander direkt harmonieren und von Anfang an beste Freunde sind und nicht erst den „wie sollen wir beide bloß miteinander klarkommen?“ Weg beschreiten müssen, wie es so oft der Fall ist. Das war dann auch eines meiner großen Probleme mit „Universität“, ich weiß wie gut beide als Freunde funktionieren, warum muss ich mir jetzt angucken wie sie sich erst hassen, wenn ich sowieso weiß wie es ausgeht? Nicht nur das, „AG“ baut den Konflikt zwischen den beiden der sich immer mehr bildet während der Laufzeit so perfekt auf das er nicht wie es oft mit Animationsfilmen der Fall ist künstlich daherkommt, weil wir jetzt einen dritten Akt Bruch zwischen den Freunden brauchen, sondern er wirkt absolut gerechtfertigt, verdient und legitim traurig. Mike hat jedes Recht sauer auf Sully zu sein, und dass der Film Mike nicht darstellt wie ein egoistisches Arschloch, etwas was „Disney Animation“ oft tut nur damit er am Ende sowieso wieder zurück kommt gehört gelobt.

Und als ob Mike und Sullys Beziehung nicht genug gewesen wäre, gibt es dann noch die zwischen Sully und Buh, den Herzstück des Films: Buh als Charaktermodell ist zwar sehr schlecht gealtert, aber ansonsten ist ihre Beziehung einfach nur perfekt. Der Moment wo er anfängt sie zu mögen, wenn er anfängt mit ihr zu spielen oder ihr einen Spitznamen gibt oder sie versehentlich erschreckt, alles an der Chemie zwischen den beiden ist perfekt. Normalerweise bin ich kein Fan von Kleinkindern in Animationsfilmen, Buh aber ist eine der wenigen Ausnahmen.

Randall ist einer von Pixars besten Bösewichtern, in deutschen brillant gesprochen von Martin Semmelrogge der ihn einen wunderbar schmierigen Charakter verleiht. Ich kann manchmal was kritisch sein, wenn Disney Deutschland irgendwelche deutschen Promis einsetzt, aber ab und an kriegt man dann einen Volltreffer wie Semmelrogge. Das wird dann noch gepaart mit einen von Pixars wenigen sehr guten Twist Bösewichtern, dessen Motivation absolut Sinn macht.

Wenn es etwas gib das ich kritisieren würde, dann wohl den Fakt das es schade ist das wir nicht mehr von der Monsterwelt sehen und fast nur in der Fabrik sind. Die Fabrik als Setting ist visuell absolut uninteressant, wäre es nicht für das Design der Monster würde ich ihn fast als den visuell langweiligsten Pixar bezeichnen. Man sieht Sully und Mike so oft durch weiße Flure laufen das man das Gefühl hat als gäbe es nur einen einzigen Flur. Das einzig beeindruckende Setting ist das Türenlager, und das liegt auch eher an der Action und der Größe als an dem Design. Ich hätte einfach gerne mehr von Monstropolis gesehen, aber gut, die Story ist halt wichtiger als das Setting.

„Monster AG“ ist ein Meisterwerk, und Fuck Disney das in der Disney+ Version Mike Glokowskis episches Musikal „Leg das Ding sofort zurück sonst kracht es“ im Abspann fehlt.



Platz 7: Soul (Wertung: 9/10)


Der aktuellste Film auf dieser Liste, der aufgrund der Corona Pandemie nicht mal eine Chance bekam im Kino zu laufen, sondern von Disney einfach auf Disney+ geworfen wurde damit es etwas zu Weihnachten gab. Schade da ich den Film gerne im Kino gesehen hätte, aber was will man machen und zumindest verlangte Disney keinen VIP Pass für den Film wie für das „Mulan“ Remake oder „Raja“, auch wenn es komisch ist, dass das nur die Pixar Filme betrifft, da drunter auch den nächsten, Luca.

Aber okay, Disneys komische Release Politik mit Disney+ ist nicht Thema hier, sondern „Soul“. Ich hatte damals vor eine Review zum Film zu schreiben, aber bin nie dazu gekommen. Gemessen an seinem Platz kann man wohl sehen wie gut er mir gefallen hat: „Soul“ war ein wunderbarer Film um diesen langen Marathon zu einem perfekten Ende zu bringen. Ich hatte sowieso nichts Anderes erwartet von einen Pete Doctor Film, aber dennoch war es schön zu sehen, dass er so gut war.

