Konzertreviews

So, zweiter Versuch einer regelmäßigen Kolumne. Habe es in den letzten Monaten berufsbedingt etwas schleifen lassen und gelobe Besserung. Ich werde in Zukunft versuchen, von allen Konzerten, die ich besuche, egal ob mit 50 oder 10.000 Besuchern, einen kleinen Bericht zu schreiben. Vielleicht entdeckt ja jemand dadurch neue Acts für sich. Natürlich passiert es auch, dass ich ab und an mal eine (sehr) schlechte Show besuche. Seid nicht sauer, falls ich dabei eure Lieblingsband zerreiße.
 
Ich war am Sonntag in Köln bei Terror im Gebäude 9. Das Tour Package hatte einige (negative) Veränderungen hinter sich. Zuerst sollten Cro-Mags "JM" (Ehemals Cro-Mags, aber dort gibt es einen Namensrechtsstreit zwischen den Bandmitgliedern, sodass nun zwei Bands mit dem Namen existieren. Einfach nur peinlich.) als Support mit dabei sein, aber der Sänger wird am Rücken operiert. Ersatz waren Death Before Dishonor, leider kein würdiger Ersatz. Naja, hatte dann aufgrund von wenigen Konzerten in letzter Zeit immer noch Lust und konnte auch einen Tag vor der Show ein Ticket zu einem akzeptablen Preis schießen. Ca. zehn Minuten später dann die Ernüchterung. Jesus Piece, die einzige Band des Abends, die im Hardcore Punk 2019 eine wirkliche Relevanz besitzt, spielen nicht. Ersatz sind Risk It!. Das gesamte Line Up war somit mehr als random, aber ich hatte ne Karte. Also hingegangen und festgestellt, dass das Gebäude 9 renoviert wurde. Sag fein aus und vor allem die Klosituation hat sich verbessert. Der Laden war auch gut gefüllt, nicht ausverkauft, aber immer noch genug Leute, sodass im Vorraum das übliche Gedrängel vorhanden war.

Risk It! - Haben ihr übliche Hardcore Punk Set gespielt. Schon ca. 20x gesehen und man merkt, dass die Band nicht mehr die Relevanz hat wie 2013. Die Mucke ist nicht schlecht und ich habe sie vor 5-6 Jahren auch gut gefeiert, aber der Zenit ist einfach schon lange überschritten und kaum noch jemand interessiert sich für die Band. Daran ändert auch die neue 7 Inch "Era of Decay", die ich sogar ganz passabel finde, nichts. Die Band gab sich alle Mühe, aber vor der Bühne war, wenn man von 2-3 Leuten absieht, keine Bewegung vorhanden.

Lion's Law - Als einzige Band des Abends noch nie gesehen, war ich direkt skeptisch, denn der Name ist einfach schlecht. Eine Band mit einem solchen Namen kann einfach keine gute Musik machen und so war es dann auch. Rumpel Hardcore/Oi Punk mit viel Schweinepogo im Publikum. Songs klangen alle gleich und waren kurz. Hat mich gar nicht abgeholt, wurde aber vom Publikum durchaus abgefeiert.

No Turning Back - Ähnlich wie bei Risk It! kommt auch hier seit Jahren nichts Spannendes mehr dabei rum. Ganz normaler Hardcore Punk, der seine Fans hat und bei dem live ab und an auch mal eine gute Show rumkommt. Hier war es nicht der Fall. Gab das übliche Set. Zum Glück ohne das unsägliche "True Love", wobei ich das auch während meines Kloganges verpasst haben könnte. Viel von der neuen Platte, die natürlich random ist. Es war immerhin etwas mehr los vor der Bühne und der ein oder andere Ansatz eines Singalongs war auch zu erkennen.

Death Before Dishonor - Fand ich vor zehn Jahren echt klasse, nun aber auch seit locker 5-6 Jahren nicht mehr in Europa gewesen. Es ist aber alles beim Alten geblieben. Zwie Mitglieder sind auf jeder Tour dabei. Der Rest wird durchweg ausgetauscht. Dann gibst "Count Me In", "Born From Misery" u.s.w. und am Ende wird das Set mit dem umgemünzten Cock Sparrer Cover "Boston Belongs to Me" beendet. Ich hab die Band nicht wirklich vermisst und auch schon deutlich besser gesehen. Das hier war alles andere als spannend, passte zum Abend.

Terror - Auch hier gab es keine Überraschungen. Die üblichen Hits wurden rausgehauen, "Spit My Rage", "Always the Hard Way", "Stick Tight", man kennt es. Leider nichts von der ersten Platte, zumindest nicht bis zu dem Zeitpunkt, als ich gegangen bin, um eine halbwegs angenehme Verbindung Richtung Heimat zu bekommen. Scott Vogel, dem Sänger, welcher vor zwei Monaten noch eine Europa Tour seiner anderen Band World Be Free aufgrund von Rückenbeschwerden absagen musste, muss man allerdings zugestehen, dass er die Crowd unter Kontrolle hat und so war vor der Bühne doch mehr los als bei allen anderen Bands zusammen inkl. diverser Stage Dives. War ein halbwegs versöhnlicher Abschluss für mich. Eine letzte Sache noch: Niemand, wirklich niemand, findet es geil, wenn sich Leute auf Konzerten ihre Shirts ausziehen! Du kannst noch so gut trainiert sein, du bleibst ein schwitzender Dude, den niemand berühren möchte!
 