Im Gegensatz zu den anderen Doctor Filmen geht er dann auch eher einen intellektuellen Weg als einen emotionalen: Der Film ist in vielen seiner Szenen ruhig und subtil und schreit keine seiner Botschaften raus in der Hoffnung irgendjemand wird sie kapieren. Er Respekt die Intelligenz seines Publikums, etwas das man heutzutage immer seltener bekommt.

Ein interessanter Funfakt: Tatsächlich einer der wenigen Filme wo mir die reale Welt mir mehr zugesagt als die Fantasy-/andere Welt in ihm. Nicht falsch verstehen, „The great before“ (mir ist jetzt leider der deutsche Name entfallen) ist visuell interessant, hat großartige Ideen (mir gefällt vor allem, wie die „Zone“ als auch Besessenheit dargestellt werden) und die Gerrys (und Terry) sind visuell großartig Simpel. Aber es ist tatsächlich New York City, eigentlich das uninteressanteste Filmsetting aller Zeiten, der mich hier am Ende mehr interessierte einfach nur, weil es die Story so großartig unterstützt: nachdem (ACHTUNG: SPOILER) Joe und 22 auf der Erde zurücklanden und Joe dabei in eine Katze gerät und 22 in seinen Körper wird es wirklich brillant. 22 hat seit Jahrhunderten erfolgreich die Erde umgangen da sie null Interesse hat dort zu landen. Leben ist einfach zu kompliziert und erscheint einfach nicht lohnenswert. Sobald sie dann in Joe’s Körper landet wird ihr erst jetzt klar was es wirklich bedeutet zu leben. Dabei geht der Film nicht nur auf die schönen Dinge ein, sondern auch, dass das Leben ebenso stressig und angsteinflößend sein kann. Die Stadt unterstützt den Film und seine Themen einfach mehr als die Seelenwelt, daher kein Wunder das ein Großteil des Films dort stattfindet.

Dies alles fließt in eine der besten Szenen in der Geschichte Pixars. Nachdem Joe in seinen Körper zurückfindet und endlich seinen Gig spielen kann als Jazz Musiker stellt dieser enttäuscht fest, dass der Moment, der seinen Leben Sinn geben sollte da er bis zu diesen glaubte das er es komplett verschwendete ihn überraschend Leer zurücklässt. Er geht daraufhin in sein Apartment zurück und spielt auf dem Klavier, wo er nochmal sein ganzes Leben an ihn vorbeiziehen lässt: die Momente, denen er nie Beachtung schenkte. All die kleinen Dinge die 22 in seinen Körper erlebte, denen er normalerweise nie Beachtung schenken würde. Die Menschen in seinen Leben, die er nie so wirklich beachtete, weil er von seinem Ziel besessen war. Die Szene ist so brillant und wunderbar und transportiert seine Message, dass diese Suche nach einer Bestimmung vom eigentlichen Leben ablenkt und das man nichts Großartiges vollbringen muss um ein wunderbares Leben zu haben absolut perfekt.

Was den Film aber fehlt ist der große, emotionale Punsch, den die meisten Pixar Filme haben. Das Finale ist gut und an sich finde ich das vage Ende für den Film hier richtig, aber es fehlt der Pixar typische Tränenmoment. Geschätzt ein Opfer für die mehr intellektuelle Herangehensweise als sonst, aber dennoch fehlt mir einfach dieser Moment hier. Die Klavierszene ist wie gesagt brillant, aber dem eigentlichen Finale fehlt diese Note sehr. Dadurch bleibt zwar ein toller Film, der aber emotional den anderen Filmen die jetzt noch kommen deutlich hinterherhinkt.



Platz 6: Coco (Wertung: 9/10)



Wenn es einen Grund gab, warum die 2010er Jahre keine totale Qual waren durchzukommen dann die gelegentliche Perle, und „Coco“ war eine davon: „Coco“ ist brillant. Wenn „Merida“ der gescheiterte Versuch war, ein Disney-Märchen auf die Pixar Art zu erzählen, dann ist „Coco“ der erfolgreiche, ein Disney Musical auf die Pixar Art zu erzählen.

Und ja, „Coco“ ist ein Musical, das einzige in der Geschichte Pixars. Doch wo Disneys Musicals dazu neigen Musical typisch groß und einnehmend zu sein, sind die meisten Songs eher ruhig und zur Story passend zugeschnitten (es gibt ein oder zwei Songs die es sind, aber dies ist der Story geschuldet). Es gab keinen Song den ich nicht mochte, doch das absolute Herzstück des Films ist natürlich der Oscar Gewinner „Denk stets an mich!“, am Anfang präsentiert als großes Superbuntes Musikstück, fröhlich und laut, nur damit im Laufe des Films klar wird wie sehr der Song vom Twist Bösewicht (eventuell Pixars besten, da er ein wichtiger Bestandteil der Story ist, und nicht ein unnötiges Element ist in der Hoffnung das Finale größer wirken zu lassen) grade zu misshandelt wurde und wie er in Wahrheit gedacht war. Dieser Song führt zu dem eventuell besten Ende in der Geschichte Pixars. Ernsthaft, es ist fast unmöglich nicht zu heulen beim Ende, so stark ist es. Wenn es musikalisch etwas zu kritisieren gibt wäre es der Fakt, dass er den schwächsten Michael Giacchino Soundtrack hat. So toll die Songs sind, Giacchinos Score ist langweilig und uninteressant. Der einzige an dem ich mich erinnere ist der wo Miguel die Welt der Untoten betritt, weil dieser die magische Welt in der er spielt perfekt begleitet.

Und ja, obwohl der Film in der Welt der Toten spielt, ist sie so magisch präsentiert wie kaum eine bei Pixar: weil er nicht die magischste hat (der Preis geht an „Alles Steht Kopf“, da kommen wir aber noch zu), kommt dieser hier auf Platz 2. Und die Tatsache warum diese Welt so magisch ist, ist einfach der Kultur geschuldet aus der er kommt. In der Regel ist Kultur in Animationsfilmen (in der Vergangenheit vor allem in Disney Filmen) lediglich etwas, das akzeptiert werden muss, nicht was respektiert werden muss, weswegen diese fast nie in den Filmen wo sie angeblich repräsentiert werden wirklich von Bedeutung sind. „Coco“ hingegen ist tief verwurzelt in der mexikanischen Kultur, allen voran in „Dia de los Muerte“, Mexikos wichtigsten Feiertag. Ohne Mexikos Kultur würde der Film nicht annähernd so magisch sein und so gut funktionieren wie er es tut. Ich gehe sogar so weit zu sagen das er ohne diesen Aspekt ein 08/15 Film wäre, doch der Kulturaspekt sowie die Repräsentation ihres wichtigsten Feiertags trägt viel zum Film bei. Die Welt der Toten ist ein visuelles Meisterstück, eine großartige Welt in der man sich schnell verlieren kann, von den Gebäuden hin zu den Totenführern, alles ist perfekt Designt.

Wenn es etwas gibt was ich kritisieren würde dann das Hector etwas zu schnell vergeben wird: ich mag Hector, seine Geschichte ist tragisch und er funktioniert hervorragend mit Miguel, wahrscheinlich das beste Kind das Pixar je geschrieben hat. Aber am Ende des Tages hat er im Grunde das getan was ihm vorgeworfen wurde und auch wenn es ihm leidtut, er vorhatte zurückzukehren und er es wiedergutmachen möchte, der Film im Grunde vollkommen ignoriert im letzten Akt seine Tat und er und seine Ex-Frau kommen schnell wieder zusammen. Aber abgesehen davon ist „Coco“ einfach nur magisch und definitiv mehr als einen Blick wert.



Platz 5: Toy Story 3 (Wertung: 9/10)


Mein Liebling der „Toy Story“ Reihe, der vor allem für sein Ende bekannt ist. Jeder der über diesen Film spricht, spricht über sein Ende, von daher werde ich dieses Mal über andere Dinge reden, wenn sowieso jeder weiß wie großartig es ist.