Ich war am Wochenende in London auf dem Damage Is Done, welches von Freitag bis Sonntag in verschiedenen Locations stattfand. Sonntag habe ich mir allerdings geklemmt, da das Line Up im Vergleich zum Freitag und Samstag abgefallen ist und heute Abend noch ein weiteres Konzert mit einem sehr feinen Package ansteht. Betrachtet man den Namen könnte man davon ausgehen, dass Fury am Start waren. Dem war leider nicht so. Dafür gab es mit Ekulu ein riesiges Highlight, zum ersten Mal in Europa. Die Band hat zwar bisher nur fünf Songs veröffentlicht, diese sind aber so gut, dass man dafür auch gerne mal den Weg nach London antreten kann. Schön auch, dass einige der üblichen Verdächtigen dieses Mal nicht gebucht wurden, bspw. Broken Teeth und Higher Power. Los ging es am Donnerstag Abend mit dem Bus von Essen nach London. Zum Glück und im Gegensatz zum werten JE_2601 gab es hier für mich sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt am Sonntag keine Probleme und das Hostel war auch soweit ganz okay.


Freitag:
Die Show am Freitag fand im Amersahm Arms statt, einem Pub mit Eventraum im "Hinterzimmer" im Südosten Londons, etwas abgelegen von der City. Der Laden war ganz okay, allerdings im Verlauf des Abends ziemlich siffig. Sound war okay, aber keine Offenbarung.

Saliva - Der Freitag war der schrammeligere, stärker vom reudigen Punk beeinflusste. Dies zeigte sich direkt bei der ersten Band. Ein Sound, irgendwo zwischen Punk und Hardcore, straight durchgezogen ohne viel Federlesen. War ganz in Ordnung, solider Start in den Abend. Die Crowd, die in UK gerne auch mal ab der ersten Band steil geht, hielt sich auch noch etwas zurück.

Chubby & the Gang - Sind kurzfristig eingesprungen für Nekra, die absagen mussten. Man blieb dem Punk Rock treu. Gesungen hat ein Mitglied von Arms Race und auch unter den restlichen Mitgliedern tummelten sich einige, die am Wochenende noch in weiteren Bands spielten. Ganz klassisch für UK, da spielt gefühlt jeder in vier Bands. Set war okay, für mich das wohl schlechteste des Wochenendes und das trotz des beherzten Einsatzes einer Mundharmonika.

Lawful Killing - Zum ersten Mal gab es ordentlichen Hardcore Punk mit einer guten Portion Metal. Das Publikum wachte auf und es gab ordentlich Bewegung. Zurecht. Die Band ist noch recht neu, haut aber schon einen ziemlich fiesen, brachialen Sound raus, gepaart mit der bösen Stimme des Sängers. Erstes Highlight des Wochenendes für mich.

The Wound - Wieder zurück zum reudigen Punk, ein Bisschen Oi war hier sicherlich auch im Spiel. War okay, aber hat mich einmal mehr nicht komplett abgeholt. War aber alles andere als schlecht, nur einfach nicht zu 100 Prozent mein Fall.

Asid - Wieder etwas mehr Hardcore mit dabei. Vor der Bühne ging auch wieder etwas mehr. Guter Gig, vorher auch noch nie mit der Band beschäftigt. Sollte ich vielleicht ändern.

Diztort - Bester Gig des Tages. Es war eine ganze Ecke grooviger als alle anderen Bands an diesem Tag und die Band hätte vielleicht auch besser auf das Samstag Billing gepasst, aber so war es auch cool. War glaube ich auch der erste Gig der Band in Europa und es wurde geliefert. 20 Minuten völlige Eskalation auf und vor der Bühne. Singalongs, Stage Dives, harter Mosh, die ganze Palette. Dürfen gerne noch einmal rüberkommen, aber ich glaube kaum, dass es für mehr als einen Weekender reichen würde.

Arms Race - Analog zur NWOBHM aus den 70/80ern fällt im UK Hardcore auch gerne mal der Name NWOBHC und Arms Race sind in diesem Bereich sicherlich eine der Bands. Dies war die letzte Show und es war eine würdige. Von der ersten Sekunde an war die Hölle los und das, obwohl jeder der gefühlt 25 Songs exakt gleich klang. Ein fieses Hardcore Punk Geballer mit noch fieserer Stimme des Sängers. Die Leute sind völlig eskaliert und die Art und Weise der Stage Dives würden hier sicherlich für Diskussionen sorgen, aber sei es drum. Es durften auch ehemalige Mitglieder den ein oder anderen Song spielen und auch ein Gitarrentausch musste vorgenommen werden. Es lief nicht alles perfekt, aber bei einem solchen Sound würde das auch nicht passen. Sehr guter Abschluss des ersten Tages.


Samstag:
Die Show am Samstag fand im New Cross Inn statt, einer Location, kein zehn Gehminuten von der Freitagslocation entfernt. Schöner Laden, kannte ich bereits von der Fiddlehead Shows Ende letzten Jahres.

Mastermind - Haben pünktlich zum Wochenende ihre neue 7 Inch über Quality Control veröffentlicht. Schöne Platte, gab davon natürlich auch den ein oder anderen Song. Guter Gig, straighter Hardcore einer ziemlich jungen Truppe. Die Stimme des Sängers ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, mit gefällts. Vor der Bühne war für die erste von zehn Bands auch schon ordentlich was los. Die Band kommt an.

Instructor - Die einzige Band des Wochenendes, die vom Festland rübergefahren ist, genauer gesagt aus Belgien. Die Demo ist gut, so gut, dass ich sie mir versehentlich zweimal gekauft habe. Passiert. Die Show war auch gut. Typische Quality Control Band in meinen Augen und auch ohne Local Hero Status war hier nach etwas Anlaufschwierigkeiten einiges los in der Crowd. Guter Gig.

Mere Mortal - Darauf habe ich mich sehr gefreut. Bands, die irgendwo zwischen Metal und Hardcore stehen und bei denen eine genaue Einordnung schwierig ist, sind seit Jahren im Kommen mit Power Trip an der Spitze und da machen UK Bands natürlich keine Ausnahme. Mere Mortal schlagen in eine ähnliche Kerbe. Feines Metal Riffing trifft auf einen druckvollen Hardcore Sound. Harten Mosh gab es natürlich auch. Ärgere mich nach diesem Gig schon, dass im Sommer meine Faulheit gesiegt hat und ich nicht nach Eindhoven zum Gig mit Big Cheese gefahren bin.