Reden wir zum Beispiel darüber das der Film ein unfassbar guter Gefängnisausbruchfilm ist: Der Plan mit dem Woody und seine Freunde planen aus dem Kindergarten zu fliehen ist kreativ, clever und spannend. Es ist erstaunlich mit was für Ideen die Macher kamen für diesen und wie gut alles ineinander klickt. Auch unterstützt wird das ganze durch einen eher düsteren Ton für die Reihe. Der Film spielt zwar in einen Kindergarten, dieser sieht aber ständig grau aus, düster, deprimierend schon fast. Die Hölle durch die Woody und die anderen gehen sowie die Art wie der Bösewicht denkt sorgen für einen eher ernsteren Familienfilm, der aber immer noch auf diese Zielgruppe schielt und daher auch eine gute Portion Humor bietet (Ken ist großartig).

Wenn wir ihn grade eh erwähnt haben: Lotso ist der beste Bösewicht den Pixar je erschaffen hat. Seine Hintergrundgeschichte sowie seine Ideologie geben ihn mehr tiefe als den durchschnittlichen Disney Bösewicht und die Art wie er über den Kindergarten herrscht machen aus ihn ein richtiges Monster. Lotso ist ein gutes Beispiel warum ich diese Twist Bösewichter so sehr hasse, denn es ist möglich Bösewichter so zu schreiben wie ihn da ja Pixars Problem das ist, das sie weg wollen vom klassischen Zeichentrickbösewicht. Es braucht kein Last Minute Schnauzbartdreher dafür. Lotso zeigt wie man so einen schreibt ohne in absolute Klischees sich zu verlieren und dadurch die Gefahr in der die Charaktere sich verbinden nochmal deutlich hochschreibt.

Es ist auch schön die Gang die man aus 1 und 2 kennt hier in absoluter Bestform zu sehen: Woody, Jesse, die Naseweises, Rex, Slinky und Specki sind hier wieder mit dabei und haben alle ihre Momente zu scheinen… bis auf Buzz. Ja, wie bereits erwähnt hatte Pixar keine wirklichen Ideen mehr für ihn nach zwei, aber wenn die Story mit ihm in vier lächerlich war, dann ist sie hier einfach nur Kopfkratzend und enttäuschend. Anscheinend musst du einfach nur hinten einen Schalter umstellen auf Demo Modus um sein gesamtes Gedächtnis zu löschen. Ernsthaft? Das ist alles? Das ist alles was nötig ist um ihn wieder glauben zu lassen, dass er ein Space Ranger ist? Es ist erstaunlich wie wenig Ideen sie für ihn hatten nach dem ersten Film. Das ist dann aber auch mein einziges Problem mit dem Film.

„Toy Story 3“ ist alles was man von einer Fortsetzung sehen will. Eine gute Weiterführung der Story, starke dramatische Elemente und (zu dem Zeitpunkt) ein perfektes Ende für die Geschichte von Woody und seinen Kameraden. Definitiv all seine Lobeshymnen sind verdient, und auch seine Nominierung zu „Best Picture“ bei den Academy Awards.



Platz 4: WALL-E (Wertung: 10/10)


Ok, es ist Zeit für die Big Boys: Die folgenden 4 Filme sind für mich Pixars größte Meisterwerke, mit die besten Animationsfilme, die vor allem jemals aus einen Main Stream Studio erschienen. Und das lustige ist, das „WALL-E“ bei meiner Liste im Januar noch auf Platz 7 war, doch je mehr Zeit verging umso weniger konnte ich bei der Planung dieser Liste dies gerecht fertigen, denn „WALL-E“ ist ein Meisterwerk und erst mich in eine Position zu stecken wo ich wirklich über ihn nachdenken musste hat mir dies klargemacht.

„Wall-E“ ist vor allem eines: eine Meiserleistung in „Show, don’t tell“. Der Film erzählt eine starke Liebesgeschichte von zwei Robotern, die eigentlich nur in der Lage sind ihre Namen zu sagen und mit kaum vorhandener Mimik miteinander agieren. Ernsthaft, Eve hat lediglich digitale Augen und Wall-E hat nicht mal das, er hat zwei Scheinwerfer. Dennoch schafft der Film es mit Körpersprache der beiden sowie den minimalistischen Möglichkeiten denen ihnen gegeben sind all ihre Gefühle perfekt zu vermitteln und eine starke Liebesgeschichte zu erzählen, vielleicht sogar die beste in der Geschichte Disneys.