Gutter Knife - Hardcore/Oi Punk Mix, haben dieses Jahr ihre erste Platte rausgehauen, die in meinen Augen solide ist, aber mehr auch nicht. Der Gig hat mir besser gefallen. Der Sänger sieht aus wie 16 und man glaubt gar nicht, was aus dem kleinen Kerl rauskommt. Darüber hinaus hat er die Crowd voll unter Kontrolle. Es gab viele Singalongs, ordentlich Bewegung. Ich wurde gut unterhalten.

Payday - Bis zu diesem Zeitpunkt die moshlastigste Band des Abends. Vor der Bühne ging es hart zur Sache. Dies sollte auch noch Folgen für einen weiteren Auftritt haben, aber dazu später mehr. Das letzte Mal habe ich die Band Ende 2017 gesehen, auch in London. Damals konnte man die Promos für die kommende Platte kaufen und nun, zwei Jahre später, ist sie endlich draußen. Die Besetzung der Band hat sich, wenn ich mich nicht irre, auch stark geändert. Geblieben ist der harte Sound und die markante Stimme des Sängers. Ähnlich wie bei Mastermind gewöhnungsbedürftig, aber die Crowd feiert es bzw. die Band. Wütende 20 Minuten.

Frame of Mind - Letzte Show der Band, cool, dass ich sie mitnehmen konnte. Hatte zu Beginn Probleme mit der Band, bin aber nach und nach reingekommen und das Album, welches dieses Jahr erschienen ist, konnte mich überzeugen. Der Sound hebt sich ab, unorthodox, viele Taktwechsel, man könnte anstrengend sagen für Hardcore Punk Verhältnisse. Wie schon bei Arms Race gab es auch hier ein würdiges Ende. Viele Singalongs, viel Mosh, eine feine Sache.

Game - Vom Sound her hätte die Band sicherlich besser zum Freitag gepasst. Punk/Hardcore Gemisch mit neuer Platte, die ich auch nur als solide bezeichnen würde, aber auch hier ähnlich wie bei Gutter Knife muss ich sagen, dass es mir live doch deutlich besser gefallen hat. Schönes Ding, die Crowd war auch voll drinnen. Ein würdiges Aufwärmprogramm für die letzten drei großen Highlights.

Big Cheese - Neben Higher Power weiterhin wohl der heißeste Hardcore Act aus UK. Leider mit einem großen Problem, der Drummer musste nach dem wütenden Payday Set zum Zahnarzt und konnte dementsprechend nicht spielen. Es gab dann eine recht kreative Lösung mit verschiedenen Drummern, u.a. von Ekulu und selbst der Sänger von Big Cheese trommelte einen Song während der Sänger von The Flex seinen Part übernahm. Der hatte dabei auch den Spaß seines Lebens. Die Show war unfassbar gut, ein riesiges Chaos, vielleicht das größte Chaos des Tages. Massive Stage Dive Eskalation, gepaart mit einer absolut wütenden Crowd und Singalongs in Hülle und Fülle. So sollten Hardcore Shows aussehen.

The Flex - Haben eigentlich genau da weitergemacht, wo Big Cheese aufgehört haben. Der Sänger, der gefühlt bei jeder Band des Tages in Reihe 1 stand und jeden Song mitgesungen hat, durfte dies nun endlich auf der Bühne tun. Massive Erscheinung der Herr. Vom Sound her wurden Punkelemente wieder hervorgehoben. Das hat aber dem Chaos kaum einen Abbruch getan. Die Band spielt leider viel zu selten in Deutschland. 2020 darf da gerne mehr kommen.

Ekulu - Haben sich nicht lumpen lassen und ihre gesamte Discographie gespielt. Nur Hits! Der Sound ist einfach so unfassbar groovig. Diese Band verdient viel mehr Aufmarksamkeit und muss schleunigst wieder zurückkommen. Alleine "Melt the Ice" ist für mich vielleicht der beste Hardcore Punk Track der letzten fünf Jahre. Stabile Metalriffs treffen auf einen unnachahmlichen Groove, so gut. Wie schon gesagt, alles Songs gespielt und immerhin fast 20 Minuten Spielzeit. Alleine dafür hat sich die Anreise ganz locker gelohnt. Das Publikum ließ sich auch nicht lumpen und ist ordentlich eskaliert. Zum Abschluss gab es "Sanctuary of Depression" mit massiven Singalongs, groß, einfach groß und vielleicht ein Kandidat für die besten zehn Shows des Jahres.


Fazit:
Sehr schönes Wochenende mit durchweg guten Sets. Einen einzigen Kritikpunkt muss ich loswerden, denn die geplanten Umbauzeiten von zehn Minuten konnten an beiden tagen nicht eingehalten werden. Das hat wohl auch niemanden gewundert und im Endeffekt hat es wohl auch niemanden gestört, aber einen halbwegs realistischen Tiemtable erstellen sollte bei einem möglichen nächsten Mal drin sein. Falls es ein nächstes Mal geben sollte, bitte Mindforce und/oder Dominant Force buchen.
 
Ich war diese Woche auf zwei Shows. Die erste Show war am Montag, Cult of Luna in Köln im Bürgerhaus Stollwerck. Mit den beiden Supports zusammen wohl eines der besten Tour Packages, welches ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Show war dementsprechend, wenn auch erst kurz vorher, ausverkauft. Davon hat man zu Beginn allerdings wenig gemerkt, denn zum Start des ersten Acts war nichts los. Beginn um 19:20 Uhr unter der Woche ist dann doch etwas zu viel des Guten. Mit der Zeit wurde es allerdings sehr voll.

A.A. Williams - Hat dieses Jahr mit ihrem selbstbetitelten Debüt eine der besten Platten des Jahres abgeliefert. Wunderschöne Musik. Live, mit tatkräftiger Mithilfe von zwei weiteren Musikern, kam es auch sehr gut rüber. Singer-Songwriter meets Post-Rock/Doom. Reitet sicherlich auf der Welle, die Chelsea Wolfe und Emma Ruth Rundle losgetreten haben, macht sich allerdings sehr gut. Schöne Stimme, gute Balance zwischen Passagen mit und ohne Gesang. Die Post-Rock Abschnitte finde ich natürlich klasse. Sehr guter Auftritt. Gerne nächstes Jahr beim dunk! Festival!

Brutus - Kickt mich auf Platte überhaupt nicht, live überzeugt die Band allerdings auch beim dritten Mal. Nun auch endlich im Rahmen eines Konzertes und nicht auf einem großen Festival gesehen und es klappt auch hier. Es ist einfach eine sehr interessante Band, beginnend beim Stil, der viele Dinge aus den Bereichen Punk, Noise und Metal vereint, hinzu zur Bandkonstellation an sich, denn eine singende Drummerin sieht man auch nicht alle Tage, beeindruckend. Kann voll und ganz nachvollziehen, warum die Band dieses Jahr bei Kritikern gut weggekommen ist und vielleicht gebe ich der aktuellen Platte auch noch einmal eine Chance.

Cult of Luna - Es hat zwei Songs gedauert, bis ich voll drin war, aber dann war es großartig. Es gibt kaum eine Band, die solche Soundwände aufbauen kann. Mit zwei Drummern und drei Gitarristen ist da natürlich auch dementsprechend Druck hinter. Jede Person, die Post-Metal mag, sollte bei der Band eigentlich das Herz aufgehen. Die Gesangsparts sind wohldosiert, der gutturale Gesang aber absolut top. Da stimmt alles. Das Drumherum ist eh über jeden Zweifel erhaben. Natürlich war es eine Umstellung im Bezug auf das Wochenende. Hier entsprach die Länge einiger Songs der Setlänge diverser Bands, die ich am Wochenende in London gesehen habe. Einziger, aber minimaler Kritikpunkt war die Setlist, denn hier wurden neben dem Fokus auf das neue Album nur Songs von "Vertikal" und "Somewhere Along the Highway" gespielt. Da hätte man auch gerne ein Werk aus der frühen Schaffensphase spielen können. Aber da sehe ich gerne drüber hinweg. Knapp 100 Minuten Spielzeit, keine Zugabe, in meinen Augen auch passend. Großartiger Gig, gerne dunk! Headliner 2020! Liegt aber vermutlich über dem Budget.


Am Freitag war ich in Bochum in der Matrix bei Knocked Loose. Schrecklicher Laden, aber in der Größe wäre wohl in NRW die Kölner Essigfabrik noch in Frage gekommen, welche ähnlich mies ist. Laden war nicht ganz voll, aber sehr gut gefüllt, so gut, dass es üblich für Matrix Verhältnisse, zumindest in der großen, schlauchartigen Halle, viel zu warm war. Erwähnenswert ist noch, wie viel Merch die Bands dabei hatten und wie viel auch verkauft wurde. Die machen sich diesbezüglich auf der Tour ordentlich die Taschen voll. Es sei den Bands gegönnt.

Renounced - Hier war noch nicht allzu viel los, zu Unrecht. Die Band ist top und hat dieses Jahr mit "Beauty is a Destructive Angel" ein weiteres Mal richtig abgeliefert. Gab natürlich auch einige Tracks der neuen Platte ohne, dass die beiden ersten Alben vernachlässigt wurden. Sound bewegt sich im 90s Metalcore Bereich. Viele ruhige Passagen, fieses Breakdowns, aber kein Vergleich zu Parkway Drive und Konsorten. Probs auch an den Sänger, der seine Stimme mittlerweile deutlich besser unter Kontrolle hat als noch vor einigen Jahren. Ich finde den Sound klasse, aber zumindest zu Beginn war das Publikum noch nicht drin. Erst zum Ende hin gab es etwas Bewegung im Pit. Kein Vergleich zu den teilweise ziemlich gewalttätigen Shows, die ich von der Band schon in UK gesehen habe. Die "Mainstream" Core Crowds auf dem Festland sind noch nicht bereit für die Band. In einer guten Welt würden die vor 2000 Leuten spielen und nicht As I Lay Dying.

Justice for the Damned - Habe ewig keine Deathcore Band gesehen und auch, wenn es absolut nicht mein Fall ist, war es doch spannend zu sehen, dass es solche Bands noch gibt. Ziemliches Geballer, viele Breakdowns, viel Show und Publikumsanimierungen. Junge Truppe, die noch etwas braucht, auch in ihrem Genre. Hab es eher von weit hinten verfolgt und kann wenig dazu sagen, ob die jetzt gut angekommen sind oder nicht.

Malevolence - Kamen dagegen zweifellos sehr gut an, einfach eine faszinierende Band. Fünf Dudes, von denen vier so aussehen als könnten sie geradeso ihren Namen schreiben und dann hauen die so einen Sound raus. Wenn die wollten, könnten die eine astreine Metalband abgeben, aber sie haben sich dafür entschieden, einen ultratsumpfen Metalcore Sound mit supergeilen Riffs abzuliefern. Alleine "Serpents Chokehold", was für ein Song, was für eine Arbeit der Gitarristen. Klasse. Die Crowd war auch voll dabei, massige Stage Dive Aktion und Singalongs. Für einen vernüftigen Pit war es einen Ticken zu eng, aber es war generell einfach viel los. Auch was Textsicherheit angeht konnte die Crowd überzeugen. Ich finde auch die Abwechslung zwischen den beiden Alben sehr schön. Während das erste Werk voll und ganz die groovige, aber stumpfe Coreschiene bedient finden sich in den Songs der zweiten Platten deutlich mehr Sludge Elemente. Crowbar lassen grüßen. Probs an dieser Stelle an den einen Gitarristen, der die cleanen Gesangsparts übernimmt und eine sehr druckvolle, tiefe Stimme hat. Darüber hinaus gab es Features, u.A. von einem Knocked Loose Mitglied. Mit "Self Supremacy" gab es auch einen würdigen Abschluss. Groß.