Etwas was man oft hört über den Film ist, dass die erste Hälfte fantastisch sei und die zweite Hälfte ein komplett anderer Film ist. Den kann ich mich nur insoweit anschließen das halt der Ton sich stark ändert: Die Menschen, welche nach Jahrhunderten im Weltall schweben und zu fetten Blobs wurden die nicht mehr gehen können, sind halt im starken Gegensatz zur ersten, Dialogfreien ersten Hälfte. Auch rückt die Umweltbotschaft stärker in den Vordergrund. Allerdings für mich ist die Reise ins Weltall einfach die logische Weiterführung der Story und führt zu zwei der Besten Szenen des Films: Wall-E’s Flug durch die Galaxie und der Weltalltanz zwischen ihn und Eve. Ehrlich gesagt könnte ich mir nicht vorstellen das der Film ohne seine zweite Hälfte funktionieren könnte so gut wie er es hier tut.

Und ja, der Film hat eine Umweltbotschaft, doch wo die mich meistens nerven in Animationsfilmen, weil die sie so unrealistisch wie möglich darstellen, macht „WALL-E“ es richtig in dem die Menschen nicht wie Höllendämonen dargestellt werden, sondern das Problem verursacht wurde aufgrund von Ignoranz. Weder sie noch die Firma in den Film, Buy ´n Large, haben über die Auswirkungen nachgedacht und sich entschieden das es einfach besser wäre die Erde sich selber zu überlassen anstatt die Menschen zurückzuschicken. Dadurch wirkt es einfach natürlicher und nicht so „in your face“ wie in vielen anderen Filmen wo durch die Botschaft komplett danebenging.

Mann, „WALL-E“ ist einfach nur großartig, ein absolut fantastisches Sci-Fi Abenteuer. Eine Schande das er keine Nominierung für „Bester Film“ erhielt, dafür aber ein Jahr später „Oben“.



Platz 3: Ratatouille (Wertung: 10/10)


Von all den Filmen auf der Liste ist „Ratatouille“ wohl mit Abstand Pixars erwachsenster Film. Nein, das ist kein Witz. Ein Film über eine kochende Ratte ist mit Abstand der erwachsenste Film den Pixar und Brad Bird jemals gemacht haben, was alleine an seiner Präsentation, seinen Dialogen sowie an seinen Charakteren liegt.

Die Thematik der kochenden Ratte ist daher auch nur im Grunde die Metapher für das erschaffen von Kunst. Ich hatte es ja am Anfang des Films angesprochen das „Ratatouille“ von allen Pixar Filmen am Meisten wirkt wie ein Independent Film (was er bei seinem Budget natürlich nicht ist, er hat glaube ich 150 Millionen US Dollar gekostet) und das liegt daran wie der Film seine Thematik zum erschaffen von Kunst angeht: die Kreation von etwas neuen, wer in der Lage ist Kunst zu erschaffen, die Ausnutzung von Künstlern nach ihren Tod, Anerkennung – alles Themen auf die Ratatouille eingeht und diese mit Bravour bearbeitet. Ja, er tut es alles unter den Deckmantel Kochen, doch wer jemals die Show „Chefs Table“ gesehen hat auf Netflix weiß wie sehr diese Köche ihre Arbeit als Kunst betrachten. Zudem spielt der Film in Frankreich, eine Nation mit der angeblich besten Küche der Welt, von daher ist es gar nicht so abwegig diesen Vergleich zu ziehen.