Knocked Loose - Sind wohl der heißeste Shit im Hardcore Bereich im Moment und auch zurecht auf Platz 1 der Kerrang Liste. Als ich zum ersten Mal vor einigen Jahren einen Track gehört habe, habe ich das nicht wirklich verstanden und auch heute finde ich, dass es mit Jesus Piece in dem Bereich eine Band gibt, die es besser macht. Darüber hinaus spielt ein Bandmitglied auch bei Inclination, in meinen Augen eine der besten Hardcore Bands im Moment, die es aber wohl aufgrund des Erfolges von Knocked Loose niemals nach Europa schaffen werden. Naja, die neue Platte "A Different Shade of Blue" konnte mich allerdings überzeugen und der Gig war beeindruckend. Da kann man nichts Anderes sagen. Knocked Loose werden niemals meine Lieblingsband, aber sie hatten die Crowd die vollen 50 Minuten Spielzeit komplett unter Kontrolle. Durchgehend Stage Dives, Singalongs, Chaos, das war eine absolut geile Show mit "All My Friends" als Höhepunkt, welches allerdings relativ früh gespielt wurde. Der Sound hätte besser sein können, für Matrix Verhältnisse war es allerdings okay und bei Hardcore Punk wirkt das Ganze auch nicht ganz so schlimm. Der Sound ist ultrastumpf und es ist faszinierend, dass man damit so viele Leute ziehen kann, aber er hat durchaus Stil und Groove und ist nicht mit Random Beatdown Band XYZ zu vergleichen. Der Sänger, der aussieht wie 16, mit seinem sehr hohen Shouts hebt sich auch von der Menge ab. Darüber hinaus gab es gute Ansagen im Bezug auf die LGBTQ Community und Gewalt gegen Frauen, leider mit viel zu wenig Applaus. Das Publikum scheint es nicht gewöhnt zu sein, dass Ansagen aus mehr als Shoutouts für andere Bands und Fragen nach dem Befinden der Crowd bestehen, sehr schade. Trotzdem ein astreiner Gig. Die Band steht verdientermaßen dort, wo sie ist. Auf der nächsten Tour einfach Inclination mit rüberbringen und ich bin ein sehr glücklicher Mensch.
 
Ich war gestern bei Earth in Dortmund im JunkYard Club. Ich glaube, dass Earth an sich außerhalb ihres Genres Drone Doom sehr unbekannt sind. Allerdings war das einzig verbliebende Originalmitglied Dylan Carlson in gewisser Weise involviert in einen sehr tragischen Moment der Musikgeschichte. Der Herr war Mitbewohner von Kurt Cobain und er war es auch, der die Waffe gekauft hat, mit der sich Kurt Cobain schließlich das Leben genommen hat. Man sieht es dem Herren auch an, dass die Zeit drogentechnisch nicht gut an ihm vorbeigegangen ist. Zurück zur Show und Probs an dieser Stelle erst einmal an den Veranstalter, der seit einiger Zeit in Bochum/Dortmund sehr viele, in meinen Augen gute und genretechnisch durchaus unterschiedliche Shows bucht, eine Bereicherung. Ich schätze, dass maximal 150 Leute anwesend waren. Das Publikum war überraschend divers, hatte aber zugegeben auch keine Ahnung, ob ich bei der Band ein reines Metalpublikum erwarten soll. Dem war nicht so. Der durchschnittliche Earth Fan ist anscheinend männlich, über 40 und sehr angenehm. Die Trottelquote im Publikum ging gegen null.

Helen Money - Begegne der Dame und ihrem Cello immer mal wieder, wenn sie Support von irgendeiner Post-Rock Band ist und habe sie mittlerweile einige Male gesehen. Gestern war vielleicht der beste Gig, da die Dichte an (schlechten) Samples gering war und sie sich vor allem auf ihr Cello konzentriert hat. Egal ob mit Bogen oder nur zupfend, es ist doch irgendwie spannend, dem Ganzen zuzugucken. Noch fünf weitere Liveshows und ich bin Fan, muss aber gestehen, dass ich Jo Quail, die zweite Cellistin, die ständig mit Post-Rock Bands tourt, immer noch besser finde.

Earth - Ich war zuerst einmal gespannt, in welchem körperlichen Zustand Dylan Carlson ist, da er beim dunk! Festival 2017 sehr schlecht aussah und Ende 2018 meines Wissens auch seine Solo Europa Tour aufgrund von Leberversagen canceln musste. Aber er scheint sich gut erholt zu haben. Sah ziemlich frisch aus und hätte in jeder Motörhead oder AC/DC Coverband eine gute Figur gemacht. Genug davon. Set hat mir sehr gut gefallen, besser als auf dem dunk! Festival. Mag auch daran liegen, dass ich damals schon 10 Stunden Instrumentalmusik in den Knochen hatte und Earth als Headliner gespielt haben. Es ist und bleibt einfach anstrengende Musik und jeden Tag könnte ich mir das auch nicht geben. Der erste Song, 15 Minuten, verdeutlicht direkt einmal, was hier an der Standard ist. Drone Doom, lange Songs, schier endlose Riff-Wiederholungen und alles ist langsam, sehr langsam, unglaublich langsam. Ich glaube nicht, dass es viele Bands gibt, die so langsame Aufbauten haben. Am spannendsten finde ich dabei die Drummerin Adrienne Davies. Es wirkt so als würde man sich Drumming in einer Super-SloMo ansehen. Sieben von zehn Songs der Setlist waren von der neuen Platte "Full Upon Her Burning Lips", die mir gut gefällt. Dazu gab es noch "The Bees Made Honey in the Lion's Skull", welches als Abschluss des Hauptsets das Wort "langsam" auf ein neues Level gehoben hat und "Old Star" als Zugabe. Knapp 100 Minuten, von der Nennung der Songs abgesehen keine einzige Ansage. Habe nichts anderes erwartet, alles andere hätte mich gewundert. Ich kann jede Person verstehen, die die Musik langweilig findet und die Behauptung aufstellt, dass jeder Song gleich klingt, aber mich catched das Ganze auf eine seltsame Art und Weise.
 

Thez

Zarathustra
Helen Money - Begegne der Dame und ihrem Cello immer mal wieder, wenn sie Support von irgendeiner Post-Rock Band ist und habe sie mittlerweile einige Male gesehen. Gestern war vielleicht der beste Gig, da die Dichte an (schlechten) Samples gering war und sie sich vor allem auf ihr Cello konzentriert hat. Egal ob mit Bogen oder nur zupfend, es ist doch irgendwie spannend, dem Ganzen zuzugucken.
♪♫ Und dann saaah sie Dich an ... und Du dachtest ... Mannomaaann! ♪♫
 

Roah

Undercard
SammyJankis;1096249 [B schrieb:
Lion's Law[/B] - Als einzige Band des Abends noch nie gesehen, war ich direkt skeptisch, denn der Name ist einfach schlecht. Eine Band mit einem solchen Namen kann einfach keine gute Musik machen und so war es dann auch. Rumpel Hardcore/Oi Punk mit viel Schweinepogo im Publikum. Songs klangen alle gleich und waren kurz. Hat mich gar nicht abgeholt, wurde aber vom Publikum durchaus abgefeiert!

Klingt vom lesen her genau nach meiner Musik^^
 
Ich war gestern bei Boris in Köln im Gebäude 9. Nach Earth wurde also die Eingängigkeit der Musik minimal nach oben geschraubt. Konnte arbeitsbedingt leider erst um halb neun vor Ort sein und habe deswegen auch die erste Vorband, deren Name mir entfallen ist, verpasst. Das Gebäude 9 war vielleicht zu 40 Prozent gefüllt. In meinen Augen keine Überraschung, da es mit Oberhausen noch eine weitere Show in NRW gab. Es hätte mich stark gewundert, wenn die Band für zwei Shows genug Leute zieht. Bzgl. der Merches sei noch erwähnt, dass die LP Preise jenseits von Gut und Böse lagen. Unter 30 Euro ging nichts.

Arabrot - Dieses Jahr bereits im Vorprogramm von Mono gesehen. Hat mir damals nicht gefallen und gestern auch nicht. Dieser weirde Mix aus Folk, Psychodelic und Doom gibt mir überhaupt nichts. Hoffe, dass es das jetzt auch war mit der Rolle als Support von Bands, die ich feier. Muss denen nicht noch einmal über den Weg laufen, wobei es gestern etwas besser war als in Bochum.

Boris - Das Set startete mit einer Enttäuschung, denn der Sound war bei den ersten beiden Songs sehr matschig. Wurde dann aber zum Glück besser. Das Set selbst war gewaltig. Klar, sicherlich auch keine Musik, die man sich ständig geben kann, aber es passiert doch deutlich mehr als bei Earth. Hier wird stärker auf Spannungsaufbauten, Ausbrüche und Soundwände gesetzt. Zusätzlich wird wohl dosiert auf Gesang gesetzt. Dabei singen sowohl der Drummer als auch der Gitarrist/Bassist, welcher ein doppelhälsiges Instrument spielt. Zusätzlich wird alles durch viel Nebel gekonnt in Szene gesetzt. Ist schon eine ganz imposante Inszenierung. Kein Vergleich zum Arctangent vor einigen Jahren als ich die Band am hellichten Tag gesehen habe. Der Sound, irgendwo zwischen Psychodelic, Doom und Drone mit gelegentlichen Auflügen in den Stoner Bereich, trägt sein Übriges zu diesem sehr guten Konzert bei. Besonderes Highlight der Songs sind außerdem die Einsätze des Gongs, welcher hinter dem Drummer steht und nur bei einzelnen Songs zum Einsatz kommt. Kleiner Kritikpunkt für das viele Gerede und die Publikumsanimationen. Das passt in meinen Augen nicht, aber ich sehe gerne darüber hinweg. Setlisttechnisch wurde sich auf die neue Platte "LOVE & EVOL" fokussiert, welche ich nur empfehlen kann. Darüber hinaus gab es auch Cover, unter Anderem von den Melvins. Die Spieldauer lag bei knapp 100 Minuten. Für meinen wahrscheinlichen Abschluss des Konzertjahres war es ein würdiges Ende.
 
Das Konzertjahr ist für mich beendet. Eine Zusammenfassung:


Liste:

05.01 Eisenpimmel, Duisburg, Djäzz
11.01 Spirit Crusher, Recklinghausen, AKZ
15.01 Basement, Köln, Kantine
23.01 Behemoth, Oberhausen, Turbinenhalle
25.01 Red Apollo, Essen, Emo-Keller
26.01 Deathtrap, Rheinberg, Zuff!07
01.02 LGoony, Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld
03.02 Cold World, Hamburg, Uebel & Gefährlich
09.02 Optimist, Wuppertal, AZ
13.02 Toundra, Köln, Helios37 (abgesagt, nur der Support Act hat gespielt)
18.02 Amenra, Dortmund, JunkYard Club
04.03 Bohren & der Club of Gore, Bochum, Christurkirche
15.03 Retrogott & Hulk Hodn, Dortmund, JunkYard Club
22.03 Amenra, Lüttich (Bel), Reflektor
27.03 The Ocean, Köln, Club Volta
12.04 Mantar, Dortmund, JunkYard Club
14.04 Mono, Bochum, Rotunde
20.04 Comeback Kid, Oberhausen, Kulttempel
26.04 Groezrock, Meerhout (Bel) (2 Tage)
04.05 Extinction of Mankind, Schwerte, Rattenloch
09.05 Yndi Halda, Oberhausen, Druckluft
18.05 xRepresentx, Oberhausen, Helvete
22.05 Judiciary, Essen, Don't Panic
30.05 dunk! Festival, Zottegem (Bel) (3 Tage)
09.06 Second Sight, Dortmund, Private Location
10.06 Pfingst Open Air Werden, Essen
16.06 Code Orange, Köln, Luxor
17.06 Power Trip, Bochum, Matrix
18.06 Tool, Amsterdam (Nl), Ziggo Dome
19.06 Campusfest, Ruhr-Universität, Bochum
20.06 Envy, Druckluft, Oberhausen
21.06 Rage Against Racism, Duisburg, JZ Mühle (2 Tage)
28.06 Rock Werchter, Werchter (Bel) (Tag 2)
29.06 Spirit Crusher, Mannheim, Jugendzentrum Forum
05.07 Ieperfest, Ieper (Bel) (3 Tage)
09.07 God Is An Astronaut, Essen, Turock
12.07 Existence, Köln, AZ
15.07 Valkhof Festival, Nimwegen (Nl), Valkhofpark (Tag 3)
19.07 Have Heart, Würzburg, Posthalle
20.07 Have Heart, Köln, Essigfabrik
26.07 Nord Open Air, Essen, Viehöfer Platz (2 Tage)
02.08 xBystanderx, Recklinghausen, AKZ
03.08 Body Count, Köln, Palladium
09.08 Spark, Düsseldorf, Jugendkulturcafe Franzmann
10.08 Olgas-Rock, Oberhausen, Olga-Park (Tag 2)
13.08 Caspian, Köln, Club Volta
17.08 Guns Up!, Geleen (Nl), Cafe de Meister
30.08 Platzhirsch Festival, Duisburg (Tag 1 & 2)
07.09 Edelweisspiratenfestival, Düsseldorf, Zakk
07.09 Essen Original, Essen (Tag 2)
08.09 Exposure, Düsseldorf, Jugendkulturcafe Franzmann
19.09 Vlada Ina, Dortmund, Rekorder
06.10 Street Soldier, Essen, Don't Panic
07.10 Touche Amore, Köln, Live Music Hall
30.10 Inter Arma, Dortmund, JunkYard Club
04.11 Thrice, Köln, Carlsberg Victoria
17.11 Terror, Köln, Gebäude 9
22.11 Damage Is Done, London (UK) (Tag 1 & 2)
25.11 Cult Of Luna, Köln, Bürgerhaus Stollwerck
29.11 Knocked Loose, Bochum, Matrix
04.12 Earth, Dortmund, JunkYard Club
10.12 Boris, Köln, Gebäude 9


Insgesamt habe ich 338 Sets auf 62 Veranstaltungen gesehen. Von den 338 Sets waren 168 Sets von Acts, die ich zum ersten Mal gesehen habe. Eine Quote von knapp 50 Prozent, die ich seit Jahren halte.


Mehrfach gesehen habe ich:

Amenra, No Turning Back, Spirit Crusher (je 4x)

Comeback Kid, Second Sight (je 3x)

Abuse of Power, Angst, Arabrot, Brutus, Coldburn, Deathtrap, Exposure, Fvnerals, Have Heart, Heavy Kind, Higher Power, Jesus Piece, Madball, Mil-Spec, Motorjesus, Optimist, Powerage, Risk It!, Slon, Slope, Slow Crush, Spark, Staghorn, Tool, Torch It, xDevourx (je 2x)


Die Tage folgt ein Rückblick auf die besten Shows des Jahres und ein kleiner Ausblick auf 2020.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier wie versprochen meine besten Shows des Jahres:

1. Have Heart, 20.07.2019, Essigfabrik, Köln:
Die One-Time-Reunion Shows (Ich hoffe, dass es dabei bleibt) waren der absolute Wahnsinn. Auch wenn es leider nicht das Intro der Würzburg Show gab, war die Köln Show doch noch einen Ticken besser, weil die Atmosphäre in der kleinen, aber immer noch viel zu großen Halle, besser war.

2. Tool, 18.06.2019, Ziggo-Dome, Amsterdam, Niederlande:
Damit konnte ich endlich den Platz 1 von meiner Must-See-Liste streichen. Hier auch zwei Shows besucht. Die Amsterdam Show war besser als die auf dem Werchter. Sound war top, Setlist war top. Die Band ist wirklich beeindruckend.

3. Ekulu, 23.11.2019, Damage Is Done, New Cross Inn, London, UK:
Eine Band, die es schafft gleichzeitig alle Hits und alle Raritäten ihrer Bandgeschichte in ein Set zu packen. Davon können sich Pearl Jam eine Scheibe abschneiden. Erste Europa "Tour", hoffe da kommt mehr. Maximal grooviger Hardcore.

4. Spirit Crusher, 29.06.2019, Jugendzentrum Forum, Mannheim:
Nach ca. 2,5 Stunden Schlaf in der Nacht zuvor bei 40 Grad drei Stunden nach Mannheim gefahren (Zum Glück war ich nicht der Fahrer), für ein halbstündiges Set. Hat sich voll und ganz gelohnt. Beste Show einer deutschen Hardcore Band seit der Gone to Waste Abschiedsshow.

5. Amenra, 07.07.2019, Ieperfest, Belgien:
Beste Live Band der Welt. Wer etwas anderes behauptet lügt. Haben jedes Jahr einen Platz unter den Top 10 Sets verdient.

6. Trash Talk. 27.04.2019, Groezrock, Belgien:
Kaputte Band, unfassbar chaotischer Gig. Das Publikum hat dem Sänger aus der Hand gefressen. Völlige Eskalation am frühen Nachmittag.