Und nichts bringt diesen Punkt von „erschaffen von Kunst“ besser rüber als Anton Egos große Kritik am Ende: Ego ist der große Restaurantkritiker der den Meisterkoch Gusteau mit seiner vernichtenden Kritk seines Buches „jeder kann Kochen“ sowie seines Restaurants ins Grab brachte. Ein Mann der in einen Raum arbeitet der geformt wie ein Sarg ist und dessen einzige Freude es ist vernichtende Kritiken zu schreiben. Doch nachdem Remy ihn Ratatouille, eine der simpelsten Speisen überhaupt serviert (und es das Beste ist was er seit Ewigkeiten gegessen hat) und ihm der Koch vorgestellt wird zerbricht sein gesamtes Bild was es bedeutet ein Koch zu sein. Egos Monolog ist unfassbar ehrlich und menschlich und einfach akkurat. Es gibt selten die Chance etwas Neues zu verteidigen, doch sollte es auftauchen und so aufregend sein wie die Werke dieses kleinen Kochs, so sollte alles getan werden um dieses zu verteidigen.

Ratatouille ist einfach nur Phänomenal, nicht zu vergessen lustig, emotional, intelligent und wunderschön anzusehen. Remy selber ist ein großartiger Hauptcharakter, eventuell der beste auf dieser Liste. Es ist daher auch schön zu sehen das der Film in den USA endlich nach all den Jahren auf Gegenliebe stößt, wo er es in Europa schon lange tat. Allerdings weiß ich nicht ob es ein TicToc Musical gebraucht hätte.



Platz 2: Alles Steht Kopf (Wertung: 10/10)


„Alles steht Kopf“ ist von all den Filmen von Pixar der, der mir am meisten klar macht warum ich das Medium Animation so sehr liebe wie kein anderes und warum ich auch noch mit 30 ihm so sehr verfallen bin. Er ist ein Musterbeispiel für Kreativität, für die Nutzung von Farben, Design und Charakterbewegungen.

Und wenn ich meine kreativ, dann meine ich kreativ: Die Ideen die der Film hat um den Verstand eines kleinen Mädchens darzustellen sind wunderbar. Das reicht von eher benutzten Ideen wie das Traumstudio (das aber auch hier großartig umgesetzt wurde) hin zu Fantasieland, zum abstrakten Denken (was zu einer der visuell besten Comedy Szenen führt) hin zum Unterbewusstsein. Die Macher hatten sichtlich viel Freude mit den Ideen und diese Freude ist jede Sekunde sichtbar.

Doch der wahre Star ist die Kolorierung. Ich erinnere mich nicht an einen Film der so gut mit Farben gearbeitet hat wie „Alles Steht Kopf“ (außer „Spider-Man a New Universe“), und das muss was heißen, wenn man bedenkt das „Findet Nemo“ ebenfalls von Pixar ist. Die Farben übertragen jede Gefühlslage Rileys oder ihres Verstands perfekt. Wenn sie froh ist erscheinen die Farben heller und wärmer, wenn sie deprimiert ist wird fast alles um sie herum grau und kalt. Der Film nutzt Farben perfekt zu seinen Gunsten und weiß ganz genau wann was wie koloriert werden muss.

Freude ist ein toller Hauptcharakter: Sie hätte schlimm enden können und der Fakt das sie alle anderen Gefühle (allen voran Kummer) so wenig wie möglich ans Steuer lässt ist kein sympathischer Charakterzug, aber man merkt das sie einfach das Beste für Riley möchte und sie glaubt das sie 24/7 glücklich sein müssen. Zudem ist sie dennoch fast nie unsympathisch und zu sehen wie sie als Charakter wächst ist einfach nur toll.

Und im Grunde ist es ein Film übers Wachsen, was im Ende perfekt zur Schau gestellt wird: Riley muss lernen mit komplexeren Gefühlen umzugehen und es ist keine Schande sich traurig oder am Boden zu fühlen, eine sehr simple Message wo es schon fast traurig ist das sie auch noch heute nähergebracht werden muss. Und so entsteht am Ende eine neue Kernerinnerung, eine traurige die aber auch Freude beherbergt, und diese Szene läuft fast komplett ohne Dialog ab. Eine fantastische Szene in einen fantastischen Film.