7. Envy, 20.06.2019, Druckluft, Oberhausen:
Nach Jahren endlich mal wieder in Europa unterwegs und ich konnte einen Gig mitnehmen. Großartig, wie schön Post-Rock und Hardcore verschmelzen können.

8. Cult of Luna, 25.11.2019, Bürgerhaus Stollwerck, Köln:
An die Soundwände der Schweden kommt kaum eine andere Band ran. Das war mächtig.

9. Big Cheese, 23.11.2019, Damage Is Done, New Cross Inn, London, UK:
Set wurde mit verschiedenen Drummern gespielt, da der eigentliche Drummer ins Krankenhaus musste, UK Mosh ist hart. Hat dem Set keinen Abbruch getan. Das Chaos regierte.

10. Wiegedood, 06.07.2019, Ieperfest, Belgien:
Konnte leider keine der Alben Shows besuchen, aber dieses Set hat entschädigt. Beste Black Metal Band.


Ausblick auf 2020:
- No Warning/Candy Tour, hoffentlich werden mindestens drei Shows mitgenommen
- Explosions in the Sky im April/Mai
- Rotting Out und Incendiary beide Ende Juni in Europa


Wünsche für 2020:
- Inclination und Mindforce in Europa
- Eine Mogwai Tour mit 2-3 möglichen Dates für mich wäre auch mal wieder etwas Feines
- Blind to Faith Release Show in einem kleinen Raum
 
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Ein kleiner Einwurf abseits der Konzerte.

Meine Platten des Jahres:

1. Angst - Decay of all Purity
2. Ekulu - Half Alive
3. Tool - Fear Inoculum
4. Year of the Knife - Ultimate Aggression
5. Inclination - When Fear Turns to Confidence
6. Dead Heat - Certain Death
7. Judiciary - Surface Noise
8. Mono - Nowhere Now Here
9. Spirit Crusher - Whsiper Against the Road of the World
10. A.A. Williams - A.A. Williams

11. Dominant Force - Cosmic Denial
12. Renounced - Beauty is a Destructive Angel
13. Vamachara - Hereafter
14. Lowest Creature - Sacrilegious Pain
15. SeeYouSpaceCowboy - The Correlation Between Entrance and Exit Wounds
16. Boris - LOVE & EVOL
17. Nails - I Don't Want to Hear It
18. Fists of Fury - Demo
19. Downfall of Gaia - Ethic of Radical Finitude
20. Rain of Salvation - A War Outside and Within

Honorable Mentions:

Avow - Demo 2019
Blind Authority - Death Dreams
Candy - Super-Stare
Cult of Luna - A Dawn to Fear
Division of Mind - Division of Mind
Fury - Failed Entertainment
Mastermind - Bad Reaction
Odd Man Out - New Voice
Pijn & Conjurer - Curse These Metal Hands
Rated X - Demo '19
Realm of Torment - Those Who Don't Fear Death Never Die
Russian Circles - Blood Year
Tides From Nebula - From Voodoo to Zen
We Lost the Sea - Triumph & Desaster
Wild Side - Who the Hell is Wild Side?
Young Guv - GUV I
 
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TheWall13

World Champion
Was machst du beruflich eigentlich?
Und kommst aus dem Ruhrgebiet oder?
Ich hab elf Konzerte in 2019 gesehen und das für viel gehalten...
 
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Was machst du beruflich eigentlich?
Und kommst aus dem Ruhrgebiet oder?
Ich hab elf Konzerte in 2019 gesehen und das für viel gehalten...
Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Beruflich habe ich im Moment einen Übergangsjob. Orientiere mich gerade beruflich um.

Ich muss auch gestehen, dass es verhältnismäßig wenig Shows waren, die wenigsten seit 2012. :D
 
Ich war gestern bei Morlockk Dilemma in Münster im Skaters Palace. Tour ist sehr ausgedehnt mit locker vier Shows in NRW. Dementsprechend war es nicht allzu gut gefüllt. Für den Raum vor der Bühne hat es gereicht. Die Empore war geschlossen. Vielleicht 150 Leute. Publikum teilweise besoffen bis zum Limit. Das war anstrengend. Allerdings alle trotzdem immer freundlich, keine Anzeichen von Stress.

Nowakkowitsch & Pete Jott - Lokaler Support bestehend aus zwei Dudes. Deren Mitgliedschaft in irgendeiner Rap Crew (Den Namen habe ich leider nicht verstanden) sorgte allerdings dafür, dass es diverse Features gab und im Endeffekt fünf Leute über die halbe Stunde verteilt ihr Können zum Besten geben konnten. Ich fand es ganz in Ordnung. Nichts Überragendes, aber es passte auch soundtechnisch gut als Support. Der Besoffski neben mir sah das etwas anders, Zitat: "Ich hab echt kein Bock mir so Möchtegerns anzugucken." Man kann es halt nicht jedem rechtmachen.

Morlockk Dilemma - Umbaupause zog sich nicht lange hin. Der Herr ist nur mit seinem DJ unterwegs. Kein Backup. Natürlich stand das neue Album "Herzbube" im Fokus. Passend dazu wurden auch eifrig Rosen verteilt. Bin nicht vollständig drin in der Diskographie, aber nach meinem Gefühl war die Aufteilung zwischen der neuen Platte und den älteren Tracks, "Eiserner Besen", etc. ausgewogen. Sound war okay, hätte besser sein können und die Monitorbox ist auch einige Male ausgefallen. Trotzdem gab es einen souveränen Gig. Rap Publikum ist sowieso immer dankbar und geht ab Sekunde 1 voll mit. Gab da gestern auch keine Ausnahme. Textsicherheit war auch gegeben. Rundum gelungener Abend. Danach ist der Herr noch zum Merchtisch und hat sein Zeug selbst verkauft und sich mit den Fans unterhalten. Faszinierend fand ich dabei, wie viele Leute sich die gekauften Shirts/Platten haben signieren lassen. Habe ich in der Form so noch nie erlebt.
 
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