Ich liebe diesen Film, und als er rauskam war es mehr als das: Zum Zeitpunkt als er rauskam war Pixar mitten in seinen „Dark Ages“ und ich musste mich durch den missratenen „Cars 2“ sowie „Merida“ und „Monster Uni“ kämpfen. „Alles steht Kopf“ war ein Zeichen das Pixar immer noch in der Lage ist großartige Filme zu produzieren in Zeiten wo ihre Filme nicht gut waren. „Alles Steht Kopf“ war einer der besten Animationsfilme der letzten Dekade und wäre es nicht für Sonys animierten Spinnenmann wäre er eventuell sogar der Beste gewesen. Und all das Lob für einen Film der es dennoch nur auf Platz 2 geschaffen hat. Bringen wir es zu Ende.



Platz 1: Die Unglaublichen (Wertung: 10/10)


Ich weiß nicht wo ich anfangen soll: Soll ich damit anfangen wie gut die Animation der Menschen war zu dem Zeitpunkt wo er rauskam, das erste Mal, dass das der Fall war in einen CG Film? Soll ich anfangen mit seinen großartigen Art Design, das die Ästhetik der 50er mit einem modernen Setting verbindet? Soll ich von seinem großartigen Bösewicht schwärmen, einer der seiner Zeit weit voraus war, wenn es um toxische Nerds geht? Vielleicht fange ich von seinem großartigen Humor oder seiner wunderbaren Action an.

Ich fange am besten an mit seiner größten Stärke: Der Parr Familie, die beste Darstellung einer Dysfunktionalen Familie die ich je in einen Film rausgebracht bei Disney gesehen habe. Bob (Mr. Incredible) steckt in der Vergangenheit fest und ignoriert dadurch vollkommen was in den Leben seiner Familie passiert. Helen (früher Elastigirl) hat genau das andere Problem, sie versucht zu hart die Fähigkeiten ihrer Familie im Zaun zu halten womit sie vermittelt das man sich schämen müsste, wenn jemand besondere Fähigkeiten hat. Ihre Ehe ist im Grunde komplett zerrüttet was direkt am Anfang in einen sehr realistischen Streit der beiden mündet. Jeder Konflikt und jedes Problem (später glaubt Helen, dass Bob eine Affäre hat) wirkt real, glaubhaft und ehrlich, genauso aber auch Bobs Realisierung wie sehr er seine Familie und ihre Leben verpasst hat.

Doch nicht nur ist der Film ein glaubhaftes Familiendrama, sondern einer der besten Superheldenfilme die ich je gesehen habe: Die Action ist großartig, schnell und visuell beeindruckend. Wenn es eine Szene gibt welche fast allen von dem Film hängen geblieben ist, dann wohl Flashs Verfolgungsjagd im Dschungel. Der Endkampf ist großartig und spannend und für einen Disney Film gibt es einen richtig hohen Body Count.

Syndrom ist ein großartiger Bösewicht, gleichermaßen bedrohend sowie erbärmlich, ein kleiner Nerd der nie drüber hinwegkam, dass sein Held nicht mit ihm zusammenarbeiten wollte und daher an seinen ehemaligen Helden Rache nehmen möchte. Er hat so eine Abneigung gegen Bob und dennoch bewundert er ihn irgendwo immer noch. Allein er ist so ein großartiges Beispiel warum der Twist Bösewicht in „Die Unglaublichen 2“ eine absolute Enttäuschung war, ach zur Hölle damit: der ganze Film ist ein gutes Beispiel warum er eine enttäuschende Fortsetzung war. Alles was hier passiert ist Erwachsener, intelligenter, emotionaler, witziger und vor allem ikonischer als in den Film.

Und auch wenn ich in dieser Liste eigentlich nicht auf Sprecher eingehen möchte, so muss er einfach hochgepriesen werden: Markus Maria Profitlich als Bob Parr ist großartig, eine der besten Synchronisation arbeiten die ich bei Disney gesehen habe. Jede Emotion, jedes Wort ist so glaubhaft rübergebracht, wo durch Bob niemals zu einer Karikatur verkommt. Er ist allgemein einer der deutschen Promis die ich in der heutigen Zeit mit am Meisten vermisse und frage mich warum er kaum noch eingesetzt wird.

„Die Unglaublichen“ ist genau was sein Titel sagt, einer der besten Superheldenfilme überhaupt und mein Lieblingsfilm von Pixar. Oh, und Edna Mode rockt.
 
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